Studie zum Social Networking in deutschen Firmen

(http://www.zdnet.de/magazin/41534561/studie-zum-social-networking-in-deutschen-firmen.htm)

von Peter Marwan, 9. Juli 2010

Trotz der andauerden Diskussion um Datenschutz- und Datenmissbrauch in Sozialen Netzwerken sind gerade deutsche Firmen ihnen gegenüber besonders aufgeschlossen. Viele haben damit laut einer aktuellen Umfrage nämlich bereits gute Erfahrungen gemacht.

In der öffentlichen Diskussion wird Facebook[1] nahezu als Synonym für Soziale Netze[2] gebraucht. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Netzwerke wie Xing[3] und LinkedIn[4] inzwischen beliebte Business-Tools geworden sind. Zwischen 50 und 75 Prozent der Unternehmen weltweit nutzen die Kontaktplattformen im Netz für geschäftliche Zwecke, so eines der Ergebnisse einer internationalen Umfrage unter 15.000 Unternehmern in 75 Ländern, die von Regus[5], einem Anbieter flexibler Arbeitsplatzlösungen, in Auftrag gegeben wurde.

"Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich relativ weit vorne liegt, nutzt nach unseren Erfahrungen hierzulande die Mehrheit das Social Web immer noch eher privat als geschäftlich. Und wenn sie es geschäftlich nutzt, dann eher um billiger einzukaufen, als um den Kontakt zum Endverbraucher zu suchen", so der Trendforscher Professor Peter Wippermann, Gründer des Hamburger Trendbüros[6]. Dabei biete das Internet ungeheures Potenzial: "Wichtig ist, das Web als Infrastruktur begreifen – für Handel und Kommunikation. Einige Unternehmen, vor allem die großen Konzerne, sind hier Vorreiter, die anderen müssen nachziehen."

Deutsche Unternehmer haben in der Regus-Umfrage vor allem bei der Pflege geschäftlicher Kontakte die Nase vorn: Dafür nutzen 70 Prozent der Befragten das Social Networking. Weltweit sind es nur 58 Prozent der Umfrageteilnehmer. Neue Kunden haben schon 41 Prozent der deutschen Unternehmen über soziale Netzwerke gewonnen. Damit bewegen sie sich im internationalen Durchschnitt. Dies gilt ebenso für die Anzahl der Unternehmen, die einen Teil ihrer Marketinggelder speziell für Social Networking veranschlagen: Knapp über ein Viertel der deutschen Firmen halten extra Budget dafür bereit. Vorreiter ist hier China, dort sind es schon 52 Prozent.

"Was machen drei Deutsche, wenn sie sich treffen? Sie gründen einen Verein." Dieser alte Witz lässt sich scheinbar problemlos auf die digitale Gesellschaft übertragen: Die Mitgliedschaft in Interessensgruppen (66 Prozent) ist in Deutschland beliebter als anderswo (54 Prozent). Nachholbedarf gibt es dagegen beim Organisieren und Verwalten von Kundengruppen. Diese Möglichkeiten nutzen nur 41 Prozent der deutschen Firmen. Weltweit sind es 51 Prozent.

Eine neue Anstellung haben hierzulande schon 28 Prozent der Befragten über soziale Netzwerke gefunden, im Rest der Welt sind es 22 Prozent. Die Deutschen sind zudem auch vergleichsweise optimistisch, was die Zukunft des Netzwerkens angeht: Nur 29 Prozent - im Gegensatz zum weltweiten Durchschnitt von 34 Prozent - glauben nicht, dass Social Networking eines Tages entscheidend für die Kundenpflege und -gewinnung sein wird.

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Malware in sozialen Netzen[7]

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Große Skeptiker Sozialer Netze sind die Franzosen: Von ihnen bezweifeln 47 Prozent, dass LinkedIn und Xing jemals eine signifikante Rolle beim Werben um Kunden spielen werden. Das könnte aber auch an der Fragestellung liegen: LinkedIn hat seine Wurzeln in den USA und Xing in Deutschland. Beide sind daher in Frankreich möglicherweise weniger bekannt.

Kleine Unternehmen greifen laut der Umfrage scheinbar etwas mehr auf soziale Netzwerke zurück als der Durchschnitt. In Deutschland konnten 44 Prozent der Kleinunternehmen via Social Networking neue Kunden werben, während dies lediglich 34 Prozent der mittelständischen und großen Unternehmen gelang. Die wenigsten Befragten haben in Frankreich (33 Prozent), Großbritannien (33 Prozent), Japan (30 Prozent), Belgien und Luxemburg (27 Prozent) Social Networking bereits erfolgreich zur Kundenwerbung eingesetzt.

Bei der Jobsuche über soziale Netzwerke dagegen sind die Mitarbeiter großer (30 Prozent) und mittlerer (38 Prozent) Firmen erfolgreicher als die kleiner Unternehmen (26 Prozent). Bei der Auswertung nach Branchen zeigt sich, dass besonders Beratungsfirmen (51 Prozent) und Firmen in der Informationstechnik und Telekommunikation (58 Prozent) neue Kunden über soziale Netzwerke gefunden haben.

Am pessimistischsten sind Befragte aus der Produktionsbranche: Von ihnen zweifeln 47 Prozent am Beitrag von Social Networking zur Kundengewinnung. Entsprechend stellen nur wenige Firmen (13 Prozent) Marketingbudget dafür bereit.

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Die Datenschutzgefahren in sozialen Netzwerken[8]

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[5] = http://www.regus.de
[6] = http://www.trendbuero.de/
[7] = http://www.zdnet.de/galerie/41515272/malware-in-sozialen-netzen.htm#sid=41534561
[8] = http://www.zdnet.de/galerie/41516053/die-datenschutzgefahren-in-sozialen-netzwerken.htm#sid=41534561