Acer Travelmate: 13-Zöller mit spiegelfreiem Screen im Test

(http://www.zdnet.de/magazin/41502362/acer-travelmate-13-zoeller-mit-spiegelfreiem-screen-im-test.htm)

von Joachim Kaufmann, 8. September 2009

Mattes Display, lange Akkulaufzeit, 3G-Modul und Dual-Core-CPU - das kompakte 13-Zoll-Notebook Acer Travelmate 8371 ist für geschäftliche und private Anwender gleichermaßen interessant. ZDNet hat getestet, was das Gerät leistet.

Das Acer Travelmate 8371-944G32N wirkt vertraut: Es handelt sich um eine Business-Version des kürzlich von ZDNet getesteten[1] Aspire Timeline 3810T. Es unterscheidet sich aber in einigen Punkten: Statt der Single-Core-CPU SU3500 kommt ein Doppelkern vom Typ SU9400 zum Einsatz. Außerdem verfügt das Travelmate über ein mattes Display, 3G-Modul und Fingerabdruckscanner.

Acer hat dem Travelmate einen schicken Business-Look verpasst: Das eher kantige, anthrazitfarbene Gehäuse macht etwas her, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Zwar sind keine hochglanzlackierten Flächen zu sehen, bei genauem Hinsehen entdeckt man auf dem Deckel des Gehäuses aber doch Fingerabdrücke. Chassis und Scharniere des Travelmate machen einen stabilen Eindruck.

Das Layout der Tastatur hat sich im Vergleich zum 3810T etwas geändert. Die Tasten sind wie bei den meisten anderen Geräten direkt nebeneinander angeordnet. Die von Apple und Sony bekannten Zwischenräume findet man beim Travelmate nicht. Ob die Änderung gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Ein großer Unterschied bei der Nutzung in der Praxis ist nicht zu erkennen.

Zwischen den beiden Maustasten ist ein Fingerabdruckscanner untergebracht. Eine Zusatzsoftware von Acer ermöglicht dessen einfache Einrichtung. Auf Wunsch lässt sich mit dem Assistent auch ein BIOS-Passwort einsetzen, an dessen Stelle man den Fingerabdruck verwenden kann. Am Mousepad gibt es nichts auszusetzen. Das 13,3-Zoll-Display im 16:9-Seitenverhältnis löst 1366 mal 768 Bildpunkte auf und verfügt über ein stromsparendes LED-Backlight. Erfreulich ist, dass Acer auf die bei Consumer-Netbooks übliche Hochglanzbeschichtung verzichtet. Reflexionen sind folglich kein Thema. Auch die Farben verlieren dadurch nicht. Allerdings könnte die vertikale Blickwinkelabhängigkeit etwas geringer sein.

Acer hat ins Travelmate drei USB-Schnittstellen integriert. Firewire und eSATA sind nicht vorhanden. Das Gerät verfügt anders als das Timeline lediglich über einen VGA-, nicht aber über einen HDMI-Port. Für die verlustfreie, digitale Anbindung eines externen Displays ist somit die Docking Station notwendig, für die auf der rechten Seite ein Anschluss besteht. Der integrierte Kartenleser unterstützt die Formate SD, MMC, Memory Stick, Memory Stick PRO und xD-Picture Card.

Das Travelmate vernetzt sich per Gigabit-Ethernet, WLAN nach 802.11a/b/g/n sowie Bluetooth 2.1. Außerdem ist ein 3G-Modul von Option Wireless integriert. Der Slot für die SIM-Karte sitzt hinter dem Akku, was den Austausch etwas kompliziert macht. Das fällt aber nur ins Gewicht, wenn man häufig im Ausland unterwegs ist und eine andere SIM-Karte nutzt, um die hohen Roaming-Kosten zu umgehen. Die Software Acer 3G Connection Manager ist einfach zu bedienen.

