CeBIT 2010: Technik-Trends bei Notebooks und Netbooks

(http://www.zdnet.de/magazin/41527813/cebit-2010-technik-trends-bei-notebooks-und-netbooks.htm)

von Joachim Kaufmann, 23. Februar 2010

Core i3/i5/i7, Pine Trail, Hybrid- und DirectX-11-Grafik - im Notebook- und Netbook-Segment hat sich in den letzten Monaten viel getan. Auf der CeBIT werden viele Geräte mit neuster Technik zu sehen sein. ZDNet erklärt die Trends.

Das Jahr 2010 ist noch keine acht Wochen alt, aber schon haben die Komponentenhersteller für Notebooks und Netbooks AMD/ATI, Intel und Nvidia ein Neuheiten-Feuerwerk gezündet. Neue Core i3/i5/i7-CPUs, die erste DirectX-11-Grafik im Notebook oder eine Hybrid-Grafik, die man nicht mehr manuell umschalten muss - viele dieser Innovationen machen tragbare Rechner aller Leistungsklassen einmal mehr schneller und stromsparender.

Notebookanbieter sind derzeit dabei, die neuen Technologien in Geräte umzusetzen. Auf der CeBIT 2010 in Hannover werden einige Unternehmen ihre Neuheiten präsentieren. ZDNet hat die wichtigsten Trends auf dem Bereich der tragbaren Computer zusammengestellt.

Auf der CeBit 2010 sind die folgenden größeren Notebookhersteller vertreten: Acer[1] (Halle 15, Stand F20), Asus[2] (Halle 17, Stand H16), Dell[3], Fujitsu[4] (Halle 4, Stand E20), LG[5] (Halle 14, Stand H36), MSI[6] (Halle 17, Stand C38), Packard Bell[7] (Halle 15, Stand F38) und Samsung[8] (Halle 17, Stand A42).

Doch die Liste ist nicht vollständig: Einige namhafte Unternehmen fehlen, darunter Apple[9], Hewlett-Packard[10], Lenovo[11], Sony[12] und Toshiba[13].

Der aktuelle Hallenplan der CeBIT 2010 (Bild: Deutsche Messe AG).
Der aktuelle Hallenplan der CeBIT 2010 (Bild: Deutsche Messe AG).
Intel hat mittlerweile den Centrino-2-Nachfolger Calpella komplett eingeführt. Dazu gehören die im September 2009 gelaunchten Quad-Cores[14] (Core i7, Clarksfield) mit Nehalem-Architektur sowie die auf der Consumer Electronics Show vorgestellten Dual-Cores[15] (Core i3/i5/i7, Arrandale), die erstmals den Grafikprozessor im CPU-Gehäuse integrieren.

Die neuen Arrandale-Prozessoren integrieren erstmals den Grafikprozessor im Gehäuse. Dieser wird aber noch in 45-Nanometer-Technik gefertigt und ist etwas größer als der im 32-Nanomter-Verfahren hergestellte CPU-Die (Bild: Intel).
Die neuen Prozessoren integrieren erstmals den Grafikprozessor im Gehäuse. Dieser wird aber noch in 45-Nanometer-Technik gefertigt und ist etwas größer als der im 32-Nanomter-Verfahren hergestellte CPU-Die (Bild: Intel).

Beide Prozessor-Familien verfügen über Hyperthreading, das einen physikalischen Core in zwei virtuelle teilt. Davon profitieren rechenintensive Anwendungen wie Videoencoding. Eine weitere Neuerung ist Turbo Boost, das einzelne Kerne zulasten anderer zeitweise übertakten kann. Die Technik beschleunigt Programme, die nicht auf dem Multi-Core-Betrieb ausgelegt sind.

Auch 2010 werden die meisten Notebooks mit Dual-Core-CPUs ausgestattet sein. Die Quad-Cores sind aufgrund ihres höheren Stromverbrauchs und der höheren Abwärme überwiegend in sehr leistungsfähigen Geräten verbaut.

Der Wechsel zur neuen Intel-Plattform hat bei den Notebookherstellern gerade erst begonnen. Gemessen am gesamten Portfolio ist die Auswahl noch sehr übersichtlich. Da wird sich aber spätestens im zweiten Quartal ändern.

