Paneltyp, Reaktionszeit, Helligkeit, Kontrast und Blickwinkel beeinflussen die Qualität eines Notebook-Bildschirms. Aber was verbirgt sich dahinter genau? ZDNet erklärt die Technik und worauf es beim Kauf wirklich ankommt.
Viele Anwender konzentrieren sich bei der Anschaffung eines Notebooks für die genauen Merkmale von CPU, Grafik, Arbeitsspeicher und Festplatte, das Display bleibt hingegen bis auf die Größe oft unbeachtet. Zu Unrecht, schließlich handelt es sich um die Schnittstelle zum Nutzer. Zwischen den Anzeigen gibt es erhebliche Unterschiede.
In modernen Notebooks sind hauptsächlich TFT-LCDs (thin-film transistor liquid crystal display oder Dünnschichttransistor-Flüssigkristallanzeige) verbaut. Vereinfacht dargestellt bestehen sie aus einer Schicht Flüssigkristalle zwischen zwei transparenten Platten, die von Dünnschichttransistoren an der hinteren Platte angesteuert werden. Legt man Spannung an die Transistoren, drehen sich die davor befindlichen Flüssigkristalle und lassen Licht passieren. Ist eine Lichtquelle hinter dem Panel platziert, spricht man von einer Hintergrundbeleuchtung (Backlight).
Jeder Paneltyp bietet Vor- und Nachteile, die ihn in Verbindung mit dem Preis für bestimmte Einsatzzwecke prädestinieren. Welchen Typ ein Hersteller für den Einbau wählt, hängt von der Zielgruppe des Endgeräts und der Preisgestaltung ab.
Die wichtigsten Panel-Typen im Überblick:
TN-Panel (Twisted Nematic)
Aus Twisted-Nematic-Zellen ("nematische Drehzelle") aufgebaute Panels sind die ältesten, einfachsten und günstigen Anzeigeeinheiten von Flüssigkristalldisplays. Bei TN-Panels sind die Moleküle der Flüssigkristalle zwischen den beiden Glasplatten um 90 Grad verdreht.
TN-Panels werden bevorzugt in Geräten der unteren und mittleren Preisklasse integriert. Ihr Hauptvorteil liegt in einer guten Reaktionszeit, weswegen sie vor allem in günstigen Spiele-Displays und -Notebooks zum Einsatz kommen. Nachteile sind die hohe Blickwinkelabhängigkeit sowie die im Vergleich zu IPS- und VA-Panels schlechte Schwarzdarstellung und Farbgenauigkeit, was sie für anspruchsvolle Bildbearbeitung ungeeignet macht.
Anfänglich war der Farbraum von TN-Panels auf 262.000 Farben begrenzt. Dank eines technischen Tricks, mit dem fehlende Farben simuliert werden, während sich die Farbe eines Bildpixels beim Bildwechsel geringfügig ändert, können TN-Panels heute bis zu 16,7 Millionen Farben darstellen.
STN-Panels (Super Twisted Nematic) entsprechen weitgehend den TN-Panels, allerdings sind die Flüssigkristallmoleküle um 180 oder sogar 270 Grad gedreht. Sie lassen sich besser von der Steuerelektronik ansprechen, haben aber Probleme bei der Weiß- (Gelbstich) und Schwarzdarstellung (Blaustich).
DSTN-Zellen (Double Super Twisted Nematic) bestehen aus zwei gegenläufig orientierten STN-Zellen (einmal 240 Grad gegen und einmal 240 Grad im Uhrzeiger verdrillt). Die DSTN-Technik eliminiert die Farbstichigkeit der STN-Zellen und sorgt für farbneutrale, saubere Dunkel- und Hellzustände. Die DSTN-Zelle ist die in der Herstellung komplizierteste und damit teuerste aller TN-basierten Technologien.
