Besseres Monitoring mit Conky

(http://www.zdnet.de/magazin/41527163/besseres-monitoring-mit-conky.htm)

von Vincent Danen, 12. Februar 2010

Das schlanke Systemüberwachungstool Conky funktioniert außerordentlich gut und zeigt viele Informationen auf dem Desktop an. ZDNet beschreibt die Installation und Konfiguration von Clonky.

Die Monitoring-Software Conky ist kostenlos, schlank und läuft unter Linux und BSD. Sie bietet mehr als 300 integrierte Objekte für die Überwachung von Systemen. Darunter fallen etwa die Überwachung von IMAP- und POP3-Verbindungen und der Support verschiedener Musikplayer (MPD, XMMS2, BMPx, Audacious).

Ein weiterer Vorteil des Tools ist, dass es in einem fensterlosen Modus arbeitet. Es verankert sich permanent auf dem Desktop, sodass es weder verschoben noch geschlossen werden kann.

Um Conky zu installieren ist bei vielen Distributionen ein YUM- oder APT-Paket erforderlich; bei Fedora 11 muss man einfach Folgendes ausführen:

yum install conky
Nach der Installation muss die Standard-Konfigurationsdatei (normalerweise /etc/conky/conky.conf) nach ~/.conkyrc kopiert werden. Danach lässt sich das Tool so einstellen, dass es dem eigenen Geschmack entspricht und die Informationen anzeigt, die man möchte.

Standardmäßig voreingestellt ist die Betriebszeit, die aktuelle CPU-Frequenz, die Anzahl laufender Prozesse, die Auslastung des Arbeitsspeichers (RAM), die Swap-Datei und CPU, der verwendete Festplattenspeicher, der Netzwerkdurchsatz und die vier Prozesse, die die CPU am stärksten beanspruchen.

Einige nützliche Änderungen an den Standardeinstellungen können zum Beispiel durch das Setzen der folgenden Optionen in ~/.conkyrc vorgenommen werden:

double_buffer yes
own_window_transparent yes
xftfont DejaVu Sans Mono:size=10

Die erste Option ist praktisch, wenn das Fenster von Conky flackert, während die Statusinformationen aktualisiert werden. Für gewöhnlich tritt das dieses Problem nicht mehr auf, wenn man double_buffer einstellt. Mit der zweiten Option wird Conky transparent, es sieht dann so aus, als gehörten die Angaben zum Desktop selbst. Und durch die Änderung des xftfont-Strings lassen sich andere Schriftarten und kleinere Schriftgrößen einstellen. Standardmäßig wird eine 12-Punkt-Schrift verwendet, ändert man die Größe auf 10 Punkt, wird weniger Platz auf dem Desktop verbraucht, die Angaben sind aber immer noch gut lesbar. Im Monitoring-Tool kann man die Konfigurationsdatei um vieles ergänzen, sodass sich zahlreiche Systemkomponenten überwachen lassen. Conky kann POP3/IMAP-E-Mail-Konten, die Temperatur, die Anzahl von Verbindungen auf bestimmten TCP-Ports, den Lüfter-Status, den Akkuladezustand und vieles mehr überwachen. Die vollständige, variable Liste der von Conky unterstützten Funktionen steht auf der Website zur Verfügung[1]. Zum Beispiel kann man Conky so konfigurieren, dass es die Anzahl von SSH-Verbindungen mit dem System überwacht und die Systemauslastung folgendermaßen anzeigt:

${color yellow}Load Average:$color $loadavg
${color grey}SSH connections:$color ${tcp_portmon 22 22 count}

Mit der ersten Option wird der Text "Load Average" in Gelb angezeigt und dann wird die durchschnittliche Auslastung angegeben. Die zweite Option zeigt die Anzahl von Verbindungen auf Port 22 an. Die Option "count" kann durch andere ersetzt werden, zum Beispiel durch "rip", um die Remote-IP-Adresse, oder "rhost", um den Remote-Hostnamen anzuzeigen.

Die Konfiguration ist ziemlich flexibel, und man kann mit Conky eine ganze Menge überwachen. Wenn das Tool bei der Anmeldung am System automatisch gestartet wird, hat man es permanent auf dem Desktop zur Verfügung. Es ist auch nicht an einen virtuellen Desktop gebunden, sondern auf allen Arbeitsoberflächen sichtbar. Zudem nimmt es auf dem Panel keinen Platz als aktiver Prozess weg. Anwender von GeekTool[2] unter OS X werden bemerken, dass Conky sich ganz ähnlich wie dieses vielseitige Tool anfühlt.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://conky.sourceforge.net/documentation.html
[2] = http://projects.tynsoe.org/en/geektool/