Cloud-Backup für Privatnutzer: 13 Anbieter im Überblick

(http://www.zdnet.de/magazin/41535677/cloud-backup-fuer-privatnutzer-13-anbieter-im-ueberblick.htm)

von Peter Stelzel-Morawietz, 4. August 2010

Viele Anwender sichern ihre Daten unregelmäßig oder gar nicht. Der Verlust ist vorprogrammiert. Eine komfortable Lösung bieten Internetdienste, die zu Preisen ab 30 Euro pro Jahr die Erstellung eines ständig aktuellen Backups ermöglichen.

Während in Umfragen ein Großteil Nutzer ihren Daten auf dem Computer "große Bedeutung" beimisst, sieht es in der Praxis ganz anders aus: Rund zwei Drittel sichern selbst kritische Daten seltener als einmal im Monat. Dabei ist das Backup wichtiger Daten auch für Privatanwender unerlässlich. Wer kurz darüber nachdenkt, wie es wäre, mit einem Schlag alle Familienfotos oder sämtliche Songs unwiederbringlich zu verlieren, wird dem kaum widersprechen.

Risiken bei der lokalen Datensicherung

Das Wichtigste an der Datensicherung ist, dass sie überhaupt existiert. Während sich alle anderen Bauteile eines Computers relativ einfach ersetzen lassen, bedeutet ein Ausfall der Festplatte oft den kompletten Datenverlust. Im besten Fall lassen sich die Inhalte durch ein Datenlabor wie Kroll Ontrack[1] wiederherstellen - aber das kann richtig ins Geld gehen. Privatanwender werden zähneknirschend darauf verzichten.

Sinnvoller und erheblich preiswerter ist es, sich vor einem solchen Szenario mit einem Backup zu schützen. Mittlerweile sind in alle Betriebssysteme ordentliche Tools integriert, die eine regelmäßige automatische Sicherung ermöglichen. Und USB-Datenträger mit 500 GByte Volumen gibt es schon ab 70 Euro.

Der zunehmende Einsatz von Notebooks im privaten Umfeld hat aber zur Folge, dass beim Surfen auf der Couch oder im Garten das Sicherungslaufwerk oft nicht angeschlossen ist und das Backup ausbleibt. Helfen würde eine NAS-Lösung mit Ethernet-Port, auf die man auch per WLAN sichern kann. Im Gegensatz zu USB-Laufwerken sind solche Geräte aber im Privatumfeld kaum verbreitet.

Hinzu kommen Risiken wie Einbruch, Überspannung durch Blitzeinschlag oder ein Wasserschaden, die die gesamte IT daheim außer Gefecht setzen können. Das mag zunächst nach Paranoia klingen, doch fast jeder hat im Bekanntenkreis jemanden, der schon einmal von einem solchen Ereignis betroffen war.Die Sicherung persönlicher Daten bei einem Dienstleister im Internet ist da deutlich sicherer. Lokale Schadensereignisse sind kein Thema mehr. Außerdem ist die Sicherung aufgrund der ständigen Anbindung - auch per WLAN - maximal einen Tag alt. Im Schadensfall sind damit dank der automatischen Sicherung auch die neuesten Daten verfügbar, ohne dass man überhaupt ans Backup denken muss.

Die Dienste bringen eine Client-Software mit, garantieren Ausfallsicherheit und verschlüsseln die Daten gegen unberechtigten Zugriff. Anders als beim Kauf von Software und Festplatte mietet man sich hier einen Service, der monatlich oder jährlich abgerechnet wird. Das hat natürlich seinen Preis.

Die Konditionen unterscheiden sich von Provider zu Provider deutlich: Faktoren sind Gesamtspeicherplatz, die Anzahl der zu sichernden Rechner, die Art der Verschlüsselung oder die Möglichkeit, von überall auf die Dateien zuzugreifen. Los geht es bei 30 Euro pro Jahr für beliebig große Datenmengen, andere Anbieter verlangen für 50 GByte Speicherplatz ein Mehrfaches.Details zu gut einem Dutzend Anbieter zeigt die untenstehende Tabelle. Sie listet Einzelheiten von Anbietern zur Internet-Datensicherung auf, die für Heimanwender wichtig sind – inklusive der Jahrespreise für 20 beziehungsweise 50 GByte Volumen. Weitere Features, beispielsweise das Bereitstellen eigener Daten über einen "Public"-Ordner (Daten-Sharing) oder das Synchronisieren mehrerer PCs, werden ebenfalls genannt. Alle Provider bieten eine Client-Software an, die den Backup-Prozess automatisiert.

