Dank zahlreicher Entwicklungen der OSX86-Community lässt sich Apples Betriebssystem nun auch von einer Standard-Mac-OS-DVD installieren. Auch die Installation in einer virtuellen Maschine unter Windows ist jetzt möglich.
Seit 2006 verwendet Apple Intel-Prozessoren für Macs aller Art. Daher gibt es prinzipiell keinen technischen Grund, der den Einsatz von Mac OS auf einem Standard-PC verhindert. Dagegen sprechen allerdings die Nutzerbestimmungen, die die Verwendung von Mac OS nur auf einem Original-Mac vorsehen. Nur: So richtig ernst nimmt die niemand mehr. Während die amerikanische Firma Psystar Mac-Clones offiziell anbietet, erschien diesen Herbst mit dem EFIX-Modul eine weitere kommerzielle Möglichkeit, Mac OS zu benutzen, ohne dass man dafür einen der teuren Macs kaufen muss.
Allerdings sind Rechner von Psystar in Europa nicht erhältlich, und das EFIX-Modul V1 kostet mit 200 Euro (128 Euro Grundpreis, 50 Euro Versand und Zoll plus Mehrwertsteuer[1]) doch recht viel. Dazu kommen noch Kosten für eine Orginal-DVD von Mac OS, die für 110 Euro[2] angeboten wird.
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| VMware und die OSX86-Community machen es möglich: Mac OS X unter Windows Vista |
Neben den kommerziellen Lösungen kursieren im Internet spezielle Mac-OS-Images (Kalyway, iDeneb, iAtkos, Leo4all, JaS), die die Installation des Apple-Betriebssystems auf Standard-PCs erlauben. Seit Kurzem gibt es eine Möglichkeit, eine Original-Mac-OS-DVD aus dem Apple-Laden für die Installation auf einem PC zu nutzen. Zudem gelingt die Installation des Apple-Betriebssystems auch in einer virtuellen Umgebung. VMWare Workstation ermöglicht die Installation von Mac OS unter Windows. Das Mac-Pendant VMware Fusion unterstützt diese Möglichkeit ebenfalls.
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Neuer Hackintosh-Bootloader: Mit Chameleon 2.0 zum perfekten PC-Mac[5]
» zur Bildergalerie ...[5]Die Verwendung eines OS-Images aus dem Internet und der Einsatz des EFIX-Moduls V1 hat ZDNet bereits eingehend erläutert[3]. Die Möglichkeit der Nutzung einer Mac-OS-Retail-DVD für die Installation auf einem Standard-PC und für das Setup in einer virtuellen Maschine stehen daher in diesem Beitrag im Fokus.
Damit die Original-Mac-OS-DVD in einem Standard-PC startet, muss zunächst von einer CD mit einem speziellen Image gebootet werden. Auf dieser CD befinden sich Boot-Loader und Kernel-Extensions, die das Setup von der Original-DVD ermöglichen. Nach der Installation von Mac OS werden die während der Installation angelegte EFI-Partition startfähig gemacht und darauf die Kernel-Erweiterungen kopiert, die das System zuvor von der Boot-CD geladen hat. Dadurch kann Mac OS direkt ohne Umwege über die Boot-CD starten. Im Forum von Insanely-Mac[6] wird dieser Weg näher erläutert.
Zunächst muss eine CD erstellt werden, die den Setup-Prozess in Gang setzt. Zahlreiche ISO-Images finden sich im Forum von Insanely-Mac zum Download[7]. Die Version GA-965P-DS3 von Sabr, die für das gleichnamige Gigabyte-Board erstellt wurde, funktioniert auch mit anderen Mainboards problemlos. Um das Image herunterladen zu können, muss man sich zuvor im Insanely-Mac-Forum registrieren. Anschließend wird das Image mit einem Brennprogramm auf eine CD gebrannt. Danach erfolgt der Start von dieser CD, die ein Mini-Linux startet und die Kernel-Extensions lädt. Nach dem wenige Sekunden dauernden Start erscheint ein Boot-Menü. Zu diesem Zeitpunkt legt man die Mac-OS-DVD und wartet ein wenig, bis das DVD-Laufwerk die DVD komplett erkannt hat. Anschließend drückt man auf Enter um den Setup-Prozess von der Mac-OS-DVD zu starten. Ein weiteres Boot-Menü erscheint, wo man Startparameter für die folgende Installation eingeben kann. Mit dem Startparameter -x wird der Safe-Mode aktiviert, und durch -v lässt sich der Boot-Prozess verfolgen. Ohne diese Parameter funktioniert der Start nicht in jedem Fall. Nach kurzer Zeit erscheint die grafische Oberfläche der Mac-OS-Installation.
