Mobiles Highspeed-Internet wird immer wichtiger und beliebter. Doch welche Geräte unterstützen bereits den schnellen Webzugriff, und was kostet das? ZDNet nennt Preise sowie Anbieter und sagt, welche Geräte HSDPA unterstützen.
Spätestens seit der Erfolgsstory des Apple iPhone ist auch dem letzten Produktmanager und Marketingstrategen klar geworden: Der mobile Nomade ist Realität. Noch nie war Internet in der Westentasche angesagter als in diesen Tagen, und wer etwas auf sich hält, passt sein Produktportfolio dem Trend an. Ob Business-Notebooks mit integriertem HSDPA-Chip, schicke Smartphones à la iPhone 3G[1], das Samsung Omnia[2] oder ein Netbook mit UMTS-Adapter – der Anwender wird gerade überschüttet mit interessanten Angeboten.
Doch taugen diese Geräte für das mobile Internet, und wie sieht es mit der UMTS-/HSDPA-Abdeckung der großen Telekommunikationsfirmen aus? ZDNet hat die Fakten zusammengetragen, und präsentiert die wichtigsten Informationen zum Thema UMTS.
Technische Grundlagen
Bei der Datenübertragung via UMTS respektive HSDPA/HSUPA ergeben sich vor allem bei der Anzahl der genutzten Kanäle und bei den Modulationsarten diverse Unterschiede. Das Kürzel UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System und ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation, weswegen UMTS oft mit der Abgekürzung 3G umschrieben wird. UMTS rückt allerdings mehr und mehr in den Hintergrund, da es laufend um die deutlich schnelleren Übertragungstechniken HSDPA für den Downlink respektive HSUPA für den Uplink ergänzt wird.
UMTS kommt nämlich aufgrund seiner Spezifikation gerade einmal auf 384 KBit/s, was für heutige Anwendungen zu wenig Bandbreite bedeutet. HSDPA (High Speed Download Packet Access) hingegen erreicht derzeit, je nach regionaler Ausbaustufe, Datenübertragungsraten von bis zu 7,2 MBit/s. Im Labor sind sogar 14,6 MBit/s möglich (netto: 10,8 MBit/s). Mit HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) für den Upload in Richtung des Internets können aktuell 2 MBit/s erzielt werden. Allerdings unterstützen bisher nur wenige Geräte die HSUPA-Technik.
Für die nahtlose Datenkommunikation per UMTS[4] beziehunsweise HSDPA[5]/HSUPA[6] kennt man vier Zellentypen: Piko-, Mikro-, Makro- und World-Zellen. Pico- und Mikrozellen kommen in Städten zum Einsatz, daher sind dort die höchsten Datenraten möglich. Außerhalb des Stadtgebietes sind es die Makrozellen, die ein schnelles Internet erlauben, aber mit reduziertem Tempo. In weniger gut versorgten Gegenden kümmern sich die World-Zellen um den UMTS-Empfang, was nochmals für geringere Übertragungsraten sorgt.
Bei UMTS kommen die Modulationsarten FDD (Frequency Division Duplex) und TDD (Time Division Duplex) zum Einsatz. HSDPA hingegen setzt auf QPSK (Quadrature Phase Shift Keying) und 16-QAM (16 Level Quadrature Amplitude Modulation). Die damit in Verbindung stehende höhere Datenrate verschlechtert allerdings die Empfangsqualität, weswegen HSDPA-Geräte, die sich in der Nähe eines Funkmasten befinden, beim Datenaustausch bevorzugt werden. Zudem nutzt HSDPA im Vergleich zu UMTS alle verfügbaren Kanäle für die Datenübertragung, was auch die schnelleren Download-Raten erklärt.
Dienste und Anwendungen
UMTS respektive HSDPA/HSUPA ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Dienste und Anwendungen:
- Internettelefonie und Videokonferenzen
- Instant Messaging mit und ohne Audio-/Video-Chats
- schneller Internetzugang
- Navigation
- mobiler Zugriff auf Firmendaten und -anwendungen sowie webbasierte Applikationen
- Rückkanal für mobiles, interaktives Fernsehen; Videostreaming
- Videotelefonie
Smartphones mit UMTS/HSDPA-Chip: Das Apple iPhone bietet in der zweiten Generation HSDPA und ist seit kurzem als Prepaid-Modell bei T-Mobile[8] für 570 Euro erhältlich. HTC unterstützt im Touch Pro[9] ebenfalls HSDPA, der 650 Euro kostet. Der vor kurzem vorgestellte Palm Treo Pro[10] verbindet sich auch in HSDPA-Geschwindigkeit mit dem Internet, er kostet rund 440 Euro. Auch der Blackberry Bold 9000[11] zum Preis von 460 Euro ist mit einem HSDPA-Adapter ausgestattet. Sämtliche Preise verstehen sich ohne Mobilfunkvertrag.
