Die von SCO gegen den Automobilhersteller Daimler Chrysler eingereichte Klage wegen der Verletzung von Verträgen wurde gestern vor Gericht weitgehend abgeschmettert. Dies haben Vertreter beider Unternehmen bekannt gegeben.
Einem Vertrag zufolge war Daimler Chrysler zur Erteilung einer Auskunft darüber verpflichtet, auf welchen Prozessoren das Unix-Betriebssystem eingesetzt wird. Als SCO im März die Klage eingereicht hat, hatte der Automobilhersteller diese Auskunft noch nicht erteilt. Im April teilte das Unternehmen dann jedoch mit, dass die Nutzung von Unix schon vor Jahren eingestellt wurde.
Auch wenn das gestern gefällte Urteil eine schwere Niederlage für SCO darstellt, gibt es für das Unternehmen trotzdem noch einen kleinen Hoffnungsschimmer. So hat der Richter für SCO zumindest die Möglichkeit offen gelassen, den Grund für die verzögerte Bereitstellung der Informationen gerichtlich von Daimler Chrysler einzufordern.
"Wir sind mit dem Urteil des Richters zufrieden und erwarten auch die Klärung des letzten Streitpunktes", so ein Sprecher von Daimler Chrysler. Dem Rechtsexperten Mark Radcliffe zufolge sei mit dem Urteil zwar kein Präzedenzfall geschaffen worden, die Weiterführung der anderen von SCO initiierten Prozesse sei dadurch aber schwieriger geworden. Je mehr Misserfolge das Unternehmen einstecken müsse, desto schwieriger sei es, durch ein juristisches Bedrohungsszenario außergerichtliche Einigungen zu erzielen. "Das verringert ihre Glaubwürdigkeit", so der Experte.

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