Das Interesse an Windows 7 ist groß, die Wege zum Umstieg sind jedoch verschlungen - zumindest aus Lizenzsicht. ZDNet zeigt, welche Möglichkeiten es gibt und worauf Firmen wie auch Privatanwender besonders achten müssen.
Microsoft[1] bietet viele Wege an, wie Nutzer auf Windows 7 wechseln können. Ganz klassisch lässt sich das Betriebssystem vorinstalliert auf einem neuen PC erwerben. Ein vorhandener PC kann – wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind – mit einer im Retail gekauften Software aus der Box migriert werden. Auch die Umstellung über einen Download bietet Microsoft an. Und natürlich ist es ebenfalls möglich, einen PC selbst aus Komponenten zusammenzubauen und darauf Windows zu installierten.
In jedem dieser Fälle hat der Anwender die Wahl zwischen einer ganzen Reihe sogenannter Windows-Editionen. Die Preise hängen von der Edition und dem Vertriebsweg ab, über den sie gekauft wird. Und mit jeder der denkbaren Kombinationen sind unterschiedliche Lizenzbestimmungen verknüpft.
Obwohl Nutzer Lizenzbestimmungen üblicherweise nur als letzte Hürde vor der Nutzung einer Software betrachten, sollten sie sich die von Windows 7 ausnahmsweise einmal etwas näher ansehen. Denn die Lizenzvereinbarungen, denen man durch einen einfachen Mausklick zustimmt und die man meistens nur als lästige Formsache sieht, sind in Wirklichkeit Verträge, die bestimmte Rechte einräumen, aber auch bestimmte Einschränkungen auferlegen. Und dass Microsoft sich Verletzungen dieser Verträge nicht mehr so oft gefallen lassen wird wie früher, hat der Konzern in letzter Zeit immer wieder deutlich gemacht.
Microsofts Verhalten in Bezug auf Lizenzen wird oft als willkürlich gegeißelt. Eine häufige Forderung ist, dass der Softwareriese jedem Kunden einfach eine Version seines Betriebssystems zu einem Preis verkaufen sollte. Sie geht aber an der Realität vorbei. Denn zum einen gibt es ganz unterschiedliche Vertriebswege mit jeweils eigenen Geschäftsmodellen, die auch Microsoft nicht einfach ignorieren kann. Zum anderen hat Microsoft Kunden, die weniger ausgeben wollen, weil sie manche Funktionen nicht benötigen. Andere sind bereit, für Zusatzfunktionen wie die Dateiverschlüsselung BitLocker extra zu bezahlen.
Dennoch: Wenn man nicht gerade Anwalt ist, bleibt das Thema Windows-Lizenzierung äußerst verwirrend. Vor allem, wenn man nicht die für Microsoft, sondern die für den Kunden günstigste Variante auswählen möchte. Die gute Nachricht ist, dass die Bestimmungen für Verbraucher und Anwender in kleinen Unternehmen recht eindeutig und viele schwierige Klauseln für sie überhaupt nicht relevant sind - und von ihnen daher ausgeblendet werden können. Andererseits kann die Kenntnis dieser Regelungen IT-Profis und Verantwortlichen in großen Firmen helfen, viel Geld und rechtlichen Ärger zu sparen.
ZDNet-Autor Ed Bott[2] beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Windows-Lizenzfragen. Seine Erfahrung: Obwohl es Seiten gibt, die den Eindruck erwecken, einen Großteil der wichtigen Informationen - zum Beispiel zu Volumenlizenzen[3] - zusammenzufassen, sind viele wichtige Informationen dort nicht enthalten. Sie müssen vielmehr aus Lizenzvereinbarungen herausgelesen werden oder sind auf Webseiten verborgen, auf die nur Microsoft-Vertriebspartner Zugriff haben. Also hat Bott sich daran gemacht, Details aus vielen Quellen zusammenzuführen, um die unterschiedlichen Windows-7-Lizenzbestimmungen für Verbraucher und Unternehmen einmal in einer Übersicht darzustellen.
