Business Intelligence: Spezialisten behaupten sich noch

(http://www.zdnet.de/magazin/41004871/business-intelligence-spezialisten-behaupten-sich-noch.htm)

von Peter Marwan, 4. Juni 2009

Eine aktuelle Studie der Lünendonk-Marktforscher schätzt das Marktvolumen für Business Intelligence in Deutschland auf rund 800 Millionen Euro. Die Top 10-Spezialanbieter wuchsen 2008 um durchschnittlich 8,6 Prozent, der Gesamtmarkt legte sogar um 12 Prozent zu.

Die 10 in Deutschland führenden Anbieter von Business-Intelligence-Software haben 2008 zusammengenommen einen Inlandsumsatz in Höhe von 222,4 Millionen Euro erzielt, so das Ergebnis einer aktuellen Lünendonk[1]-Erhebung. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 8,6 Prozent und macht rund 28 Prozent des gesamten Marktvolumens aus.

Zwar fiel das Umsatzwachstum 2008 schwächer aus als 2007 - damals lag es noch bei 25 Prozent -, dennoch hat die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht zu einem Einbruch im BI-Markt geführt. Die Lünendonk-Experten sehen höchstens "Verschiebungen der Investitionstätigkeiten der Kunden im vierten Quartal."

Keines der Top-10-Unternehmen verzeichnete im vergangen Jahr einen Umsatzrückgang. Drei BI-Anbieter steigerten 2008 ihren Inlandsumsatz sogar im zweistelligen Prozentbereich. Zwei legten beim Umsatz zwischen fünf und zehn Prozent zu.

Die drei am schnellsten wachsenden Marktteilnehmer sind die IDL GmbH Mitte[2], QlikTech[3] und Informatica[4]. IDL steigerte seinen Inlandsumsatz um 25 Prozent auf neun Millionen Euro, QlikTech legte um 22,1 und Informatica um 17 Prozent zu.

Marktführer im inländischen BI-Geschäft bleibt mit einem Umsatz von etwa 100 Millionen Euro SAS[5]. Das Unternehmen mit Sitz in Heidelberg konnte im Vergleich zu 2007 aber nur um 4,2 Prozent wachsen.

Auf dem zweiten Platz behauptet sich Teradata[6] mit einem Inlandsumsatz von 30 Millionen Euro. Es folgen , Microstrategy[7] und SPSS[8].

QlikTech rangiert auf Platz 5, Informatica auf Platz 6. Arcplan[9], ILD und Cubeware[10] folgen mit jeweils rund 9 Millionen Euro Umsatz etwa gleichauf. Letzterem hat die Übernahme durch einen indischen Investor[11] im August 2008 offenbar also nicht geschadet, deutliche positive Effekte sind allerdings auch noch nicht abzulesen.

Update

Wenige Tage nach dem Versand der Liste der 15 Top-Anbieter im deutschen BI-Markt hat die Lünendonk GmbH die Liste korrigiert und auf zehn Anbieter reduziert. Nach Aussagen der Marktforscher war versehentlich eine frühe, ungeprüfte interne Version des Papiers versandt worden. Die Informationen in diesem Beitrag wurden daraufhin angepasst.Die Lünendonk-Marktforscher nehmen in ihre Liste nur Softwareunternehmen auf, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit Standardsoftware für Business Intelligence erwirtschaften. Dazu zählen sie beispielsweise Software für Datenintegration, Datenkonsolidierung oder Reporting- und Dashboard-Anwendungen.

Die großen IT-und Softwarekonzernen, wie IBM[12], SAP[13], Infor[14], Oracle[15] oder Microsoft[16], die Umsätze mit BI-Produkten im hohen zweistelligen Millionenbereich erwirtschaften, tauchen nicht in der Liste auf, da bei ihnen der Umsatz mit Business-Intelligence-Produkten sehr viel weniger als 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Lünendonk weist allerdings darauf hin, dass diese fünf Konzerne immerhin etwa 44 Prozent des deutschen Marktvolumens für sich beanspruchen können.

Scheinbar hat auch das Interesse der Kunden an kleineren Spezialisten etwas nachgelassen. Es war 2008 Experten zufolge durch die Übernahmen von Cognos und Business Objects ausgelöst worden, als die Kunden sich verstärkt nach unabhängigen Anbeitern umsahen. Da sich der Gesamtmarkt etwas besser entwickelt hat als die Top-10-Spezialanbieter ist anzunehmen, dass die großen Generalisten für ihre allmählich marktreifen, als Komplettlösungen angebotenen Suiten, verstärkt Kunden gefunden haben.

Rückblick auf 2007

Für 2007 schätzte Lünendonk[17] das Gesamtvolumen des Marktes noch auf 710 Millionen Euro. Die 15 größten Anbieter erwirtschafteten mit einem Umsatz von 318,9 Millionen Euro etwa die Hälfte davon und wuchsen zusammengenommen im Vergleich zum Vorjahr um 24,8 Prozent.

Allerdings gehörten damals auch Cognos und Business Objects zu den Top 15. Cognos belegte mit rund 50 Millionen Euro Umsatz Platz zwei, Business Objects mit geschätzten 40,2 Millionen Euro Platz drei. Sie fielen durch die Übernahme durch IBM beziehungsweise SAP aus der Liste heraus. Besonders große Umsatzzuwächse verzeichneten auch 2007 schon Informatica (70,9 Prozent), QlikTech (64,9 Prozent) und IDL (38,5 Prozent). Die guten Ergebnisse der drei Anbieter 2008 scheinen also keine "Eintagsfliegen" gewesen zu sein.

Erst kürzlich sprach ZDNet.de[18] mit Ulrich Beckmann, Deutschland-Geschäftsführer von QlikTech, über den Nutzen und die Positionierung von Business Intelligence in Krisenzeiten sowie die Business-Intelligence-Strategie seines Unternehmens. Außerdem erklärte Beckmann im ZDNet-Video-Interview Einzelheiten zur neuen iPhone-Anwendung seines Unternehmens.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.luenendonk.de
[2] = http://www.idl.eu/
[3] = http://www.qlikview.com/
[4] = http://www.informatica.com/de/
[5] = http://www.sas.com/offices/europe/germany/index.html
[6] = http://www.teradata.com/t/page/177375/index.html
[7] = http://www.microstrategy.de/
[8] = http://www.spss.com/de/
[9] = http://www.arcplan.com/deutsch/home.cfm
[10] = http://de.cubeware.de/
[11] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_unternehmen_business_inder_kaufen_deutschen_bi_spezialisten_cubeware_story-39001020-39194342-1.htm
[12] = http://www.ibm.de/
[13] = http://www.sap.de
[14] = http://www.infor.de/
[15] = http://www.oracle.de/
[16] = http://www.microsoft.de/
[17] = http://www.zdnet.de/it_business_hintergrund_business_intelligence_spezialanbieter_wachsen_am_staerksten_story-11000006-39194298-1.htm
[18] = http://www.zdnet.de/it_business_strategische_planung_qliktech_bringt_business_intelligence_auf_das_iphone_story-11000015-41004216-1.htm