Internetanschlüsse mit 100 MBit/s und mehr erfordern Heimvernetzungskomponenten, die mit den Geschwindigkeiten mithalten können. ZDNet hat NAT-Router mit Gigabit-Ports und 802.11n-WLAN gestestet. Nicht alle schaffen 100 MBit/s.
Während die Bewohner vieler ländlicher Gebiete sehnsüchtig auf eine Möglichkeit warten, eine schnellere und günstigere Internetanbindung als zwei gebündelte ISDN-Kanäle zu bekommen, konkurrieren in vielen Großstädten gleich mehrere Anbieter von High-Speed-Anschlüssen mit 100 MBit/s und mehr um die Gunst der Kunden.
Etwa 40 bis 70 Euro im Monat kostet ein solcher Anschluss bei einem Kabel-[1] oder FTTx-Anbieter[2] inklusive Internet- und Telefonflat. Wer dieses Geld ausgibt, möchte die hohe Geschwindigkeit natürlich auch auskosten.
Der Hauptgrund dafür, dass Downloads meist nur im unteren zweistelligen Megabitbereich liegen, ist die Tatsache, dass die Serverfarmen oft überlastet sind und nicht 100 MBit/s pro Nutzer leisten können. Wer von einem Server herunterlädt, der selbst nur über eine 100-MBit/s-Anbindung an das Internet verfügt, kann diese Geschwindigkeit nur erreichen, wenn er der einzige Nutzer ist. Bei einem 1000-MBit/s-Server können maximal zehn Anwender gleichzeitig 100 MBit/s erreichen.
Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Netze der Provider überlastet sind. In einem Kabel-Cluster mit EuroDocsis 3.0, der vier Fernsehkanäle bündelt, müssen sich alle Nutzer des Clusters 200 MBit/s teilen. Ein Cluster umfasst je nach Ausbau des Netzes einige Straßenzüge bis hin zu ganzen Stadtteilen. Genauere Größenangaben machen die Betreiber nicht. Bei VDSL kommen Engpässe zustande, weil die Outdoor-DSLAMs der Telekom in der Regel mit 1 oder 2 GBit/s an den Backbone angebunden sind. Alle Nutzer des DSLAM müssen sich diese Bandbreite teilen. Einen tieferen Einblick in die verschiedenen Netztopologien mit ihren jeweiligen Engpässen gibt der Artikel "Highspeed-Internet im Kabel: 200 MBit/s mit EuroDocsis 3.0[1]".
Bei den genannten Faktoren sind die Anbieter von Downloadfarmen und die Netzbetreiber gefragt, die Engpässe zu beseitigen. Als Anwender hat man darauf keinen Einfluss. Allerdings sind viele Nutzer mit ihren Heimvernetzungskomponenten nicht auf die neuen Geschwindigkeiten vorbereitet.
Generell überfordert sind bei den High-Speed-Interanschlüssen Komponenten mit 100 MBit/s-Ethernet-Ports (sogenanntes Fast-Ethernet). Nominal schaffen sie zwar 100 MBit/s, jedoch konnte ZDNet immer nur Geschwindigkeiten um die 80 MBit/s messen. Alle Anbieter legen daher die Verwendung von Gigabit-Ethernet-Komponenten nahe. Das gilt für NAT- und WLAN-Router, die angeschlossenen Rechner und für alle Ethernet-Switches, die eventuell im Heimnetz vorhanden sind.
Eine große Performance-Schwachstelle in den Routern ergibt sich aus dem NAT-Routing. NAT- und WLAN-Router sollen möglichst wenig Strom verbrauchen, da viele Anwender sie dauernd eingeschaltet lassen. Das verbietet jedoch den Einsatz von schnellen Prozessoren. Das NAT-Routing, das erforderlich ist, um mehr als einen PC im Heimnetz zu betreiben ist eine komplexe Angelegenheit.
Die Router müssen zahlreiche TCP-Verbindungen verwalten und zwischen den IP-Adressen und Ports übersetzen. Für UDP-Verkehr müssen sie nach heuristischen Verfahren abschätzen, wann die Verbindung nicht mehr besteht. Viele ältere WLAN-Router sind für High-Speed-Anschlüsse mit 100 MBit/s nicht geeignet. Anwender sollten sich nicht wundern, wenn die maximale Transferrate bei älteren Geräten nur 30 MBit/s beträgt.
