Google Chrome soll vor allem in Sachen Geschwindigkeit neue Standards setzen und somit die Entwicklung von AJAX-basierten Web-Anwendungen beschleunigen. Der Test liefert erste Performance-Daten des neuen Browsers.
In einem Comic erläutert Google seine Motivation und die wesentlichen technischen Details, die für die Entwicklung des eigenen Browsers Chrome ausschlaggebend waren. Demnach lag den Google-Ingenieuren vor allem die Performance aktueller Browser schwer im Magen. Für die weitere Entwicklung des Webs seien die vorhandenen Produkte einfach nicht schnell genug.
Für Google Chrome haben daher die Entwickler auf Basis der JavaScript-Engine des Webkit-Open-Source-Projekts, das von Apple initiert worden ist, eine neue, wesentlich leistungsfähigere JavaScript-Engine (V8) entwickelt, mit deren Hilfe neue Web-Applikationen auf AJAX-Basis möglich sein sollen, die aktuelle Browser überfordern würden. Die Google-Entwickler geben aber auch zu bedenken, dass die Arbeit an Chrome nicht abgeschlossen sei und noch vieles getan werden müsse.
Für die Performance-Analyse der neuesten Browser-Generation, bestehend aus Internet Explorer 8 Beta 2, Opera 9.52, Safari 3.1.2 Safari 4.0 Developer Preview und Google Chrome, verwendet ZDNet.de den populären Sunspider-Benchmark sowie den von Google vorgestellten V8-Test. Zusätzliche Speicherverbrauchsmessungen zeigen, wie effizient die Browser den Speicher nutzen.
Im Lauf der Zeit haben sich die Anforderungen an einen modernen Browser gewandelt. Neben der Darstellung von Text und Bild müssen moderne Browser komplette Anwendungen wie auf JavaScript[2], DOM[3] und XML[4] basierende AJAX-Programme[5] beherrschen. Auch wer AJAX noch nie gehört hat, aber vielleicht Google Maps[6], Google Mail[7] oder AJAX Write[8] nutzt respektive Internet-Sites wie Flickr[9] oder Last.fm[10] ansurft, macht von dieser Technik bereits intensiven Gebrauch.
Auch im Unternehmensumfeld hat AJAX schon Fuß gefasst: 24SevenOneOffice[11] ist eine Lösung für Enterprise Resource Planning[12] (ERP) und Kundenbeziehungsmanagement[13] (CRM), die über einen normalen Webbrowser bedient wird. Der Vorteil dieser Web-2.0-Technologie[14] liegt in der Plattformunabhängigkeit. Es wird weder ein spezielles Betriebssystem noch ein bestimmter Prozessor benötigt, um AJAX-Anwendungen auszuführen. Lediglich ein kompatibler Browser ist erforderlich.
Der Sunspider-Benchmark gilt als Richtlinie für die JavaScript-Performance, die vor allem für AJAX-basierte Anwendungen respektive Websites entscheidend ist.
Das Gesamtergebnis spiegelt die Laufzeit von insgesamt neun Tests wieder. Dass die Testlaufzeit relativ kurz und in Millisekunden angegeben ist, lässt viele Anwender an dem Nutzen der Tests zweifeln. Auch ein oder zwei Millisekunden kommt es ja schließlich nichtan. Allerdings verwenden AJAX-Applikationen ein Vielfaches der in diesem Test genutzten Routinen, womit der Test an Aussagekraft gewinnt. Es ist ähnlich wie in einem Formel-1-Rennen: Zwar betragen die Unterschiede im Qualifying nur Sekunden oder Zehntelsekunden, über die gesamte Renndistanz ergeben sich jedoch leicht Unterschiede in Höhe von Minuten.
Mit 1496,8 ms belegt Google Chrome in diesem Test den ersten Platz, dicht gefolgt von Safari 4.0 Developer Preview (1566,8 ms). Mit 2185,0 folgt Firefox 3.01 auf dem dritten Platz. Danach folgen Safari 3.1.2 (2560,8 ms) und Opera 9.52 (2969,8 ms). Mit einer Testlaufzeit von 5799,8 ms belegt der Internet Explorer mit großem Abstand den letzten Platz.
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Das controlflow-Script bewältigt Google Chrome fast in 1/6 der Zeit, die der Apple-Browser dafür verstreichen lässt. Auch den crypto-Test lässt Google Chrome deutlich schneller als Safari ablaufen. Dafür läuft das date-Script im Safari-Browser in nur gut 1/5 der Zeit ab, die Google Chrome benötigt. Bei diesem Test sind sogar alle anderen Browser schneller als der Gesamt-Spitzenreiter.
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Der V8-Benchmark stammt von Google und beinhaltet fünf Tests, mti deren Hilfe die Google-Entwickler die JavaScript-Engine von Chrom optimiert haben.
Mit einer Punktzahl von 2547 belegt Google Chrome erwartungsgemäß den ersten Platz. Wie beim SunSpider-Java-Script-Benchmark schafft es Safari 4.0 Developer Preview auf den zweiten Platz. Im Unterschied zum genannten Test ist der Abstand von Safari zum Google-Browser mit einer Punktzahl von 468 jedoch gewaltig. Mit 373 Punkten belegt Opera vor Firefox und Safari den dritten Platz. Der Internet Explorer ist wie schon beim Sunspider-JavaScript-Benchmark weit abgeschlagen.
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Auch Safari 3.1.2 geht mit einer Belegung von 92 MByte nicht besonders effizient mit dem Speicher um. Dass so etwas möglich ist, zeigen Firefox und Opera, die nur etwas mehr als 60 MByte verbrauchen.
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Klar ist, dass Google mit der Vorstellung des eigenen Browser das Feld für neue, rechenintensive Web-Applikationen vorbereitet. Microsoft kann mit dem Internet Explorer 8 Beta 2 nicht nur dem Google-Browser nichts entgegensetzen, auch alle anderen Konkurrenten laufen dem IE deutlich davon.
Eine ganz andere Frage ist allerdings, ob die Anwender bereit sind, den Google-Browser einzusetzen. Das Image von Google hat durch seine Allmacht im Web bei vielen Usern stark gelitten. Zahlreiche Anwender befürchten, dass Google das Nutzerverhalten mit Hilfe des Browsers weiter ausspähen und damit Geld verdienen wird.
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