Web 2.0 für Firmen: Nichts Genaues weiß man nicht

(http://www.zdnet.de/magazin/41522072/web-2-0-fuer-firmen-nichts-genaues-weiss-man-nicht.htm)

von Peter Marwan, 30. Oktober 2009

Eine Umfrage der Kommunikationsagentur PR-COM unter den DAX-Unternehmen zeigt, dass die meisten zwar auf den bekannten Web-2.0-Plattformen vertreten sind, aber von einer strategischen Nutzung von Social Media innerhalb der Unternehmenskommunikation keine Rede sein kann. Die Mehrzahl weiß noch nicht so recht, wie sie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen soll.

Eine Umfrage der Kommunikationsagentur PR-COM[1] unter den DAX-Unternehmen zeigt, dass die meisten zwar auf den bekannten Web-2.0-Plattformen vertreten sind, aber von einer strategischen Nutzung von Social Media innerhalb der Unternehmenskommunikation keine Rede sein kann. Die Mehrzahl weiß noch nicht so recht, wie sie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen soll.

Für eine Kommunikationsagentur ist das zunächst einmal eine gute Nachricht. Wer nicht weiß, was er tun soll, lässt sich gerne beraten. Was bedeutet das aber für andere Firmen? Zum Beispiel solche, die nicht im DAX oder überhaupt nicht börsennotiert sind? Um das zu beantworten, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Galerie der Umfrageergebnisse[2].

Inhaltlich stehen bei den DAX-Unternehmen im Web 2.0 Informationen über das Unternehmen sowie die Präsentation von konkreten Angeboten im Vordergrund. Ein Drittel lässt auch Persönliches der Mitarbeiter in die Social-Media-Auftritte einfließen. Zu Themen aus Politik und Gesellschaft äußern sich nur 10 Prozent.

Interessant: Keines der befragten DAX-Unternehmen hält Social Media generell für "sehr wichtig". Nur jedes fünfte stuft das Thema als "wichtig" ein. Bei 24 Prozent hat Social Media "keine Bedeutung" für die Unternehmenskommunikation. Zumindest aktuell. Denn für zwei Drittel ist Social Media in Zukunft Pflichtprogramm.

"Auch wenn die von Social Media völlig abstinenten DAX-Unternehmen mittlerweile in der Minderzahl sind, so erscheinen die vorhandenen Aktivitäten lückenhaft und halbherzig. Zudem sind sie nur wenig in die übrige Unternehmenskommunikation integriert", kritisiert die Agentur. Dies zeige sich insbesondere daran, dass keiner der Social-Media-Auftritte - mit Ausnahme der Deutschen Bank und der Daimler AG - in die Homepage des jeweiligen Unternehmens integriert ist. Fazit der Kommunikationsberater: "Offenbar gehen die DAX-Unternehmen davon aus, dass sich die Besucher der Homepages für Social Media nicht besonders interessieren."

Zurück zur wirklich wichtigen Frage: Was bedeuten die Ergebnisse der Umfrage für Firmen, die nicht im DAX oder überhaupt nicht börsennotiert sind? Meiner Ansicht nach bieten sich zwei Schlussfolgerungen an:

  1. Das ganze Thema Social Media und Web 2.0 wird derzeit noch überbewertet und lediglich durch eine vergleichsweise kleine Gruppe sich gegenseitig selbst lobender, zitierender und referenzierender Menschen vorangetrieben. Da gehören Agenturen und Medienschaffende sicher ebenso dazu, wie Berufs-Surfer und Marketingspezialisten.
  2. Das Thema steckt noch in den Anfängen, und die großen Firmen tun sich schwer damit, es sich anzueignen. Aber genau das ist die Chance für kleine und agile Firmen. Wenn sie Web 2.0 richtig nutzen, können sie sich jetzt Wettbewerbsvorteile schaffen.

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Haben Sie schon vorbildliche Web-2.0-Projekte installiert? Oder lohnt sich die ganze Aufregung Ihrer Meinung nach ohnehin nicht?

Bildergalerie

Web-2.0-Nutzung in Unternehmen[3]

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URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.pr-com.de/de/
[2] = http://www.zdnet.de/bildergalerien_zur_web_2_0_nutzung_in_unternehmen_story-39002381-41522076-1.htm
[3] = http://www.zdnet.de/galerie/41522076/web-2-0-nutzung-in-unternehmen.htm#sid=41522072