Professor Carsten Steinert von der Fachhochschule Osnabrück erforscht, wie Jobbörsen im Internet genutzt werden und wie zufrieden Nutzer mit den Angeboten sind. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.
94 Prozent aller Unternehmen in Deutschland suchen per Internet nach neuen Mitarbeitern, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Bitkom[1] unter 809 Firmen aller Branchen Anfang dieses Jahres. Besonders beliebt sind bei den Arbeitgebern demnach Online-Jobbörsen wie Stepstone[2], Jobscout[3] oder Monster[4], die von 59 Prozent genutzt werden.
Die Hälfte der Firmen publiziert Stellenanzeigen auf der eigenen Homepage. Ein Viertel annonciert in spezialisierten Online-Stellenbörsen für bestimmte Branchen oder Berufsgruppen. Immerhin ein Fünftel nutzt weitere Online-Services, darunter soziale Netzwerke wie Xing[5] oder StudiVZ[6] sowie regionale Internetdienste. 62 Prozent der befragten Firmen schalten Stellenanzeigen in drei und weitere 20 Prozent sogar in vier unterschiedlichen Medien.
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| Der Großteil der Firmen sucht sowohl im Internet als auch in Printmedien nach neuen Mitarbeitern (Bild: Bitkom). |
Die Arbeitsagenturen spielen laut Bitkom bei der Personalsuche nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 39 Prozent der Unternehmen in Deutschland melden freie Stellen der Bundesagentur für Arbeit. In der IT-Branche melden sogar nur 28 Prozent der Unternehmen offene Stellen an die Arbeitsagenturen.
Soweit die Sicht der Arbeitgeber. Aber wie nehmen Arbeitssuchende die Jobbörsen wahr? Welche führt sie schnell zum Ziel? Welche Angebote nutzen Jobinteressenten gerne, welche schrecken sie eher ab? Diesen Fragen ist Professor Carsten Steinert von der Fachhochschule Osnabrück[7] zusammen mit der Rating-Agentur Profilo[8] und Crosswater[9], einem Portal für Jobbörsen und E-Recruiting, in einer Onlineumfrage nachgegangen. Beteiligt haben sich daran mehr als 3000 User.
Laut der Umfrage[10] werden Jobbörsen (63 Prozent) intensiver genutzt als Jobsuchmaschinen. Der Unterschied: Während Jobbörsen wie der Stellenmarkt in einer Zeitung funktionieren, durchsuchen Jobsuchmaschinen das Internet nach Stellenangeboten.
Die Nutzer sind zudem mit Jobbörsen etwas zufriedener als mit Jobsuchmaschinen: Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 4 (überhaupt nicht zufrieden) erreichten Jobsuchmaschinen die Durchschnittsnote 2,1 und Jobbörsen 1,9. Letztere hatten nach Ansicht der Marktforscher jedoch Defizite bei der Bewertung der Qualität der Suchergebnisse und der Treffergenauigkeit.
Besonders fleißig sucht die Altersgruppe von 31 bis 50 Jahren im Internet nach Arbeitsplätzen. Über zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer recherchieren in Jobbörsen und Jobsuchmaschinen aktiv nach Stellenanzeigen. Ein Drittel vertraut auf eine passive Suchstrategie, indem es sich in Bewerberdatenbanken einträgt oder per E-Mail über neue Jobangebote informieren lässt. Ergänzende Angebote der einzelnen Portale, etwa Gehaltsanalysen, Bewerbungsunterlagen-Check und Informationen zu Arbeitgebern und Branchen, werden kaum in Anspruch genommen.
Die Mehrzahl der Befragten (58,7 Prozent) schickt Bewerbungen bevorzugt per E-Mail und legt Lebenslauf und Zeugnisse im Anhang bei. Immerhin noch 20 Prozent ist die klassische Bewerbung in Papierform am liebsten. Das Ausfüllen von Online-Bewerbungsformularen empfindet ein Drittel aller Umfrageteilnehmer als lästig. 20 Prozent gaben sogar an, dass sie ein vorgeschaltetes Online- Bewerbungsformular oder -Assessmentcenter sie gegebenenfalls von einer Bewerbung abhält.
Die Wirtschaftskrise lässt sich nach Zahlen von Crosswater aber auch an der Anzahl der in Jobbörsen publizierten Stellenanzeigen ablesen[11]. So fanden sich bei Monster[4] und Jobpilot[12] im April 2009 rund 35 Prozent weniger Stellenangebote als im Vorjahr. FAZjob.net[13] veröffentlichte 30 Prozent weniger. Die Zahl der Angebote bei Stellenanzeigen.de[14] ging um 20 Prozent zurück, bei Stepstone[2] um 17 Prozent und bei Career Builder Deutschland[15] um 12 Prozent. Lediglich bei Kalaydo[16] wurde ein Zuwachs von zwei Prozent und damit eine Entwicklung etngegen dem allgemeinen Trend festgestellt. Dies sei jedoch auf Kooperationen mit zusätzlichen Verlagspartnern in Rheinland-Pfalz und Hessen zurückzuführen.

Die rund 3000 Teilnehmer einer aktuellen Online-Umfrage waren mit Jobpilot und Stepstone am zufriedensten. Am schlechtesten schnitten Monster, Google Base und mit Abstand die Arbeitsagenturen ab (Bild: CrossPro-Research).
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