Daten, Fotos, Videos: alles über das neue Apple-Tablet iPad

(http://www.zdnet.de/magazin/41526392/daten-fotos-videos-alles-ueber-das-neue-apple-tablet-ipad.htm)

von Joachim Kaufmann und Michael Sixt, 28. Januar 2010

Apple hat mit dem iPad sein lange erwartetes Tablet vorgestellt. Technisch gesehen handelt es sich um einen großen iPod Touch. Es bringt einige interessante Funktionen mit - aber auch einige Enttäuschungen.

Das iPad sieht aus wie ein großer iPod Touch. Im Innern arbeitet kein x86-Prozessor, sondern eine auf dem ARM-Befehlssatz basierende CPU namens Apple A4.

Sie wurde tatsächlich auch von Apple in Eigenregie entwickelt: Die Kompetenz hat das Unternehmen seit der Übernahme von P.A. Semi[1] im Jahr 2008 im Haus. Beim A4 handelt es sich um ein System on a Chip (Soc), das neben der CPU auch Grafik, Speichercontroller und andere Komponenten integriert. Er läuft mit einer Taktfrequenz von 1 GHz.

Das iPad wird in Varianten mit 16, 32 und 64 GByte Speicher angeboten. Es kommen grundsätzlich Flash-Bausteine zum Einsatz, Festplatten sind nicht vorgesehen.

Beim Display setzt Apple auf ein hochwertiges IPS-Panel[2]. Ein solches wird auch im 27-Zoll-iMac verbaut und bietet im Vergleich zu billigeren TN-Panels eine bessere Farbdarstellung sowie eine geringere Blickwinkelabhängigkeit - was der gemeinschaftlichen Nutzung des iPad auf dem Sofa entgegenkommt.

Überraschend niedrig ist die Auflösung von 768 mal 1024 Pixeln bei einer Diagonale von 9,7 Zoll. Das entspricht 135 Pixeln pro Zoll. Das iPhone (320 mal 480 Pixel) bietet 163 Pixel pro Zoll und ermöglicht damit zumindest in der Theorie eine schärfere Darstellung. Da das iPad auch als E-Book-Reader dienen soll, hätte man eine höhere Auflösung erwartet.

Das Tablet bietet kaum Schnittstellen: Weder USB noch ein Kartenleser sind integriert. Das Gerät verfügt lediglich über einen Dock-Connector und eine Klinkenbuchse. Gleiches gilt für eine Kamera, die sich für iChat-Videokonferenzen angeboten hätte.

Der fest eingebaute und nicht wechselbare Akku (25 Wh) soll beim Surfen per WLAN oder bei der Videowiedergabe bis zu zehn Stunden durchhalten. Die Angabe basiert also anders als bei so manchem Notebook nicht auf eine kaum vorhandene Auslastung. Wie lange das iPad wirklich abseits der Steckdose funktioniert, muss es freilich erst in einem Test unter Beweis stellen.

Bildergalerie

So sieht das iPad aus: Hardware, Software, Zubehör[3]

