Windows Home Server: Power Pack 3 Final im Praxistest

(http://www.zdnet.de/magazin/41500359/windows-home-server-power-pack-3-final-im-praxistest.htm)

von Joachim Kaufmann, 15. Dezember 2009

Microsoft aktualisiert Windows Home Server mit dem Power Pack 3. Es soll volle Kompatibilität zu Windows 7 herstellen und die Archivierung von TV-Aufzeichnungen vereinfachen. ZDNet hat die Software einem Test unterzogen.

Ob Backup, zentrale Datenspeicherung oder Fernzugriff über das Internet - gerade in Haushalten mit mehreren Rechnern leistet ein Server auf Basis von Windows Home Server gute Dienste. Seit der Einführung Mitte 2007 hat Microsoft das Produkt mit zwei so genannten Power Packs erweitert.

Mit dem Power Pack 1[1] wurden eine Backup-Möglichkeit für den Server, 64-Bit-fähige Connector-Software und neue Möglichkeiten zum Upload von Dateien übers Internet eingeführt. Das Power Pack 2 sorgte für die Anzeige von auf dem Server gespeicherten Medieninhalten im Media Center.

Etwas später als geplant[2] hat Microsoft jetzt die Final des Power Pack 3 eingeführt, das die Defizite bei der Zusammenarbeit mit Windows 7 beseitigen soll. ZDNet hat es getestet.

Der Artikel basiert auf einer Version vom 21. Juli. Er wurde mit den Testergebnissen der Final aktualisiert.

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Power Pack 3 für Windows Home Server im Praxistest[4]

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Ohne Power Pack 3 gibt es mit Windows 7 vor allem Probleme in zwei Bereichen: Das Wartungscenter erkennt Windows Home Server nicht als Backup-Lösung an und moniert beim Anwender eine fehlende Sicherung. Zudem lassen sich Ordner auf dem Home Server nicht zuverlässig in Windows-7-Bibliotheken[5] einbinden. Das Power Pack 3 beseitigt diese Defizite. Auch die Connector-Software unterstützt jetzt offiziell Windows 7.

Die Installation des Updates funktioniert ohne Probleme: Es wird über Windows Update verteilt und kann mit ein paar Mausklicks eingerichtet werden. Ein separater Download ist nicht notwendig.

Teil des Power Pack 3 ist die bislang separat zum Download angebotene Windows Search 4.0[6]. Sie ermöglicht es, per Remote Index Discovery auch auf anderen Rechnern liegende Indizes zu durchsuchen. Nur solche Netzwerklaufwerke können einer Bibliothek hinzugefügt werden.

Das zeigt sich nach der Einrichtung des Power Pack 3: Die auf dem Home Server gespeicherten Ordner Musik, Bilder, Videos und TV-Aufzeichnungen sind Teil der jeweiligen Windows-7-Bibliotheken und funktionieren zuverlässig. So demonstrieren die Vorteile des Konzepts: Trotz unterschiedlicher Speicherorte sieht man seine Medien auf einen Blick. Auch der passwortgeschützte Ordner Dokumente lässt sich der Bibliothek hinzufügen.

Microsoft hat auch die Integration ins Media Center verbessert: Dort befindet sich jetzt ein eigener Menüpunkt Home Server, der Zugriff auf die Funktionen Konsolenansicht und TV-Archiv bietet. Erstere ermöglicht es, Informationen zu verfügbarem Speicher, installierten Laufwerken, Backup-Status, freigegebenen Laufwerken und Systemstatus einzusehen. Vorher waren diese nur über die Konsole zugänglich.

Im Bereich TV Archiv kann man TV-Aufzeichnungen vom PC auf den Home Server verschieben. Das geschieht manuell pro Sendung oder automatisch für alle Sendungen. Windows Home Server bietet zudem eine automatische Konvertierung ins Windows-Media-Format (*.WMV). Es benötigt weniger Speicher und ist zu mehr Endgeräten kompatibel als das zur Aufnahme verwendete WTV-Format. Leider unterstützt das Power Pack 3 keine weiter verbreiteten Formate wie H.264.

Archivierte TV-Aufzeichnungen können in niedrigere Bitraten umgerechnet werden. Allerdings stehen nur 640 mal 480 bei 1500 KBit/s sowie 320 mal 240 bei 500 KBit/s zur Auswahl. Individuelle Einstellungen sind nicht möglich. Insgesamt ist das TV-Archiv eine interessante Neuerung, man würde sich aber etwas mehr Flexibilität wünschen. Zu bemängeln ist auch, dass extra ein eigener Menüpunkt geschaffen wurde. Microsoft hätte die Archiv-Funktion im Bereich TV unterbringen sollen.

Das Wartungscenter akzeptiert Windows Home Server jetzt als Backuplösung. Die Einrichtung einer Sicherung wird nicht mehr angemahnt.

Fazit

Das Power Pack 3 verbessert das Zusammenspiel von Windows Home Server und Windows 7. Vom TV-Archiv, das trotz der beschriebenen Schwächen eine willkommene Neuerung darstellt, profitieren auch XP- und Vista-Nutzer. Jeder Home-Server-Besitzer sollte auf die neue Version umsteigen.

Ganz hat Microsoft seine Hausaufgaben in Bezug auf Windows 7 aber nicht gemacht. Homegroups, konzipiert zur einfachen, passwortgeschützten Vernetzung von Windows-7-PCs, bleiben für Windows Home Server ein Fremdwort. Unterstützt wird das Feature vermutlich erst in der nächsten Version des OS, die 2010 auf den Markt kommen soll. Die Vorstellung könnte schon Anfang Januar auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas erfolgen.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/betriebssysteme_in_unternehmen_linux_vista_xp_unix_mac_windows_home_server_was_leistet_das_power_pack_1_story-20000004-39192520-1.htm
[2] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_software_microsoft_verschiebt_windows_home_server_power_pack_3_story-39001022-41507656-1.htm
[3] = http://www.zdnet.de/windows_netzwerk_windows_home_server_mit_power_pack_3_download-39002345-305293-1.htm
[4] = http://www.zdnet.de/galerie/41500406/power-pack-3-fuer-windows-home-server-im-praxistest.htm#sid=41500359
[5] = http://www.zdnet.de/betriebssysteme_in_unternehmen_linux_vista_xp_unix_mac_der_release_candidate_ist_da_welche_features_bringt_win_7_story-20000004-41000280-12.htm
[6] = http://www.zdnet.de/sonstige_windows_verbesserungen_windows_search_4_0_download-39002345-30952-1.htm