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Installation von Original-Mac-OS-DVD auf einem Standard-PC[8]
» zur Bildergalerie ...[8]Für die weitere Installation muss mit dem Festplatten-Dienstprogramm die Festplatte partitioniert und formatiert werden. Erst dann erkennt das Setup-Programm ein für Mac OS geeignetes Volume. Anschließend klickt man auf "Fortfahren" und dann auf "Installieren". Die Überprüfung der Setup-DVD kann man überspringen. Nach circa 25 Minuten ist Mac OS installiert. Die Fehlermeldung am Ende der Installation, wonach diese sei fehlgeschlagen, kann man ignorieren.
Für den ersten Start nach der Installation von Mac OS muss wieder die Boot-CD mit dem Boot-Loader und den Kernel-Extensions eingelegt werden. Diesmal soll der Start allerdings nicht von der Mac-OS-DVD erfolgen, sondern von dem zuvor installierten Mac OS auf der Festplatte. Daher muss im Boot-Loader 80 für den Start von Mac OS von der ersten Festplatte eingegeben werden. Anschließend wird im Boot-Menü hd (0,2) und der Name der Festplatte (in diesem Fall "MACOS"). Als Startparameter werden wiederum -x und -v verwendet.
EFI-Partition bootfähig machen
Der Start von Mac OS X über eine eingelegte Boot-CD ist natürlich nicht besonders komfortabel. Dank dem Insanely-Mac-Forums-Mitglied munky ist es nun aber möglich, die notwendigen Kernel-Extensions und den Boot-Loader auf die von Mac OS angelegte EFI-Partition zu kopieren und das System davon zu starten. Somit wird die Boot-CD in der Folge nicht mehr benötigt.
Im Forum von Insanely-Mac hat munky diesen Weg detailliert beschrieben[6]. Hierfür wird zudem ein modifizierter Boot-Loader benötigt, der im Beitrag von munky für registrierte Insanely-Mac-Nutzer als Download[9] zur Verfügung steht.
Nach dieser Modifikation der EFI-Partition gelingt der Start von Mac OS ohne Umwege über die Boot-CD. Anschließend sollten noch eine modifizierte AppleACPIPlatform.kext sowie Treiber für die Grafik- und Soundkarte installiert werden (siehe Voraussetzungen und Software). Dadurch funktionieren auch Standby-Modus und Herunterfahren des Systems. Zudem bietet der Grafikchip nach der Treiberinstallation volle 3D-Beschleunigung (OpenGL, QuartzExtreme CoreImage) und unterstützt sämtliche Auflösungen. Das mit diesem Verfahren installierte System unterscheidet sich kaum von der Funktionalität eines echten Macs.
Und auch das Problem von automatischen Updates, die sogenannte Hackintoshs meistens funktionsuntüchtig werden lassen, ist mit der Methode behoben. Bisher verhinderte nach einem automatischen Kernel-Update die Installation von mit Standard-PCs inkompatiblen Kernel-Extensions den Start von Mac OS. Die beschriebene Installationsmethode ermöglicht jedoch, die EFI-Partition für kritische Kernel-Erweiterungen zu nutzen, sodass der Start von inkompatiblen Erweiterungen, die Teil des Apple-Updates sind, verhindert werden.
Neben der Installation von Mac OS auf einem Standard-PC, zu der eine eigene Festplatte benötigt wird, besteht seit Kurzem auch die Möglichkeit, das Apple-Betriebssystem in einer virtuellen Maschine mit VMware Workstation 6.5 unter Windows zu installieren. Dies funktioniert auch mit dem VMware-Pendant für Mac OS Fusion.
Das Insanely-Mac-Forums-Mitglied Donk hat hierzu eine Methode beschrieben[10], die zur Installation ebenfalls eine Boot-CD und die Original-Mac-OS-DVD voraussetzt. Zudem wird noch VMware Workstation 6.5 sowie eine modifizierte virtuelle Maschine benötigt. Letztere lässt sich unter dem im Beitrag von Donk angegebenen Link[11] herunterladen. Die Boot-CD liegt als ISO-File vor und kann von VMware als Boot-Medium direkt genutzt werden.
