Mit dem "Fast-Start"-Programm will SAP im Markt für ERP-Lösungen für den unteren Mittelstand punkten. Die Software läuft vorkonfiguriert auf Hardware-Servern und ist in wenigen Wochen einsatzbereit.
SAP[1] ist traditionell im Großkundenbereich unterwegs: Implementierungen von SAP-Software bei Konzernen dauern oft etliche Monate oder gar Jahre. Das wirkt auf Mittelständler abschreckend. Mit dem vor einem Jahr eingeführten Fast-Start-Programm präsentiert sich SAP dagegen handzahm und einfach.
Nun tritt SAP mit dem erklärten Ziel an, Kunden, die bisher Produkte von Sage[2] oder Microsoft Navision[3] einsetzen, für sich zu gewinnen. Eine vollständige Implementierung ist schon in vier Wochen möglich, typisch sind allerdings zwölf Wochen. Das Geheimnis ist, dass die Software auf den Servern der Hardware-Partner IBM[4], HP[5] und neuerdings Fujitsu[6] (PDF[7]) komplett vorkonfiguriert ist. Sie kann so von Systemhäusern mit wenig Aufwand auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden.

Robert Vetter, Senior Vice President SME Business Development bei SAP (Bild: SAP).
Um die Sache noch einfacher zu machen, wird "Fast Start" bei IBM in T-Shirt-Größen verkauft: Big Blue bietet Blade Center in der Größe S für Kunden von 10 bis 60 Mitarbeitern an, die Größe M ist für Organisationen mit bis zu 150 Mitarbeiter gedacht und L ist für bis zu 250 Mitarbeiter ausgelegt. Die Infrastruktur-Bundles sind ab einem Preis von 10.000 Euro erhältlich.
Bei HP heißen die gleich gestaffelten Lösungspakete "Entry System", "Standard System" und "Performance System". Außerdem bewirbt der Konzern in der Produktbroschüre[8] (PDF) noch ein für bis zu 500 Anwender konzipiertes "High Availibilty System", macht aber keine Angaben zu den Preisen.
Welche Komponenten der Kunde benötigt, legt er im so genannten Configurator auf der SAP-Web-Site[9] fest. Dort erhält er auch gleich einen konkreten Kostenvoranschlag. Er kann also gleich abschätzen, ob das Paket in sein Budget passt. "Die Kunden erhalten ein Angebot mit klar definierter Struktur und Zeitplan. Böse Überraschungen sind ausgeschlossen", sagt Ulrich Walter, System x Solution Manager bei IBM.
In einem Fast-Start-Paket enthalten sind SAP Business All-in-One, eine Datenbank (alternativ SAP MaxDB oder IBM DB2) sowie optional das Betriebssystem Suse Linux Enterprise Server von Novell, dazu die Hardware-Server von Fujitsu, HP oder IBM. "Für Änderungswünsche, etwa als Datenbank den im Mittelstand populären Microsoft SQL Server, sind wir offen", sagt Robert Vetter, Senior Vice President SME Business Development bei SAP.
Das eigentliche SAP-ERP-Paket Business All in One[10] wird im Rahmen des Fast-Start-Programmes durch weitere Software wie SAP CRM[11] und die Business-Intelligence-Komponente Business Objects Edge[12] abgerundet. Auch die speziell auf die Bedürfnisse einzelner Branchen abgestimmten Industrie-Pakete sollen ausgebaut werden.
Einer der SAP-Referenzkunden, die Fast-Start schon eingeführt haben, ist der niederländische Elektroniklieferant Delta Elektronika: "Uns haben die schnelle Implementierung, die keinerlei Unterbrechung des Geschäftsbetriebs verursacht, und das gute Preis-Leistungsverhältnis überzeugt", sagt Ir. J. Koopman, General Manager bei Delta Elektronika.
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