ZDNet testet sieben aktuelle NAT-Router mit WLAN nach dem 802.11n-Standard, die alle über Gigabit-Ethernet-Ports verfügen. Sie müssten eigentlich in der Lage sein, Internetanschlüsse ab 100 MBit/s voll auszunutzen. Im ZDNet-Test müssen sie beweisen, dass das tatsächlich der Fall ist. Im einzelnen kommen folgende Geräte auf den Prüfstand:
- Apple Time Capsule 1 TB[4]
- AVM Fritzbox 7390[5]
- Belkin Play Max[6]
- Buffalo WZR-HP-G300NH[7]
- D-Link DIR-825[8]
- Netgear WNDR3700[9]
- Trendnet TEW 691-GR[10]
Vom Testergebnis sei soviel vorweg verraten: Während einige Modelle die Hochgeschwindigkeitsanschlüsse mit Leichtigkeit unter Volllast setzen, versagen andere kläglich.
Zum Test steht ein Hochgeschwindigkeitsanschluss von Kabel Deutschland[11] mit 100 MBit/s im Downstream und 6 MBit/s im Upstream zur Verfügung. Der Anschluss liefert in der Regel die volle Geschwindigkeit, zu manchen Zeiten zeigen die Speedtests jedoch auch geringere Werte. Um sicherzustellen, dass das Netz zum Testzeitpunkt nahezu die volle Geschwindigkeit liefert, führt ZDNet jeweils Kontrollmessungen mit einem direkt angeschlossenen PC durch.
Mit dem Live-Anschluss von Kabel Deutschland lässt sich allerdings nur messen, ob ein Router 100 MBit/s schafft oder nicht. Um die tatsächliche Grenze nach oben auszutesten, baut ZDNet einen Laborversuch auf. So lässt sich testen, ob der Router Luft nach oben hat und ob er einen 125 MBit/s-Anschluss von Unity Media[12] voll ausnutzen kann. Dabei kommt ein Core-i7-Rechner mit vier Kernen und 2,67 GHz Taktfrequenz zum Einsatz. Als Betriebssystem wird Windows 2008 R2 mit DHCP-Server eingesetzt. Der Rechner wird mit dem WAN-Port des Routers verbunden und gibt ihm eine fiktive Internet-Adresse.
An einen der LAN-Ports wird ein Laptop mit Core-i7-CPU unter Windows 7 angeschlossen. Es bekommt eine Intranet-IP-Adresse vom NAT-Router. Beide Rechner verfügen über einen Gigabit-Ethernet-Anschluss. Der Server hat einen Netzwerkport von Realtek. Das Laptop ist mit einem Modell von Broadcom ausgestattet. Außerdem besitzt das Notebook den werkseitig eingebauten WLAN-Adapter AR5B93 von Atheros, der 802.11b/g/n mit bis zu 300 MBit/s beherrscht. Er kann also nur das 2,4-GHz-Band nutzen.
Dieser Testaufbau entspricht einem Kabel-Internetanschluss mit 1 GBit/s sowohl im Upstream als auch im Downstream. Der Unterschied zu einem DSL-Anschluss besteht darin, dass DSL-Anschlüsse in Europa in der Regel das PPPoE-Protokoll nutzen. Bei einem DSL-Anschluss muss der Router zusätzlich zum NAT jedes IP-Paket in PPPoE-Frames packen, was eine geringe zusätzliche Belastung der CPU und eine Verringerung der MTU von 1500 auf 1492 Byte bedeutet, da jeder PPPoE-Frame 8 Byte Overhead in Anspruch nimmt. Der Performanceverlust durch PPPoE sollte jedoch deutlich unter 0,5 Prozent bleiben.
Die Geschwindigkeitsmessungen werden mit dem Netzwerkbenchmark von Systool 1.0[13] durchgeführt, siehe Bild 2[14]. Dabei wird eine TCP-Verbindung zwischen dem Laptop und dem Server aufgebaut und 1000 MByte Daten übertragen. Zwischen den Rechnern hängt der jeweilige Router, der per NAT vermittelt. Gemessen wird immer die Nettodatenrate der TCP-Nutzlast ohne den Overhead von TCP/IP und 802.3 (LAN) beziehungsweise 802.11 (WLAN). Overhead aus höheren Protokollen wie HTTP oder FTP sind in den Messungen allerdings erhalten.
