Fast jeder dürfte einmal an die Reichweitengrenze seines WLAN gestoßen sein. Oft fehlen nur einige Meter, um im gesamten Haus bequem surfen zu können. ZDNet erklärt, wie sich eine zweite Fritzbox als Repeater konfigurieren lässt.
In diesem Fall sind die Optionen aber begrenzt: So ist der Wechsel auf leistungsfähigeres 802.11n[3]-Equipment oft zu teuer oder unpraktisch. Schließlich möchte man an sein Notebook nicht unbedingt einen hervorstehenden WLAN-Stick andocken.
Die Vernetzung per Ethernet scheitert meistens an fehlenden Leerrohren. Außerdem will man sich mit seinen Endgeräten frei bewegen können.
Eine praktikable Alternative ist, die Reichweite eines bestehenden WLAN per Repeater zu vergrößern. AVM[4] bietet mit seiner Fritzbox-Familie diese Möglichkeit. ZDNet erklärt die Konfiguration.
Ein Fritzbox-basiertes WLAN erweitert man am besten mit einer zweiten Fritzbox. Zwar können aufgrund der Unterstützung des Standards Wireless Distribution System (WDS[5]) auch andere WLAN-Router als Repeater fungieren, WDS beinhaltet aber keine sichere WPA2-Verschlüsselung. Nur zwei Fritzboxen ermöglichen WPA2.
Wer sich als Repeater keine neue Fritzbox leisten möchte, wird beispielsweise bei Ebay[6] fündig. Da viele Geräte von Providern subventioniert auf den Markt kommen, sieht man dort eine große Auswahl zu niedrigen Preisen: Schon für unter 30 Euro kann man ein Modell erstehen. Die Konfiguration ist dann relativ einfach zu bewerkstelligen.
AVM ist bekannt dafür, Funktionen regelmäßig zu verfeinern und Bugs zu beseitigen. Bevor man mit der Einrichtung beginnt, sollte man seine Geräte mit der aktuellsten Firmware bestücken.
Der Aufbau der Menüs ist nicht bei allen Fritzbox-Modellen gleich. Bei neueren Modellen mit der aktuellsten Firmware wird die Systemkonfiguration anstatt im Hauptmenü auf den linken Seite unter Erweiterte Einstellungen vorgenommen. Ansonsten gibt es keine Unterschiede.
- Verbinden der Fritzbox, die als Repeater verwendet werden soll, per LAN
- Oberfläche über den Browser per fritz.box aufrufen
- Klick auf Einstellungen
- Klick auf (Erweiterte Einstellungen) -> System -> Ansicht
- Aktivierung der Option Expertenansicht aktivieren
- Klick auf WLAN -> Funkeinstellungen
- Aktivierung der Option Funknetz (WLAN) aktivieren
- Klick auf Monitor
- MAC-Adresse (Beispiel: 00:15:0C:38:C4:EA) notieren
- LAN-Verbindung trennen
Damit die browserbasierte Oberfläche alle aufgeführten Optionen zeigt, sollte man die Expertenansicht aktivieren.
- Verbinden der Fritzbox, die als Basisstation verwendet werden soll, per LAN
- Oberfläche über den Browser per fritz.box aufrufen
- Klick auf (Erweiterte Einstellungen) -> System -> Ansicht
- Option Expertenansicht aktivieren setzen
Um sicherzustellen, dass das drahtlose Heimnetz reibungslos funktioniert, sollten folgende Einstellungen gesetzt werden. Die als Basis fungierende Fritzbox arbeitet dann als DHCP-Server und vergibt IP-Adressen zwischen 192.168.178.20 und 192.168.178.200.