Einen ersten Überblick über die Umstiegsoptionen gibt die untenstehende Tabelle. Aber auch Bott ist es nicht gelungen, einen kompletten Überblick zu erstellen. Er lässt daher einige Lizenztypen außen vor, um das Bild nicht unnötig zu verkomplizieren. Dazu gehören die Lizenzen für Bildungseinrichtungen und Behörden sowie Lizenzen, die als Teil von MSDN- und TechNet-Abonnements sowie den sogenannten "Action Pack Subscriptions" für Microsoft-Partner zur Verfügung gestellt werden.
Die Tabelle ist folgendermaßen zu lesen: Die Lizenztypen sind in den Spalten nach Möglichkeit in von links nach rechts in aufsteigender Reihenfolge – gemessen am Preis – angeordnet. Eine ausführliche Beschreibung jedes Lizenztyps liefern die folgenden Seiten. Außerdem gehen sie auf einige Feinheiten und Ausnahmen von den allgemeinen Regeln ein.
Achtung, dieser Text soll eine Orientierungshilfe bieten, eine rechtskräftige Beratung ist er nicht. Ohnehin sollten größere Firmen versuchen, ob sie mit individuell ausgehandelten Abkommen nicht günstiger fahren. Aber auch ihnen hilft es, zuerst einmal zu wissen, wie die Microsoft-Angebote überhaupt aussehen.
Lizenzschema für Windows 7 | ||||||
| OEM (große Hersteller) | OEM (System Builder) | Windows Anytime Upgrade | Retail Upgrade | Retail-Box-Produkt | Firmen (Volumenlizenzen) | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Setzt vorangegangene Windows-Lizenz voraus | nein | nein | ja | ja | nein | ja |
| Ist auf einen neuen PC übertragbar | nein | nein | nein | ja | ja | nein |
| Umstellung zwischen 32 und 64 Bit möglich | nein (1) | nein (1) | nein | ja | ja | ja |
| Support durch Microsoft | nein | nein | ja | ja | ja | ja (2) |
| Support durch den PC-Hersteller | ja | ja | nein | nein | nein | nein |
| Aktivierung bei Microsoft notwendig | nein | ja | ja | ja | ja | nein (3) |
| Vorinstallation durch OEM notwendig | ja | ja | nein | nein | nein | nein |
| Installation auf "leerem" PC erlaubt | ja (4) | ja (4) | nein (5) | nein (6) | ja | ja |
Fußnoten zur Tabelle:
(1) Entscheidung muss beim Kauf oder der Installation getroffen werden
(2) hängt von den Vereinbarungen im Lizenzvertrag ab
(3) Volumenlizenzen sind möglicherweise durch lokales Schlüsselmanagement zu aktivieren
(4) Abläufe für Neuinstallationen können je nach Hersteller abweichen
(5) erneutes "Anytime Upgrade" nach der Neuinstallation einer Windows-7-Edition erforderlich
(6) telefonische Aktivierung
Laut Microsoft gehen 90 Prozent aller Windows-Lizenzen zusammen mit neuen PCs über den Ladentisch, auf denen das Betriebssystem durch sogenannte Original Equipment Manufacturers (OEMs), vorinstalliert ist. Das wird sich wahrscheinlich auch mit Windows 7 nicht wesentlich ändern.
Für viele Windows-Nutzer ist das der weitaus günstigste Weg, an ein neues Betriebssystem zu gelangen. Die großen PC-Hersteller verkaufen jeden Monat Millionen von PCs mit vorinstalliertem Betriebssystem.
Kauf über einen großen PC-Hersteller
Mit dem ersten Start des Rechners akzeptiert der Anwender gleich zwei Lizenzabkommen - in der Regel, ohne sie wirklich zu kennen: eines mit dem PC-Hersteller, eines mit Microsoft. Deshalb hier in Kürze die Fakten, die man wirklich wissen muss.