AMD setzt auf die im September 2009 vorgestellte Tigris-Plattform, die neben den Turion-Ultra-CPUs mit zwei Rechenkernen einen Chipsatz mit integrierter Grafik auf HD-4000-Basis umfasst. Die Prozessoren bringen pro Takt etwas weniger Leistung als die Intel-Chips und benötigen mehr Strom. Hersteller setzen daher bei Geräten mit langen Akkulaufzeiten weiter auf Intel. Wer jedoch hauptsächlich stationär arbeitet, ist auch mit einer AMD-Maschine gut bedient.

Anwender, die höhere Ansprüche an die 3D-Leistung haben, wird mit der Performance der Chipsatz-Grafik (AMD) beziehungsweise CPU-Grafik (Intel) nicht zufrieden sein. Für anspruchsvolle Spiele sind die Lösungen erheblich zu langsam. Abhilfe schaffen nur diskrete GPUs von ATI oder Nvidia.

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Beim Thema DirectX 11 liegt ATI derzeit klar in Führung: AMDs Grafikabteilung hat mit der 5000er-Serie sowohl für den Desktop als auch fürs Notebook entsprechende GPUs im Angebot – in unterschiedlichen Leistungsklassen. Nvidia dagegen kann aufgrund wiederholter Verzögerungen seiner ambitionierten Fermi-Architektur nach wie vor nur DirectX-10-Grafikprozessoren liefern. Die nächste Generation wird voraussichtlich erst Mitte des Jahres zur Verfügung stehen.

DirectX 11, das von Haus aus in Windows 7 integriert ist und sich unter Vista nachinstallieren lässt, bietet im Vergleich zum Vorgänger eine höhere Darstellungsqualität und nutzt Multi-Core-Prozessoren besser aus. Bislang ist die Auswahl an DirectX-11-Titeln eingeschränkt. Mit einem größeren Angebot ist im Laufe der Jahres zu rechnen.

Wem beim Spielen auf dem Notebook die Darstellungsqualität wichtig ist, muss zu den leistungsfähigsten GPUs der Hersteller greifen. Mittelklasse-Lösungen wie ATI Mobility Radeon HD 5650 oder die Nvidia Geforce 250M GTS zwingen gerade bei höheren Auflösungen zu Abstrichen bei den Details.

Zwar hat Nvidia bislang keine DirectX-11-Grafik im Portfolio, trotzdem konnten die Kalifornier Anfang Februar mit Optimus eine interessante Technik präsentieren. Es handelt sich um eine Neuauflage der seit Jahren bekannten Hybrid-Grafik.

Das Umschalten zwischen IGP (lange Akkulaufzeit) und GPU (hohe Performance) erfolgt anforderungsabhängig automatisch. Beim Start eines 3D-Spiels wird zur Berechnung flüssiger Bilder auf den Grafikchip gewechselt, nach dem Beenden sofort wieder zurück auf die IGP. Bislang musste das der Anwender selbst erledigen. Auch das störende Flackern des Displays ist mit der neuen Hybrid-Generation verschwunden. Was unter der Haube passiert, bemerkt der Anwender nur an der höheren Leistung.

Im ZDNet-Praxistest mit einem Asus-Notebook konnte Optimus überzeugen. Die Technik funktioniert tatsächlich so wie von Nvidia versprochen. Da auch die Herstellung der Notebooks günstiger wird, sind in den nächsten Monaten zahlreiche Optimus-Maschinen zu erwarten. AMD hat bislang keine vergleichbare Technik im Angebot.

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Während die Core-ix-CPUs im Vergleich zu ihren Vorgängern teils erheblich mehr leisten, bringt die neue Atom-Generation Pine Trail nur einen minimalen, nicht spürbaren Performancezuwachs. Auf diese Weise sorgt Intel dafür, dass der Abstand zu den profitableren Notebook-CPUs wieder größer wird.

Pine Trail integriert den Speichercontroller und und die Grafikeinheit auf dem Die[18]. Auch der neue Chip verfügt über einen Rechenkern mit 1,6 GHz Taktfrequenz und Hyperthreading. Die bei der Effizienz erzielten Fortschritte hat Intel ausschließlich in die Senkung der Leistungsaufnahme investiert. Insbesondere die Einsparungen bei den bislang im Chipsatz befindlichen Komponenten sorgen für einen niedrigeren Verbrauch. Die Hersteller werden bei der Vermarktung ihrer Netbooks daher verstärkt auf lange Akkulaufzeit setzen. Man kann zahlreiche Geräte mit zehn Stunden und mehr erwarten.

