Telefonieren und Mailen ohne Vorratsdatenspeicherung

Die derzeit gültige Regelung verlangt, dass alle Telefonate und E-Mails sechs Monate lang gespeichert werden. ZDNet zeigt Wege auf, wie man sich der Schnüffelei durch den Staat ohne konkreten Verdacht wirksam entzieht.

Vorratsdatenspeicherung, der große Lauschangriff, der sogenannte Bundestrojaner und das Internetzensurgesetz sind für gesetzestreue Normalbürger, die nichts zu verbergen haben, alles andere als harmlos. Regelmäßige Kontakte mit Terroristen sind nicht notwendig, damit sich Behörden Informationen aus der Vorratsdatenspeicherung verschaffen.

Um plötzlich zum Ermittlungsziel zu werden, kann es ausreichen, gelegentlich mit jemandem zu telefonieren, der seine Auslandseinkünfte in der Steuererklärung nicht korrekt angegeben hat. Selbst ein versehentlicher Klick auf eine überwachte Seite mit rechtsextremen Inhalten kann genügen.

Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich der Vorratsdatenspeicherung zumindest teilweise entziehen kann. Keine Chancen hat man dabei für einen primären Dienst wie dem Internetzugang. Ein Provider ist immer verpflichtet, zu speichern, wann sich ein Kunde ins Internet einwählt und welche IP-Adresse er dabei bekommt.

Das gilt auch für ein Telefongespräch, das man über seinen Telefonschluss führt: Alle Verbindungsdaten werden gespeichert - beim Handy sogar der aktuelle Standort.

Anders sieht es aus bei Diensten, die über die aktuelle Internetverbindung abgewickelt werden, etwa E-Mail, Instant Messaging (IM) oder VoIP-Telefonate. Hier gibt es durchaus Möglichkeiten, sich einer verdachtsunabhängigen Speicherung zu entziehen. Dies schützt allerdings nicht automatisch vor einem gezielten Abhören des gesamten Internetverkehrs.

Klinkt sich einer Ermittlungsbehörde beim Provider in den Internetanschluss ein, können alle E-Mails mitgelesen und alle VoIP-Gespräche abgehört werden, sofern keine sichere End-To-End-Verschlüsselung genutzt wird. Verhindert man jedoch die verdachtsunabhängige Speicherung von Verkehrsdaten, die jeden Bürger aufgrund der Vorratsdatenspeicherung betreffen, ist wenigstens eine nachträgliche Auswertung nicht möglich.

Bei der Nutzung aller Internetdienste ist dem Dienstanbieter immer die IP-Adresse des Nutzers bekannt. Hinzu kommen oft weitere Identifikationsmerkmale wie E-Mail-Adresse, VoIP-Telefonnummer oder IM-Adresse, die einem Nutzer zugeordnet werden können. Technisch gesehen kann der Dienstanbieter entscheiden, ob er diese Verkehrsdaten speichert oder nicht. In der EU sind die Dienstanbieter dazu allerdings gesetzlich verpflichtet.

Wer sich dieser Speicherung entziehen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder man betreibt die Dienste selbst oder man nutzt als Dienstanbieter einen Provider im Ausland, der nicht mit Behörden aus EU-Ländern kooperiert. Bei der zweiten Möglichkeit besteht immer ein Risiko, dass der Anbieter letztendlich doch Daten herausgibt. Sicherer ist es, die Dienste selbst zu betreiben und erst gar keine Logfiles anzulegen. Das ist aber häufig mit Aufwand und Kosten verbunden.

Eine Kommunikation ist nur dann vor der Vorratsdatenspeicherung sicher, wenn sich beide Kommunikationspartner, etwa Absender und Empfänger einer E-Mail oder Anrufer und Angerufener eines Telefongesprächs, der Vorratsdatenspeicherung entziehen. Trotzdem kann man mit einer einseitigen Lösung dafür sorgen, dass nicht alle E-Mails oder Telefongespräche in die Hände von Ermittlern fallen.