- Das Windows-Lizenzabkommen wird in diesem Fall zwischen dem Käufer und dem PC-Hersteller abgeschlossen, nicht zwischen Käufer und Microsoft.
- Der OEM benutzt spezielle Imaging-Tools, um Windows auf den von ihm hergestellten PCs zu installieren. Er ist auch für den Support zuständig. Außer bei Sicherheitsproblemen gewährt Microsoft für eine zusammen mit einem PC erworbene OEM-Version von Windows keinen kostenfreien Support.
- Die Kopie von Windows ist an den PC gebunden, mit dem sie erworben wurde. Die Lizenz lässt sich nicht auf einen anderen PC übertragen. Das ist unter anderem ein Grund dafür, warum sie vergleichsweise wenig kostet.
- Alle Komponenten oder Peripheriegeräte lassen sich austauschen, ohne die Lizenzbestimmungen zu verletzen. Auch das Motherboard kann bei einer Fehlfunktion durch ein identisches oder ein vergleichbares Modell eines anderen Herstellers ersetzt werden. Das muss allerdings durch den PC-Hersteller erfolgen. Bei einer eigenhändigen Reparatur oder gar einem Austausch erlischt die Windows-OEM-Lizenz. (Update: Nach inzwischen eimgetroffener Auskunft von Microsoft macht es in Deutschland keinen Unterschied, ob der OEM oder der Kunde Änderungen an dem System vornimmt. Entscheidend sei, ob er das System danach aktivieren könne oder nicht. Bei Fragen zu diesem Thema helfe dann das Aktivierungscenter.)
- Eine Aktivierung von Windows ist üblicherweise nicht notwendig, wenn das Betriebssystem durch einen der großen PC-Fertiger aufgespielt wurde. Die Kopien sind normalerweise schon in der Fabrik vor-aktiviert. Auch wenn das Betriebssystem vom Recovery-Datenträger oder der Recovery-Partition neu installiert wird, ist üblicherweise keine Aktivierung notwendig.
- Bereits beim Kauf einer vorinstallierten OEM-Kopie von Windows 7 sollte man sich überlegen, ob man 32- oder 64-Bit-Windows haben möchte. Denn der Kaufvertrag mit dem Hersteller legt fest, ob man später noch wechseln kann. Und einige Hersteller bieten bei bestimmten Modellvarianten nur eine der beiden Windows-Varianten an.

Windows-7-Versionen und ihre Funktionen (Bild: Microsoft)
Kauf über lokale PC-Anbieter
Damit jedoch nicht genug. Denn neben den etwa zwei Dutzend ganz großen OEM-Partner von Microsoft gibt es auch – gerade in Deutschland – eine Vielzahl sogenannter System Builder[5]. Kauft man etwa einen neuen Rechner von einem lokalen Händler, der diesen selbst konfiguriert (manchmal auch "White Box PC" genannt), kann auch dieser eine OEM-Edition von Windows darauf vorinstallieren.
Man sollte sich aber durch den sehr ähnlichen Namen aber nicht verwirren lassen, denn diese OEM-Lizenz unterscheidet sich in einigen entscheidenden Details von derjenigen, die die großen PC-Hersteller mitliefern.
- Auch in diesem Fall ist die Windows an den PC gebunden, auf dem sie ursprünglich installiert wurde. Sie lässt sich weder auf einen anderen PC übertragen noch ist ein Upgrade des Motherboards erlaubt.
- Entsprechend seines Abkommens mit Microsoft muss der OEM das Windows OEM Preinstallation Kit[6] (OPK) nutzen, um Windows aufzuspielen. Auch hier geht der Käufer beim ersten Start des PC eine Lizenzvereinbarung mit dem OEM und Microsoft ein, und auch in diesem Fall ist der OEM verpflichtet, Windows-Support zu bieten.
