Der von Kritikern als Datenkrake bezeichnete Internet-Dienstleister Google gerät zunehmend ins Visier der Öffentlichkeit. Jetzt hat sogar das von CSU-Politikerin Ilse Aigner geführte Verbraucherschutzministerium einen Musterbrief veröffentlicht, mit dem man die Löschung persönlicher Daten aus Google Street View veranlassen kann.

Mit diesen Fahrzeugen nimmt Google die Bilder auf, die später in Street View als 360-Grad-Ansichten veröffentlicht werden sollen (Bild: Google).
Löblich ist es natürlich allemal, dass sich staatliche Behörden für die Privatsphäre ihrer Bürger einsetzen. Allerdings fragt man sich auch, welche Interessen hinter diesem Vorgehen stecken. Der Schutz der Privatsphäre ist es sicher nicht. Schließlich sammelt der Staat ja sehr gerne Daten von seinen Steuerzahlern und lässt den kompletten Datenverkehr der Internetnutzer aufzeichnen (Stichwort: Vorratsdatenspeicherung). Dagegen sind die Fotos für Google Streetview eine Bagatelle, oder?
Es scheint, als wolle sich Ministerin Aigner als Verbraucherschützerin profilieren. Gegen einen ausländischen Konzern, der in Deutschland kaum jemanden beschäftigt und so gut wie keine Steuern zahlt, ist das aus Sicht eines Politikers völlig unverfänglich. Wenn Aigner die Privatsphäre der Bundesbürger so am Herzen liegt, dann sollte sie auch gegen die Vorratsdatenspeicherung vorgehen. Aber das wird sie sich nicht trauen. Im Übrigen stehen Informationen über Einspruchsmöglichkeiten zu Streetview auch auf der Google-Website zur Verfügung.

Lesermeinungen zum Artikel
Das dürfte so nicht sein !
Vielleicht wäre es nett von Google, ca. 4 Wochen vorher mal anzurufen und den Scan anzukündigen. Dann kann der Hausbesitzer noch vorher einen Maler beauftragen oder den Hof aufräumen, um sein Anwesen im besten Licht dastehen zu lassen - das wäre doch fair.
MfG
Ob ein Haus in Google Steet View nun hübsch aussieht oder nicht, interressiert im Grunde nur Hausverkäufer, also eine verschwindend kleine Teilmenge von Hausbesitzern.
Gegenargument: Ein gepflegtes Haus könnte den Eindruck von Wohlstand erwecken, was die Begehrlichkeit bei Langfingern noch steigert.
Das von jedem sozialversicherungspflichtigen Arbeiter alle Personaldaten, auch Fehl-und Krankheitszeiten oder Betreibsratszugehörigkeiten, seit 01.01.2010 an den Staat gemeldet werden müssen ist Gesetz. Das Projekt heißt ELENA
Hier will eine Ministerin nur vom eigenen Datensammeln ablenken und Polemik verbreiten.