Die Datensammelwut von Firmen mit seriösem Ruf kennt scheinbar keine Grenzen. Davon sind nicht nur Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Deutsche Telekom oder Lidl betroffen, in denen Aufsichtsräte, Vorstände und Mitarbeiter systematisch ausspioniert werden.
Unternehmen wie Suchmaschinen oder soziale Netzwerke investieren eine Menge Arbeit, um an Daten der Nutzer zu kommen. Die Suchmaschinen versuchen es vor allem mit Toolbars und anderen kostenlosen Programmen. Da das Interesse der Nutzer an solchen "Potentially Unwanted Programs" (PUPs) gering ist, versuchen die Suchmaschinen, ihre Tools mit anderer Software zu bündeln.
Mit einem unachtsamen Klick auf "Weiter" bei der Installation ohne vorher die Schaltfläche "Ich möchte den Toolbar X installieren und akzeptiere die Nutzungsbedingungen" zu deaktivieren, hat man sich schnell einen möglicherweise unsichtbaren "Protokollanten" installiert. Auf Rechnern mit WLAN kann neben besuchten Websites auch der genaue Standort ermittelt werden.
Google geht derzeit offensichtlich verantwortungsvoll mit dem erhaltenen Datenmaterial um. Dennoch sind die Methoden, mit denen der Suchmaschinengigant versucht, dem Nutzer Schnüffel-Software unterzuschieben, indem er zwar juristisch korrekt, aber möglichst unbewusst zugestimmt hat, recht rabiat.
Ein technisch versierter Benutzer kann sicherlich einen eventuellen Datenfluss zu den Suchmaschinen wieder stoppen. Da man dazu am besten einen Netzwerk-Sniffer einsetzt, wie Harvard-Professor Ben Edelman herausgefunden hat, dürften viele Anwender Schwierigkeiten haben, sich einer einmal unbewusst zugestimmten Datenübertragung wieder zu entziehen.
Die sozialen Netzwerke gehen mit denen ihnen anvertrauten Daten recht leichtfertig und eigennützig um. So bittet etwa Facebook ganz unverblümt um die persönlichen Adressbücher von der Festplatte des Benutzers. Wie inzwischen bekannt ist, werden diese Daten massiv im Eigeninteresse von Facebook genutzt. Das gilt auch für Daten von Nichtmitgliedern, die Facebook aus privaten Kontaktdateien zieht.
Dieser Umgang mit Daten geht mehr als einen Schritt zu weit. Hier sind die Gesetzgeber weltweit gefordert, einen klaren Rahmen zu setzen, an den sich die sozialen Netzwerke halten müssen.

Lesermeinungen zum Artikel
Missbraucht werden (z.B. zum Hacken) können übrigens auch Browser und jede Programmierumgebung, aber in einer Grauzone befinden sie sich deshalb nicht.
Nur nicht verrückt machen lassen. :-)
Nach diesem Bericht - der mir schon weitestgehend geläufig war - wäre es an der Zeit Eigenschaften auch richtig zu definieren!
Hinzukommt das ein am Aktienmarkt orientiertes Unternehmen niemals wirklich sozial sein wird oder sein kann. Dies widerspricht sich schon im Anspruch hinsichtlich der Dividenten/einer Gewinnmaximierung.
Richtig, und zdnet hilft direkt mal mit -.-
Ohne "gefällt mir-Button" gehts wohl heute nicht mehr -.-