Ein Expresscard-Slot ist nicht vorhanden, was die Erweiterbarkeit einschränkt. Auch ein optisches Laufwerk hat Acer nicht eingebaut. Wer häufig CDs oder DVDs verwendet, sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen. Eine Alternative wäre das 14,1-Zoll-Gerät Travelmate 8471, das mit einem Combo-Laufwerk ausgestattet ist.

Während das Timeline mit einem Single-Core-Chip vom Typ Core 2 Solo SU3500 auskommen muss, hat das Travelmate den Doppelkern Core 2 Duo SU9400 an Bord. Dabei handelt es sich um eine stromsparende CPU mit 1,4 GHz, 800-MHz-FSB und 3 MByte L2-Cache. Seine TDP[2] liegt mit 10 Watt deutlich über den 5 Watt des SU3500. Trotzdem ist man damit immer noch gut bedient: Für Standard-CPUs aus der Core-2-Serie weist Intel eine TDP von 25 Watt aus.

PCMark Vantage

Acer Travelmate MSI X600[3] Lenovo IdeaPad U350[4]
PC Mark Suite 2419 3067 1556
Memories Suite 1465 1949 1064
TV and Movies Suite 999 2264 1279
Gaming Suite 1495 2483 977
Music Suite 2504 3137 1999
Communication Suite 2374 2816 1416
Productivity Suite 2293 2438 1533
HDD Test Suite 2916 3073 2812

Die obenstehende Tabelle zeigt die Leistung des Travelmate im Vergleich zu anderen Ultra-Low-Voltage-CPUs. Das X600[3] von MSI verfügt über eine diskrete ATI-Grafik (Mobility Radeon 4330) und den um 200 MHZ höher getakteten Core 2 Duo SU 9600. Insbesondere mit der erheblich leistungsfähigeren GPU lässt sich das gute Abschneiden in den Spiele-Benchmarks erklären.

Das Lenovo U350 kommt mit dem Einzelkern Core 2 Solo (1,4 GHz) und Intel-Chipsatz-Grafik und liegt leistungsmäßig teils deutlich hinter den Konkurrenten zurück. Warum es bei der TV and Movies Suite vor dem Travelmate landet, ist nicht erklärbar. Vermutlich handelt es sich um ein Problem der Testsuite. ZDNet wird den Sachverhalt genauer untersuchen.

Auch die Dual-Core-Versionen der Ultra-Low-Voltage-CPUs können aufgrund ihres niedrigeren Taktes leistungsmäßig mit den normalen Core-2-Duos nicht mithalten. Sie laufen mit 1 GHz mehr. Da CPU-Leistung aber nur ein Faktor ist, lässt es sich auch mit einem Gerät wie dem Travelmate komfortabel und flüssig arbeiten. Das Anwortverhalten ist im Vergleich zu einer Single-Core-Maschine spürbar besser.Als Grafik kommt die im Chipsatz GS45 integrierte GMA X4500 zum Einsatz. Sie schafft im 3D Mark 705 Punkte, was für aufwändige 3D-Spiele deutlich zu langsam ist. Notebooks mit schnellerem Dual-Core-Chip erreichen mit dem X4500 gut 1000 Punkte.

Dem Travelmate stehen 4 GByte DDR2-RAM mit 533 MHz Taktfrequenz zur Verfügung. Da Windows Vista Business nur als 32-Bit-Version installiert ist, können vom Arbeitsspeicher lediglich 3,2 GByte genutzt werden. Programme und Daten speichert das Notebook auf einer 320 GByte großen Festplatte von Fujitsu, die im Crystal Diskmark durchschnittliche Leistungswerte erreicht.

Beim Surfen per WLAN im Internet bei weitmöglichst heruntergedimmter Display-Hintergrundbeleuchtung hält der 5600-mAh-Akku des Notebooks rund sechs Stunden durch - ein guter Wert. Da der Screen keine Glare-Beschichtung hat, lässt er sich auch in diesem Szenrio noch gut ablesen.