Um die Herstellungskosten der DSTN-Technik zu senken, gingen die Hersteller bei den TSTN-Panels (Triple Super Twisted Nematic) einen neuen Weg. Sie verwenden eine einfache STN-Zelle, deren Farbstörungen Spezialfolien ausgleichen, die auf beiden Seiten (Lichtein- und -austritt) angeordnet sind.
IPS-Panel (In-Plane-Switching)
Die IPS-Technologie ermöglicht weitere Blickwinkel als TN-Panels, bietet jedoch schlechtere Reaktionszeiten. IPS-Panels sind daher für schnelle Spiele weniger geeignet, stechen TN-Panels aber durch sehr hohe Farbwiedergabequalität und -genauigkeit bei geringer Blickwinkelabhängigkeit aus. In Apples iPad ist beispielsweise ein IPS-Panel verbaut.
Bei der IPS-Technik orientieren sich die Flüssigkristallmoleküle parallel zur Display-Oberfläche. Bei angelegter Spannung drehen sie sich in die Bildschirmebene, die für TN-Displays typische Schraubenform entfällt. Im Elektronikmarkt kann man IPS-Panels (bis auf H-IPS) leicht erkennen: Bei seitlicher Betrachtung wirken sie leicht lila.
Weiterentwickelte Abkömmlinge wie S-IPS (Super IPS), AS-IPS (Advanced Super IPS), A-TW-IPS (Advanced True White IPS), H-IPS (Horizontal IPS) und schließlich E-IPS (Enhanced IPS) haben die Bildwinkel noch weiter verbessert und die Schaltzeiten auf etwa 5 Millisekunden gedrückt.
VA-Panel (Vertical Alignment)
Panel, die auf der VA-Technologie basieren, kombinieren die Vorteile von TN- und IPS-Zellen und sind mittlerweile weit verbreitet. Sie bieten zwar eine weitaus bessere Bildqualität als TN-Panel, müssen sich dennoch IPS-Panel geschlagen geben. Sie zeichnen sich im Vergleich zu TN-Panels durch eine sehr gute Schwarzwiedergabe, geringere Blickwinkelabhängigkeit sowie besseren Kontrast aus. Ihre Reaktionszeiten sind niedriger als die von IPS-Panels.
Bei VA-Panels sind die Flüssigkristallmoleküle im Ruhezustand vertikal zu den Glas- oder Substratflächen ausgerichtet. Man unterscheidet die Basistechniken MVA (Multi-Domain Vertical Alignment, von Fujitsu entwickelt) und PVA (Patterned Vertical Alignment, von Samsung entwickelt), die beide mehr oder weniger identisch sind. Erste MVA- und PVA-Panels hatten noch recht lange Reaktionszeiten, die bei neuen Panel-Typen wie S-PVA (Super PVA, von Samsung entwickelt) oder P-MVA (Premium MVA, von AU Optronics entwickelt) aber auf das Niveau der besten IPS- und der meisten TN-Panels gesenkt wurde.Die Auflösung eines Bildschirms wird in Bildpunkten (Pixel) angegeben. Jeder TFT-Flachbildschirm hat eine physikalisch definierte Pixelanzahl, die oft als "native Auflösung" bezeichnet wird. Beispielsweise bedeutet eine Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln, dass das Display waagerecht 1280 und senkrecht 800 Bildpunkte auflösen kann. Es besteht also auf physikalischer Ebene aus insgesamt 1.024.000 Bildpunkten, die in 800 Reihen à 1280 Elementen angeordnet sind. Jeder dieser Pixel besteht wiederum aus drei Sub-Pixeln in den drei Primärfarben, ein Standard-Notebook-Display mit 1280 mal 800 Bildpunkten nativer Auflösung verfügt also über 3,072 Millionen Transistoren.