40 Euro pro Jahr muss man also mindestens für die Datensicherung in der Cloud ausgeben. Die Bandbreite des Internetanschlusses stellt definitiv einen Flaschenhals dar: Dies gilt insbesondere für den ersten Upload, der auch bei den heute gängigen 16-MBit/s-Anschlüssen nur mit 1 MBit/s (125 KByte/s) erfolgt. Für eine Datenmenge von 1 GByte benötigt man fast zweieinhalb Stunden. Und ein GByte Volumen ist nun wahrlich nicht viel. Einige Dienste bieten daher die Möglichkeit, das erste vollständige Backup per Datenträger (CD, DVD oder Festplatte) zu versenden. Online kommen dann nur noch die folgenden, vergleichsweise geringen Datenmengen der differenziellen oder inkrementellen Backups hinzu.

Tabelle anzeigen: Anbieter von Cloud-Backup-Lösungen für Privatkunden

Anbieter von Cloud-Backup-Lösungen

Anbieter Acronis[2] Automatische Datensicherung.de[3] Backblaze[4] Black Point Arts[5] Bunk Rechenzentrum[6] F-Secure[7] Humyo.de[8] I-Drive[9] Inobase[10] Softronics[11] Strato[12] Symantec[13] Wuala[14]
Sprache Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch
Einrichtungsgebühr (Euro) 0 0 (ab 10 Byte) 0 0 58,31 (ab 10 GB) 0 0 0 35,70 0 9,90 0 0
Kosten für 20 GByte/a (Euro) 49,95 (bis 250 GByte) 29,95 ca. 40 153,48 642,6 49,95 59,49 ca. 40 285,60 64,80 23,88 (ab Sept. 2010) 39,95 15,00 (10 GByte)
Kosten für 50 GByte/a (Euro) 49,95 (bis 250 GByte) 59,95 ca. 40 329,88 1.270,92 49,95 59,49 ca. 40 (bis 150 GByte) 714,00 172,80 58,80 (bis 100 GByte) k.A. 60,00
Maximale Datenmenge 250 GByte 1.000 GByte unbegrenzt 250 GByte 500 GByte unbegrenzt unbegrenzt 500 GByte unbegrenzt 10.000 GByte 2.000 GByte k.A. unbegrenzt
Speicherort in (Land) USA, ab Okt. D D USA D D F, USA UK k.A. D CH D USA D, CH, F
Desktop-Client für Win/Linux/Mac OS X ja/nein/nein ja/nein/nein ja/nein/ja ja/nein/nein ja/ja/ja ja/nein/ja ja/nein/ja ja/nein/ja ja/ja/ja ja/ja/ja ja/nein/nein ja/nein/ja ja/ja/ja
Web-Zugriff über Browser nein ja ja nein ja ja ja ja ja ja ja ja bedingt
WebDAV-Zugriff (wie lokaler Speicher) nein nein nein nein nein ja ja k.A. nein ja ja nein nein
Sichere Übertragung TLS 1.0 256 Bit SSL 256 Bit SSL 1024 Bit SSL 128 Bit SSL 128 Bit SSL 256 Bit SSL 128 Bit SSL 256 Bit SSL 256 Bit SSL 256 Bit SSL 128-Bit SSL Verschlüsselung, keine weitere Angabe
Verschlüsselung AES 256 Bit AES 256 Bit AES, keine weitere Angabe AES 256 Bit AES 256 Bit DES III ja (keine genaue Angabe) AES 256 Bit AES, keine weitere Angabe Durch Firewall geschützt AES, keine weitere Angabe 256 Bit AES 128 Bit AES
Daten-Sharing ja nein nein nein nein ja ja k.A. nein ja ja ja ja
Synchronisation zwischen PCs nein nein nein nein nein nein ja k.A. nein nein nein nein ja (ab Mitte August)
Anzahl unterstützter PCs 5 1 unbegrenzt, Preis pro PC 1 1 oder mehr 1 3 Mehrere Unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 5 unbegrenzt
Besonderheiten/Extras kostenlose Testversion 2GB für 30 Tage, Software Acronis True Image Acronis erforderlich (ca. 30 Euro)   unbegrenzter Speicherplatz Verschlüsselung der Daten bereits auf dem Client, Schlüssel wird nicht übertragen, Sicherung auch von Outlook-PST- Dateien nur 14 Tage Vertragslaufzeit, Betriebshaftpflicht über 1,5 Mio. Euro, persönlicher Zubringerdienst bei Datenverlust innerhalb von 24 Stunden unbegrenzter Speicherplatz, regelmäßige Information per E-Mail über den Sicherungsstatus, Sharing-Funktion bis 10 GByte kostenlos, Mehrnutzer Account, Zoho (ermöglicht es ein Word-Dokument oder eine Excel-Tabelle online zu bearbeiten), keine Kündigungsfristen   auf Wunsch Kontrolle der Sicherung ohne Aufpreis, Echtzeitsicherung möglich Datenweitergabe für Gäste, Berechtigung auf Ordnerbasis SMB/CIFS Zugang (auch verschlüsselt über OpenVPN), Truecrypt fähig, Festplatten Send-In Service (30 Euro bis 500 GByte) sichern mehrerer Dateiversionen und geöffneter Dateien, Dateibereinigung und Datenverwaltung, Durchsuchen von Backup-Sätzen mit Schlüsselwörtern statt Miete von zusätzlichem Speicher kann man im Tausch eigenen lokalen Platz anbieten

