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Getestet: Palm Pre mit dem neuen Betriebssystem WebOS

Hersteller: Palm
Listenpreis: 599 Euro
Fazit:

Abgesehen von ein paar fehlenden Funktionen und Geschwindigkeitsproblemen ist der Palm Pre ein solides Smartphone, das sich mehr für Multimedia- und Gadgetfans eignet als für den professionellen Einsatz unterwegs. Die Hardware könnte besser sein, aber mit dem eigenentwickelten Betriebssystem beweist der Hersteller, dass er mit der Konkurrenz nicht nur mithalten kann. Palm setzt sogar neue Standards in Bezug auf die Art, wie Smartphones mit Aufgaben und Informationen künftig umgehen.

Pro
  • hervorragendes Multitouch-Display
  • ordentlicher Browser
  • guter Multimedia-Player
  • Vollausstattung mit GPS, UMTS, WLAN und Bluetooth
  • beispielloses Multitasking
Contra
  • zu kleine Tastatur
  • kurze Akkulaufzeit
  • teilweise langsame Reaktionen des Handys
  • keine Flash-Unterstützung
  • zeichnet keine Videos auf
  • kein Speicherkartenslot
  • keine Onscreen-Tastatur
GUT
7,2
von 10 Punkten
Akkulaufzeit:
6 Punkte
Ausstattung:
8 Punkte
Benutzerfreundlichkeit:
8 Punkte
Design:
7 Punkte
Leistung:
7 Punkte

Testbericht Palm Pre

Der Palm Pre ist mit einem ordentlichen Mediaplayer ausgestattet, der diverse Formate unterstützt: MP3, AAC, AAC+, WAV und AMR darf es bei Musik sein, bei Videos MPEG-4, H.263 und H.264. Die Einstellungsmöglichkeiten und Optionen sind rudimentär - es gibt Play und Pause, Vorwärts und Zurück sowie Shuffle- und Wiederhol-Modi. Der Player zeigt auch die Alben-Cover an, über die man durch die Musiksammlung springen kann. Das sieht nicht ganz so sexy aus wie Cover Flow beim iPhone, aber es funktioniert.

Es gibt verschiedene Wege, Inhalte wie Musik, Fotos und Videos auf das Handy zu übertragen. Zunächst meldet sich das Smartphone als Speichermedium am Computer, wenn man es via USB verbindet. So wandern Dateien einfach per Drag & Drop auf das Gerät.

Alternativ synchronisiert sich der Pre auch wie ein iPod mit iTunes. Selbst die neueste iTunes-Version 8.2 funktioniert - das Handy gibt sich einfach als iPod aus. Ist der entsprechende Modus eingestellt, öffnet sich beim Anschließen an einen PC oder Mac das Apple-Musikprogramm. Eine Unterstützung für DRM-geschützte Musik- und Filmdateien gibt es allerdings nicht. Im Übrigen hat Palm diese Funktion nicht in Zusammenarbeit mit Apple entwickelt - stellt sich also die Frage, ob das dauerhaft funktioniert.

Die Beschränkung auf 8 GByte Speicher ist nicht unbedingt zeitgemäß. Wer ein ordentlich gefülltes iPhone mit 16 GByte gegen einen Pre tauschen möchte, kommt hier schnell an die Grenzen der tragbaren Musiksammlung. Schade, dass es keinen Micro-SD-Speicherkartenslot gibt. Laut Palm hätte dieser nicht in das Design des Pre gepasst. Der Hersteller schließt allerdings nicht aus, das künftige Smartphones über einen Erweiterungsplatz verfügen.

Wer unterwegs Musik kaufen möchte, kann allerdings nicht den iTunes-Store verwenden. Stattdessen verweist der Pre auf den Amazon-MP3-Store. Bei der derzeitigen US-Version klappt das allerdings nur über WLAN und nicht über das Handynetz. Immerhin landen die auf dem Pre gekauften Songs in einem entsprechend markierten Ordner - wer sein Handy per USB an den Computer ansteckt, kann die Neuerwerbungen direkt kopieren.

Ein Videoplayer für Youtube-Clips ist vorinstalliert. Darüber hinaus gibt es weitere Video-Angebote, teilweise gegen Gebühr, die allerdings der amerikanische Netzbetreiber Sprint zuliefert. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich in dieser Hinsicht keine weiteren Aussagen für Deutschland treffen.

Die Audioqualität ist im Übrigen vergleichsweise gut. Im Test werden verschiedene hochwertige Ohrhörer eingesetzt. Obwohl es keinen Equalizer und keine Soundprofile gibt, klingen die Lieder ordentlich und verfügen über die richtige Prise Bass. Bei eingehenden Anrufen schaltet der MP3-Player stumm. Schön ist die integrierte 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, die den Anschluss von Standard-Kopfhörern ohne Adapter ermöglicht.

Die Wiedergabe von Videos sorgt für gemischte Gefühle. YouTube- und MPEG-4-Clips spielt das Smartphone flüssig ab. Insbesondere die Qualität der YouTube-Videos überrascht positiv. Allerdings gilt das nicht für den TV-Service des amerikanischen Mobilfunkproviders Sprint. Es gibt ständig Probleme mit der Verbindung - von Filmgenuss kann hier beim besten Willen keine Rede sein. Es bleibt spannend, ob sich die deutschen Anbieter besser schlagen.

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