ATI Radeon HD 5870: Erste DirectX-11-Grafikkarte im Test

(http://www.zdnet.de/magazin/41503066/ati-radeon-hd-5870-erste-directx-11-grafikkarte-im-test.htm)

von Kai Schmerer, 23. September 2009

AMD präsentiert mit der ATI Radeon HD 5870 als erster Hersteller einen DirectX-11-Grafikchip, der deutlich leistungsfähiger als der Vorgänger Radeon HD 4890 ist und zudem auch die Konkurrenz in Schach halten kann.

AMD liefert als erster Hersteller mit dem ATI Radeon HD 5870 und dem Radeon HD 5850 zwei neue Grafikchips, die vollständige Unterstützung für DirectX 11 und Open CL 1.0 bieten. Entsprechende Grafikkarten mit 1 GByte Speicher kosten nach Angaben von AMD 349 respektive 239 Euro. Erste Grafikkarten mit den neuen Chips sollten in wenigen Tagen erhältlich sein.

Der ATI Radeon HD 5870 bietet auf einer Fläche von 334 mm2 über 2,1 Milliarden Transistoren. Gegenüber der Architektur des Vorgängers hat ATI die Anzahl der Shader auf 1600 verdoppelt. Zudem benötigt der Chip im Idle-Modus deutlich weniger Energie. Mit 2,7 Teraflops bei einfacher Genauigkeit und 544 GigaFlops bei doppelter Genauigkeit erreicht AMD neue Benchmark-Rekorde. Das ist immerhin 177-mal soviel was der Deep Blue Supercomputer[1] zustande bringt. Zudem bietet der neue Chip eine verbesserte anisotropische Filterung mit deutlich höherer Performance und Qualität. Außerdem soll der neue Chip bei der Kantenglättung deutlich effizienter arbeiten, sodass der Leistungsverlust bei Aktivierung höherer Kantenglättungsverfahren nicht so stark ausfällt.

Konkurrent Nvidia wird voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres mit dem GT300 einen DirectX-11-kompatiblen Grafikchip liefern können. Bis dahin sollten die Preise für Grafikkarten mit den aktuellen Geforce-Chips deutlich im Preis fallen. Denn in nahezu allen Benchmarks können die ATI-Modelle die Konkurrenz hinter sich lassen.


Die Highlights der neuen GPU-Architektur in Kurzform: Verdoppelte Shaderanzahl, vergrößerte Zwischenspeicher, optimierte Kantenglättung, reduzierte Leistungsaufnahme im Idle-Modus und Unterstützung für DirectX-11 und OpenCL 1.0. Weitere Einzelheiten finden sich in der Bildergalerie.

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ATI Radeon HD 5870: Architektur[2]

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In nahezu allen Benchmarks[3] kann der neue ATI Radeon HD 5870 den Geforce GTX 285 deutlich überflügeln.

Grafikchips im Benchmarkvergleich

Modell ATI Radeon HD 4890 ATI Radeon HD 5870 BFG Nvidia Geforce GTX 285 OCX[4]
GPU RV790 Cypress GT200
GPU-Clock 850 MHz 850 MHz 712 MHz
Memory 975 MHz 1200 MHz 1332 MHz
Shader 850 MHz 850 MHz 1620 MHz
Pixel-Füllrate 13,6 GPixel/s 27,2 Gpixel/s 22,8 GPixel/s
Textur-Füllrate 34 GTexel/s 68 GTexel/s 52,1 GTexel/s
Bandbreite 124,8 GByte/s 153,6 GByte/s 170,5 GByte

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Benchmarkcharts: Erste DirectX11-GPU ATI Radeon HD 5870[5]

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Nach langer Zeit kann AMD mit dem ATI Radeon HD 5870 wieder den ersten Platz in der Benchmark-Liga übernehmen. Diesen wird man dieses Jahr auch nicht mehr abgeben, da Konkurrent Nvidia erst im Januar mit dem GT 300 kontern will. Und ob dieser den Radeon HD 5870 überholen kann, wird man erst dann sehen.

Mit dem Radeon HD 5870 ist AMD auf jeden Fall ein großer Wurf gelungen. Anders als beim Übergang der X1000-Serie auf die X2000-Serie konnte der Chiphersteller im Vergleich zur Vorgängergeneration die Leistung nahezu verdoppeln, ohne dass die Leistungsaufnahme dramatisch gestiegen ist. Im Gegenteil: Der Radeon HD 5870 benötigt im Idle-Modus die geringste Energie von allen derzeit verfügbaren High-End-GPUs[6]. Zudem lässt er sich auch unter voller Belastung nicht aus der Ruhe bringen, was den Ohren der Anwender zugute kommt. Für Hardcore-Gamer bietet der Chip mit Eyefinity die Möglichkeit, bis zu sechs Monitore anzuschließen und die sichtbare Fläche außerordentlich zu erweitern.

Mit der Unterstützung für DirectX 11 mit DirectCompute und OpenCL beinhaltet der Chip zudem alle wichtigen Komponenten, die für das GPGPU-Computing wichtig sind. Anwendungen wie Cyberlinks MediaShow Espresso[7] profitieren bereits von der neuen Technik: Das Umwandeln eines Videos ins MPEG4-Format dauert auf den Grafikchips 29 Sekunden, während der 800-Euro-Prozessor Core i7 965 dafür 43 Sekunden benötigt.

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 249 Euro für eine Grafikkarte mit ATI Radeon 5850 und 349 Euro für ein Modell mit Radeon 5870 unterbieten die neuen ATI-Modelle die Preise für aktuelle Geforce-Boards erheblich. Diese unterstützen zudem kein DirectX 11, sodass in den nächsten drei Monaten AMD sicher Marktanteile im Grafikgeschäft hinzugewinnen kann.


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ATI-Benchmarks: Radeon HD 5870 und Radeon HD 5850[8]

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URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.research.ibm.com/deepblue/
[2] = http://www.zdnet.de/galerie/41503067/ati-radeon-hd-5870-architektur.htm#sid=41503066
[3] = http://www.zdnet.de/bildergalerien_benchmarkcharts_erste_directx11_gpu_ati_radeon_hd_5870_story-39002387-41503063-1.htm#SID41503066
[4] = http://www.bfgtech.com/bfgrgtx2851024ocxe.aspx
[5] = http://www.zdnet.de/galerie/41503063/benchmarkcharts-erste-directx11-gpu-ati-radeon-hd-5870.htm#sid=41503066
[6] = http://www.zdnet.de/bildergalerien_benchmarkcharts_erste_directx11_gpu_ati_radeon_hd_5870_story-39002387-41503063-13.htm#sid41503066
[7] = http://www.zdnet.de/bildergalerien_benchmarkcharts_erste_directx11_gpu_ati_radeon_hd_5870_story-39002387-41503063-12.htm#sid41503066
[8] = http://www.zdnet.de/galerie/41503068/ati-benchmarks-radeon-hd-5870-und-radeon-hd-5850.htm#sid=41503066