So richtet man VoIP mit Twinkle unter Linux ein

(http://www.zdnet.de/magazin/41524870/so-richtet-man-voip-mit-twinkle-unter-linux-ein.htm)

von Vincent Danen, 22. Dezember 2009

Das Internet hat tolle Kommunikationsmittel hervorgebracht: E-Mail, Instant Messaging, IRC, soziale Netzwerke und Internet-Telefonie. VoIP ist wahrscheinlich die nützlichste davon. Allerdings ist sie auch am schwierigsten einzurichten.

Zum Telefonieren per Internet gibt es zahlreiche Implementierungsformen wie Skype, festverdrahtete VoIP-Telefone, die an den Router angeschlossen werden, SIP-Softphones und so weiter. Die so genannten Softphones sind etwas aufwendiger, da sie einen Rechner benötigen, der mit dem Internet verbunden und mit der nötigen Software konfiguriert ist.

Eine solche Software ist Twinkle[1]. Sie verwendet das SIP-Protokoll für Internet-Telefonie und Instant Messaging und ermöglicht Gespräche von einem Rechner zu einem anderen oder mit einem SIP-Proxy als Router für Anrufe und Nachrichten. Das bedeutet, dass von einem herkömmlichen Telefon aus getätigte Anrufe an eine normale Telefonnummer an das auf einem Rechner laufende Twinkle weitergeleitet werden.

Wer bei der Arbeit oder im Unternehmen Zugang zu einem SIP-Server wie Fedora[2] hat, kann über Twinkle Anrufe annehmen und führen. Beim ersten Start von Twinkle muss man über den Assistenten zum Anlegen des Benutzerprofils ein Konto einrichten.

Dort werden Angaben zum jeweiligen SIP-Konto und der Anwesenheitsanzeige erfragt. So sind beispielsweise der vollständige Name, Benutzername (SIP-Konto-Benutzername) und die Domäne (bei Benutzern von Fedora Talk zum Beispiel talk.fedoraproject.org) anzugeben. Zur Authentifizierung wird zudem der Benutzername mit Passwort abgefragt; dieser stimmt für gewöhnlich mit dem vorher konfigurierten Benutzernamen überein. Abschließend ist die Adresse des SIP-Servers nötig. Ferner kann festgelegt werden, ob nach dem Start die Anwesenheit angezeigt werden soll, damit andere sehen können, ob man online ist. Die Konfiguration von Twinkle selbst geht ziemlich einfach. Das Programm ist zwar recht komplex, doch die Benutzerkonfiguration verläuft problemlos (vorausgesetzt, die Konto-Informationen des Anbieters sind exakt). Lediglich bei der Audioeinrichtung kann die Systemkonfiguration ein wenig heikel werden.

Dazu muss in jedem Fall das Mikro aktiviert werden. Bei einigen Laptops gibt es zwei Eingangskanäle, die möglicherweise nicht standardmäßig aktiviert sind. Mit Alsamixer lässt sich die Aktivierung überprüfen. Wer gleichzeitig PulseAudio verwendet, sollte "alsamixer -c 0" verwenden. Standardmäßig wird bei Ausführung von Alsamixer nur der Master-Kanal im PulseAudio angezeigt, nicht aber die untergeordneten ALSA-Kanäle.

Manche bevorzugen ein Headset mit USB-Anschluss für Twinkle, da die Konfiguration wesentlich einfacher geht und der Klang besser ist als über die Lautsprecher des Laptops.

Im Hauptfenster von Twinkle lassen sich unter "Edit | System settings" die Systemeinstellungen bearbeiten. Die zu verwendenden Eingangs- und Ausgangskanäle können auf der Registerkarte "Audio" ausgewählt werden. So ist es möglich, den Klingelton beispielsweise über das Default ALSA Device (Lautsprecher des Laptops) abspielen zu lassen, während Lautsprecher und Mikro auf das verwendete Headset geleitet werden. Durch Aktivierung des Kästchens neben "Validate devices before usage" (Gerät vor Verwendung prüfen) wird sichergestellt, dass auch alles funktioniert.

Twinkle zählt sicherlich nicht zu den attraktivsten SIP-Softphones, eignet sich für Linux jedoch perfekt. Und schließlich kann man das Hauptfenster auch schließen und Twinkle im Hintergrund ausführen lassen, so dass die antiquierte Oberfläche nicht weiter stört. Dafür ist das Programm enorm leistungsfähig und zuverlässig. Und es bringt eine beeindruckende Reihe von Funktionen mit.

Zum Download[3]

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.twinklephone.com/
[2] = http://fedoraproject.org/de/
[3] = http://www.zdnet.de/kostenloses_netzwerk_twinkle_download-39002345-316299-1.htm