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iPad Technische Daten
Abmessungen 24,3 x 19,0 x 1,3 Zentimeter
Gewicht 680 Gramm; 730 Gramm mit 3G-Modul
Display-Auflösung 1024 x 768 Pixel
Display-Größe 9,7 Zoll
Farbdisplay ja
CPU 1 GHz Apple A4
Speicher 16, 32 oder 64 GByte
WLAN ja; 802.11 a/b/g/n
UMTS modellabhängig
Bluetooth Bluetooth 2.1 + EDR
Beschleunigungssensor ja
Helligkeitssensor ja
Unterstützte Musikformate AAC, Protected AAC, MP3, MP3 VBR, Audible, Apple Lossless, AIFF, WAV
TV- Und Video-Unterstützung H264, m4v, mp4, mov, MPEG-4
Unterstützte Mailanhänge jpg, tiff, gif, doc, docx, htm, html, key, numbers, pages, pdf, ppt, pptx, txt, rtf, vcf, xls, xlsx
Standby-Zeit bis zu 30 Tage
Nutzungszeit bis zu 10 Stunden
Anschlüsse Dock-Connector, 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse
Das iPad nutzt eine modifizierte Version des iPhone OS. Im Gegensatz zu Mac OS X läuft es auf der ARM-Plattform. Die Oberfläche des iPad ist der des iPod Touch sehr ähnlich. Auch beim Tablet verfolgt Apple eine konsequente Ausrichtung auf die Fingerbedienung. Texteingaben erfolgen über eine vurtuelle Tastatur. Multitasking beherrscht das Gerät nicht. Öffnet man ein Programm, wird das andere automatisch geschlossen. Allerdings funktioniert Multithreading: Wer Mit dem Tablet Muik hört, kann nebenbei E-Mails schreiben.Vorinstalliert sind folgende Anwendungen: Browser (Safari), E-Mail, Video, iPod, Photos, Youtube, iBooks, App Store, Maps, Notes, Kalender und Kontakte. Apple hat die Programme gegenüber den iPhone-Pendants überarbeitet, um den größeren Bildschirm sinnvoll zu nutzen. Der Safari-Browser bietet aber auch auf dem Tablet keine Flash-Unterstützung.iBooks ist eine Applikation für elektronische Bücher, die über den neuen iBook Store gekauft werden können. Die Oberfläche der Software sieht aus wie ein befülltes Bücheregal. Die Bücher selbst werden in Farbe und plastisch dargestellt. Apple verwendet für die elektronische Lektüre das ePub-Format. Das Blättern wird als flüssige Animation dargestellt. Auf den einzelnen Seiten gibt es eine Lupe, mit der der Text vergrößert werden kann. Auch die Schriftart lässt sich einstellen - die Änderung wirkt sich auf das gesamte elektronische Buch aus. Auf dem Tablet läuft zwar keine OS-X-Software, laut Apple aber die meisten der momentan 140.000 im App Store angebotenen iPod-Touch- und iPhone-Anwendungen. Ausnahmen sind Programme, die Komponenten wie GPS (nur im 3D-Model integriert) oder Kamera voraussetzen, die nicht oder in nicht allen iPad-Modellen zu finden sind. Die unterschiedlichen Auflösungen der Geräte (480 mal 320 zu 768 mal 1024 Pixel) werden durch Hochskalieren überbrückt. Apple bietet ein Software Development Kit (SDK) an, das die Entwicklung von auf das iPad zugeschnitten Anwendungen ermöglicht.Mit zusätzlicher Software kann der Nutzer den Funktionsumfang des iPad erweitern. So bietet Apple für sein Tablet auch eine angepasste Version von iWorks an. Das Paket besteht aus Pages (Textverarbeitung), Numbers (Tabellenkalkulation) und Keynote (Präsentation).Mit Pages können Dokumente geschrieben und als Pages-, Word- oder PDF-Datei gespeichert sowie verschickt werden. Numbers entspricht Microsofts Excel und stellt Tabellen wie auch Diagramme dar. Mit Keynote bekommt der Nutzer ein Werkzeug in die Hand, um Präsentationen mit Animationen und Übergängen zu erstellen, die sich anschließend als Powerpoint- oder PDF-Datei speichern lassen. Um die Software zum iPad kompatibel zu machen, hat Apple eine neue Nutzeroberfläche entwickelt. So lassen sich die Anwendungen gut mit dem Finger bedienen. Es gibt viele Pop-up-Menüs und ein spezielles Tastatur-Set für die Eingabe von Daten in Tabellen.Die einzelnen iWork-Programme können über den App Store auf das iPad geladen werden. Jede Anwendung kostet 10 Dollar.Zum Marktstart des Tablets sollen weitere Anwendungen, die mehr als eine einfache Applikation sind, im App Store bereit stehen. Dazu zählt Brushes, ein Grafikprogramm zum Malen mit dem Finger. Der bekannte Künstler David Hockney hat mit Brushes schon Bilder auf dem iPhone gemalt[4]. Die Einstellungen für die Art des Pinsels, die Strichstärke und die Farben erreicht der Nutzer wieder über Pop-up-Menüs.Ferner soll es Spiele wie Need vor Speed Shift für das Tablet geben. Bei dem Fahrspiel wird das Auto durch Lenkbewegungen des iPads gesteuert.
iPad
In die den Dock wird das iPad hochkant gesteckt. (Bild: Apple).

