Der Markt für Navigationsgeräte ist hart umkämpft. Wer sich von der Konkurrenz abheben will, muss schon Besonderheiten bieten. Zum Beispiel intelligente Wegführung, DVB-T oder Internetzugang. ZDNet zeigt die IFA-Trends.
Zwar sind Navigationsgeräte auf der IFA[1] nicht ganz so beeindruckend wie große Flachbildschirme. Trotzdem sollten Besucher nicht einfach daran vorbeigehen. Denn in puncto Ausstattung haben sie so viel Neues zu bieten, wie schon lange nicht mehr.
Die Bildschirme wachsen: Während ein 4,3-Zoll-Display vor einem Jahr noch Standard war, geht der Trend bei den Premium-Modellen nun zu 5 oder gar 7-Zoll-Diagonale. Zudem rüstet mancher Hersteller seine Geräte mit DVB-T auf. So sollen Kinder und Beifahrer auch bei 140 Stundenkilometern noch fernsehen können.
Einige Navigationsgeräte warten mit integriertem Internetzugang auf: Über Googles ortsbezogene Suche besteht somit Zugriff auf sogenannte "Points of Interest" sowie eine Nutzerbewertung, die über gute und schlechte Restaurants oder Hotels informiert.
Mindestens ebenso interessant sind die Neuheiten bei der Software auf den Navigationsgeräten: Clever routen, Sprit sparen und realistische Darstellung von 3D-Gebäuden lauten die aktuellen Schlagworte. Außerdem gibt es Reiseführer für die verschiedenen Navigationssysteme zu sehen.
Alle Besucher, die bei Tomtom (Halle 9, Stand 204) oder Merian Scout (Halle 9, Stand 310) vorbeischauen, erhalten beispielsweise den Prinz Top Guide 2009 für Berlin als Gratis-Download. ZDNet stellt auf den folgenden Seiten die wichtigsten Trends vor.
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Die Anwendungen bieten die von Standalone-Geräte bekannten Grundfunktionen. Karten werden in 2D und 3D dargestellt. Dabei wechselt das Gerät automatisch vom Hoch- ins Querformat, wenn man das Handy um 90 Grad dreht. Sprachansagen leiten den Anwender zum Ziel. Mit Hilfe von Text-to-Speech lesen die beiden Navigationsprogramme die Namen von Straßen und Ausfahrten vor.
Der Nutzer hat die Möglichkeit, eine Route zu einem Kontakt im Adressbuch oder zu einem POI zu berechnen. Dabei kann er als POIs aufgelistete Hotels oder Restaurants direkt aus der Navigationslösung heraus anrufen. Kommt während der Fahrt ein Telefongespräch herein, unterbricht die Routenansage. Nach dem Anruf wird sie automatisch fortgesetzt. Und schließlich ermöglichen Navigon und Tomtom ein Versenden der Koordinaten des aktuellen Standorts per E-Mail.
Unterschiede zwischen Tomtom App und Mobile Navigator
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Tomtom hat auf die Integration eines Fahrspurassistenten verzichtet. Stattdessen verfügt die App für das iPhone über IQ Routes. Damit wird die Fahrtzeit einer Route auf Basis tatsächlich gefahrener Durchschnittsgeschwindigkeiten von Millionen von Tomtom-Nutzern ermittelt. Der Vorteil: Die Reisedauer soll sich exakter berechnen lassen. Zudem vermeidet Tomtom verstopfte Straßen, beispielsweise im Berufsverkehr. Mit IQ Routes verspricht Tomtom Nutzern, das Ziel in etwa 35 Prozent der Fälle schneller zu erreichen.
Die Tomtom-App für das iPhone mit einer Karte von Westeuropa soll 100 Euro kosten. Für die das Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz (D-A-CH) werden 70 Euro fällig. Die Kompatibilität zum iPod Touch und anderen Modellen des iPhones ist derzeit nicht gegeben. Den Mobile Navigator für das iPhone gibt es in drei Varianten: Als Vollversion Europa für 80 Euro, als regionale D-A-CH-Ausgabe für 70 Euro und als kostenlose Lite-Version ohne Sprachansagen. Die Software läuft auch auf dem iPod Touch mit iPhone OS 3.0.