Interessant ist, dass die Akkulaufzeit in diesem Szenrio trotz schnellerer, stromhungrigerer CPU nicht unter der des Timeline mit Single Core liegt. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Einzelkern deutlich stärker gefordert ist als der Doppelkern. Letzterer profitiert eher von seinen Stromsparmodi. Unter Volllast zieht das Travelmate dagegen den Kürzeren.

Wer immer wieder über längere Passagen nur liest und nicht navigiert oder Videos abspielt, kann sogar noch länger als die genannten sechs Stunden abseits der Steckdose arbeiten. Die Akkulaufzeit ist eine der Stärken des Travelmate. Die Wärmeentwicklung bietet keinen Anlass zur Kritik. Auch unter Volllast gibt der Lüfter des Geräts maximal ein leises Rauschen von sich. Wie beim Consumer-Pendant Timeline 3810T überzeugt die Hardware, die vorinstallierte Software lässt dagegen sehr zu wünschen übrig: Das ohnehin nicht besonders reaktionsfreudige Windows Vista Home Premium wird durch zahlreiche Tools ausgebremst.

Neben dem Windows-Indexer sucht auf der Festplatte beispielsweise auch Google Desktop nach den neuesten Dateien. Auch die Sicherheitslösung von McAfee, die sich mit einer eigenen Toolbar in den Browser einklinkt, sorgt für Geschwindigkeitseinbußen. In Verbindung mit der Google-Toolbar wird das Surfen per Internet Explorer 8 zur Geduldsprobe. Nervig sind die vielen Aufforderungen, sich zu registrieren.

Bevor man mit dem 3810T vernünftig arbeiten kann, ist also erst einmal Großreinemachen auf der Festplatte angesagt. Acer ist natürlich nicht der einzige PC-Hersteller mit Crapware-Problem. Gerade bei einem Business-Notebook wäre jedoch eine verstärkte Konzentration auf dieses Thema wünschenswert.

Das Travelmate wiegt 1,75 Kilo und misst 32,4 mal 22,8 mal 2,53 Zentimeter. Für den mobilen Einsatz ist es daher bestens geeignet. Eine Dockingstation (Acer EasyPort IV) kostet 129 Euro extra. Sie hat vier USB-Ports, einen DVI- und einen VGA-Anschluss.

Wie andere OEMs bietet Acer ein Upgrade auf Windows 7. Für das vorinstallierte Vista Business erhält man Windows 7 Professional. Die Bearbeitungsgebühr beträgt 14,90 Euro.

Fazit

Das Acer Travelmate 8371 überzeugt mit kompakten Abmessungen, langer Akkulaufzeit und hoher Ergonomie. Letzteres ist hauptsächlich auf das matte Display zurückzuführen, auf dem kaum Reflexionen sichtbar sind. Die gefühlte Geschwindigkeit liegt dank des Dual-Core-Prozessors auf einem guten Niveau. Das 3G-Modul ermöglicht Verbindungen auch abseits von WLAN-Hotspots. Schade, dass die vorinstallierte Software die Freude an dem Gerät zunächst trübt und man vor der Arbeit selbst Hand anlegen sollte.

Acer verlangt für das Gerät 939 Euro, was angesichts der Leistungsumfangs in Ordnung ist. Für 889 ist auch eine Version ohne 3G-Modul erhältlich.

Wer häufiger mit CDs oder DVDs arbeitet und eher einen Desktop-Ersatz sucht, sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen. Eine gute Alternative ist das 14,1-Zoll-Gerät Travelmate 8471, das mit einem Combo-Laufwerk ausgestattet ist.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_acer_timeline_3810t_nach_etwas_tuning_guter_13_zoeller_reviewstory-20000151-41005756-1.htm
[2] = http://de.wikipedia.org/wiki/Thermal_Design_Power
[3] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_msi_x600_langlaeufer_trotz_dual_core_und_diskreter_gpu_review-20000151-41501694-1.htm
[4] = http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_notebook_laptop_lenovo_ideapad_u350_wie_mobil_ist_der_neue_13_zoeller_review-20000151-41501387-1.htm