Studie: Datenbanken im Vergleich

(http://www.zdnet.de/magazin/41502660/studie-datenbanken-im-vergleich.htm)

von Jakob Jung, 15. September 2009

Datenbanken sind die unverzichtbare Grundlage jeder IT-Infrastruktur. Die Analysten von Forrester haben die im Markt verbreitetesten Produkte bewertet. Zwar kommt an Oracle noch keiner vorbei, aber die Alternativen gewinnen an Boden.

Die Hersteller von Unternehmensdatenbanken erweitern die Funktionen ihrer Produkte stetig. Aktuell kommen neue Technologien wie XML, Content Management und Web Services hinzu - Funktionen, die bei den Firmen Anklang finden. Deshalb erwarten die Marktforscher von Forrester[1] in ihrer Studie zu Enterprise-Database-Management-Systemen ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von acht Prozent.

Scheinbar ist das Segfment dennoch fest verteilt: Nur drei Anbieter beherrschen 88 Prozent des Marktes: Oracle[2], IBM[3] und Microsoft[4]. Aber auch drei Open-Source-Produkte haben sich inzwischen zu ernsthaften Alternativen entwickelt: Ingres[5], MySQL[6] und PostgreSQL[7].

Da die Datenbank das Fundament einer IT-Infrastruktur ist, sollte die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt wohl erwogen sein. Denn es ist hinterher ausgesprochen schwer, von einer Datenbank zu einer anderen zu wechseln. Die Analysten von Forrester haben in ihrer aktuellen Studie acht Produkte nach 153 Kriterien abgeklopft. Das Ergebnis: Oracle, IBM DB2 für Linux, Unix, Windows (LUW)[8] und Microsoft SQL Server führen. Sybase[9] holt auf. IBM Informix[10], Ingres und MySQL sind erwägenswerte Alternativen. Nur PostgreSQL fällt in der Bewertung etwas ab.

Am leistungsfähigsten sind Oracle 11g[11] und IBM DB2. Anwender, die auf der Suche nach preisgünstigen Lösungen sind, empfiehlt Forrester, einen Blick auf IBM Informix, MySQL und Ingres zu werfen.

Im Einzelnen erhält Oracle bei den Funktionalitäten Leistung, Skalierbarkeit und bei sehr großen Datenmengen sowie bei der Verfügbarkeit mit 5,00 jeweils die Höchstnote. Gesamtsieger wurde Oracle außerdem bei den unterstützten Datentypen und der Datenintegrität sowie bei der Administration. Gewonnen hat Oracle auch bei der Sicherheit. Allerdings zeigt die vergleichsweise niedrige Durchschnittsnote von 3,56 dass in dieser Hinsicht alle Hersteller nicht perfekt sind.

Überraschenderweise lassen die Open-Source-Alternativen MySQL und PostgreSQL in Sachen Plattform-Support die kommerziellen Produkte weit hinter sich. Dafür ist aber MySQL laut Forrester bei Sicherheit und Verfügbarkeit abgeschlagen und PostgreSQL erhält die rote Laterne, was Administration und Anwendungsentwicklung anbelangt.

Insgesamt ist Oracle 11 g immer noch die beste, aber auch die teuerste Datenbank. IBM DB2 liegt im Leistungsumfang nur knapp dahinter und ist etwas preisgünstiger. Außerdem ist IBM DB2 führend, was die Anwendungsentwicklung angeht.

Microsoft SQL Server ist gut geeignet für mittelständische Unternehmen und laut Forrester mittlerweile auch für kritische Anwendungen eine Alternative. Viele Unternehmen fahren mit dem SQL Server heute Datenvolumen von zehn Terabyte und mehr.

Sybase, das lange Zeit aussichtslos zurückzuliegen schien, hat wieder den Anschluss gefunden. Der Hersteller konnte den Datenbankumsatz um 28 Prozent steigern und mehr als tausend neue Kunden gewinnen. Die Sybase-Lösung glänzt vor allem, wenn es um strukturierte Daten geht. Sie hat aber Schwierigkeiten, wenn das Datenvolumen fünf Terabyte übersteigt.

IBM Informix ist gut geeignet für kleine und mittlere transaktionale Anwendungen. Ingres bietet laut Forrester die beste Open-Source-Datenbank. Zum vollständigen Durchbruch fehle aber, dass die meisten vorgefertigten Anwendungen Ingres bislang nicht unterstützen.

MySQL ist die Open-Source-Datenbank, die am häufigsten eingesetzt und von der größten Community unterstützt wird. Sie ist gut geeignet für kleinere Datenvolumen unter einem Terabyte.

PostgreSQL hinkt bei der Leistungsfähigkeit hinterher, obwohl es die zweitgrößte Entwickler-Community vorweisen kann. Wenn es um Daten geht, die für das Geschäft nicht unabdingbar sind, ist PostgreSQL dennoch eine Alternative.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.forrester.com/rb/research
[2] = http://www.oracle.de
[3] = http://www-01.ibm.com/software/de/data/
[4] = http://www.microsoft.com/germany/sql/2008/default.mspx
[5] = http://www.ingres.de/
[6] = http://www.mysql.de/
[7] = http://www.postgresql.de/
[8] = http://www-01.ibm.com/software/de/data/db2ims/db2ud.html
[9] = http://www.sybase.de/
[10] = http://www-01.ibm.com/software/de/data/informix/index.html
[11] = http://www.zdnet.de/it_business_technik_oracle_moebelt_seine_datenbank_11g_auf_story-11000009-41502106-1.htm