Standalone-Navigationslösungen haben den Nachteil, dass sie nicht auf aktuelle Informationen aus dem Internet zugreifen können. Eine neue Generation mit integriertem 3G-Modul beseitigt dieses Manko.
Tomtom
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Tomtom Live ist auf den Go-Modellen 540 Live, 740 Live, 940 Live und Tomtom XL Live zu finden. Der Nutzer kann den Online-Zugang über das Vodafone-Netz länderübergreifend ohne Anmeldung oder Registrierung nutzen. Nach einer kostenfreien dreimonatigen Testphase besteht die Möglichkeit, ein Abo für 10 Euro pro Monat abzuschließen.
Garmin
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Das Nüvi 1690 verfügt über 41 vorinstallierte Karten für Ost- und Westeuropa und soll im vierten Quartal 2009 für 400 Euro erhältlich sein. In Europa ist die Nutzung von Garmin Nülink ein Jahr lang kostenlos. Eine Verlängerung des Abonnements soll anschließend 80 Euro pro Jahr kosten. KPN ist der Provider, welche Roaming-Partner KPN wählt, hängt von den Tarifen ab.
Navigon
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Mio
Auch Mio Technology, die GPS-Navigationsmarke von Mitac International Corporation aus den USA, hat die Google-Suche auf das Navigationsgerät gepackt. In Zusammenarbeit mit Google bietet Mio für seine Produktserie Spirit eine dynamische, ortsbezogene Suchfunktion auf Knopfdruck. Die Verbindung ins Internet erfolgt jedoch über ein Mobiltelefon, das via Bluetooth gekoppelt wird.
Die wachsende Größe des Displays macht Navigationssysteme auch für andere Anwendungen interessant, insbesondere für Fernsehen per DVB-T. Einige Geräte mit dieser Funktion sind bereits erhältlich.
Mio
Die beiden Premium-Geräte Mio Moov Spirit V505 und V735 sind mit einem DVB-T Tuner ausgerüstet. Damit kann der Anwender alle frei verfügbaren digitalen TV-Sender in einer Region empfangen. Die Kanäle werden auf einem Breitbild-Display mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln in guter Spielfilmqualität angezeigt. Dabei hat Mio zwei Displaygrößen anzubieten: 4,7 und 7 Zoll.
Das digitale Fernsehsignal wird über eine integrierte Antenne empfangen. Ein Anschluss für eine externe DVB-T-Antenne ist ebenfalls vorhanden. Sound-Dateien können über einen FM-Transmitter ans Audiosystem des Fahrzeugs übertragen werden. Alternativ geht der Ton über das integrierte HiFi-Soundsystem mit zwei Boxen. Die Geräte verfügen über USB 2.0, Audio-Eingangsports sowie einen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte. Die Spirit-Produkte mit integriertem DVB-T-Tuner sollen für 250 Euro (Mio Moov Spirit V505) und 330 Euro (Mio Moov Spirit V735) verkauft werden.
Navigon und Tomtom
Der Navigon 8410 lässt sich für 60 Euro mit einem digitalen TV-Modul für den DVB-T-Empfang aufrüsten. Tomtom wird auf der IFA dagegen keine Navigationsgeräte mit DVB-T ausstellen.
Lösungen für Android-Smartphones
Auch für die Android-Smartphones T-Mobile G1 und G2 Touch, Vodafone Magic und Samsung Galaxy gibt es bereits eine Software: Der Mobile Navigator von Navigon ist eine Offboard-Lösung, die Karten liegen also nicht auf dem Handy. Ein Server berechnet die Route und schickt sie per Mobilfunk aufs Handy. Für die Übertragung der Routen- und Kartendaten fallen Gebühren an. Wie viel die Nutzung kosten soll, steht noch nicht fest. Immerhin gibt es eine 30-tägige, kostenlose Testphase für den Mobile Navigator. Alternativ gibt es von CoPilot eine Onboard-Lösung. Sie kostet 30 Euro.