Diese TCP-Nettodatenrate entspricht nicht der Sichtweise der Internetanbieter. Sie zählen verständlicherweise die Bruttodatenrate der übertragenen IP-Pakete. Der Overhead aus dem TCP/IP-Stack zählt für die Anbieter zur übertragenen Nutzlast. Wer die Sichtweise der Internetanbieter übernehmen möchte, muss etwa 10 Prozent auf die gemessenen Werte aufschlagen.
Alle zu testenden Router versprechen eine WLAN-Geschwindigkeit von mindestens 150 MBit/s. Der Trendnet TEW 691-GR will mit drei Antennen und 40 MHz breiten Kanälen sogar bis zu 450 MBit/s schaffen. Es ist unbestritten, dass solche Geschwindigkeiten in Laborversuchen im Faradayschen Käfig mit gut ausgerichteten Parabolantennen nahezu erreicht werden können.
Wer allerdings im Wohnzimmer oder im Meetingraum einfach seinen Laptop aufklappt und sich verbindet, kommt nur auf einen Bruchteil des theoretischen Maximums. In nahezu keiner realistischen Situation sind 100 MBit/s zu erreichen. ZDNet testet 802.11g und n im 2,4-GHz-Band unter harten Realbedingungen. Die Redaktionsräume sind komplett mit dem Firmenintranet versorgt. Hinzu kommen einige Testinstallationen von WLAN-Stationen und die Access Points der Nachbarfirmen in den umliegenden Bürogebäuden.
Alle Router erzielen Geschwindigkeiten zwischen 25 und 30 MBit/s mit 802.11n und 10 bis 15 MBit/s mit 802.11g. Um auf diese Werte zu kommen, ist in einigen Fällen sogar etwas Tuning erforderlich. Der D-Link DIR-825 schafft zunächst nur 4,72 MBit/s, siehe Bild 1[15]. Nach Begrenzung der Kanalbreite auf 20 MHz, was das theoretische Maximum von 300 auf 150 MBit/s senkt, und manuellem Suchen nach dem besten Kanal lassen sich Geschwindigkeiten zwischen 25 und 27 MBit/s erzielen.
Der 2,4-GHz-WLAN-Smog in den ZDNet-Redaktionsbüros ist sicherlich recht hoch. In einem freistehenden Einfamilienhaus können normalerweise leicht 40 bis 50 MBit/s erreicht werden. Um annähernd an die 100 MBit/s zu kommen, kommt man am 5-GHz-Band nicht vorbei. Es umfasst mehr Kanäle und ist längst nicht so stark "verschmutzt" wie das 2,4-GHz-Band. In der Regel kann man im 5-GHz-Band von 70 bis 80 MBit/s ausgehen. 100 MBit/s und mehr muss als günstige Ausnahmesituation angesehen werden. Wer die hohe Geschwindigkeit seines Anschlusses nutzen will, kommt nicht umhin, seinen Rechner per CAT-5-Kabel an einen Gigabit-Ethernet-Port anzuschließen.

Die Apple Time Capsule 1 TB kann nicht über ein Webinterface bedient werden. Sie benötigt einen Client, der unter Windows 7 seinen Dienst zunächst versagt (Foto: Apple).
Die Time Capsule von Apple hat mit Abstand den größten Stromverbrauch. Das ist jedoch kein Wunder, denn in ihr verrichtet eine 1-TB-SATA-Platte ihren Dienst. Die Box von Apple dient zusätzlich als NAS-Speicher und unterstützt Apples Backup-Lösung Time Machine.
Auffälligstes Merkmal ist die Tatsache, dass der Router nicht per Webinterface bedient werden kann. Dazu muss eine Client-Software, die für Mac OS X und Windows verfügbar ist, installiert werden. Wer Linux einsetzt oder gerade an einem Rechner sitzt, die die Client-Software nicht installiert hat, kann die Box nicht administrieren.
ZDNet lädt die neueste Version der Client-Software von apple.com herunter und installiert sie auf einem Windows-7-Rechner, doch die Software beschwert sich, dass sie Windows XP SP3, Windows Vista SP1 oder ein neueres Betriebssystem wünscht, siehe Bild 12[16]. Sobald man das AirPort-Dienstprogramm jedoch mit einer falschen Versionsnummer belügt, siehe Bild 13[17], verrichtet es seinen Dienst einwandfrei (Bild 14[18]).