Weitere von ZDNet getestete HSDPA-Smartphones:
- T-Mobile G1[12]
- Blackberry Bold[11]
- HTC Touch HD[13]
- Palm Treo Pro[10]
- Nokia E71[14]
- iPhone 3G[1]
- HTC Touch Diamond[15]
- Samsung SGH-i780[16]
- HTC Touch Cruise[17]
- Nokia E90[18]
- HTC Tytn II[19]
Handys mit Highspeed-Adapter: Das neue Samsung L700[20] ist mit UMTS, EDGE und Bluetooth ausgestattet, beherrscht aber kein HSDPA. Der Preis: 150 Euro. Ebenfalls nur mit Standard-UMTS-Chip versehen ist das Nokia 6600 Fold[21], das auf 300 Euro kommt. Und das Sony Ericsson W980i[22] ist ein Klapp-Handy mit HSDPA-Adapter für 435 Euro.
Weitere von ZDNet getestete HSDPA-Handys:
- Nokia N96[23]
- Samsung SGH-i900 Omnia[2]
- Sony Ericsson C902[24]
- LG KF700 [25]
- LG HB620T[26]
- Sony Ericsson W760i[27]
- Samsung SGH-F490[28]
- Samsung Tocco SGH-F480 [29]
- Sony Ericsson K660i[30]
- Samsung Soul SGH-U900[31]
- LG Secret KF750[32]
- Sony Ericsson W890i[33]
- Nokia N78[34]
- Nokia E51[35]
- Nokia N82[36]
- Samsung SGH-G800[37]
- Sony Ericsson K850i[38]
- Nokia 6110 Navigator[39]
- Nokia N95[40]
- LG KU990[41]
Notebooks mit eingebautem UMTS-Adapter: Sämtliche bekannten Notebook-Hersteller haben Laptops mit integriertem UMTS-Adapter im Programm. Hierzu zählen beispielsweise Geräte der Lifebook-P-Serie[7] von Fujitsu Siemens Computers (ab 900 Euro), das Travelmate 6493_3G[42] von Acer für etwa 1300 Euro oder das Dell Latitude E4200[43] ab 1200 Euro. Aber auch die ersten Netbooks mit eingebautem Highspeed-3G-Web drängen auf den Markt: beispielsweise das Fujitsu Siemens Amilo Mini Ui 3520[44] für 400 Euro oder das Acer Aspire One[45] in einer speziellen Edition, die ab November über T-Mobile vertrieben wird.
Die großen vier Mobilfunkanbieter unterscheiden sich im Wesentlichen in der Ausbaustufe des UMTS-Angebots und in der Preisstruktur. Selbstverständlich bieten sie auch verschiedene HSDPA-Geräte an.
T-Mobile: Der Mobilfunkableger der Telekom vertreibt in Deutschland nicht nur exklusiv das Apple iPhone 3G, sondern bietet auch eine sehr gute UMTS-/HSDPA-Abdeckung. Darüber hinaus hat T-Mobile zahlreiche subventionierte Smartphones und Handys mit UMTS-/HSDPA-Chips in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag im Programm. Hierfür kann der Anwender auf spezielle Datentarife zurückgreifen.
Web‘n‘walk-Tarife gibt es bereits ab 5 Euro pro Monat, die allerdings nur ein Datenvolumen von 30 MByte abdecken. Zum Abrufen von E-Mails ohne größere Anhänge reicht das. Wer mehr will, kann auf Web‘n‘walk Connect L[46] zurückgreifen: Hier gibt es für 40 Euro im Monat eine Datenflatrate. Allerdings wird ab 5 GByte die Datenleitung bis Monatsende auf 64 KBit/s heruntergedrosselt.
Für alle, die mit ihrem Notebook mobil ins Internet gehen wollen, bietet T-Mobile den Web‘n‘walk-Stick-IV an, der HSDPA mit maximal 7,2 MBit/s und HSUPA mit bis zu 5,76 MBit/s beherrscht. Oder man greift zum Expresscard-kompatiblen Adapter.