- Innerhalb von 30 Tagen ist eine Aktivierung des PCs notwendig. Der Product Key sollte als Teil der Installationsroutine mit dem OPK bereits eingegeben sein. Die Aktivierung verläuft im Normalfall automatisch, aber für den Nutzer transparent.
Im Gegensatz zu den USA und anderen Ländern dürfen in Deutschland die System-Builder-Versionen von Windows 7 auch ohne neuen PC an Endverbraucher verkauft werden. Es wird von Microsoft aber nicht gerne gesehen und es gibt keinen kostenlosen Support für diese Versionen. Außerdem muss sich der Kunde bereits beim Kauf entscheiden, ob er die 32- oder 64-Bit-Version haben will. - Beim Kauf eines "White-Box-PCs" von einem System Builder installiert dieser die vom Käufer ausgewählte Windows-Version auf dem Rechner. Der Käufer erhält ein Paket mit einem Datenträger zur Neuinstallation und dem Product Key. Dieses ähnelt zwar einem als Box gekauften Produkt, berechtigt aber nicht zu dem sogenannten In-Place-Upgrade[7] (etwa dem Wechsel von Vista auf Windows 7). Auch in diesem Fall erhält der Käufer nicht automatisch die 32- und die 64-Bit-Version. Wenn er beide erhält, kann er durch eine manuelle Neuinstallation mit Hilfe des Product Key wechseln.
Die Upgradepfade und -kosten[8] wurden bereits in einem anderen Artikel hier bei ZDNet ausführlich beschrieben. Deshalb soll hier das Augenmerk auf den Lizenzfragen liegen. In allen Fällen gibt es zwei Möglichkeiten: das Windows Anytime Upgrade oder ein Retail Upgrade.
Was sind die Unterschiede? Das Windows Anytime Upgrade richtet sich an Nutzer, die bereits Windows 7 Starter[9], Home Basic, Home Premium, oder Professional installiert haben. Das könnte etwa der Fall sein wenn man einen Komplett-PC mit einer bestimmten Edition von Windows 7 besonders günstig bekommt. Denkbar wäre ein Netbook mit Windows 7 Starter oder ein Notebook mit Windows 7 Home Premium. Der Wechsel auf eine umfassendere Version ist aber schwierig, da der PC vorkonfiguriert ausgeliefert wurde und nicht angepasst werden kann. Da kommt Windows Anytime Upgrade ins Spiel.
Das Anytime Upgrade für Vista
Das Angebot ist nicht ganz neu. Es gibt auch für Vista ein Windows Anytime Upgrade[10]. Aber der Ablauf wurde deutlich verbessert. Während ein Editionswechsel bei Vista einen Datenträger erfordert und nach Angaben von Microsoft zwischen 60 und 90 Minuten in Anspruch nimmt, geht es bei Windows 7 nun ohne Datenträger und deutlich schneller.
ZDNet-Autor Ed Bott hat den Upgrade-Prozess bereits vor einiger Zeit einmal komplett durchgespielt[11]. Seitdem hat dieser sich nicht wesentlich verändert. Er ist nun in weniger als zehn Minuten abgeschlossen. Ein Umstieg kommt zwar nicht ganz billig, kostet aber weniger als der vergleichbare Wechsel bei Windows Vista[10]. Da liegen die Preise zwischen 109 und 261 Euro. Die Kosten für den Umstieg innerhalb von Windows 7 sind etwas niedriger:
- Der Wechsel von Windows 7 Home Premium auf-Windows 7 Professional[12] und von Windows 7 Home Premium N auf Professional N[13] kostet jeweils 180 Euro.
- Die Migration Windows 7 Home Premium auf Ultimate[14] und von Windows 7 Home Premium N auf Ultimate N[15] kostet jeweils 190 Euro.
- Der Umstieg Windows 7 Home Starter auf Home Premium[16] und der Wechsel von Windows 7 Home Starter N auf Home Premium N[17] kostet jeweils 75 Euro.
