ZDNet: Einige Marktbeobachter argwöhnen, dass Opera mit seiner Beschwerde lediglich Googles Marionette sei: In Wahrheit dränge Google die EU, Microsoft in diesem Punkt zu regulieren. Ein Beleg sei, dass das Opera-Aufsichtsratsmitglied Bill Raduchel und der Google-CEO Eric Schmidt eng zusammengearbeitet hatten, als beide noch bei Sun Microsystems waren. Ist da etwas dran?
Lie: Opera handelt in eigenem Interesse - und im Interesse des Webs. Wir agieren nicht im Auftrag anderer Firmen. Es ist lebensnotwendig für das Web, dass es nicht von einem Anbieter dominiert wird. Wettbewerb muss sowohl für Browser als auch für Suchmaschinen sichergestellt sein. Wir arbeiten auch mit anderen Firmen zusammen, insbesondere den Mitgliedern des ECIS. [Anmerkung der Redaktion: ECIS ist das European Committee for Interoperable Systems. Zu den Mitgliedern gehören etwa Adobe, Corel, IBM, Nokia, Opera, Oracle, Real Networks, Red Hat und Sun Microsystems.]
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| "Es ist lebensnotwendig für das Web, dass es nicht von einem Anbieter dominiert wird", sagt CTO Hakon Wium Lie (Bild: Opera). |
ZDNet: Welche Lösung schwebt Opera für das IE-Windows-Bundling-Problem vor? Sollte die EU Microsoft zwingen, Windows ohne zugehörigen Browser anzubieten? Und wie sollten Anwender, die beispielsweise Opera herunterladen wollen, dies überhaupt tun können, wenn kein Browser auf dem Rechner vorhanden ist? Oder sollte die EU Microsoft zwingen, mit künftigen Windows-Versionen eine ganze Reihe von vorinstallierten Browsern auszuliefern, aus denen der Kunde sich dann den passenden auswählen kann?
Lie: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Wie Sie sagen, wäre es ein Leichtes, andere Browser zum Windows-Paket hinzuzufügen und die Kunden wählen zu lassen. Es sollte auch möglich sein, Windows Update so zu konfigurieren, dass Abonnenten wählen können, welchen Browser sie installieren möchten - IE8, Opera oder vielleicht Firefox? Es wäre für den User etwa schön, wenn er die Größe des notwendigen Downloads erfahren würde und wie oft er den Rechner neu booten muss. Die Konformität zu Web-Standards könnte auch ein Kriterium auf dieser Liste sein,.
Update: Eine Tag nach diesem Interview hat Microsoft in einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht erklärt, dass die "Kommission erwägt, Microsoft und OEMs anzuweisen, Anwender zu nötigen, beim Setup eines neuen Rechners einen Browser auszuwählen".


Lesermeinungen zum Artikel
Eventuell koennte Opera seinen Browser den freien Linux Distributionen anbieten. Oder einfach wie Firefox ihn ohne Wenn und Aber kostenlos verteilen. Nur ein kostenloses Produkt gewinnt auf dem Markt. Wer bezahlt schon gerne fuer ein Produkt das alle paar Monate ein Update braucht und dann wieder Geld kostet.
MFG
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