- (Erweiterte Einstellungen) -> System -> Netzwerkeinstellungen -> IP-Adressen
- Aktivierung der Option Alle Computer befinden sich im selben IP-Netzwerk
- im Eingabefeld IP-Adresse 192.168.178.1 eintragen
- im Eingabefeld Subnetzmaske 255.255.255.0 eintragen
- Option DHCP-Server aktivieren setzen
- im Eingabefeld von 192.168.178.20 und im Eingabefeld bis 192.168.178.200 eintragen
Die Fritzbox kann nur dann als Basisstation fungieren, wenn das WLAN aktiviert ist:
- (Erweiterte Einstellungen) -> WLAN -> Funkeinstellungen
- Aktivieren der Option Funknetz (WLAN) aktivieren
- Klick auf Repeater
- Aktivieren der Optionen Unterstützung für WLAN-Repeater (WDS) aktivieren und Basisstation
- im ersten Eingabefeld unter MAC-Adressen der Repeater die zuvor notierte MAC-Adresse eintragen
- Klick auf Sicherheit
- Aktivieren der Option WPA2-Verschlüsselung
- Notieren der Angaben im Pop-up-Fenster notieren
- LAN-Verbindung trennen
Nun muss der Repeater konfiguriert werden. Nach Abschluss ist er unter der IP-Adresse 192.168.178.2 erreichbar, die Basisstation unter 192.168.178.1.
- Fritzbox, die als Basisstation verwendet werden soll, per LAN verbinden
- Aufrufen der Oberfläche über den Browser per fritz.box
- Klick auf (Erweiterte Einstellungen) -> WLAN -> Funkeinstellungen
- unter Funkkanal den Kanal einstellen, der zuvor im Popup-Fenster Repeater Einstellungen angegeben wurde
- Klick auf Repeater
- Auswahl der Optionen Unterstützung für WLAN-Repeater (WDS) aktivieren und Repeater
- im Feld MAC-Adresse der Basisstation die im Popup-Fenster angegebene MAC-Adresse eingeben
- im Feld IP-Adresse 192.168.178.2 eintragen
- im Feld Subnetzmaske 255.255.255.0 angeben
- in den Eingabefeldern Standard-Gateway, Primärer DNS-Server und Sekundärer DNS-Server jeweils 192.168.178.1 setzen
- Klick auf Sicherheit
- Aktivierung der Option WPA2-Verschlüsselung
- im Eingabefeld WPA2-Kennwort das Kennwort eintragen
Die Netzwerkeinstellungen des Repeaters sollten folgendermaßen aussehen:
- Klick auf System -> Netzwerkeinstellungen
- Deaktivieren der Option Statusinformationen über UPnP übertragen
- LAN-Verbindung trennen
Alle WLAN-Geräte müssen für den automatischen Bezug der IP-Adresse konfiguriert sein. Empfehlenswert ist es außerdem, für Basisstation und Repeater dieselben WLAN-Einstellungen (SSID[7] und Key) zu verwenden. Dann loggen sich Geräte automatisch am besser erreichbaren Hotspot ein.
In zwei Praxistests funktioniert die dargestellte und von AVM empfohlene Konfiguration problemlos. Als Basisstation kommen eine Fritzbox Fon WLAN 7050 und eine 7170 zum Einsatz, als Repeater eine 7170.
Die WLAN-Komponente der Fritzbox deckt in einem Einfamilienhaus zwar das Erdgeschoss komplett ab, aufgrund der Stahlbetondecken werden Keller und Obergeschoss aber nur teilweise ausgeleuchtet. Platziert man den Repeater im Obergeschoss möglichst nah an der Basisstation, versorgt er ehemals WLAN-freie Bereiche.
Zu beachten ist, dass im Repeater-Modus die theoretisch verfügbare Bandbreite sinkt, da das WLAN-Modul die Pakete doppelt übertragen muss. An einer schon vorher stabil versorgten Stelle im Obergeschoss überträgt das Notebook statt 1,2 MByte/s nur noch 1 MByte/s.
Allerdings sind aufgrund der verbesserten Verbindungsqulität in der Praxis Performancesteigerungen möglich. So verdoppelt sich die Download-Geschwindigkeit an einer schlechter versorgten Stelle von circa 500 KByte/s auf 1 MByte/s.
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