Deutlich komplizierter und in letzter Zeit auch häufiger diskutiert ist das Retail Upgrade. Ein Retail-Upgrade-Paket wird zu einem deutlich günstigeren Preis verkauft als ein komplettes Retail-Produkt. Schließlich – so Microsofts Argumentation – ist der Käufer ja ein treuer Kunde, der schon einmal für eine komplette Windows-Version bezahlt hat, und daher ist es nur recht und billig, ihm einen Abschlag zu gewähren.
Wer ein Retail-Upgrade wählt, hat zudem Anspruch auf kostenlosen technischen Support von Microsoft. Das gilt übrigens auch, wenn die ursprüngliche Windows-Version durch einen OEM-Partner des Softwarekonzerns geliefert wurde. Wer kann eine Windows-7-Upgrade-Lizenz erwerben? Auf der Packung heißt es, alle Editionen von Windows XP und Windows Vista seien für ein Upgrade qualifiziert. Im Einzelnen heißt das:
- Jeder PC, der vorinstalliert mit Windows XP oder Vista ausgeliefert wurde, kommt in Frage. Dabei ist unwichtig, ob er von einem der großen OEM-Hersteller oder einem System Builder stammt. Aber: Das Retail Upgrade von Windows 7 darf nur auf diesem PC verwendet werden. Es ist nicht zulässig, die OEM-Lizenz eines alten PCs zusammen mit dem Upgrade auf einem neuen PC einzusetzen, auf dem vorher kein Windows war.
- Auch jede als Box gekaufte Kopie von Windows XP oder Windows Vista berechtigt zur Nutzung des Upgrades. In diesem Fall ist auch die Variante zugelassen, die Volllizenz von einem alten PC zu entfernen und zusammen mit dem Upgrade auf einen neuen PC aufzuspielen.
- Ältere Windows-Versionen, also 95/98/ME oder Windows 2000 sind nicht upgradeberechtigt. Auch wenn vor einiger Zeit - wohl aufgrund einer kurzzeitig falschen Angabe im Microsoft Store - Gerüchte im Umlauf waren, Besitzer von Windows 2000 hätten die Möglichkeit für ein Upgrade.
Einschränkungen und Ausnahmen
Es gibt aber noch weitere Fälle, für die Microsoft ein Upgrade ausschließt. Beispielsweise, wenn Windows 7 in einer neuen virtuellen Maschine laufen soll. Für den Fall wird eine komplette neue Lizenz benötigt. Das Retail-Upgrade ist nicht zulässig, weil keine entsprechende, zuvor gekaufte Windows-Version vorhanden ist. Ausnahme: der Windows-XP-Modus[19], der aber nur bei Windows 7 Professional und höher angeboten wird.
Auch Mac-Anwender, die Windows installieren wollen, entweder in einer virtuellen Maschine oder mit Boot Camp[20], benötigen eine komplette Lizenz. Dasselbe gilt für Anwender, die ein Dual-Boot-System einrichten wollen, um die derzeitige Windows-Version neben Windows 7 nutzen zu können. Zwar können sie das neue Betriebssystem bis zu 30 Tage (oder mit etwas Geschick[21] auch länger) evaluieren, sobald sie sie aber aktivieren, ist das alte Betriebssystem zu entfernen.
Wie die Tabelle auf der zweiten Seite unten[22] zeigt, lässt sich auch eine Retail-Upgrade-Lizenz auf einen neuen PC übertragen. Voraussetzung ist eine Lizenz, die den PC dafür qualifiziert. Bei einem neuen Rechner mit OEM-Windows-Lizenz kann aber das Retail-Upgrade vom alten PC entfernt und auf den neuen Rechner übertragen werden. Wer es nicht glaubt, schaut in Absatz 17 der Windows-7-Lizenz nach.