Bei der IPv6-Unterstützung vermisst man den expliziten Support für 6to4. 6to4 ist technisch gesehen ein Spezialfall von 6in4, was Apples Router unterstützt. Bei 6to4 beginnt die IPv6-Adresse mit 2002:, dann folgt die hexadezimal codierte IPv4-Adresse. Die restlichen 80 Bit gehören dem Nutzer. Wer eine statische IPv4-Adresse von seinem Provider hat, kommt mit Apples Lösung zurecht. Wenn sich die IPv4-Adresse jedoch täglich ändert, muss man auch täglich neue IPv6-Adressen manuell im Router eingeben.
Apples Box kostet etwa 230 Euro. Für einen Airport Extreme, der technisch identisch ist, außer dass ihm die 1-TB-Festplatte fehlt, zeigen die Preissuchmaschinen etwa 140 Euro an. Die NAT-Routing-Leistung liegt bei dem recht teuren Gerät bestenfalls im unteren Mittelfeld. Mehr als 118,40 MBit/s kann ZDNet nicht messen.
Übersicht Apple Time Capsule 1 TB | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 118,40 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 9,6 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 11,3 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 3 | ||||||||||
| Modem | - | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Dual Band 802.11a/b/g/n (2,4 und 5 GHz simultan) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | ja | ||||||||||
| USB-Anschluss | Nutzbar für NAS-Funktion und Drucker | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | nativ, 6in4 | ||||||||||
| Telefonie | - | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | nein | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 230 Euro | ||||||||||

Die Fritzbox 7390 ist Testsieger beim NAT-Routing. Sie kann stolze 191 MBit/s verarbeiten. Die mit VDSL-Modem und umfangreichen Telefoniefunktionen ausgestattete Box kostet jedoch 249 Euro (Foto: AVM).
Um die Performance einer Fritzbox 7390 muss man sich erst wieder kümmern, wenn man sich einen Internetanschluss mit über 200 MBit/s zulegt. Sie schafft ohne Probleme einen NAT-Routing-Nettodurchsatz von 190,64 MBit/s.
Anders als die restlichen Testkandidaten ist die Fritzbox 7390 mit einem VDSL-Modem ausgestattet und kann direkt am Splitter betrieben werden. Sie hat ferner umfangreiche Telefoniefunktionen. Sie unterstützt Anschlüsse und Endgeräte per ISDN oder POTS und dient gleichzeitig als DECT-Basisstation.
Als einzige Box erkennt sie den Anschlusstyp nicht selbstständig, was daran liegt, dass sie vier LAN-Ports besitzt, von denen einer als WAN-Port umdefiniert werden kann, wenn man die Box an einem externen Modem (Kabel oder DSL) betreibt. In der Standardkonfiguration versucht sie über das eingebaute DSL-Modem eine Internetverbindung aufzubauen. Eine Konfiguration (Bild 4[19]) ist daher fast immer erforderlich.
Sehr ärgerlich ist die Tatsache, dass die LAN-Ports aus Energiespargründen standardmäßig auf 100 MBit/s beschränkt sind. Das Umschalten auf 1 GBit/s ist nicht gerade einfach. Zunächst muss über Einstellungen - Erweiterte Einstellungen - System - Ansicht die Expertenansicht aktiviert werden, um das Menü zum Umschalten der Geschwindigkeit überhaupt zu sehen. Danach kann man unter Einstellungen - Erweiterte Einstellungen - System - Energiemonitor - Energieeinstellungen die Ports LAN2 bis LAN4 auf mindestens Automatische Erkennung (power mode) stellen, siehe Bild 5[20].
Mit einem Preis von etwa 220 Euro liegt die Box im oberen Segment. Die Anschaffung rechnet sich jedoch, wenn man dadurch andere Komponenten wie DECT-Basisstation, ISDN-Telefonanlage oder DSL-Modem spart. Die Fritzbox 7390 verbraucht 8,5 Watt im Leerlauf. Für ein Gerät, das bis zu vier weitere ersetzt, ist das ein sehr günstiger Wert.