Aufgrund der fixen Pixel-Anzahl führt eine Änderung der Auflösung bei TFT-Displays im Gegensatz zu Röhrenmonitoren zu einer verschwommenen Darstellung, da ein physikalischer Pixel dann für weniger als einen Bildschirmpixel zuständig ist. Um dieses Ergebnis zu emulieren, müssen mehrere nahe beieinander liegende physikalische Pixel die gewünschte Anzahl von Bildschirmpixeln emulieren - das hat eine verschwommene Darstellung zur Folge.
Bei Net- und Notebook-Displays gebräuchliche native Auflösungen unterscheiden sich in Abhängigkeit vom Seitenformat (klassisches 4:3 oder die Breitbildformate 16:10, 15:9, 16:9 und 21:10). Mittlerweile haben sich die verschiedenen Breitbildformate im Massenmarkt durchgesetzt, klassische 4:3-Displays sind die Ausnahme geworden. Die meisten Notebooks werden heutzutage mit 16:9- oder 16:10-Displays verkauft.
Das 4:3-Format findet man noch bei Subnotebooks (9,7-, 10,4-, 12,1- und 13,3-Zoll-Geräte) und Fullsize-Notebooks (15,1 Zoll). Alle anderen Größenklassen integrieren ausschließlich Widescreen-Displays der verschiedenen Seitenformate. Und selbst bei den 12,1- und 13,3-Zöll-Displays ist das 4:3-Format zwar noch vertreten, aber in der Unterzahl.
Typische Auflösungen und ihre Abkürzungen | |
| Format | Auflösungen |
|---|---|
| 4:3 | 1024 x 768 Pixel (XGA), 1400 x 1050 (SXGA+), 1600 x 1200 (UXGA) |
| 16:10 | 1280 x 800 Pixel (WXGA, HD-ready), 1440 x 900 Pixel (WSXGA), 1680 x 1050 Pixel (WSXGA+), 1920 x 1200 Pixel (WUXGA) |
| 15:9 | 800 x 480 Pixel, 1024 x 600 Pixel (WSVGA) |
| 16:9 | 1024 x 576 Pixel (WSVGA), 1280 x 720 Pixel (WXGA), 1366 x 768 Pixel (WXGA), 1600 x 900 Pixel (HD+), 1680 x 945 Pixel, 1920 x 1080 Pixel (WUXGA, Full HD) |
| 21:10 | 1600 x 768 Pixel (UWXGA) |
Tipp |
| Die Auflösung des Notebook-Displays sollte dem Verwendungszweck angemessen sein. Spieler sollten bedenken, dass die beste Darstellungsqualität in nativer Auflösung erreicht wird, was aber leistungsfähige Komponenten erfordert. Office-Arbeiter profitieren dagegen von möglichst großen Displays mit hoher Auflösung, so dass im Idealfall mehrere Seiten gleichzeitig angezeigt werden können. |
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Hersteller ordnen ihre Displays in die Pixelfehlerklassen I bis IV nach ISO 13406-2 ein (IV ist die schlechteste, II der Quasi-Standard), die dann jeweils eine maximal definierte Zahl von Pixel- und Subpixel-Fehlern pro einer Million Bildpunkte aufweisen dürfen. Überschreitet ein Display diese Grenzwerte, muss der Hersteller das Gerät umtauschen.
Pixelfehler | |||
| Fehlerklasse | Fehlertyp 1 (ständig leuchtendes Pixel) | Fehlertyp 2 (ständig schwarzes Pixel) | Fehlertyp 3 (defekter Subpixel, ständig leuchtend oder ständig schwarz) |
|---|---|---|---|
| I | 0 | 0 | 0 |
| II | 2 | 2 | 5 |
| III | 5 | 15 | 50 |
| IV | 50 | 150 | 500 |
Ein Spiele-Notebook integriert beispielsweise ein 17-Zoll-Full-HD-Display der Fehlerklasse II mit 1920 mal 1080 Bildpunkten Auflösung. Das entspricht 2.073.600 Bildpunkten. Laut Definition müsste der Nutzer daher bis zu fünf Pixelfehler des Fehlertyps I (2 je Mio. bei 2,07 Mio. Pixel, aufgerundet), fünf des Fehlertyps II und elf des Fehlertyps III tolerieren.