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11 von 12 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von meikel katzengreis
am 20. August 2009, 03:14 Uhr
Vorratsdatenspeicherung und so weiter
soll ich nun zum eigenen anbieter werden,selten hab ich solch holpriges geleen.kann nur hoffen der partner des , der ,verfasser /verfasserin fragt nie nach den gründen für das entgleiten aus der realität ,liebe zu etwas anderem als drogen ist es nähmlich nicht.leider beschattet mich nach einer coolen email ans weisse haus der CIA ,krieg nun kein Googleearth mehr,wie wärs mit solchem,aus dem wahren leben gott schütze uns alle .rechtschreibung,was für träumer.keine drogen was für verständnisslose dänker.danke
 
von ratz rübeab
am 20. August 2009, 03:28 Uhr
AW: Vorratsdatenspeicherung und so weiter
den kenn ich ein wenig ,kann nich so gut deutsch,irgend son geldgeier könnt doch mal beim BKA anrufen .die drucken noch DMark am wochenende .das problem unserer Gesellschaft sind wir nich VORRATSDATENSPEICHER .unsere angst vor tod .wir sind seit 20.03.2003 (angriff auf bagdad) im aggressionskrieg.die leute der dienste machen das einzig vernünftige in dieser verzweifelten lage ,war ein witz?kiffen macht gleichgültig?mir doch egal,morgen ist mein heimaturlaub zu ende dann gehts wieder in den kampf mit messer und kelle(k.w.k)kwiekoch.danke
 
von Dont drink and post.
am 20. August 2009, 10:05 Uhr
AW: AW: Vorratsdatenspeicherung und so weiter
Keine Macht den Drogen.
 
von Mr. üps
am 26. September 2009, 18:15 Uhr
AW: Vorratsdatenspeicherung und so weiter
So sehe ich das eher bei DEINER Rechtschreibung. Wer im Glashaus sitzt, tut gut daran nicht mit Steinen zu werfen.
Was wolltest Du der Welt eigentlich mitteilen ??
Was Du auch nimmst; nehme weniger !
 
von Lukas
am 20. August 2009, 22:37 Uhr
Dienste gar nicht erst nutzen!
Ich denke, persönliche Dinge sollte man so oder so unter 4 Augen besprechen. Technik hin oder her, es ersetzt niemals den "realen" Kontakt und da gibts weder Vorratsdatenspeicherung noch sonst welche Lücken.
 
von Rumble
am 31. August 2009, 10:58 Uhr
AW: Dienste gar nicht erst nutzen!
Da bleibt dann nur der Lauschangriff. Wie verwanzt ist ihr Telefon?
 
von Anselm Redlich
am 27. September 2009, 21:58 Uhr
AW: Dienste gar nicht erst nutzen!
Entschuldigung! Richtmikrophone beherrschen gewaltiges; in geringer Distanz stehender unauffälliger Zuhörer; Laser-Mikrophone können auf Deine Fensterscheibe gerichtet werden - wohnst Du in "hellhörigem Haus", dann funktioniert unter Umständen sogar die indirekte Kellerbelauschung; standard Briefe können unbemerkt gelesen werden - knitterfrei wiederverschließbar!!!
 
von Rumble
am 31. August 2009, 10:56 Uhr
Der Artikel ist eine Ohrfeige.
EinE Ohrfeige für die Politik, die uns vorgaukelt, das alles sei nur gegen Terroristen gerichtet.

Man sollte sich keine falschen Vorstellungen machen: El Qaida ist auf einem enormen Wissens- und Ausbildungsstand. Die kriminelle Energie und das Know How mancher Internetbetrüger ist sowieso nicht zu unterschätzen.

Der Artikel belegt, wie einfach es für hoch ausgebildete Kriminelle ist, sich der Überwachung zu entziehen, während der kleine, ehrliche Normalkunde damit schlicht überfordert ist.

Fazit: Eine Überwachung jedes Normalbürgers, der, wie geschildert, schnell unschuldig in die Fänge der Ermittlergeraten kann - gefährliche Kriminelle sind ausgenommen.

Gut, das der Artikel noch vor der Wahl veröffentlicht wurde.

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