Interessant ist auch die Ankündigung von T-Mobile, das Acer Aspire One in einer speziellen HSDPA-Version ab November dieses Jahres für einen Euro zu vertreiben. Allerdings muss man hierfür einen Datenvertrag für 40 Euro im Monat hinzu buchen, und das 24 Monate lang.
Surftipp: Auf der T-Mobile-Seite "Funkversorgung[47]" lässt sich per Adresseingabe die Verfügbarkeit von UMTS und HSDPA ermitteln.
Vodafone: Auch Vodafone hat eine Vielzahl aktueller HSDPA-Handys und -Smartphones inklusive der passenden Tarifoptionen[48] im Programm. So kann man reine Datentarife buchen, für den mobilen Zugang ins Web per PDA oder Notebook. Sie beginnen bei 20 Euro für ein Datenvolumen von 30 MByte und enden bei einer Flatrate für 50 Euro, die außerdem einen Internetzugang für zweimal 24 Stunden im Ausland umfasst.
Wie bei T-Mobile erfolgt bei den Flatrates nach einem Überschreiten der 5-GByte-Grenze die Drosselung auf 64 KBit/s bis zum Ende des laufenden Monats. Wer keinen Monatsvertrag will, kann sich einzelne Websessions kaufen, die für eine bestimmte Dauer gelten (30 Minuten bis 24 Stunden) und zwischen 1,95 und 4,95 Euro kosten (im nationalen Netz). International schlagen Websessions für 24 Stunden je nach Land mit 15 oder 30 Euro zu Buche.
Surftipp: Über die Netzabdeckungskarte von Vodafone[49] kann sich der Kunde darüber informieren, wie es mit der UMTS-Verfügbarkeit an einem bestimmten Ort aussieht.
E-Plus: Beim Potsdamer Mobilfunkanbieter ist derzeit noch kein HSDPA/HSUPA verfügbar. Daher muss man mit dem langsameren UMTS-Netz Vorlieb nehmen, zudem ist die UMTS-Versorgung nur in Großstädten garantiert. Die E-Plus-UMTS-Abdeckung findet man auf einer eigens eingerichteten Seite[50].
E-Plus macht es seinen Geschäftskunden in Sachen mobiles Internet mit Notebook und PDA relativ einfach: Mit dem Internet Paket 250[51] bekommt man für 10 Euro 250 MByte Übertragungsvolumen inklusive. Die Internet-Flatrate kostet 25 Euro monatlich. Aufgrund des fehlenden HSDPA-Netzes bietet E-Plus hauptsächlich subventionierte UMTS-Handys. Es befinden sich aber auch HSDPA-Geräte wie das HTC Touch Diamond im Portfolio.
O2: Das deutsche Schwesterunternehmen der international operierenden Telefónica SA unterscheidet zwischen "Internet auf dem Handy[52]" und "Internet auf dem Laptop[53]". Für beide Surfer-Typen gibt es die drei Monatspauschalen Internet-Pack S, M und L, die 5, 10 und 25 Euro kosten. Darin sind 30 MByte (S), 200 MByte (M) und ein unbegrenztes Datenvolumen (L) enthalten. Gut daran ist die kurze Mindestlaufzeit: Sie beträgt gerade einmal drei Monate. Schlecht ist die Drosselung auf 53 KBit/s, sobald man die 10-GByte-Grenze überschritten hat.
O2 bietet für Notebook-Besitzer drei HSDPA-taugliche Adapter: einen USB-Stick, eine Expresscard-kompatible Karte und einen Kombistick, bestehend aus DVB-T-Empfänger und HSDPA-/HSUPA-Adapter. Aber auch das UMTS-Handy als externes Modem sieht O2 explizit vor. Hierfür sind diverse Mobiltelefone im Programm, wie das LG Secret[32] mit HSDPA, das brandneue Samung i900 Omnia[2] oder das Xda Diamond Pro, hinter dem sich das HTC Touch Pro[9] verbirgt.
Surftipp: Auch O2 bietet die Möglichkeit, die HSDPA-Verfügbarkeit in einer bestimmten Stadt zu überprüfen: entweder per Liste aller teilnehmenden Orte[54] oder per Adresseingabe.
Hinweis: Alle UMTS-Tarife im Überblick[55] gibt es auch bei CNET.de.
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