LCD-Panels sind aus einzelnen Bildpunkten aufgebaut, die wiederum aus jeweils drei Subpixeln in den Farben Rot, Grün und Blau bestehen. Im Bild ist ein Subpixelfehler zu sehen, da ein eigentlicher grüner Subpixel schwarz bleibt (Bild: ZDNet).
Es existieren zwei Messmethoden: BWT (Black-White-Time) und GTG (Grey to Grey). BWT gibt die Zeit an, die ein Display braucht, um von Schwarz nach Weiß und wieder zurück zu wechseln. BWT ist die eher theoretische Reaktionszeit nach ISO-Norm 13406-2. Sie beschreibt eine Situation, die in der Praxis äußerst selten vorkommt. Die relevantere und von der überwiegenden Zahl der Hersteller angegebene GTG-Reaktionszeit stellt dagegen den Durchschnittswert mehrerer Messungen von Wechseln zwischen unterschiedlichen Graustufen dar. Allerdings ist auch sie nur ein theoretischer Wert: Die besten 2-Millisekunden-Displays erreichen trotz Overdrive-Technologie nur ein tatsächliches Reaktionsverhalten von etwa 20 Millisekunden. Das Problem: Ohne normierte Messmethode kann jeder Hersteller angeben, wie er will, so dass die Informationen letztlich nur bedingt vergleichbar sind.
Manche Hersteller versuchen die subjektive Reaktionsgeschwindigkeit ihrer Panels mit Techniken wie Overdrive oder einer Frequenzerhöhung positiv zu beeinflussen. Bei Overdrive-Ansteuerungen werden höhere Spannungen an die Flüssigkristalle angelegt, als eigentlich nötig wäre. Dadurch richten sie sich schneller aus. Bei der Frequenzerhöhung (100-/120-Hz- oder 200-/240-Hz-Technik) errechnet dagegen eine leistungsstarke Elektronik aus dem ihr zugespielten Material Zwischenbilder, die einfach zwischen zwei echte Bilder geschoben werden. Ist das gut gemacht, lässt sich das menschliche Auge gern täuschen und sieht flüssige Bildabläufe. Aber auch diese Methoden haben ihre Schwächen: Sie bringen nur bei perfekter Ansteuerung und Ausführung einen Vorteil, andernfalls kann sie die Reaktionszeit sogar nachteilig beeinflussen.
Tipp |
| Vor allem Spieler und Film-Fans sollten auf möglichst niedrige Reaktionszeiten achten. Steht eine Entscheidung zwischen einem Notebook mit 2- und einem mit einem 5-Millisekunden-Display an, sollte das 2-Millisekunden-Modell gewählt werden. Typische Reaktionszeiten moderner Notebook-Anzeigen übrigens bei 2 bis 8 Millisekunden (GTG). |
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Der statische, "echte" Kontrast ist das Verhältnis zwischen der maximal und minimal darstellbaren Leuchtdichte und wird durch die unterschiedliche Lichtdurchlässigkeit der Flüssigkristalle bedingt. Der vermehrt von Herstellern angegebene dynamische Kontrast hingegen zieht noch eine Veränderung der Hintergrundbeleuchtung hinzu: Bei einem generell dunklen Bild wird die Hintergrundbeleuchtung reduziert und bei einem hellen Bild zusätzlich verstärkt.

Ein hoher Kontrast (im gezeigten Bild künstlich abgeschwächt beziehungsweise verstärkt) sorgt für eine lebendige Darstellung (Bild: ZDNet).