Auch die Grafikleistung des im Atom integrierten Grafikprozessors GMA 3150, eine aufgebohrte Version des betagten GMA 3100, hat nur unwesentlich zugenommen. Für die flüssige HD-Wiedergabe ist ein Beschleunigerchip von Broadcom notwendig. Ob man das in einem Netbook benötigt, ist natürlich Ansichtssache.

Für die neue Atom-Generation legt Nvidia seinen Ion-Chipsatz neu auf. Da der Speichercontroller jetzt Teil der CPU ist, handelt es sich beim Ion 2 um eine GPU. Optimus sorgt für eine automatische Umschaltung zwischen IGP und Grafikprozessor. Der Chip soll nicht nur die 3D-Fähigkeiten verbessern, sondern auch CUDA-Anwendungen wie Badaboom (Videoencoding) ausführen. Die relativ langsame Atom-CPU wird so umgangen.

Viele Informationen zu Ion 2 hat Nvidia noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Das erste Netbook mit dem Chip soll im März zu einem noch unbekannten Preis auf den Markt kommen. Es handelt sich um das Aspire One 532G[19].

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Derzeit kommen die ersten USB-3.0-Endgeräte auf den Markt. Der Anwender profitiert von den deutlich höheren Geschwindigkeiten. Im ZDNet-Test der Buffalo Drivestation HD-HXU3[21] dauert das Schreiben einer 2,3-GByte-Datei unter USB 3.0 nur 19 Sekunden. Mit USB 2.0 verstreichen mehr als 70 Sekunden.

Das Angebot an Notebooks mit USB 3.0 beschränkt sich bislang aber auf wenige Geräte, da AMD und Intel die Technik nicht in ihre Chipsätze integriert haben. Notebookhersteller müssen einen separaten Controller einsetzen, was relativ aufwändig ist. Diesen Weg geht Asus beim N71JV-TY012V [22] und

Solid State Drives bleiben trotz ihrer Vorteile in den Bereichen Stabilität, Performance und Stromverbrauch die Ausnahme. Sie kommen meist nur in besonders kompakten Highend-Notebooks zum Einsatz. Dafür sind die nach wie vor hohen Kosten verantwortlich, die im Vergleich zur Festplatte das Zehnfache und mehr betragen. Ein Durchbruch der Technik lässt also weiterhin auf sich warten.

Aufgrund des in Windows 7 integrierten Windows Touch[23] gehen die Notebookhersteller das Thema Berührungssteuerung per Multitouch an. Ob sich daraus ein Trend entwickelt und es nicht bei einem kurzen Strohfeuer bleibt, muss sich aber erst noch zeigen.

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[1] = http://www.acer.de
[2] = http://www.asus.de
[3] = http://www.dell.de
[4] = http://www.fujitsu.de
[5] = http://de.lge.com/
[6] = http://www.msi-computer.de
[7] = http://www.packardbell.de
[8] = http://www.samsung.de
[9] = http://www.apple.de
[10] = http://www.hewlett-packard.de
[11] = http://www.lenovo.de
[12] = http://www.sony.de
[13] = http://www.toshiba.de
[14] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_hardware_idf_clarksfield_bringt_nehalem_technik_ins_notebook_story-39001021-41503074-1.htm
[15] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_notebooks_das_bringt_intels_centrino_2_nachfolger_story-20000101-41525030-1.htm
[16] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_vier_kerne__acht_threads_acers_core_i7_notebook_im_test_review-20000151-41515681-1.htm
[17] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_nvidia_optimus_durchbruch_fuer_hybrid_grafik_im_notebook_story-20000101-41526981-1.htm
[18] = http://de.wikipedia.org/wiki/Die_(Halbleitertechnik)
[19] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_hardware_mwc_acer_stellt_sein_erstes_netbook_mit_ion_2_plattform_vor_story-39001021-41527464-1.htm
[20] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_wind_u135_im_test_was_leistet_msis_pine_trail_netbook_review-20000151-41525887-1.htm
[21] = http://www.zdnet.de/zentrale_speicherung_und_rechenleistung_storage_server_in_unternehmen_buffalo_drivestation_hd_hxu3_festplatte_mit_usb_3_0_im_praxistest_review-39001321-41527070-1.htm
[22] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_hardware_asus_bringt_17_zoll_notebook_mit_optimus_grafik_und_usb_3_0_story-39001021-41527193-1.htm
[23] = http://www.zdnet.de/betriebssysteme_in_unternehmen_linux_vista_xp_unix_mac_windows_touch_alternative_zu_tastatur_und_maus_story-20000004-41516544-1.htm