Homeserver mit Profifeatures: QNAP TS-419P im Praxistest

Hersteller: QNAP
Listenpreis: 500 Euro
Fazit:

Das Storagesystem QNAP TS-419P überzeugt durch hohe Performance, seine zahlreichen Funktionen und vor allem durch seine Erweiterbarkeit mit zahlreichen Zusatzmodulen. Der schwache ARM-Prozessor lässt das System aber an Grenzen stoßen. Wer häufig CPU-intensive Erweiterungen nutzt, sollte lieber die Modelle TS-439 Pro oder TS-459 Pro nutzen. Sie besitzen einen Intel-Atom-Prozessor mit mehr Leistung. Da sie für den Einsatz in Unternehmen konzipiert sind, kosten sie entsprechend mehr.

Pro
  • voller Rootzugriff per SSH
  • SAN-Funktionalität per iSCSI
  • Media-Clients für iOS und Android
  • ausgezeichnete Unterstützung für Mac-Clients
  • Filezugriff mit WebDAV
  • Remote Backup
  • Offline Downloadfunktion mit HTTP, FTP, BitTorrent und eMule
Contra
  • kein USB 3.0
  • schwache CPU
  • hoher Preis
  • langsame Multimedia-Station
SEHR GUT
8,2
von 10 Punkten
Ausstattung:
8 Punkte
Benutzerfreundlichkeit:
8 Punkte
Installation:
9 Punkte
Performance:
7 Punkte
Preis-Leistung:
7 Punkte
Setup & Bedienung:
8 Punkte
Sicherheit:
8 Punkte
Software und Zubehör:
10 Punkte
Zukunftssicherheit:
9 Punkte

Testbericht QNAP TS-419P

Das Home-NAS TS-419P basiert auf QNAPs Business-Geräten. Es bietet Webserver, Mailserver, Content-Management-Systeme und iSCSI. Die Downloadfunktion beherrscht HTTP, FTP, BitTorrent und eDonkey.

Speichersysteme von QNAP decken eine Bandbreite vom preisgünstigen Homeserver bis hin zum professionellen NAS/SAN-System für den oberen Mittelstand ab. Die Top-Modelle sind mit einem Core-2-Duo-Prozessor von Intel ausgestattet und bieten Platz für bis zu acht SATA-Platten. So lassen sich bis zu 16 TByte an Daten zur Verfügung stellen.

Die für den Heimbereich konzipierten Produkte verfügen hingegen über einen ARM-Prozessor. Alle QNAP-Speichersysteme laufen unter Linux. Sie sind prinzipiell mit derselben Software ausgestattet. Daher verfügen auch die Homesysteme über Profifunktionen wie RAID und iSCSI-SAN. Die für den Unternehmenseinsatz gedachten Modelle können mit typischen Consumer-Features aufwarten, etwa BitTorrent- und eDonkey-Downloads oder DLNA-Mediastreaming.

ZDNet hat das Modell TS-419P getestet mit vier Einschüben für 2,5- oder 3,5-SATA-II-Festplatten. Als CPU kommt ein Marvell-ARM mit 1,2 GHz zum Einsatz. Das Gerät verfügt über 512 MByte DDR2-Hauptspeicher. Neben den vier internen SATA-Einschüben besitzt es zwei eSATA-Anschlüsse für externe Festplatten. Außerdem sind fünf USB-2.0-Ports vorhanden, von denen einer an der Vorderseite angebracht ist. Wünschenswert wäre natürlich USB 3.0.

Primär ist das TS-419P ein NAS-System, das unter Linux läuft. Mit einer einfachen "Netzwerkfestplatte", die häufig von Hersteller als NAS bezeichnet wird, hat das QNAP-Gerät allerdings nichts zu tun. Es bietet zahlreiche weitere Funktionen, darunter einen Apache-Webserver, eine MySQL-Datenbank, ein SAN mit iSCSI sowie DLNA-Mediastreaming. Für den Webserver sind zahlreiche Standard-Anwendungen verfügbar, die als fertige Installationspakete vorliegen.

Dazu zählen etwa die Content-Management-Systeme Joomla und Wordpress sowie der All-in-one Mailserver XDove basierend auf XMail und Dovecot. Weitere LAMP-Anwendungen lassen sich in der Regel problemlos installieren. Wer selbst Webanwendungen entwicklen möchte, kann auf phpMyAdmin, Tomcat, Java, Python und Mono zurückgreifen.

Die Netzwerkanbindung ist über zwei Gigabit-Ethernet-Ports realisiert. Sie lassen sich getrennt oder gebündelt (Channel-Bonding) konfigurieren. In der getrennten Konfiguration kann beispielsweise ein separates Netz für iSCSI-Clients aufgebaut werden. Die gebündelte Konfiguration erlaubt gleichzeitig Loadbalancing und Failover. So kann beispielsweise in einem 10-GBit/s-Netz eine Bandbreite von bis zu 2 GBit/s erreicht werden.

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