Dieser Trick verbessert aber nicht den Kontrast innerhalb eines einzelnen Bildes, sondern nur den vom Betrachter wahrgenommen Allgemeinkontrast zweier aufeinander folgender Bilder. Der Effekt des dynamischen Kontrasts ist daher nur bei bewegten Inhalten (Filme, Spiele) wirksam, bei statischen Inhalten (Textverarbeitung, Bilder) bringt er hingegen nichts. Bei neuesten Displays mit LED-Hintergrundbeleuchtung können allerdings bestimmte Bildpartien eines Einzelbildes stärker oder schwächer ausgeleuchtet werden, so dass der dynamische Kontrast auch bei statischen Inhalten begrenzt Wirkung zeigt.
Im Bereich der Flüssigkristalldisplays erreichen S-PVA-Panels statische Kontrastwerte von bis zu 3000:1, die meisten Panel-Typen erreichen 1000:1 bis 2500:1. Der dynamische Kontrast eines Displays kann dagegen einen Wert von bis zu 2.000.000:1 erreichen.
Tipp |
| Fällt die Wahl auf zwei ähnliche Produkte, sollte das Notebook mit dem besseren Kontrastwert genommen werden. Office-Anwender sollten die statischen Kontrastwerte vergleichen, Spieler und Film-Fans können auch die dynmischen Werte heranziehen. Man darf aber keinesfalls den statischen mit dem dynamischen Kontrastwert eines anderen Displays vergleichen. |
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Klassische TFT-LCDs weisen bei einem komplett weißen Bild und voll aufgedrehter Helligkeit typischerweise Leuchtdichten von 150 bis 500 cd/m² auf. LED-Außendisplays schaffen bis zu 5000 cd/m² und weiße LEDs bis zu 50.000.000 cd/m². Im Vergleich zur Natur ist selbst letzteres bescheiden: Die mittägliche Sonne erreicht 1.600.000.000 cd/m².
Tipp |
| Wer sein Notebook oft unter freiem Himmel nutzt, sollte auf ein Display mit möglichst hoher Leuchtdichte Wert legen. Aber selbst in Büroumgebungen können Leuchtstoffröhren und die Sonneneinstrahlung am Fenster Probleme bereiten, wenn die Leuchtdichte zu niedrig ist. Und: Herunterregeln kann man die Helligkeit ja immer noch. |
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Hintergrundbeleuchtung
Displays kann man in zwei Klassen einteilen: Passive, nicht selbstleuchtende Screens (ohne Hintergrundbeleuchtung, arbeiten rein reflektiv mit Umgebungslicht) und aktive, selbstleuchtende Displays (mit Hintergrundbeleuchtung, engl.: Backlight) .
Rein reflektive Displays sind im Notebook-Massenmarkt kaum noch zu finden. Sie kommen bestenfalls in robusten Notebooks für Außeneinsätze oder absoluten Akku-Langläufern zum Einsatz. Je stärker das Umgebungslicht ist, desto besser kann man sie ablesen - für echte Außendienstler ein nicht zu verachtender Vorteil. Es darf nur nicht dunkel werden.
Deshalb haben sich selbst im Außeneinsatz transreflektive (auch: transflektive) Displays durchgesetzt. Sie nutzen zwar das Umgebungslicht, um durch anteilige Reflexion die Lesbarkeit des Displays zu verbessern, verfügen aber auch über ein normales Backlight. Die transflektive Technik spart nicht nur Strom, sondern erlaubt auch den Einsatz unter direkter Sonneneinstrahlung, bei der man mit einem rein hintergrundbeleuchteten Display nichts erkennen kann.
Als Backlight werden entweder Leuchtstoffröhren (meist Kaltkathoden) oder LEDs verwendet. Leuchtstoffröhren stellen dabei die günstigere Wahl dar, bedingen aber auch eine größere Bautiefe des Displaydeckels. Die kostspieligeren LEDs sind bei niedrigem Raumverbrauch heller und können stellenweise abgedunkelt oder aufgehellt werden, was mit einer an einen Lichtleiter angeschlossenen Leuchtstoffröhre nicht möglich ist.
