Vista kommt langsam in Unternehmen an

(http://www.zdnet.de/magazin/39195336/vista-kommt-langsam-in-unternehmen-an.htm)

von Peter Marwan, 28. August 2008

Die Marktforscher von Forrester haben sich in den vergangenen Monaten als scharfe Vista-Kritiker profiliert. Ihre neuesten Zahlen fallen jedoch günstiger für Microsoft aus.

Forrester[1]-Analyst Thomas Mendel hatte Unternehmen im April geraten, Vista[2] zu überspringen und direkt auf Windows 7[3] zu migrieren. Begründung: "Innovation findet nicht statt". Außerdem seien unter 10 Prozent Marktanteil deutlich zu wenig. Und noch im Juli hatte Forrester Research eine Studie[4] vorgestellt, die belegen sollte, dass sich Vista auch 18 Monate nach dem Start "immer noch abkämpfen muss, um bei Unternehmen einen Fuß in die Tür zu bekommen."

Das konkurrierende Marktforschungsunternehmen Gartner[5] hielt sich zwar mit Kritik an Vista[6] ebenfalls nicht zurück, gab aber auch zu bedenken, dass das Betriebssystem sich schneller als Windows XP in Firmen durchsetze: Zwei Jahre nach dem Windows-XP-Launch habe die Professional-Edition auf PC-Systemen weltweit einen Marktanteil von 10 Prozent erreicht. Für Windows Vista Business rechnet Gartner dagegen für Ende 2008 mit 13 Prozent.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg - und die Zeit ist knapp. Glaubt man nämlich den Forrester-Zahlen, die immerhin auf der Auswertung von 50.000 PC-Arbeitsplätzen in 2300 Firmen basieren, liegt Vista derzeit erst bei 8,8 Prozent. Aber das Klima habe sich verändert[7] und die Verantwortlichen in den Unternehmen müssten sich auf entscheidende Veränderungen in ihrer Desktop-Betriebssystem-Strategie einstellen, heißt es.

Warum gerade jetzt? Weil Microsoft Windows Vista vor etwas mehr als 18 Monaten auf den Markt gebracht hat – und so lange benötigten IT-Abteilungen üblicherweise, um ihre Anwendungen und Hardware auf die Eignung für ein neues Betriebssystem zu überprüfen. Die Firmen lägen mit ihren Vista-Plänen im selbst gesteckten Zeitrahmen.

Forrester-Analyst Benjamin Gray nennt außerdem drei Gründe, warum es gerade jetzt vorteilhaft sei, auf Windows Vista umzusteigen. Erstens, um die Supportangebote von Microsoft und anderen Softwareanbietern nicht zu überschreiten. Zweitens, um augenblickliche Probleme bei Sicherheit, Management und Produktivität zu überwinden, und drittens, um besser auf Windows 7 vorbereitet zu sein: Investitionen in Windows Vista würden sich durch besserer Kompatibilität zum nächsten OS-Release von Microsoft auszahlen.

Gray macht den positiven Trend zu Vista aber vor allem daran fest, dass Vista-Migrationen jetzt auch zunehmend von Windows-XP-Maschinen erfolgen, während Vista zuvor hauptsächlich ältere Windows-Versionen abgelöst habe.

Interessantes Detail am Rande: Im Rahmen der Studie sahen Desktop-Verantwortliche auch für Apple in Firmen eine rosige Zukunft[8]. CIOs dagegen schreckten vor dem Einsatz von Mac OS zurück, da sie die damit verbundenen Kosten, Komplexität, Heterogenität und Support-Probleme fürchteten.

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URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.forrester.com/
[2] = http://www.zdnet.de/enterprise/os/vista/
[3] = http://www.zdnet.de/itmanager/tech/0,39023442,39191629,00.htm
[4] = http://www.forrester.com/Research/Document/Excerpt/0,7211,45898,00.html
[5] = http://www.gartner.com
[6] = http://cgi.zdnet.de/itmanager/?p=146
[7] = http://www.forrester.com/Research/Document/Excerpt/0,7211,46545,00.html
[8] = http://www.zdnet.de/itmanager/strategie/0,39023331,39193010,00.htm
[9] = http://www.zdnet.de/galerie/39149760/bildergalerie-windows-vista-final.htm#sid=39195336