Die neue Vorabversion der nächsten Windows-Home-Server-Generation Vail bietet erstmals einen Client für Mac OS X. Zudem wurde viel Detailarbeit geleistet. ZDNet hat das OS einem ausführlichen Praxistest unterzogen.
Acht Wochen nach der ersten Beta hat Microsoft eine neue Vorabversion der nächsten Windows-Home-Server-Generation bereitgestellt. Der Beta-Refresh, so die offizielle Bezeichnung, kann kostenlos vom Betaportal Microsoft Connect[1] heruntergeladen werden. Bislang steht aber nur die englischsprachige Variante zur Verfügung, das deutschsprachige Paket ist noch auf dem alten Stand.
Vail basiert nicht mehr wie der Mitte 2007 eingeführte Vorgänger[2] auf Windows Server 2003, sondern auf der neueren Version 2008. Die erste Beta überzeugt im Test hauptsächlich durch eine Verbesserung und Verfeinerung der bereits vorhandenen Features. Auch einige Neuerungen wir Homegroup-Integration und silverlightbasiertes Medienstreaming sind enthalten. Der Artikel "Windows Home Server Vail: Das sind die neuen Funktionen[3]" erklärt die Entwicklungen im Detail.
Im Beta-Refresh hat Microsoft Feinschliff betrieben, optisch und funktionell. Die interessanteste Neuerung: Der Client steht nicht mehr nur für Windows, sondern auch für Mac OS X zur Verfügung. ZDNet hat das Feature getestet und zeigt, was sich sonst noch getan hat.
Die Installation der neuen Vorabversion bringt Probleme: Während sich der Server auf einem Rechner mit 3-GHz-Pentium-4, 1,5 GByte RAM und 250-GByte-Festplatte problemlos einrichten lässt, wird der Windows-7-Client beim Setup der Connector-Software beschädigt. Das Nutzerkonto erhält einen anderen Namen und kann nicht mehr richtig geladen werden. Erst ein zweiter Versuch führt zum Erfolg. Offenbar hängt das Problem mit der zwangsweisen Installation des .Net Framework 4.0 zusammen.
Microsoft verlangt eine komplette Neuinstallation der Serversoftware, ein Update der ersten Vorabversion ist nicht möglich. Die Dokumentation warnt vor Bugs, die zu Datenverlusten führen können. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Man sollte Betasoftware bekanntermaßen nicht auf Produktivsystemen einsetzen. Die Fehler in Vail machen dies einmal mehr deutlich.
Server
Windows Home Server bringt eine optisch modifizierte Konsole mit: Statt blau ist jetzt grün die dominierende Farbe. Abgesehen von der Farbgebung erinnert die Designphilosophie an Windows Live. Die Optik ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, zeigt aber im Vergleich zur letzten Beta ein deutlich besseres Finish.
Auf der Startseite machen Links die wichtigsten Aufgaben zugänglich, etwa die Einrichtung des Server Backup oder der Medieneinstellungen: Ein grünes Häkchen zeigt, wenn sie abgearbeitet sind. Der Tab Server Folders and Hard Drives wurde umgestaltet: Anstatt eines Kuchendiagramms zeigt jetzt ein gestapelter Balken, wie der zur Verfügung stehende Speicherplatz verteilt ist.
Im Bereich Backup unter Additional Client Computer Backup Tasks kann ein Recovery-USB-Stick vorbereitet werden. Bootet man damit einen Client, führt ein Assistent durch die Wiederherstellung der auf dem Server gespeicherten Sicherung. Bislang war dieser Mechanismus nur ausgehend von einer CD vorgesehen.
Connector für Windows
Der neue Connector ermöglicht wie der Vorgänger die einfache Anbindung an den Home Server, das Setup ist aber optisch etwas klarer und moderner gestaltet. Das in der ersten Beta eingeführte Launchpad ist wie die Konsole grün eingefärbt. Sie gibt Zugriff auf die Funktionen Backup, Remote Web Access, Shared Folders und Dashboard. Bewegt man den Mauszeiger über die Icons, werden sie etwas vergrößert.
Eine Neuerung beim Start des Dashboard ermöglicht die Auswahl der zu landenden Komponenten. Ein Plug-in, das immer wieder für Abstürze des Dashboard sorgt, kann so einfach deaktiviert werden.Die Connector-Software für Windows Home Server steht bislang nur für Windows XP, Vista und 7 zur Verfügung. Ab sofort bietet Microsoft auch eine Version für Mac OS X an. Der Download von http://homeserver/connect sowie die anschließende Installation funktionieren problemlos.
Wie unter Windows ist auf dem Mac ein Launchpad zu sehen, das nach Eingabe der Anmeldedaten die Home-Server-Funktionen zeigt. Der Anwender muss vorher auf dem Home Server als Nutzer angelegt werden. Das Launchpad bietet Zugriff auf die freigegebenen Ordner (Finder wird geöffnet) und den browserbasierten Zugriff, wenn man mit einem MacBook unterwegs ist und sich nicht direkt anmelden kann.
Apple-Anwender müssen im Vergleich zur Windows-Version derzeit aber mit erheblichen Einschränkungen leben: Der Backup-Button wird zwar angezeigt und ruft wie vorgesehen die in Mac OS X integrierte Sicherungssoftware Time Machine auf, das Programm erkennt im Home Server aber keinen Speicherplatz.
Die Schaltfläche für den Zugriff auf das Dashboard ist nicht einmal aufgeführt. Das geht über Umwege nur über den Microsoft Remote Desktop Client. Der Zugriff auf die Freigaben des Home Server funktioniert tadellos.
Die Weboberfläche lässt sich unter Safari wie im Internet Explorer unter Windows nutzen. Streaming-Unterstützung gibt es bei beiden aber nur, wenn Silverlight installiert ist. Der Remote-Desktop-Zugriff auf Clients wird aus dem Safari nicht angeboten.Der Beta-Refresh von Windows Home Server Vail hinterlässt im Test einen gemischten Eindruck. Während die Installation des Client zunächst Probleme bereitet, läuft die Software gegenüber der ersten Vorabversion stabiler und schneller. Eher unscheinbare Funktionen wie die Rücksicherung per USB-Stick bringen einen deutlichen Mehrwert.
Bis zur Veröffentlichung muss Microsoft noch einige Hausaufgaben machen: Zunächst sollten die Entwickler ihr Augenmerk auf Bugs richten, die zu Datenverlusten führen können. Schon die erste Version hatte damit zu kämpfen[5]. Auch die offenbar geplante Unterstützung für Time Machine fehlt noch. Vom Einsatz des Beta-Refresh in einer Produktivumgebung sollte man unbedingt absehen.
Einige naheliegende Wünsche wird Vail wohl nicht erfüllen: Praktisch wären ein Marktplatz für die einfache Auffindbarkeit von Erweiterungen, eine engere Integration mit der Cloud, beispielsweise für Backups, und ausgeweitete Stromsparfunktionen nach dem Vorbild des Plug-in Lights-Out. Wann die Final erscheinen wird, ist bislang nicht bekannt. Ein mögliches Datum wäre die Consumer Electronics Show in Las Vegas Anfang 2011.
URLs in diesem Artikel:[1] = hhttps:/
[2] = http:/
[3] = http:/
[4] = http:/
[5] = http:/