Übersicht Fritzbox 7390 | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 190,64 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 8,5 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 8,9 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 4 (3 bei Betrieb mit externem Modem) | ||||||||||
| Modem | ADSL/ADSL2+/VDSL | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Dual Band 802.11a/b/g/n (2,4 und 5 GHz simultan) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | nein | ||||||||||
| USB-Anschluss | Nutzbar für NAS-Funktion, DLNA-Streaming, Drucker und mit Einschränkungen für andere USB-Geräte | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | nativ, 6to4 und SixXS-Tunnel | ||||||||||
| Telefonie | VoIP (SIP), ISDN, POTS, DECT | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | ja | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 220 Euro | ||||||||||

Der Belkin Play Max kann mit einem integrierten BitTorrent-Client aufwarten. Wenn der Rechner abgeschaltet wird, lädt der Router weiter Dateien herunter. Die Routing-Leistung lässt jedoch zu wünschen übrig (Foto: Belkin).
Der Belkin Play Max hat eine interessante Besonderheit. Er besitzt einen integrierten BitTorrent-Client. Wer ein Speichermedium an den USB-Anschluss des Routers anschließt und Vuze[21] als Filesharing-Software einsetzt, kann seinen Rechner nach Belieben abschalten. Der Belkin Play Max kümmert sich darum, dass der Download weiterläuft.
Als NAT- und WLAN-Router empfiehlt sich das Gerät für Highspeed-Anschlüsse nicht. Am Live-Anschluss können zwar immerhin 91 MBit/s erzielt werden, der Laborversuch bringt den Router jedoch zum Einknicken.
<Update>
Belkin hat gegenüber ZDNet bestätigt, dass es ein Problem mit der Geschwindigkeit gibt. Inzwischen gibt es eine neue Firmware[22], die eine NAT-Routingleistung von weit über 100 MBit/s schafft. Nutzer sollten auf die neue Firmware upgraden.
</Update>
Der Beschuss mit 1 GBit/s am LAN- und WAN-Port lässt den Router die weiße Flagge heben. Das Webinterface (Bild 6[23]) reagiert nur sehr träge. Der Aufbau einer Seite dauert etwa 10 Sekunden. Als NAT-Routing-Leistung kann ZDNet nur 41,84 MBit/s messen. Der Play Max schafft zwar am Live-Anschluss 91 MBit/s, bei allen anderen Routern lassen sich jedoch 98 MBit/s messen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass bei den Messungen der integrierte BitTorrent-Client nicht läuft. Er führt wie auch andere Komponenten, etwa Firewall- und Portforwarding-Funktionen, zu einer zusätzlichen Belastung der CPU. Der Router kann daher maximal für VDSL50-Anschlüsse empfohlen werden. Zudem fällt sein relativ hoher Stromverbrauch auf.
Übersicht Belkin Playmax | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 41,84 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 8,1 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 8,7 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 4 | ||||||||||
| Modem | - | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Dual Band 802.11a/b/g/n (2,4 und 5 GHz simultan) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | ja | ||||||||||
| USB-Anschluss | 2 Anschlüsse: beide nutzbar für NAS oder Drucker | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | - | ||||||||||
| Telefonie | - | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | ja | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 100 Euro | ||||||||||

Der Buffalo WZR-HP-G300NH ist das preisgünstigste Gerät im Test. 100 MBit/s im NAT-Routing schafft die Box jedoch nicht (Foto: Buffalo).
Mit nur 80 Euro ist der Buffalo WZR-HP-G300NH die preisgünstigste Box im Test. Obwohl das Gerät am Live-Anschluss den 100-MBit/s-Anschluss voll auslastet, schafft sie im Laborversuch nur 86,24 MBit/s beim NAT-Routing. WLAN kann die Box nur im 2,4-GHz-Band.
Die Box bietet rudimentäre Unterstützung für IPv6, allerdings nur als "pass-thru". Damit alle Rechner im Heimnetz mit IPv6 versorgt werden, muss der Provider das Protokoll nativ anbieten und außerdem mindestens ein /64-Netz advertisen, etwa per radvd. Eine solche Konfiguration findet man derzeit praktisch bei keinem Provider.
Das Webinterface ist umständlich, teilweise werden falsche Bezeichnungen verwendet. Das gilt für das deutsche (Bild 9[24]) und das englische (Bild 10[25]) Interface gleichermaßen. Ob eine Internetverbindung bereits besteht oder die Box vom DHCP-Server noch keine Adresse erhalten hat, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.
