Warum sollte man sich ein Navigationsgerät kaufen, wenn Handy oder Smartphone dessen Aufgabe auch übernehmen können? ZDNet hat sich Top-Geräte samt zugehöriger Software angesehen und nennt Stärken und Schwächen.
Die Entwicklung zur All-in-One-Lösung schreitet auch beim Thema Navigationssysteme kontinuierlich voran. Denn warum mit zwei Geräten herumlaufen – also mit Navisystem und Handy oder Smartphone –, wenn man auf ein einziges Gerät zurückgreifen kann, das alles beherrscht. Denn mehr und mehr Taschencomputer sind für das Lotsen von A nach B geeignet. Dank der stets größer werdenden Displays nimmt auch die Darstellungsqualität kontinuierlich zu.
ZDNet hat sich den Markt an navigationstauglichen Smartphones und Handys genauer angesehen und stellt die wichtigsten Vertreter vor. Zuerst aber soll ein Blick auf die interessantesten Softwarelösungen zum Navigieren mit dem Mobiltelefon geworfen werden.
Navigationssoftware: Komfortabel und sicher das Ziel erreichen
Ob Tomtom, Nokia Maps oder Route 66 – brauchbare Navigationsprogramme sollen möglichst intuitiv den Weg von A nach B anzeigen und Zusatzfunktionen wie eine POI[1]-Datenbank und einen Fußgängermodus bieten. Dass dem nicht in allen Fällen so ist, zeigt eine Übersicht der bekanntesten Navilösungen für Handy und Smartphone.
Destinator 7: Bei dieser Software[2] handelt es sich um eine brauchbare Navilösung, die Strecken in 2D und 3D anzeigt, eine umfangreiche POI-Datenbank bietet, eine schnelle Routenberechnung ermöglicht und Kontakte aus dem Windows-Adressbuchs nutzen kann. Allerdings gibt es keinen Fußgängermodus, und die Sprachausgabe ist nicht perfekt. Zudem lassen sich Ziele nicht per Postleitzahl suchen. Die Software kostet mit Karten für Europa 129 Euro.
Google Maps: Da es sich bei Google Maps[3] um keine echte Navigationssoftware handelt, ist eine komfortable Routenausgabe mit gesprochenen Richtungsanweisungen auf dem iPhone 3G und anderen Geräten nicht möglich. Dafür ist die Anwendung kostenlos. Für das einfache Darstellen eines Weges von A nach B taugt sie allerdings schon, und das sogar mittels Satellitenanzeige, was dem Ganzen zu ein wenig 3D-Flair verhilft.
HP iPAQ Trip Guide: HPs eigene Navisoftware bietet sämtliche Funktionen, die man von solch einer Anwendung erwartet: 2D-/3D-Ansicht mit Vorausschau, Sprachausgabe der Richtungsänderung sowie der Straßennamen und so weiter. Darüber hinaus werden bekannte Gebäude in 3D gerendert, was die Orientierung erleichtert. Praktisch an der HP-Navilösung ist auch die Möglichkeit, mithilfe einer dedizierten Webseite seine Route zu planen und dann an das HP-Smartphone zu schicken. Für Software und Westeuropa-Karten muss man etwa 125 Euro zahlen.
Nokia Maps 2.0: Derzeit werden die Nokia-Handys N78[4], N96[5], N95[6], 6210 Navigator[7] und 6220 Classic[8] mit Nokia Maps ausgeliefert. Die Software[9] umfasst Kartenmaterial der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH). Sie kann 90 Tage lange kostenlos genutzt werden, anschließend wird eine Lizenzgebühr fällig. Der Preis beläuft sich bei DACH auf 9 Euro pro Monat oder 70 Euro für ein Jahr. Die Europa-Navigation schlägt mit 13 Euro pro Monat beziehungsweise 100 Euro für ein Jahr zu Buche. Das Navigieren von A nach B funktioniert in 2D- oder 3D-Ansicht und kann um Richtungsangaben erweitert werden. Eine weitere Besonderheit von Nokia Maps ist die Möglichkeit, zwischen Autofahrer- und Fußgängermodus zu wählen. Die Navisoftware erteilt auch Auskünfte zu bekannten POIs. Praktisch ist übrigens der Staumelder, der gegen Aufpreis (20 Euro pro Jahr) aktuelle Staumeldungen via Internet auf das Handy verschickt.
Route 66 Mobile 8: Die bekannte Navisoftware beherrscht 2D- und 3D-Ansichten, verfügt über eine große POI-Datenbank, gibt die Straßennamen und Richtungsänderungen gut verständlich aus, hat eine Zoomfunktion, berechnet neue Strecken sehr zügig, verarbeitet Staumeldungen und vieles mehr. Für Fußgängernavigation ist die Software ebenfalls geeignet. Die Software[10] kostet mit DACH-Karten 60 Euro.
Tomtom Navigator 6: Diese 129 Euro teure Navigationssoftware[11] hat alles, was man von einem Routenplaner erwartet: 2D- und 3D-Streckenführung, gut verständliche Anweisungen, Kartenmaterial von 20 europäischen Ländern, eine umfangreiche POI-Sammlung, einen Fußgängermodus und eine Kompassfunktion. Die Software ist zu einer Reihe von Handys und Smartphones kompatibel.Die Liste an navitauglichen Endgeräten wird fast täglich länger. ZDNet hat sich die interessantesten herausgesucht und zeigt deren Fähigkeiten, als Routenplaner zu fungieren.