Eine Einschränkung gibt es aber noch: So verlangt das Update lizenzseitig Vista oder XP, technisch möglich ist es aber nur von Vista. Wer dieses OS übersprungen hat, muss seinen Rechner komplett neu aufzusetzen. Außerdem lässt sich Vista nur auf gleichwertige Windows-7-Versionen aktualisieren. Ansonsten muss das System neu aufgesetzt werden. Gleiches gilt bei einem Umstieg von der 32- auf die 64-Bit-Variante.
Microsoft bietet mit Windows Easy Transfer[23] eine Möglichkeit, Daten eines XP-Rechners auf eine Windows-7-Maschine zu übertragen[24]. Die Mitnahme von Anwendungen ist damit aber nicht möglich. Helfen können Tools von Drittanbietern, etwa die Windows-Umzugshilfe[25] von O&O Software[26].
Bildergalerie
Windows 7: So funktioniert das Upgrade mit einem XP-Rechner[27]
» zur Bildergalerie ...[27]Die sogenannten Volllizenzen sind für Verbraucher zwar die teuersten, mit ihnen räumt Microsoft aber auch die umfangreichsten Rechte ein. Und große Kunden, die bereit sind, Lizenzen en gros zu erwerben, können mit den Volumenlizenzverträgen komplette Windows-Lizenzen zusammen mit Support und einigen Bonusleistungen erhalten.
Die Box-Version der Volllizenz ist zwar die teuerste Variante, aber sie ist auch die mit den wenigsten Einschränkungen. Sie darf auf jedem PC installiert werden, egal ob neu oder alt. Sie ist zudem auch für jeden Mac zugelassen, sowohl in einer virtuellen Maschine als auch zusammen mit Boot Camp. Außerdem kann sie auch in einer virtuellen Maschine unter Windows genutzt werden. Wer möchte, kann sie auch als Upgrade für eine frühere Windows-Version verwenden – obwohl das teurer ist, als notwendig wäre. Die Volllizenz weist zudem zwei weitere wichtige Merkmale auf:
- Es ist zulässig, das Betriebssystem von einem Rechner zu entfernen und auf einen anderen zu übertragen. Das geht mit den OEM-Versionen zum Beispiel nicht.
- Besitzer einer Volllizenz erhalten direkt von Microsoft kostenlosen Support. Sie müssen sich nicht an den Hardwarehersteller wenden.
Volumenlizenzen
Volumenlizenzen sind die Lizenzen mit den häufigsten Missverständnissen. Das größte davon: Volumenlizenzen sind eine Möglichkeit für Konzerne, Windows-Kopien in großen Mengen zu vergünstigten Preisen zu erwerben, um diese dann auf jedem PC im Betrieb nach Bedarf zu installieren. Die Realität sieht jedoch anders aus.
Die Frage, wie die Realität denn aussieht, wird sich hier leider nicht vollständig beantworten lassen. Denn Microsofts Volumenlizenzprogramm[28] und das damit verwandte Software-Assurance-Programm[29] sind eine Wissenschaft für sich. Firmen wie BCIS[30], Datalog[31], Insight[32] oder PC Ware[33] verdienen einen Großteil ihrer Brötchen damit, für Kunden die günstigste Lizenzvariante auszuwählen und zu vermitteln. Die als "Microsoft Select-Handelspartner" oder "Enterprise Software Advisor" zertifizierten Unternehmen Bechtle[34], Cancom[35], Computacenter[36], Fritz & Macziol[37] und T-Systems[38] verdienen sich mit Lizenzberatung zwar nicht die Brötchen, aber oft die Butter darauf. Und auch für die großen OEM-Partner Dell[39], Fujitsu[40] und HP[41] ist die Lizenzoptimierung ein nettes Zusatzgeschäft beim Rollout von PCs in größerer Zahl.
Wer tiefer in die Materie eintauchen will und sich zutraut, das auf Englisch zu tun, dem sei der Blog der britischen Microsoft-Mitarbeiterin Emma Healey[42] empfohlen. Microsoft Deutschland hält alternativ eine Präsentation[43] (PPT) zum Download bereit, die wenigstens die Grundzüge- und begriffe erklärt.