iPad Schutzhülle
Die Schutzhülle ist aus weichem Kunststoff (Bild: Apple).
Mit dem iPad hat Apple auch Zubehör vorgestellt. So gibt es zum Beispiel eine Docking Station, in die das Gerät im Hochformat gesteckt werden kann. Etwas günstiger dürfte der iPad Connector sein - ein Kabel, das den Anschluss an die USB-Schnittstelle eines PCs oder Macs ermöglicht. Mit einem VGA-Adapter wird es möglich sein, die Inhalte über einen Monitor oder Projektor mit der Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln zu präsentieren.Wer statt auf einer virtuellen Tastatur lieber mit richtigen Tasten tippt, kann sich das iPad Keyboard Dock kaufen. Es kombiniert die Standard-Docking-Station mit einer Tastatur, die Apples Aluminiumtastatur ähnelt. Es gibt spezielle Tasten für Kurzbefehle und die Steuerung von Musik. Das Keyboard Dock kann mit einem extra Kabel an die Steckdose angeschlossen werden. Es soll 69 Dollar kosten.Apple bietet für das Tablet eine Hülle namens iPad Case an. Sie soll 39 Dollar kosten und aus weichem Kunststoff sein. Auf der Vorderseite der schwarzen Schutzschale prangt das Apple-Logo, hinten gibt es einen Falz, in den der umgeklappte Deckel gesteckt werden kann. Dadurch lässt sich die Hülle gleich als iPad-Ständer nutzen. Die Bedienknöpfe und Schnittstellen verdeckt das Case nicht.Da das iPad weder einen USB-Port noch eine Kartenleser hat, bietet Apple für 29 Dollar ein Dock-Adapter-Kit an. Mit ihm lassen sich eine Kamera oder ein Kartenleser mit dem Gerät verbinden.
iPad
Apples Keyboard Dock für das iPad (Bild: Apple).

iPad Camera Connection Kit
Mit dem Camera Connection Kit kommen Bilder auf das iPad (Bild: Apple).
Das iPad ohne UMTS wird weltweit ab Ende März erhältlich sein. Die 3G-Variante soll im April in den USA und in ausgewählten Ländern über die Ladentische gehen. Ob Deutschland dabei ist, konnte Apple noch nicht sagen. Auch über die Euro-Preise wurde nichts bekannt.
  16 GByte 32 GByte 64 GByte
WLAN 499 Dollar 599 Dollar 699 Dollar
WLAN und 3G 629 Dollar 729 Dollar 829 Dollar
Microsoft und seine Hardwarepartner hatten mit dem bereits 2002 eingeführten Tablet-PC bis jetzt keinen großen Erfolg. Die Geräte - egal ob Slates (komplett ohne Tastatur) oder Convertible (Notebook mit drehbarem Display) - besetzen nach wie vor nur eine Nische. Ob Apple mit dem iPad dieser Gerätekatgorie zum Durchbruch verhelfen kann, muss sich erst zeigen. Konzeptionell hat es dem Ansatz aus Redmond aber einiges voraus.

Anstatt auf ein Desktop-OS samt vergleichsweise stromhungriger x86-CPU setzt Apple auf eine ARM-Plattform und das deutlich verschlankte iPhone OS. Das ermöglicht mit geringerem finanziellem Aufwand längere Akkulaufzeiten und mehr Mobilität.

Das Betriebssystem ist konsequent auf Performance, Effizienz und Fingerbedienung ausgelegt. Microsoft versucht dagegen seit Jahren mit mäßigem Erfolg, die Windows-Oberfläche so zu modifizieren, dass Maus-, Finger- und Stiftbedienung gleichermaßen möglich sind. Wie der Test von Windows Touch unter Windows 7 gezeigt hat, ist das Interface für eine sinnvolle Bedienung zu komplex.

Auf der Haben-Seite von Apple steht auch, dass bereits mehr als 100.000 Anwendungen aus dem App Store für das iPad zur Verfügung stehen. Diese sind, anders als klassische Desktop-Software, bereits für die Erfordernisse im Bereich Mobilität ausgelegt. Auch der Preis könnte helfen: Mit 499 Dollar für das Einstiegsmodell hat Apple die magische 500-Dollar-Grenze knapp unterschritten.

Ob das alles reicht, um das iPad zum nächsten größen Verkaufshit nach iPod und iPhone zu machen, ist aber längst nicht ausgemacht. Die Hardware zeigt doch einige Schwächen: So sind keine Schnittstellen wie USB vorhanden, um beispielsweise unterwegs Bilder von einer digitalen Kamera zu laden. Auch eine Webcam fehlt. Das Display (135 Pixel pro Zoll) erreicht nicht die Schärfe des iPhone (163 Pixel Pro Zoll) - für den Einsatz als E-Book-Reader nicht die beste Voraussetzung.



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URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_unternehmen_business_apple_kauft_hersteller_von_low_voltage_prozessoren_story-39001020-39190048-1.htm
[2] = http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkristallbildschirm#IPS
[3] = http://www.zdnet.de/galerie/41526419/so-sieht-das-ipad-aus-hardware-software-zubehoer.htm#sid=41526392
[4] = http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/30421