In Zeiten steigender Energiepreise spielt der Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs eine wichtige Rolle. Moderne Navigationssysteme bieten Möglichkeiten, diesen durch die Wahl einer entsprechenden Route zu senken.
Medion
Die neuen Navigationsgeräte von Medion[4] kommen mit der Software GoPal 5. Sie bietet "Clever Routes" für eine intelligente Routenplanung. Wie bei Tomtoms IQ-Routes wird der Weg zum Ziel anhand von historischen Verkehrsdaten berechet. Die Streckenführung kann somit je nach Uhrzeit und Wochentag variieren. Außerdem zeigen die Medion-Modelle auf Wunsch mehrere Routen parallel an. Der Kunde hat so die Möglichkeit, je nach Vorliebe zwischen alternativen Strecken auszuwählen. Clever Routes ist in allen Premium-Geräten von Medion integriert.
Navigon
Navigons Spitzenmodelle 8410 und 8450 gehen sogar noch einen Schritt weiter: Das Navigationsgerät merkt sich die Präferenzen des Fahrers. Je nachdem, ob er lieber Autobahn oder eher Landstraße fährt, schlägt das Navigationsgerät anhand von My Routes entsprechende Strecken vor. Zusätzlich werden auf den PNDs zwei weitere Streckenvorschläge berechnet und angezeigt.
Garmin
Das Nüvi 1690 ist standardmäßig mit Garmin Ecoroute ausgestattet. Der Anwender kann die Streckenoption weniger Kraftstoff wählen, damit das Gerät auf Grundlage des gelernten Fahrstils eine effiziente Strecke berechnet. Zusätzlich soll der Fahrer die Möglichkeit haben, anhand der von Ecoroute protokollierten Kraftstoff- und Streckenberichte seine Fahrgewohnheiten zu optimieren.
Falk
Bei Falk läuft das intelligente Routing unter dem Stichwort lernende Navigation. Das neue Top-Modell F12 berechnet die optimale Route in Abhängigkeit von Wochentag und Uhrzeit der Fahrt – ähnlich wie Tomtom IQ Routes oder Medions GoPal-Modelle. Das Lernen erfolgt kontinuierlich auf Basis des Fahrverhaltens aller Falk-Nutzer.
Trotz Karte ist es manchmal schwierig, sich vor Ort zurechtzufinden. Navigationslösungen mit fotorealistischer Darstellung der Gebäude helfen weiter.
Falk
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Weiter kommt das F12 mit der Sprachsteuerung Pro. Damit hört das Gerät auf Kurzkommandos wie "nächste Tankstelle". Das Widescreen-Navi wird mit Kartenmaterial von 44 Ländern West- und Osteuropas ausgeliefert. Ein Preis steht noch nicht fest.
Navigon
Navigon zeigt auf dem 8410 und dem 8450 mit City View erstmals eine fotorealistische Navigation. Häuser, Straßen, Fassaden, Zebrastreifen und Ampeln werden auf dem 5-Zoll-Display detailgetreu angezeigt. Bei Häusern stimmen zum Teil sogar die Farben der Hauswände. Leider gibt es die Real City 3D, wie der Hersteller die gerenderten Stadtansichten nennt, derzeit erst für einige europäische Großstädte.
Zudem hat Navigon die Sprachsteuerung verbessert: Durch die neue Funktion Voice Interaction Pro sind mehr Funktionen per Sprache steuerbar als auf dem Vorgängermodell 8310. Zudem muss sich der Nutzer nicht mehr an feste Befehle halten. Die Software filtert sich aus einem Satz die relevanten Befehlsbestandteile heraus und setzt sie um. Das Navigon 8410 soll für 450 Euro in den Handel kommen. Das 8450 wird 500 Euro kosten.
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