Windows 7 Starter: Darauf müssen Netbook-Käufer verzichten

(http://www.zdnet.de/magazin/41515942/windows-7-starter-darauf-muessen-netbook-kaeufer-verzichten.htm)

von Joachim Kaufmann, 27. Oktober 2009

Auf vielen Netbooks läuft jetzt mit Windows 7 Starter die Einstiegsversion des neuen OS. Technische Gründe gibt es dafür nicht. ZDNet erklärt, warum OEMs darauf zurückgreifen, was fehlt und wie man auf Home Premium umsteigt.

Während der Entwicklung von Windows 7 wurde über eine Netbook-Version spekuliert, die durch geringere Systemanforderungen besser mit der abgespeckten Hardware zurechtkommen könnte. Microsoft hat sich aber anders entschieden: Alle Windows-7-Varianten - inklusive Starter - basieren auf demselben Code und haben ungefähr denselben Ressourcenverbrauch. Sie unterscheiden sich lediglich durch die freigeschalteten Features.

Die Redmonder konnten die Performance des neuen OS so steigern, dass es auf Netbooks einigermaßen flüssig läuft. Microsoft stand aber nicht nur vor technischen Herausforderungen: OEMs wollten für das neue Flaggschiff kaum etwas bezahlen. Schließlich lässt sich eine teure Lizenz im Preis von rund 300 Euro wesentlich schlechter abbilden als in den 500 Euro aufwärts, die ein ausgewachsenes Notebook kostet.

Daher wurde mit Windows 7 Starter eine künstlich beschränkte Einstiegsversion kreiert, die zwar billiger abgegeben wird und so einen niedrigeren Gerätepreis ermöglicht, Anwendern aber einige Features vorenthält. In einem Punkt ist das Unternehmen immerhin zurückgerudert: Statt nur drei kann auch die Starter-Version eine beliebige Anzahl von Programmen gleichzeitig (begrenzt lediglich durch den Arbeitsspeicher) ausführen.

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Windows 7: Starter und Home Premium im Vergleich[1]

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Anwender von Windows 7 Starter müssen im Vergleich zu Home Premium mit einigen mehr oder weniger offensichtlichen Abstrichen bei den Features zurechtkommen. Sofort ins Auge fällt die fehlende Aero-Glass-Unterstützung. Fenster und Taskleiste sind nicht transparent, sondern hellblau eingefärbt. Auch sonstige optische Veränderungen, beispielsweise der Austausch des Hintergrundbilds, sind nur in den teureren Versionen möglich.

Während man über die Sinnhaftigkeit der OS-Kosmetik streiten kann, ist der Wegfall der Thumbnail- und Vollbild-Preview ein echter Makel. Damit hat Microsoft eine der interessantesten Verbesserungen der Oberfläche gestrichen. Für manche ebenfalls ein Nachteil: Es kann nur ein Nutzer gleichzeitig angemeldet sein, der mit XP eingeführte schnelle Wechsel ist nicht möglich.

Auch die Multimedia-Features sind beschränkt: Starter bietet nicht die Möglichkeit, Videos-DVD abzuspielen oder zu erstellen. Da die meisten Netbooks aber ohnehin kein optisches Laufwerk haben, ist das in der Praxis kein Problem. Anders sieht es natürlich aus, wenn man mit einem externen Laufwerk arbeitet. Zusatzsoftware wie der VLC-Player[2] schafft Abhilfe. Komplett verzichten muss man auf das Media-Center-Interface, das mit seiner schicken, einfachen Oberfläche ein Netbook zu einer Art XXL-Mediaplayer machen kann. In der neuesten Version bietet es beispielsweise eine komfortable Möglichkeit, TV-Aufzeichnungen von anderen Rechnern zu kopieren, um sie unterwegs abzuspielen.

Windows 7 Starter kann an einer Homegroup[3] teilnehmen, selbst aber keine erzeugen - kein großer Verlust. Ansonsten gibt es im Netzwerkbereich im Vergleich zu Home Premium keine Einschränkungen.

Windows-7-Versionen und ihre Funktionen (Bild: Microsoft)
Windows-7-Versionen und ihre Funktionen (Bild: Microsoft)

Wem die Funktionalität von Windows 7 Starter nicht ausreicht, der kann direkt auf die höherwertige Variante Home Premium umsteigen. Ein direkter Wechsel auf Professional oder Enterprise ist dagegen nicht möglich. Microsoft bietet wie beim Vorgänger Vista eine Funktion namens Anytime Upgrade an, die nach dem Erwerb eines Lizenzschlüssels (im Handel oder online) die Funktionen der gekauften Version freischaltet.

Im Gegensatz zum Anytime Upgrade von Vista ist kein Nachinstallieren von Dateien notwendig. Grundsätzlich liegt das komplette Image von Windows 7 auf der Festplatte. Man benötigt also keinen Datenträger.

Antytime Upgrade ist jedoch nicht ganz billig: Das Update von Starter auf Home Premium kostet circa 70 Euro. Das sind zwar rund 40 Euro weniger als die klassische Upgrade-Lizenz, im Vergleich zur 75 Euro teuren System-Builder-Variante[4] spart man aber kaum etwas. Die System-Builder-Version ist frei erhältlich und unterscheidet sich lediglich durch die Verpackung sowie den fehlenden Telefonsupport durch Microsoft von anderen Versionen.

Die Entscheidung für System Builder hat aber zwangsweise eine komplette Neuinstallation des Rechners zur Folge. Eine bequeme Aktualisierung mit Übernahme aller Einstellungen und Programme wie bei Anytime Upgrade ist nicht möglich.

Fazit

Mit Anytime Upgrade bietet Microsoft eine einfache Möglichkeit, Windows 7 Starter auf die komfortablere Home-Premium-Version umzustellen. Ob sich das angesichts des gesalzenen Preises von rund 70 Euro lohnt, hängt aber stark vom Nutzungsprofil des Netbooks ab. Probleme mit der Leistung wird man nicht bekommen. Auf Netbooks im gehobenen Preissegment, etwa dem 399 Euro teuren Asus Eee PC 1008HA[5], ist Home Premium ohnehin vorinstalliert. Beim Kauf sollte man genau hinsehen.

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Windows 7: die Top-Features in Bildern[6]

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URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/galerie/41516641/windows-7-starter-und-home-premium-im-vergleich.htm#sid=41515942
[2] = http://www.zdnet.de/medien_abspielen_auf_dem_pc_vlc_media_player_download-39002345-299919-1.htm
[3] = http://www.zdnet.de/betriebssysteme_in_unternehmen_linux_vista_xp_unix_mac_die_wichtigsten_windows_7_funktionen_auf_dem_pruefstand_story-20000004-41000280-17.htm
[4] = http://www.zdnet.de/betriebssysteme_in_unternehmen_linux_vista_xp_unix_mac_windows_7_ist_fertig_alle_wichtigen_fakten_im_ueberblick_story-20000004-41500006-6.htm
[5] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_hardware_asus_eee_pc_1008ha_seashell_ab_sofort_fuer_400_euro_erhaeltlich_story-39001021-41004553-1.htm
[6] = http://www.zdnet.de/galerie/41515963/windows-7-die-top-features-in-bildern.htm#sid=41515942