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| Was physikalisch noch nicht möglich ist, gelingt virtuell: Mit VMware Workstation 6.5 kann man Mac OS X auch auf einem System mit Nehalem-Prozessor betreiben. |
Die Installation von Mac OS X in einer virtuellen Maschine gleicht der beschriebenen Methode für das Setup auf einem echten PC mit der Original-Mac-OS-DVD. Allerdings muss auch nach der Installation immer von dem Boot-ISO-Image gestartet werden. Ein Start von der EFI-Partition ist bisher nicht möglich. Wie die Installation von Mac OS auf einem PC verläuft das Setup nur erfolgreich, wenn sich im System eine Intel-CPU befindet, die das Apple-Betriebsystem unterstützt. Der Test mit einem Core 2 Duo, Core 2 Quad und Core i7 gelingt problemlos. Allerdings lässt sich unter Windows die Auflösung der VM von standardmäßig 1024 mal 768 Bildpunkten nicht verändern. Unter Fusion, der VMware-Lösung für Mac OS, gilt diese Einschränkung nicht. Außerdem steht der virtuellen Maschine keine Soundausgabe zur Verfügung. Auch der Standby-Modus des Apple-Betriebssystems funktioniert unter VMware nicht.
Um einen Eindruck von Mac OS zu erhalten, stören diese Einschränkungen jedoch nicht. Die Performance des Apple-Betriebssystems in der virtuellen Maschine ist, bis auf die 3D-Leistung, durchaus zufriedenstellend. Vor allem im Fullscreen-Modus gelingt die Illusion nahezu perfekt. Die Installation der VMWare-Tools, auf die man über die Installation von Fusion Zugriff erhält, erleichtert die Bedienung der virtuellen Maschine unter Windows.
Die Installation von Mac OS auf einem PC wird dank der Entwicklungen aus der OSX86-Community immer einfacher. Das Setup mit einer Original-Mac-OS-DVD und dem Start - inklusive dem Laden kritischer Kernel-Extensions - von der EFI-Partition erlauben zudem auch die Durchführung des bisher kritischen Kernel-Updates. Allerdings sollte man das kommende Update auf Version 10.5.6[12] nur durchführen, wenn der DSDT-Patcher[13] des Insanely-Forum-Mitglieds fassl problemlos funktioniert. Denn mit dem Update 10.5.6 verändert Apple eine Kernel-Erweiterung, die auf Standard-PCs bisher noch nicht fehlerfrei funktioniert. Davon sind übrigens auch Nutzer des EFIX-Moduls betroffen.
An diesen Problemen lässt sich sehr gut erkennen, dass das Abenteuer "Mac OS X auf Standard-PCs" immer noch mit Schwierigkeiten behaftet ist. Die Methoden und Entwicklungen aus der OSX86-Communtiy erleichtern allerdings die Wartung und den Betrieb eines Hackintosh-Systems erheblich. Für Windows-Anwender, die Mac OS schnell kennen lernen wollen, ohne gleich Geld in eine Extra-Fesptlatte zu investieren, bietet sich mit der Installation von Mac OS X unter VMware Workstation eine zufriedenstellende Möglichkeit. Bis auf den Sound und die 3D-Beschleunigung gewinnt man einen guten Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Apple-Betriebssystems.
Auch Mac-Anwendern eröffnen sich durch die Möglichkeit Mac OS zu virtualisieren weitere Einsatzbereiche. Vor allem Entwicklern dürfte der Umstand gefallen, dass sie für die Kompatilitätsüberprüfung ihrer Programme zu den verschiedenen Mac-OS-versionen nicht mehr auf echte Macs angewiesen sind. Ein Vorteil übrigens, der im Windows-Lager seit der Einführung der Virtualisierungstechnik hoch geschätzt wird und nun auch der Mac-Welt offensteht, wenn man bereit ist, sich über die Lizenzbstimmungen des Apple-Betriebssystems ein klein wenig hinwegzusetzen. Apple erlaubt nur für die Server-Version die Installation in einer virtuellen Maschine.
Lese-Tipps:
- Installation von Original-Mac-OS-DVD und Start von EFI-Partition[6]
- Installation von Original-Mac-OS-DVD in virtuelle Maschine[10]
- Boot-CD mit Boot-Loader und Kernel-Extensions[7]
- Retail-DVD von Mac OS X 10.5[14]
- Treiber für ATI-[15] oder Nvidia-Grafikkarte[16]
- Treiber für Sound-Karte, AHCI-Controller und Stromsparfunktionen[17]
Zusätzliche Software, die die Installation der Kernel-Extensions und die Konfiguration des Systems erleichtern:
- Kexthelper[18] (einfache Installation von Kernel-Extensions)
- EFI Studio[19] (ermöglicht erweiterte Konfiguration mit EFI-Strings)
- CPU-X[20] (zeigt Daten über verwendete CPU an)
- OSX86-Tools[21] (erlaubt erweiterte Konfiguration über EFI-Strings und bietet Treiber-Downloads an)
- AboutThisMac.pkg[22] (berichtigt Anzeige über verwendeten Prozessor und Arbeitsspeicer)
URLs in diesem Artikel:
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