Die ausgelieferte Firmware 1.72 hat zahlreiche Bugs. Das geht so weit, dass beim Aufbau einer Webseite, mehrfach das werkseitig installierte Passwort eingegeben werden musste. Nach einem Update auf Version 1.74 verrichtet die Box ihren Dienst jedoch einwandfrei.
Übersicht Buffalo WZR-HP-G300NH | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 86,24 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 5,7 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 6,3 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 4 | ||||||||||
| Modem | - | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Single Band 802.11b/g/n (2,4 GHz) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | nein | ||||||||||
| USB-Anschluss | Nutzbar für NAS-Funktion | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | nur pass-thru | ||||||||||
| Telefonie | - | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | ja | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 80 Euro | ||||||||||

Der D-Link DIR-825 beherrscht simultanes Dual-Band-WLAN und bietet Unterstützung für IPv6. Im Test sind einige manuelle Eingriffe erforderlich, um gute WLAN-Ergebnisse zu erzielen (Foto: D-Link).
Der D-Link DIR-825 fällt wie der Netgear WNDR3700 nicht durch besondere High- oder Lowlights auf. Im Gegensatz zu diesem bietet er jedoch Unterstützung für IPv6. Bei der Routing-Leistung liegt das Gerät mit 128,4 MBit/s jedoch hinter dem WNDR3700.
Das Webinterface (Bild 8[26]) ist schlicht gehalten. Man findet sich sehr schnell und gut zurecht.
Im Test ergeben sich nur geringe WLAN-Durchsatzraten bei der automatischen Kanalwahl. Erst nach manuellen Tunen erreicht das Gerät konkurrenzfähige Werte. Fairerweise ist jedoch anzumerken, dass das mit der extremen Belastung des 2,4-GHz-Bandes in den ZDNet-Redaktionsräumen zusammenhängen kann.
Fazit
Wer eine preisgünstige Box mit IPv6-Unterstützung sucht, ist mit dem D-Link DIR-825 gut beraten.
Übersicht D-Link DIR-825 | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 128,4 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 6,1 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 6,2 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 4 | ||||||||||
| Modem | - | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Dual Band 802.11a/b/g/n (2,4 und 5 GHz simultan) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | ja | ||||||||||
| USB-Anschluss | Nutzbar für NAS-Funktion und Drucker sowie mit Einschränkungen für andere Geräte wie Scanner | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | nativ, 6in4, 6to4 | ||||||||||
| Telefonie | - | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | ja | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 90 Euro | ||||||||||

Der Netgear WNDR3700 schafft eine NAT-Routing-Leistung von 155 MBit/s und verbraucht nur 6,4 Watt im Idle-Betrieb (Foto: Netgear).
Der Netgear WNDR3700 kann mit einer hohen NAT-Routing-Leistung von 154,88 MBit/s aufwarten. Wie alle Router außer der Fritzbox 7390 hat er am WAN-Port automatisch erkannt, dass er seine IP-Adresse über DHCP bekommt.
An einem Kabelmodem kann er daher nach dem Auspacken im Auslieferungszustand sofort ohne Konfiguration genutzt werden. An einem DSL-Anschluss erkennen die Router auch das PPPoE-Protokoll, das bei DSL-Anschlüssen üblich ist, jedoch werden als Konfigurationsparameter mindestens Benutzername und Kennwort benötigt.
Das Benutzerinterface (Bild 3[27]) ist übersichtlich und bietet einfachen Zugriff auf die zahlreichen Funktionen.
Fazit
Für unter 100 Euro erhält man einen leistungsstarken NAT- und WLAN-Router mit vielen Funktionen, der problemlos mit aktuellen Highspeed-Internet-Anschlüssen betrieben werden kann.
Übersicht Netgear WNDR3700 | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 154,88 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 6,4 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 7,0 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 4 | ||||||||||
| Modem | - | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Dual Band 802.11a/b/g/n (2,4 und 5 GHz simultan) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | ja | ||||||||||
| USB-Anschluss | Nutzbar für NAS-Funktion (externe Festplatten und USB-Sticks) | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | nein | ||||||||||
| Telefonie | nein | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | ja | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 95 Euro | ||||||||||

Der Trendnet verspricht mit seinen drei Antennen WLAN bis 450 MBit/s. Da er nur das 2,4-GHz-Band unterstützt, sind unter Praxisbedingungen nicht mehr als 50 MBit/s zu erzielen (Foto: Trendnet).
