Firmen entdecken Business Intelligence als Allzweckwaffe

(http://www.zdnet.de/magazin/39196893/firmen-entdecken-business-intelligence-als-allzweckwaffe.htm)

von Peter Marwan, 1. Oktober 2008

Der Markt bewegt sich: Business Intelligence wird von einer Spezialanwendung für wenige immer mehr zum nützlichen Werkzeug für unterschiedliche Aufgaben, so eines der Ergebnisse einer aktuellen Lünendonk-Studie.

Die Nachfrage nach Business-Intelligence-Standard-Software hat im Geschäftsjahr 2007 stark angezogen, stellt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk[1] jetzt fest. Insbesondere in großen mittelständischen Unternehmen mit 1000 bis 5000 Mitarbeitern sowie in Konzernen mit mehr als 5000 Beschäftigten sei die Nachfrage deutlich gestiegen. Inzwischen tragen Kunden mit mehr als 1000 Mitarbeiter gut 58 Prozent zum Gesamtinlandsumsatz der von Lünendonk befragten 26 Softwareanbieter bei.

Interessant ist vor allem, dass die positive Marktwicklung besonders durch fachliche Themen wie Performance Management[2] und Finanzreporting oder Konsolidierung bestimmt wird. Aber auch CRM[3] sowie der Themenkomplex "Risikomanagement und Basel II" sind vergleichsweise wichtig.

Von den Technologiethemen bewegen die Kunden nach Aussagen der Anbieter vor allem die Datenqualität und die Gewährleistung einer gemeinsamen Datenbasis. Die bisher bereits wichtigen Aspekte Planung und Konsolidierung, Datenintegration und Datenqualität sowie Risiko- und Performance-Management verlieren aus Sicht der BI-Softwareanbieter dadurch aber nicht an Bedeutung. Im Gegenteil, auch durch sie werden weitere Umsatzzuwächse erwartet. Die Umsatzerwartungen können so manchen Hersteller aus anderen Technologiebereichen vor Neid erblassen lassen: Zwischen 2008 bis 2013 rechnen die befragten Anbieter für ihr Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von deutlich über 20 Prozent. Das für denselben Zeitraum erwartete gesamte Marktwachstum liegt bei gut 12 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen den eigenen Umsatzerwartungen und dem Marktwachstum ist zwar groß, bei Befragungen dieser Art aber nicht ungewöhnlich. Im speziellen Fall ist es vor allem auf die Spezialanbieter zurückzuführen. Sie begründen ihren Optimismus mit den hervorragenden Zahlen 2007.

So konnte etwa Informatica[4] mit 70,9 Prozent, QlikTech[5] mit 65,5 Prozent oder Panoratio[6] mit 50 Prozent beim Umsatz überdurchschnittlich stark zulegen. Das hohe Wachstum ist laut den Lünendonk-Experten zwar auch auf die hohe Nachfrage nach Speziallösungen zurückzuführen, andererseits aber auch darauf, dass Unternehmen mit einem geringen Umsatz eben deutlich höhere prozentuale Wachstumsraten aufweisen als die großen Anbieter.

Doch auch die können sich überwiegend nicht beklagen: Der Umsatz des Marktführers SAS[7] hat sich im Vergleich zu 2006 um 6,5 Prozent verbessert, so dass er mit einem Marktanteil von 13,5 Prozent in Deutschland mit Abstand die Nummer eins bleibt. Cognos[8] folgt mit einem Marktanteil von 7 Prozent auf dem zweiten Platz, Business Objects, inzwischen Teil von SAP[9], liegt mit 5,7 Prozent auf Rang drei.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.luenendonk.de
[2] = http://de.wikipedia.org/wiki/Business_Performance_Management
[3] = http://www.zdnet.de/itmanager/toolkits/0,39030558,39134109-1,00.htm
[4] = http://www.informatica.com/de/
[5] = http://www.qlikview.com/
[6] = http://www.panoratio.com/
[7] = http://www.sas.com/offices/europe/germany/index.html
[8] = http://www.cognos.com/de/
[9] = http://www.sap.de/