Eine aktuelle Gartner-Studie zum europäischen Markt für Business Intelligence bescheinigt dem Segment auch in Deutschland rasches Wachstum. Zudem erwarten die Analysten durch innovative Spezialanbieter weitere Belebung.
Gartner[1] stellt weltweit ein langsameres Wachstum des Marktes für Business-Intelligence[2]-Software fest. Das sei einerseits auf die schwierige wirtschaftliche Gesamtsituation in den USA zurückzuführen, andererseits auf die Konsolidierung des Marktes[3] Ende 2007 und Anfang 2008. Europa stellt jedoch eine rühmliche Ausnahme dar: Hier wuchs der Markt um rund 11 Prozent. Am meisten beigetragen haben die großen Märkte Deutschland (plus 15 Prozent) und Frankreich (plus 14 Prozent).
Eine besonders große Zunahme des Umsatzes machte Gartner in Osteuropa aus. Dort wuchs der Markt um über 35 Prozent - aber eben auf niedrigem Niveau. Dominiert wird diese Region von SAP[4] mit über 40 Prozent Marktanteil. An zweiter und dritter Stelle folgen Microsoft[5] und SAS[6] mit jeweils rund 14 Prozent. Oracle[7] und IBM[8] komplettieren das Spitzenquintett. Kleinere Anbieter kommen zusammengenommen lediglich auf etwas über 12 Prozent, während in Gesamteuropa fast 40 Prozent des Marktes auf Spezial- und Nischenanbieter entfallen.
Verlangsamte Umsatzsteigerungen für die Anbieter gab es auch aus Großbritannien zu melden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass dort bereits in den vergangenen Jahren intensiv in Business Intelligence investiert wurde, so dass der Markt deutlich gesättigter ist, als in anderen europäischen Ländern.
Für Deutschland erwartet Gartner eine Dominanz der aus der Übernahme von Business Objects durch SAP hervorgehenden Lösungen. Das führen die Marktforscher auch darauf zurück, dass viele BI-Projekte durch Einführung oder Erweiterung eines ERP-Systems angestoßen würden. Außerdem rechnen sie damit, dass es SAP gelingt, einen großen Teil seiner Kundschaft von den Business-Objects-Lösungen zu überzeugen. Dennoch sieht Gartner auch Chancen für die als Spezial- und Nischenanbieter kategorisierten BI-Firmen. Zu den Spezialanbietern zählen die Analysten Softwarehäuser, die ihren Fokus auf BI legen und mindestens zwei Prozent Marktanteil erreichen. Darunter fallen etwa SAS, Microstrategy[9], Information Builders[10], QlikTech[11] und Actuate[12]. Jedoch lediglich bei SAS trage Mitteleuropa in bedeutendem Maße zum Umsatz bei.
Als Nischenanbieter sieht Gartner Firmen mit Speziallösungen und einem Marktanteil unter zwei Prozent. Den meisten von ihnen gesteht Gartner innovative Lösungen zu und hebt die schnellen Deployments hervor. Kritisiert werden allerdings meist fehlende oder mangelhafte Supportstrukturen und Implementierungspartner.
"Einige dieser Anbieter, etwa QlikTech, glänzen durch aggressives Wachstum", hat Gartner beobachtet. Das entspricht den Analysen von Lünendonk[13] für den deutschen Markt: Anfang August hatte das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen ebenfalls festgestellt, dass BI-Spezialanbieter hierzulande am stärksten wachsen: Besonders große Umsatzzuwächse verzeichneten Informatica[14] (70,9 Prozent), QlikTech (64,9 Prozent) und Cubeware[15] (46,6 Prozent).
Die Bandbreite aufstrebender Technologien in diesem Umfeld – angefangen bei interaktiver Visualisierung, über In-Memory-Analysen[16] bis zu integrierter Suche sowie SaaS- und SOA-geeigneten Angeboten erachtet Gartner jedoch als vielversprechend: Sie könnten schon bald zu einem explosiven Wachstum der Umsätze dieser Anbieter und damit zu erheblichen Machtverschiebungen im Markt führen.
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