Palm Tungsten W im Test
Schon seit den Zeiten des Modells VII war Palm stets an vorderster Front der mobilen E-Mail-Geräte vertreten, doch ist es dem Unternehmen bislang noch nicht gelungen, ein wirklich perfektes Produkt anzubieten. Nun kommt der Tungsten W, ein drahtloser, dem BlackBerry ähnelnder Palm, der in GPRS-Netzen funktioniert und auch zum Telefonieren verwendet werden kann. Ist dies nun also der mobile Palm, auf den die Welt gewartet hat? In gewisser Weise schon. Der Tungsten W ist ein praktisches All-Round-Kommunikationstool mit starken PDA-Funktionen und anständigen E-Mail-Fähigkeiten. Allerdings wäre eine bessere standardmäßige Unterstützung für die Sprachübertragung wünschenswert gewesen, ebenso wie eine Server-basierte E-Mail-Lösung für die Firmenkunden, an die sich der W in erster Linie richtet.
Design
![]() Für einen PDA ist dieser Palm etwas lang und breit. |
Mit einem Gewicht von 184 Gramm und Maßen von 137 x 79 x 18 Millimetern ist der Tungsten W bestimmt kein Leichtgewicht. Dieses Gerät ist länger und breiter als andere PDA-/Handy-Kombinationen wie der Kyocera 7135 und der Handspring Treo 300, doch ist etwas dünner. Die Größe und das Gewicht des W entsprechen praktisch denen des RIM BlackBerry 5810, der ebenfalls über ein eingebautes GSM-/GPRS-Handy verfügt.
![]() In der Tiefe ist er dafür aber hauchdünn. |
![]() Platz für jeden Finger: die geräumige Tastatur des Palm. |
![]() Nur Standard: die Dockingstation für den Palm. |
Funktionen
Raum für mehr: Über den Steckplatz für SD-Karten lässt sich soviel Speicherplatz ergänzen, wie man nur will. Trotz all seiner neu eingeführten Funktionen lesen sich die technischen Daten des Palm Tungsten W wie die früherer Modelle. Er verfügt über einen 33-MHz-DragonBall VZ-Prozessor, läuft auf OS 4.1.1 - obgleich Palm die Icons so herausgeputzt hat, dass sie eher nach OS 5.0 aussehen - und bietet nur 16 MB SDRAM, von denen dem Benutzer 14,8 MB zur Verfügung stehen. Über den Steckplatz für SD-Karten lässt sich jedoch so viel Speicherplatz ergänzen, wie man nur will.
![]() Raum für mehr: Über den Steckplatz für SD-Karten lässt sich soviel Speicherplatz ergänzen, wie man nur will. |
![]() Dem Palm fehlen Hörer und Mikrofon, so dass nur mit dem Ohrhörer telefoniert werden kann. |
Als PDA gehört der W zu den besten seiner Art und ist mit einer reichhaltigen Palette an Anwendungen für Produktivität, Kommunikation und Unterhaltung sowie zahlreichen Utilities ausgestattet. Darunter auch die Suite Documents To Go von DataViz zur Handhabung von Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien und PhotoBase von ArcSoft für die Anzeige von Bildern. Für die Entspannung nach der Arbeit ist eine Vielzahl von Spieledemos vorhanden.
![]() Ganz SIMpel: Die SIM-Karte ist unter einer Abdeckung an der Rückseite des Palm verstaut. |
Performance
Insgesamt war die Performance recht gut. Der 33-MHz-Prozessor des Tungsten, seine 16 MB Arbeitsspeicher und das schon etwas betagte Betriebssystem OS 4.1.1 reißen zwar niemanden mehr vom Hocker, doch sind sie für die Funktionen dieses Geräts durchaus ausreichend. Beim Testen der verschiedenen Anwendungen und Spiele gab es keine Aussetzer oder sonstigen Anzeichen für eine Überlastung.
Der Bildschirm des Palm vermag da eher zu beeindrucken. Wie schon der Tungsten T verfügt auch der W über ein klares Display mit 65.000 Farben und einer hohen Auflösung von 320 x 320 Pixeln. Der Bildschirm misst 78,7 Millimeter in der Diagonale und ist damit größer als der des Kyocera 7135 und der des Handspring Treo 300. Er könnte jedoch etwas heller sein: Obwohl er heller als die Bildschirme anderer PDA-/Handy-Kombinationen von Palm ist, reicht er nicht an die Helligkeit der Displays moderner Pocket PCs heran. Bemerkenswert ist auch, dass das Display selbst bei starkem Sonnenlicht gut ablesbar ist, sofern man es im richtigen Winkel hält.
Das Surfen im Web erwies sich als eine relativ angenehme Erfahrung. Man darf zwar nicht erwarten, dass grafiklastige Seiten mit breitbandähnlicher Geschwindigkeit erscheinen, doch benötigten Textseiten nur 30 bis 60 Sekunden. Wenn die Grafiken schließlich aufgebaut waren, sahen sie auf dem hoch auflösenden Display dieses Geräts recht gut aus.
Die Tasten der Telefonanwendung sind groß und sowohl mit den Fingern als auch mit einem Stylus leicht zu bedienen. Auch die Konferenzschaltung funktionierte gut, sie erforderte jedoch ein wenig Eingewöhnungszeit.
Palm gibt die Gesprächsdauer des W mit bemerkenswerten 10 Stunden an. In den Tests wurde diese Zahl auch fast erreicht - ein sehr beeindruckendes Ergebnis. Das Gerät lieferte ganze 9 Stunden und 16 Minuten Gesprächszeit, bevor die Akkus schließlich den Geist aufgaben. Natürlich kann die Gesprächs- und Standby-Zeit je nach Nutzungsdauer des Geräts - und vor allem seiner Hintergrundbeleuchtung - stark variieren. Aber selbst bei maximal eingestellter Beleuchtung ermöglichte der Tungsten 4 Stunden und 10 Minuten lang das Telefonieren, Websurfen und die Nutzung der PDA-Funktionen, bevor die Akkus leer waren.























