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Hersteller: Palm
Listenpreis: ca. 600 Euro
Fazit:
Pro
  • lange Gesprächszeit
  • große Tastatur
  • hoch auflösender Bildschirm
Contra
  • Telefonmodul ohne Lautsprecher
  • Schutzabdeckung lose
  • Telefonieren nur mit Ohrhörer möglich
GUT
7,3
von 10 Punkten
Ausstattung:
7 Punkte
Design:
8 Punkte
Leistung:
7 Punkte

Palm Tungsten W im Test

Roger Hibbert
|
27. März 2003
Der neue drahtlose E-Mail-Handheld von Palm stellt gegenüber früheren Modellen eine große Verbesserung dar. Trotzdem gelingt es ihm nicht ganz, seine Konkurrenz zu übertreffen.


Schon seit den Zeiten des Modells VII war Palm stets an vorderster Front der mobilen E-Mail-Geräte vertreten, doch ist es dem Unternehmen bislang noch nicht gelungen, ein wirklich perfektes Produkt anzubieten. Nun kommt der Tungsten W, ein drahtloser, dem BlackBerry ähnelnder Palm, der in GPRS-Netzen funktioniert und auch zum Telefonieren verwendet werden kann. Ist dies nun also der mobile Palm, auf den die Welt gewartet hat? In gewisser Weise schon. Der Tungsten W ist ein praktisches All-Round-Kommunikationstool mit starken PDA-Funktionen und anständigen E-Mail-Fähigkeiten. Allerdings wäre eine bessere standardmäßige Unterstützung für die Sprachübertragung wünschenswert gewesen, ebenso wie eine Server-basierte E-Mail-Lösung für die Firmenkunden, an die sich der W in erster Linie richtet.

Design

Siemens S55
Für einen PDA ist dieser Palm etwas lang und breit.

Mit einem Gewicht von 184 Gramm und Maßen von 137 x 79 x 18 Millimetern ist der Tungsten W bestimmt kein Leichtgewicht. Dieses Gerät ist länger und breiter als andere PDA-/Handy-Kombinationen wie der Kyocera 7135 und der Handspring Treo 300, doch ist etwas dünner. Die Größe und das Gewicht des W entsprechen praktisch denen des RIM BlackBerry 5810, der ebenfalls über ein eingebautes GSM-/GPRS-Handy verfügt.

Siemens S55
In der Tiefe ist er dafür aber hauchdünn.
Wie der RIM verfügt auch dieser Palm unterhalb seines Bildschirms über eine großzügige Tastatur, dank deren Größe es beim W einfacher ist, die richtigen Tasten zu treffen, als beim Treo. Der zusätzliche Platz bietet auch Raum für die Funktionstasten des Palm, eine Fünf-Wege-Navigationstaste sowie für den hoch auflösenden Farbbildschirm. Ein an der Seite des Geräts angebrachter Steckplatz für Secure Digital (SD)-Karten verschafft dem Tungsten gegenüber seinen steckplatzlosen Konkurrenten aus dem Hause RIM und Handspring einen Vorteil.

Siemens S55
Platz für jeden Finger: die geräumige Tastatur des Palm.
Leider hat Palm dieses Gerät nicht mit einer Freisprecheinrichtung, einem Lautsprecher oder einem Mikrofon ausgestattet, was bedeutet, dass man zum Telefonieren - sofern man sich für die Aktivierung des Telefondiensts entscheidet - immer den mitgelieferten Ohrhörer verwenden muss. Zusätzliche gibt es bei Palm eine Hülle für den PDA, die einen Lautsprecher und ein Mikrofon enthält, allerdings muss diese extra bezahlt werden. Damit kann man den W ans Ohr halten und wie ein gewöhnliches Telefon benutzen. Besser wäre es allerdings, wenn diese Funktionen bereits beim Kauf des Geräts vorhanden wären.

Siemens S55
Nur Standard: die Dockingstation für den Palm.
Ein weiterer kleiner Nachteil: Die mitgelieferte Schutzabdeckung erledigt ihre Aufgabe zwar recht effektiv, doch fehlt ihr eine Befestigungsklammer, so dass sie leicht aufklappt und sich lose bewegt. Die Dockingstation des Tungsten entspricht dem Durchschnitt und lässt sich für den Datenabgleich via USB mit PCs und Macs verbinden. Außerdem lässt sie sich zur Stromversorgung des Geräts auch über einen Wechselstrom-Adapter an das Stromnetz anschließen.

Funktionen

Raum für mehr: Über den Steckplatz für SD-Karten lässt sich soviel Speicherplatz ergänzen, wie man nur will. Trotz all seiner neu eingeführten Funktionen lesen sich die technischen Daten des Palm Tungsten W wie die früherer Modelle. Er verfügt über einen 33-MHz-DragonBall VZ-Prozessor, läuft auf OS 4.1.1 - obgleich Palm die Icons so herausgeputzt hat, dass sie eher nach OS 5.0 aussehen - und bietet nur 16 MB SDRAM, von denen dem Benutzer 14,8 MB zur Verfügung stehen. Über den Steckplatz für SD-Karten lässt sich jedoch so viel Speicherplatz ergänzen, wie man nur will.

Siemens S55
Raum für mehr: Über den Steckplatz für SD-Karten lässt sich soviel Speicherplatz ergänzen, wie man nur will.
Was den früheren Palms fehlte, ist dagegen das GSM-/GPRS-Mobilfunkmodul (900/1800/1900 MHz) des Tungsten W. Obgleich dieser PDA über Funktionen zur Sprachübertragung verfügt, vermarktet Palm den W allerdings eher als drahtloses Datengerät (E-Mail und Internet) denn als Smart Phone oder Communicator. Mit Palm VersaMail lassen sich problemlos E-Mails von POP3-Konten, wie sie zum Beispiel Yahoo anbietet, abrufen.

