Die Messe Stuttgart will sich mit der Veranstaltung "IT & Business" Anfang Oktober den echten Problemen des Mittelstandes widmen und Hype-Themen aussparen. Die Branchenverbände Bitkom, VDMA und VOI unterstützen die Schwaben.
Nachdem im vergangenen Jahr die Messe München die "Systems" begraben hat[1] , um das eher als "Davos der IT-Branche" ausgelegte Format Discuss & Discover[2] aus der Taufe zu heben, haben die Konkurrenten aus Stuttgart schnell reagiert. Die von ihnen konzipierte Veranstaltung namens "IT & Business[3]", soll - zumindest in Teilbereichen - die Systems-Nachfolge antreten, aber in erster Linie süddeutsche Besucher ansprechen. Das erste Mal findet sie vom 6. bis 8. Oktober 2009 statt.
Nach einem etwas holprigen Start[4] - zunächst als BIT-Expo für das Frühjahr angekündigt, dann verschoben und schließlich umbenannt -, scheint die neue Fachmesse "IT & Business" inzwischen tatsächlich auf einem guten Weg zu sein. Fast 250 Aussteller haben ihr Kommen angekündigt. "Sie werden eine Halle von etwa 20.000 Quadratmetern mit Ausstellungsflächen von etwa 7000 Quadratmetern belegen", so Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Messe Stuttgart.
Wichtiger Partner und ideeller Träger der IT & Business ist der Fachverband Software des VDMA[5] (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.). Er hat seine PPS[6]-Hausmesse, die in den vergangenen Jahren in Rüsselsheim stattfand, in die Veranstaltung integriert. Zusätzlich bringt das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA[7] das Thema in Form seiner PPS-Tage ein. Daneben hat der Bitkom[8] seine Unterstützung zugesagt. Der Verband wird die "IT & Business" im Vorfeld der Messe unterstützen und auch mit einem eigenen Stand in Stuttgart vertreten sein.
Kurz vor Schluß haben die Stuttgarter sogar noch den Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. (VOI[9]) als Partner an Land gezogen. Im VOI sind mehr immerhin über 250 Anbieterunternehmen der ECM-Branche und zahlreiche Anwenderunternehmen organisiert. In Stuttgart ist der Verband zunächst mit einem Partnerstand vertreten. "Wir zeigen mit unserer Präsenz auf der IT & Business, wie und was heute mit ECM möglich ist und wie diese Lösungen erfolgreich eingesetzt werden können", sagt VOI-Geschäftsführer Henner von der Banck. Von den DMS-Anbietern ist natürlich ELO Digital Office[10] vor Ort - schließlich ist es für die Stuttgarter ein Heimspiel.
Der Verband der Anbieter von Enterprise Content Management ist eigentlich seit Jahren ideeller Träger der traditionell im September stattfindenden DMS-Expo[11]. Dass die sich nicht allzu positiv entwickelt, ist ein offenes Geheimnis in der Branche. Möglicherweise lotet der Verband mit dem Engagement in Stuttgart also Perpektiven aus, um "seine" Veranstaltung mit der Stuttgarter IT-Messe zusammenzuführen. Weitergehende Spekulationen darüber sind aber wohl erst Ende Oktober erlaubt, wenn beide Messen in Ruhe Bilanz gezogen haben.

Die neu errichtete Messe Stuttgart startet mit der "IT & Business" vom 6. bis 8. Oktober 2009 jetzt auch eine IT-Messe (Bild: Messe Stuttgart).
IDS Scheer AG[19] demonstriert ebenfalls sein CRM-Angebot. "Wir wollen in der Region und im Mittelstand mit Mittelstandslösungen Präsenz und Flagge zeigen", nennt Wolfgang Schmid als Grund. Ihm geht es vor allem darum zu demonstrieren, dass die Workflow-Lösungen von IDS Scheer nicht nur für Großkunden geeignet sind, sondern auch für den kleineren Mittelstand. Dafür hat der Anbieter einen Stand mit 40 Quadratmetern Ausstellungsfläche angemietet.

Bodenständig: Hype-Themen wie Cloud Computing oder Green IT will Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, für die dieses Jahr startende "IT & Business" erst aufgreifen, wenn sie bei den Anwendern angekommen sind (Bild: Messe Stuttgart).
Überhaupt will sich die "IT & Business" von ihrem "Vorgänger" Systems durch eine klare Fokussierung auf den Mittelstand abgrenzen. Eine "eierlegende Wollmilchsau" unter den Messen möchte man bewusst nicht sein. Dazu gehört, dass im Vortragsprogramm die Sprache der mittelständischen Entscheider gesprochen werden soll. So soll etwa statt von "Business Intelligence" von "Kennzahlen" die Rede sein. In den Foren werden auch die übergreifenden Themen Industrievernetzung und Standortkoppelung diskutiert.
"Die Verantwortlichen aus den Unternehmen suchen gerade in schwierigen Zeiten gezielt Lösungen, um ihre Prozesse zu optimieren oder innovative Softwarelösungen zu implementieren", so Kromer. Hype-Themen wie Cloud Computing oder Green IT will Kromer erst aufgreifen, wenn diese tatsächlich bei den Anwendern angekommen sind. Dieses Jahr ist das seiner Ansicht nach jedoch noch nicht der Fall.
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