Bei beiden Methoden wird das Licht in einen Lichtleiter oder eine Lichtwanne geschickt. Sie lassen es nur an der gewünschten Stellen austreten. Eine Sonderform sind so genannte Edge-lit-Backlights, bei denen die Lichtquellen nicht nur an einer, sondern an zwei, drei oder sogar vier Stirnseiten des Lichtleiters angebracht sind. Ein Diffusor (zum Beispiel speziell geformte Reflektoren oder Diffusorlinsen) zerstreut schließlich das Licht, so dass eine möglichst homogene, gleichmäßig leuchtende Fläche entsteht.
Tipp |
| LED-Hintergrundbeleuchtungen sind die technisch fortschrittlicheren Backlights. Sie können nicht nur die Helligkeit variabel steuern, sondern arbeiten auch sparsamen und sind – in der Regel – heller. |
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Kleine Blickwinkel schränken den Komfort des Anwenders deutlich ein, da man für eine korrekte Abbildung mit plausiblen Farbverläufen und sauberen Kontrasten auf einen bestimmten Einblickkegel beschränkt ist. Überschreitet man während der Betrachtung die vertikalen oder horizontalen Einblickwinkel, verändert sich der Bildeindruck zum Teil deutlich zum Schlechteren: Kontraste laufen zu und Farben verfälschen massiv.
Im Endeffekt ist es aber vom Anwender abhängig, welche Verfälschungen er er noch als akzeptabel bezeichnet. Wer objektiv bleiben will, orientiert sich an den in der Industrienorm ISO 13406-2 definierten Blickwinkelklassen I bis IV. Klasse IV stellt beispielsweise ein Display für den Einsatz vor nur einer Person mit vertikalem Blickwinkel dar, während Stufe I für die Betrachtung durch mehrere Personen aus unterschiedlichen Blickwinkeln vorgesehen ist.
Tipp |
| Die Blickwinkel eines Notebook-Displays sollten möglichst groß sein und sowohl vertikal als auch horizontal nahe an 180 Grad heranreichen. Die erzielbaren Grenzwinkelwerte hängen aber von der Bauart des Display-Panels ab. Man kann von einem TN-Panel nicht die Blickwinkelunabhängigkeit eines VA-Panels erwarten. |
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Wer sich mit Notebooks beschäftigt, wird zwangsläufig über Begriffe wie Glare und Non-Glare stolpern. Bei Glare-Type-Displays handelt es sich um Bildschirme mit einer spiegelnden Oberfläche, bei Non-Glare-Type-Displays ist die Oberfläche dagegen matt. Über Sinn und Unsinn wurde und wird oft diskutiert, die Faktenlage ist aber eigentlich eindeutig.
TFT-Panels haben eine Glasoberfläche und damit von Haus aus eine glatte, gut reflektierende Oberflächenstruktur. Klassische Non-Glare-Type-Displays verfügen über eine spezielle diffuse Beschichtung oder eine generell mattierte Oberfläche, die das Umgebungslicht streut. Glare-Type-Displays werden von den Herstellern mit höheren Kontrastwerten ("hohe Brillanz") beworben, da matte Displays durch die Streuung einen geringeren Kontrast aufweisen. Vor allem bei extremen Helligkeitsunterschieden sieht man dies recht deutlich.
Da die meisten Glare-Type-Displays aber auf günstigen TN-Panels basieren, kommen sie trotz spiegelnder Oberfläche nicht an die Kontrastwerte hochwertiger matter IPS- oder VA-Panels heran. Viele Hersteller bieten ihre Notebooks nur mit Glare-Type-Panel an, da sie aufgrund des vergleichsweise brillanten Bildeindrucks auf den Einbau hochwertiger, aber eben auch teureren Panel-Typen verzichten können. Aus rein ergonomischer Sicht sind Glare-Displays aber die eindeutig schlechtere Wahl: Vor allem in Umgebungen mit starken Lichtquellen (Lampen, Sonnenlicht) reflektieren sie jede Lichtquelle deutlich und fungieren generell wie ein Spiegel.