Siemens S55
Dem Palm fehlen Hörer und Mikrofon, so dass nur mit dem Ohrhörer telefoniert werden kann.
Ein Wort zu den Telefonfunktionen des W: Alle Grundfunktionen, wie SMS, Kurzwahl und direkte Anwahl aus der Kontakteliste, sind vorhanden, genauso wie Anruferidentifizierung, Fünf-Wege-Konferenzschaltung und Anrufweiterleitung. Viele fortgeschrittene Funktionen, wie integrierte Freisprecheinrichtung und Sprachanwahl, fehlen jedoch. Wie bereits erwähnt, besitzt dieser Tungsten keinen Hörer und kein Mikrofon, weshalb der Ohrhörer oder eine optional erhältliche Schutzhülle die einzigen Möglichkeiten zum Telefonieren darstellen. Positiv ist jedoch zu bemerken, dass alle Funktionen des W (bis auf das Senden und Empfangen von E-Mails sowie das Surfen im Web) auch dann zur Verfügung stehen, wenn man gerade telefoniert.

Als PDA gehört der W zu den besten seiner Art und ist mit einer reichhaltigen Palette an Anwendungen für Produktivität, Kommunikation und Unterhaltung sowie zahlreichen Utilities ausgestattet. Darunter auch die Suite Documents To Go von DataViz zur Handhabung von Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien und PhotoBase von ArcSoft für die Anzeige von Bildern. Für die Entspannung nach der Arbeit ist eine Vielzahl von Spieledemos vorhanden.

Siemens S55
Ganz SIMpel: Die SIM-Karte ist unter einer Abdeckung an der Rückseite des Palm verstaut.
Seinen drahtlosen Internetzugang nutzt der Tungsten in verschiedenen Bereichen zu seinem Vorteil. Der integrierte WAP-Browser ist einfach zu benutzen und beinhaltet bereits eine Liste von Favoriten, während der WebPro-Browser reichhaltiger ausgestattet ist und alle HTML-Funktionen und Bilder der besuchten Websites darstellen kann. Für die Freunde des Instant Messaging ist ICQ bereits vorinstalliert. Die Liste der Software wird von WorldMate abgerundet, einem Programm, das als Weltzeituhr, Wecker, Wetterdienst, Umrechner für Währungen und Maßeinheiten sowie als Nachschlagewerk für Telefonvorwahlen dient. Leider gibt es keine Anwendungen für MP3-Dateien, denn das Gerät kann keine Musik abspielen und wird nur mit einem Mono-Ohrhörer ausgeliefert.

Performance

Insgesamt war die Performance recht gut. Der 33-MHz-Prozessor des Tungsten, seine 16 MB Arbeitsspeicher und das schon etwas betagte Betriebssystem OS 4.1.1 reißen zwar niemanden mehr vom Hocker, doch sind sie für die Funktionen dieses Geräts durchaus ausreichend. Beim Testen der verschiedenen Anwendungen und Spiele gab es keine Aussetzer oder sonstigen Anzeichen für eine Überlastung.

Der Bildschirm des Palm vermag da eher zu beeindrucken. Wie schon der Tungsten T verfügt auch der W über ein klares Display mit 65.000 Farben und einer hohen Auflösung von 320 x 320 Pixeln. Der Bildschirm misst 78,7 Millimeter in der Diagonale und ist damit größer als der des Kyocera 7135 und der des Handspring Treo 300. Er könnte jedoch etwas heller sein: Obwohl er heller als die Bildschirme anderer PDA-/Handy-Kombinationen von Palm ist, reicht er nicht an die Helligkeit der Displays moderner Pocket PCs heran. Bemerkenswert ist auch, dass das Display selbst bei starkem Sonnenlicht gut ablesbar ist, sofern man es im richtigen Winkel hält.

Das Surfen im Web erwies sich als eine relativ angenehme Erfahrung. Man darf zwar nicht erwarten, dass grafiklastige Seiten mit breitbandähnlicher Geschwindigkeit erscheinen, doch benötigten Textseiten nur 30 bis 60 Sekunden. Wenn die Grafiken schließlich aufgebaut waren, sahen sie auf dem hoch auflösenden Display dieses Geräts recht gut aus.

Die Tasten der Telefonanwendung sind groß und sowohl mit den Fingern als auch mit einem Stylus leicht zu bedienen. Auch die Konferenzschaltung funktionierte gut, sie erforderte jedoch ein wenig Eingewöhnungszeit.

Palm gibt die Gesprächsdauer des W mit bemerkenswerten 10 Stunden an. In den Tests wurde diese Zahl auch fast erreicht - ein sehr beeindruckendes Ergebnis. Das Gerät lieferte ganze 9 Stunden und 16 Minuten Gesprächszeit, bevor die Akkus schließlich den Geist aufgaben. Natürlich kann die Gesprächs- und Standby-Zeit je nach Nutzungsdauer des Geräts - und vor allem seiner Hintergrundbeleuchtung - stark variieren. Aber selbst bei maximal eingestellter Beleuchtung ermöglichte der Tungsten 4 Stunden und 10 Minuten lang das Telefonieren, Websurfen und die Nutzung der PDA-Funktionen, bevor die Akkus leer waren.

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