Wer eine vergleichsweise günstige Backup-Flatrate wählt, sollte bei den Daten für das Online-Backup eine Auswahl treffen. Denn hochgerechnet auf 100 GByte würde der Upload bei einer 16.000er-DSL-Leitung und maximaler Upload-Bandbreite 250 Stunden dauern - das sind mehr als zehn Tage!

Deshalb bietet es sich an, nur die wirklich wichtigen Daten online zu speichern, beispielsweise die E-Mails, Fotos von besonderer Bedeutung oder eben das, was einem sonst lieb und teuer ist. Den Rest wie die „Eigenen Dateien“, die Songs und so weiter sollte man lokal sichern und – wenn man ganz sichergehen möchte – auf eine zweite externe Festplatte kopieren und diese bei einer Vertrauensperson deponieren.

Kostenloser Online-Speicherplatz als Alternative?

Neben den vorgestellten automatischen Backup-Services hat sich eine zweite Variante etabliert: Viele Mail-Provider bieten inzwischen um die 10 GByte kostenlosen Platz, Microsoft bei seinem Skydrive genannten Dienst sogar 25 GByte, der Dienst A-Drive[15] mit 50 GByte nochmals das Doppelte. Wer mehr Volumen benötigt, muss extra zahlen.

Auch hier gibt es häufig ein Programm auf dem eigenen Rechner, um auf den Speicherplatz zuzugreifen oder ihn im Windows-Explorer einzubinden. Ein Nachteil ist allerdings, dass man sich selbst um die Datensicherung kümmern muss. Dafür bekommt man hier einige Vorteile und die Sicherheit der dezentralen Datenspeicherung in einem gewissen Rahmen kostenlos.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.ontrack.de
[2] = http://www.acronis.de
[3] = http://www.automatische-datensicherung.de
[4] = http://www.backblaze.com
[5] = http://www.back2web.de
[6] = http://www.mydasi.de
[7] = http://www.f-secure-onlinebackup.de
[8] = http://www.humyo.de
[9] = http://www.idrive.com/german
[10] = http://www.inobase.com
[11] = http://www.mydrive.ch
[12] = http://www.strato.de/hidrive
[13] = http://www.norton.de
[14] = http://www.wuala.com
[15] = http://www.adrive.com