Für den beruflichen Einsatz sind Spiegeldisplays nicht geeignet. Denn hier kommt noch die Bildschirmarbeitsverordnung (90/270/EWG) ins Spiel, die fordert, dass Bildschirme weitgehend frei von Reflexionen und Spiegelungen sein müssen. Die ISO-Norm 9241-7 teilt Monitore dabei in drei unterschiedliche Reflexionsklassen ein: Klasse I (geringste Reflexionen) ist für den allgemeinen Bürogebrauch geeignet, Klasse II ist nicht für alle Büroumgebungen geeignet und Klasse III (Glare-Type-Displays) erfordert ein spezielle, kontrollierte Umgebungsbeleuchtung für den Einsatz.
Tipp |
| Wer sein Notebook viel im Büro oder auch im Freien nutzen will, sollte kein Gerät mit Glare-Display kaufen. Wer es primär zum Spielen oder Anschauen von Filmen nutzt, kann dagegen zugreifen. Zudem gibt es Dienstleister, die ein Glare-Panel durch eine zusätzliche Beschichtung entspiegeln. Manche Notebooks mit Glare-Displays werden schon mit Entspiegelungsfolien ausgeliefert. |
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Die Technologien zur Herstellung von Flüssigkristalldisplays werden ständig weiterentwickelt und das Prinzip wird den Markt noch eine Weile dominieren. Unabhängig vom Typ kann man davon ausgehen, dass TN-, IPS- und VA-Panels noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt sind.
Auch bei der ansteuernden Technik gibt es Fortschritte: So waren vor wenigen Jahren ein breiter Einsatz von LEDs als Lichtquelle der Hintergrundbeleuchtung oder dynamische Kontrastwerte im Millionenbereich noch reine Utopie. Einer der nächsten Schritte wird sein, OLEDs (organische LEDs) als Lichtquelle einzusetzen, was derzeit noch nicht marktreif ist.
Ein anderes Forschungsfeld ist, den Flüssigkristallen ferroelektrische[1] Eigenschaften zu verleihen. Ferroelektrika können elektrische Felder sehr lange speichern, so dass Displays ein einmal geladenes Bild ohne Ladungsauffrischung Wochen, Monate oder sogar Jahre anzeigen könnten. Das Bild verschwindet erst beim Anlegen eines Löschimpulses. Die Bildpunkte müssten nicht so oft aufgefrischt werden, so dass die Steuerelektronik unkomplizierter ausfallen könnte und ganz nebenbei der Kontrast stark verbessert sowie der Energieverbrauch reduziert werden würde.
Holografische Anzeigen à la Star-Trek-Holodeck lassen zwar noch ein wenig auf sich warten, aber 3D-Technik wird vermehrt Einzug in Notebooks halten. Zumindest im Spiele-Bereich ist das der nächste große Trend, erste Geräte kommen derzeit auf den Markt. Am Display selbst ändert sich wenig, es bleibt eine reine 2D-Anzeige. 3D-Bildschirme unterscheiden sich aber durch eine erhöhte Bildwiederholfreqenz von beispielsweise 120 statt 60 Hz und eine aufgedampfte, spezielle Polarisationsfolie von normalen Panel.
Im 3D-Modus halbiert sich dann die Framerate auf 60 Hz und es werden abwechselnd zwei Bilder mit in der Horizontalen leicht differierenden Sichtpunkten auf das gemeinsame Bildobjekt eingeblendet. Eine passive Polarisationsbrille (alternativ keine Folie und dafür eine schwerere, aktive Shutter-Brille) mach Bilder jeweils nur mit dem linken oder rechten Auge sichtbar. Nach dem Stereoskopie[2]-Prinzip entsteht dadurch ein Eindruck räumlicher Tiefe.
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