Dass das ganze Thema trotz vielfacher Beteuerungen von Microsoft, es deutlich vereinfachen zu wollen, aber noch nicht wirklich selbsterklärend ist, belegt auch die Tatsache, dass man als Mitarbeiter bei einem Microsoft-Partner, Einkäufer, IT-Leiter oder Supportmitarbeiter eine Zertifizierung zum Microsoft Licensing Professional[44] erwerben kann.
Damit auch Normalsterbliche mitreden können, hier ein paar grundlegende Fakten.
- Volumenlizenzen sind für eine sehr lange Liste von Microsoft-Software erhältlich. Von Windows 7 werden sie aber nur für die Professional und die Enterprise Edition angeboten.
- Eine sogenannte Volumenlizenz kann bereits ab fünf PCs in einem Unternehmen interessant sein.
- Volumenlizenzen sind immer Upgrades. Es ist auf legalem Wege nicht möglich, einen "nackten" PC zu kaufen und mit einer Volumenlizenz auszustatten. Es muss immer zuerst eine Volllizenz – in der Regel eine OEM-Lizenz, die beim PC-Kauf miterworben wird – vorhanden sein. Die Volumenlizenzen lässt sich dann nutzen, um auf die gewünschte Version upzugraden.
- Mit Schlüsseln für Volumenlizenzen gab es in der Windows-XP-Ära ständig Ärger wegen Produktpiraterie. Um das abzustellen, schreibt Microsoft jetzt vor, dass alle Kopien von Windows-7-Volumenlizenzen zu aktivieren sind. Das ist entweder über einen sogenannten Multiple Activation Key oder einen Key Management Service möglich. Der Unterschied: Beim Key Management Service (den die meisten größeren Kunden von Volumenlizenzen nutzen) wird der Aktivierungsserver beim Kunden gehostet, so dass einzelne Mitarbeiter die Aktivierung nicht direkt bei den Microsoft-Servern vornehmen müssen.
- Laut Microsoft ist eine Windows-Upgrade-Lizenz, die im Rahmen eines Volumenlizenzprogrammes erworben wird, an das Gerät gebunden, dem sie zuerst zugewiesen wurde, und kann nicht erneut vergeben werden. Volumenlizenzkunden, die für die sogenannte Software Assurance[29] extra bezahlen, können – insofern Upgrade-Rechte enthalten sind – die Lizenz auf ein entsprechendes Ersatzgerät übertragen.
Fazit
Die Logik hinter all dem verstehen muss man nicht. Viele Einschränkungen oder Rechte sind einfach Ausdruck von Microsofts Vertriebspolitik. Verkompliziert wird das Ganze noch dadurch, dass im angelsächsischen und deutschen Sprachraum unterschiedliche juristische Konzepte darüber vorherrschen, was eine Lizenz eigentlich genau ist. Die Anbieter von Gebrauchtsoftware streiten sich darüber etwa schon seit Jahren mit Microsoft.
Festzuhalten bleibt, dass es sich für Verbraucher auf alle Fälle lohnt, vor dem Kauf genau zu überlegen, was sie mit der Windows-Lizenz eigentlich machen möchten. Denn eine spätere Meinungsänderung kann teuer werden. Dasselbe gilt in leicht abgewandelter Form für Firmen. Für sie lohnt sich eine Lizenzberatung fast immer, sind vorteilhaftere Volumenlizenzen doch schon ab fünf PCs möglich. Wenn möglich sollten sie sich mit dem Berater oder PC-Lieferanten darauf einigen, dass dessen Vergütung von den Einsparungen abhängt, die er gegenüber dem selbst ermittelten Preis herausholt.
So weit die Theorie. In der Praxis gibt es sicher noch zahlreiche Sondervarianten und ungelöste Fragen. Erfahrungen aus der und Anregungen zur Lizenzpraxis sind daher willkommen.
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