Microsoft sieht in Sonys Kopierschutz Sicherheitsrisiko

Microsoft sieht in dem umstrittenen Kopierschutz XCP von Sony BMG ein Sicherheitsrisiko für Computer-Anwender. Das Unternehmen will seine Sicherheitssoftware so aufrüsten, dass sie künftig den Kopierschutz erkennt und auf den Rechnern der Nutzer entfernt. «Wir sind besorgt über jede Art von Schadsoftware und ihren Einfluss auf die Computer unserer Kunden» schreibt Jason Garms, Sicherheits-Experte bei Microsoft, in seinem Weblog.

Die so genannte Rootkit-Funktion des heftig in die Kritik geratenen Kopierschutzes hätte einen negativen Einfluss nicht nur auf die Sicherheit, sondern auch auf die Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit der Computer, so Garms. Nach Analyse der Software wolle das Unternehmen zunächst seine Sicherheitsanwendung Windows AntiSpyware mit einer Signatur erweitern, die das Sony-Programm erkennt und auf den Rechnern entfernt.

Das von Sony BMG auf einigen Musik-CDs in den USA getestete digitale Rechtemanagement war in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen geraten, weil es beim Abspielen einer entsprechenden CD am Rechner angeblich Dateien unbemerkt vom Nutzer in den Tiefen des Betriebssystems versteckt. Die Dateien sollen ähnlich wie ein Schadprogramm arbeiten und möglichen Viren, Würmern und gefährlicher Spionage-Software aus dem Internet eine Hintertür auf den Rechnern öffnen. Ende vergangener Woche wurde von führenden Antiviren-Experten bereits die erste Angriffs-Welle von Viren registriert, die diese Funktion ausnutzen.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Peter
am 16. November 2005, 00:08 Uhr
Strafe muss sein
Zwanzig Jahre lang die Kosten für Datenschutzbeauftragte und deren MitarbeiterInnen in allen betroffenen Ländern zu übernehmen wäre eine angemessene Strafe für Sony BMG.