Apple iPhone 3G: Seit Anfang dieses Jahres ist die zweite Generation des Apple-Handys[12] mit einem GPS-Chip ausgestattet. Allerdings ist keine echte Navigation möglich, da derzeit nur Google Maps unterstützt wird. Anbieter von Navigationssoftware wie Tomtom haben dem eigenen Bekunden nach zwar schon die passende Software[13] in der Schublade liegen, allerdings weigert sich Apple bisher hartnäckig, diese via App Store zum Verkauf zu stellen.
Asus P320: Das Asus-Smartphone ist mit einem 2,6 Zoll großen Display ausgestattet, das sich per Touchtechnik bedienen lässt und mit 240 mal 320 Bildpunkten auflöst. Zur Ausstattung gehören auch ein Wi-Fi-Adapter und ein GPS-Chip. Zu Navigationszwecken packt Asus auf eine 1-GByte-SD-Karte die eigens entwickelte Software Asus iGo, die Deutschland, Österreich und die Schweiz abdeckt.
Asus P527: Das P527[14] ist mit einem Sirf-III-Chipsatz für die satellitengestützte Navigation ausgestattet. Dem Gerät liegen die Navisoftware Destinator 7.0 und Karten für Europa bei. Praktisch am P527 ist dessen Fähigkeit, mithilfe der Funktion Travellog Fotos, Routen und Ziele mit Geodaten zu versehen und an Google Earth zu schicken. So kann man später seine Reiseroute nachverfolgen oder anderen zeigen.
HP iPAQ 914c: Das stark an den Blackberry erinnernde Smartphone[16] ist mit einem A-GPS-Chip[17] ausgestattet, der sich in Verbindung mit Google Maps oder der optional erhältlichen Navigationssoftware HP iPAQ Trip Guide zur Routenplanung nutzen lässt. Die Navisoftware kostet rund 130 Euro, kommt auf einer 1-GByte-Karte und umfasst westeuropäische Länder mit Ausnahme der GUS-Mitglieder Russland, Weißrussland, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, Georgien. Weitere Besonderheiten: QWERTZ-Tastatur, HSDPA, Wireless LAN und eine 3-Megapixel-Kamera.
HTC Touch Diamond: Dieses Touchscreen-taugliche Smartphone ist mit einem extragroßen Display ausgestattet, das es auf 2,8 Zoll Bildschirmdiagonale mit einer Auflösung von 480 mal 680 Pixeln bringt. Der GPS-Chip unterstützt A-GPS. Zwar liegt dem HTC-Smartphone[18] keine Navisoftware bei, da der Touch Diamond aber mit Windows Mobile 6.1 Professional ausgestattet ist, lassen sich Navigationsprogramme wie Tomtom Navigator, Destinator und andere auf dem 4 GByte großen Speicher installieren.
HTC Tytn II: Das HTC-Smartphone[19] ist ein echtes Business-Gerät mit Windows Mobile 6. Dank des eingebauten GPS-Chips lässt sich das Smartphone als Lotse nutzen. Die QWERTZ-Tastatur kann herausgeschoben werden. Dem Gerät liegt eine Testversion von Tomtom 6 bei, für die Vollversion samt Karten werden zwischen 99 und 129 Euro fällig. Das Tytn II ist mit einem WLAN-Adapter, einem 2,8 Zoll großen Display und einem relativ kleinen Speicher von 128 MByte ausgestattet. Daher muss die Navisoftware auf eine SD-Karte gespeichert werden.
Nokia 6110 Navigator: Als eines von wenigen Nokia-Handys ist das 6110[20] mit der Navisoftware Navigator 7 ausgestattet. Diese ist mit Kartenmaterial für Deutschland auf dem Gerät vorinstalliert. Das Besondere am 6110 ist dessen Adresseingabe: So lassen sich im Telegrammstil Straße und Ort eingeben, woraus die Software recht zuverlässig die richtige Adresse vervollständigt. Die Navisoftware unterstützt Fußgänger- und Automodus. Gut geeignet ist das Handy für die digitale Routenführung wegen des relativ großen und sehr guten Displays, das sich allerdings nicht per Berührung bedienen lässt.
Nokia N82: Das N82[21] ist mit einem A-GPS-Chip ausgestattet, der per Mobilfunk den groben Standort und die verfügbaren Satelliten ermitteln kann, was die Routenplanung erheblich beschleunigt. Auf dem 100 MByte großen dynamischen Speicher lassen sich alle notwendigen Daten ablegen. Beim Nokia N82 kommt Nokia Maps 2.0 zum Einsatz.
Nokia N96: Auf dem N96[5] zeigt ebenfalls die herstellereigene Navigationssoftware Nokia Maps 2.0 den rechten Weg an. Sehr hilfreich beim Navigieren mit dem Handy sind vor allem der große Bildschirm mit 320 mal 240 Bildpunkten und der 16 GByte große Speicher, auf den das gesamte Kartenmaterial gepackt werden kann.
RIM Blackberry Bold: Das Business-Smartphone[22] von RIM ist mit einem schnellen Prozessor ausgestattet, was die Routenberechnung beschleunigt. Zudem ist der Speicher mit 1 GByte recht ordentlich bemessen und lässt sich per Speicherkarte um 16 GByte erweitern. Zu Navigationszwecken setzt RIM auf die Eigenentwicklung Blackberry Maps. Das Display fällt mit einer Diagonalen von 2,2 Zoll recht klein aus. Zudem unterstützt es keine Touch-Technik. Dafür lassen sich Adressen mit der guten Tastatur eingeben.
Samsung SGH-i900 Omnia: Auf einer beiliegenden Speicherkarte findet sich die Navigationssoftware Route 66 mit dem kompletten DACH-Kartensatz von Navteq – unbegrenzte Nutzung inklusive. Dank des großen Displays, seiner Touchscreen-Fähigkeiten und der beiden Modi "Auto" und "Fußgänger" ist das Omnia[23] ein prima Wegbegleiter.
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