Das kompakte Gerät besitzt nur Basisfunktionalität. Ein USB-Anschluss fehlt genauso wie die Unterstützung des 5-GHz-Bandes.
Die Box ist jedoch gemeinsam mit dem Buffalo WZR-HP-G300NH Testsieger beim Stromverbrauch. Sie begnügt sich mit 5,7 Watt im Idle-Betrieb. Auch die Routing-Leistung kann sich sehen lassen. Mit 125,28 Mbit/s kann das Gerät sogar einen Unity-Media-Anschluss mit 125 MBit/s auslasten.
Das Webinterface (Bild 7[28]) ist sehr funktionell. Man findet sich schnell zurecht.
Fazit
Wer Funktionen wie NAS, Network-Printing und Telefonie nicht benötigt oder mit anderen Geräten realisiert hat, findet mit der Box von Trendnet ein sparsames, aber leistungsfähiges Gerät. Im 2,4-GHz-Band darf man einen WLAN-Durchsatz von maximal 20 bis 50 MBit/s erwarten.
Übersicht Trendnet TEW-691-GR | |||||||||||
| NAT-Routing-Leistung | 125 MBit/s | ||||||||||
| Leistungsaufnahme im Leerlauf | 5,7 Watt | ||||||||||
| Leistungsaufnahme unter Volllast | 6,8 Watt | ||||||||||
| LAN-Anschlüsse | 4 | ||||||||||
| Modem | - | ||||||||||
| WLAN-Fähigkeiten | Single Band 802.11b/g/n (2,4 GHz) | ||||||||||
| Gast-WLAN-Netz | nein | ||||||||||
| USB-Anschluss | nein | ||||||||||
| IPv6-Unterstützung | - | ||||||||||
| Telefonie | - | ||||||||||
| DDNS-Unterstützung | ja | ||||||||||
| Preis (auf gängigen Preissuchmaschinen) | 110 Euro | ||||||||||
Obwohl sämtliche Geräte am Live-Anschluss von Kabel Deutschland in diversen Speedtests ihre Tauglichkeit für 100-Mbit/s-Anschlüsse nachweisen, trennt der Laborversuch die Spreu vom Weizen.
Die Modelle von Belkin und Buffalo liefern im Vergleich zum restlichen Testfeld unterdurchschnittliche Leistungswerte. Wenn man diese beiden Router von beiden Seiten mit 1 GBit/s Daten beliefert, sinkt ihre Leistung auf deutlich unter 100 MBit/s ab. Der Belkin schafft auch im Live-Test die 100 MBit/s nicht ganz.
Allerdings bietet der Play Max von Belkin mit einem integrierten Bittorrent-Client ein interessantes Feature: Mit angeschlossener Festplatte oder USB-Stick lädt der Play Max auch dann Software herunter, wenn der Rechner ausgeschaltet ist.
Die Spitze im NAT-Routing-Test belegt die Fritzbox 7390 mit einem Datendurchsatz von 190 MBit/s. Allerdings ist sie dank der umfangreichen Ausstattung mit 220 Euro relativ teuer und somit nicht für jedermann geeignet. Kabelkunden benötigen beispielsweise kein VDSL-Modem.
Für diesen Kundenkreis bietet Netgear mit dem WNDR370 eine interessante Alternative. Mit einer Durchsatzrate von 154 MBit/s belegt die Netgear-Box den zweiten Platz beim NAT-Routing. Auf eine IPv6-Unterstützung muss man beim WNDR3700 jedoch verzichten
Wer auf der Suche nach einem besonders energiesparenden Gerät mit guter WLAN-Leistung ist und auf IPv6, DDNS und NAS-Anschlüsse verzichten kann, findet mit dem Trendnet TEW-691-GR das richtige Produkt.

Die Benchmarkergbnisse der NAT-Routingleistung im Überblick: Für eine Kaufentscheidung sollten neben der reinen Leistung auch Preis, Stromverbrauch und benötigte Features wie die Unterstützung von IPv6, DDNS und 802.11n im 5-GHz-Band berücksichtigt werden.
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