Das Open-Source-Framework DotNetNuke ermöglicht ein problemloses Erstellen leistungsfähiger Internetanwendungen mithilfe vorgefertigter Lösungen. ZDNet gibt einen Einblick in den Aufbau der modularen Plattform.
Die Zeiten, als sich mit ein paar HTML-Seiten schnell eine Webanwendung erstellen ließ, sind längst vorbei. Inzwischen basieren die Anwendungen auf Backend-Datenquellen und integrierten Sicherheitsfunktionen. Außerdem erwarten die Benutzer leistungsfähige Schnittstellen.
Was lässt sich mit DotNetNuke machen?
DotNetNuke[1] war ursprünglich als Content-Management-System gedacht. Es hat sich aber schnell zur Grundlage beliebiger Webanwendungen weiterentwickelt. Was bietet aber dieses Framework nun eigentlich genau?
Module
DotNetNuke bringt Unmengen von Features zum Erstellen von robusten Anwendungen mit. Hier eine kurze Auswahl der Features, die über einige der grundlegenden Module verfügbar sind: Anmeldungen, Anzeigen, Banner, Blogs, Kontakte, Diskussionen, Dokumente, News-Feeds, XML/XSL, Links, Images sowie Text/HTML.
Diese Module sollten den meisten Anforderungen von Anwendungen genügen. Außerdem lassen sich mit ihnen schnell weitere gewünschte Features in eine Website einbinden. Das Hinzufügen und die Verwaltung der Module erfolgt über eine webbasierte Schnittstelle. Diese funktioniert mit allen Features von DotNetNuke.
Sicherheit
DotNetNuke verfügt über eine robuste Sicherheitsarchitektur. Die integrierten Sicherheits-Administrationsseiten bieten eine vollständige Kontrolle darüber, wer bestimmte Ressourcen aufrufen und bearbeiten darf.
Es lässt sich beispielsweise ein öffentlicher Bereich einrichten, der für jeden Besucher zugänglich ist. Auch sind geschützte Bereiche möglich, die nur für bestimmte Benutzer freigegeben werden.
Skins
Das Aussehen einer mit DotNetNuke erstellten Website lässt sich mittels Skins gestalten. Bei Bedarf kann der Entwickler das Erscheinungsbild einer Website durch einfaches Austauschen der Skins schnell ändern.
Wer mit HTML vertraut ist, dürfte keine Probleme haben, solche Skins selbst zu erstellen. Auf einer detailreichen Ebene können einzelne Module mithilfe von CSS-Stylesheets den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.
Überwachung
Die tägliche Überwachung von Webanwendungen sollten Administratoren keinesfalls vernachlässigen. DotNetNuke bietet eine Ereignisprotokollierung. Damit ist jederzeit ein Überblick über Aktivitäten oder Probleme auf der Website gewährleistet.
Das Framework erweitern
Die DotNetNuke-Plattform ist vollständig erweiterbar. Vorgefertigte und selbst erstellte Module bieten die Möglichkeit, die Funktionalität von DotNetNuke anzureichern. Diese Module lassen sich in jeder .NET-Sprache entwickeln.
Für spezielle Funktionen empfiehlt sich, selbst ein Modul zu schreiben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Module von Drittanbietern. Der DotNetNuke-Marketplace[2] stellt eine zentrale Anlaufstelle dar, um Add-ons von Drittanbietern zu erwerben. Per Online-Suche finden sich auch zahlreiche kostenlose Add-ons. Im Web gibt es eine Demo-Version[3] von DotNetNuke. Die Nutzung erfordert lediglich die Einrichtung eines Online-Demo-Accounts. Die nötigen Angaben umfassen unter anderem den Namen der Website, eine Beschreibung, Benutzername und Passwort. Sobald die Demo-Website erstellt ist, erhält der Benutzer eine E-Mail-Bestätigung. Anschließend lassen sich die unterschiedlichen Features der Website ausprobieren, um einen Eindruck von DotNetNuke zu erhalten.
Hinweis: Die Demo-Anwendung läuft womöglich etwas langsam. Das sollte vor dem Start eines Tests bedacht werden.
So erhält man DotNetNuke
Die DotNetNuke-Software ist entsprechend ihrer BSD-Lizenz kostenlos und frei verteilbar. Die derzeit aktuelle Version trägt die Bezeichnung 4.8.4.
Beim Arbeiten mit neuer Software fällt es einem oft nicht leicht, herauszufinden, was heruntergeladen oder installiert werden muss. Wie auf der DotNetNuke-Website beschrieben, sind die Downloads in folgende Kategorien eingeteilt:
- Das Source-Package enthält die komplette Anwendung, inklusive des vollständigen Quellcodes.
- Das Starter-Kit-Package umfasst alle Dateien, die man braucht, um mit DotNetNuke innerhalb von Visual Web Developer Express oder Visual Studio 2005 zu arbeiten.
- Das Install-Package besteht aus allen erforderlichen Dateien für eine Laufzeitbereitstellung auf einem Webserver.
- Das Upgrade-Package steht zur Verfügung, falls ein Upgrade von einer älteren Version durchgeführt werden soll. Dieser Download enthält alle für ein Upgrade erforderlichen Dateien.
- Das Documentation-Package besteht aus der vollständigen Produktdokumentation und bildet einen guten Einstiegspunkt. Die Dokumentation wirkt für ein Open-Source-Projekt recht beeindruckend. Der Satz von PDF-Dateien liefert Einzelheiten zu sämtlichen Aspekten, von der Installation über die Einrichtung bis zum Entwickeln eigener Module.
Folgt man den beim Download mitgelieferten Anweisungen, geht die Installation von DotNetNuke einfach vonstatten. Je nach Konfiguration braucht es weniger als eine Stunde. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Hosting-Providern. Diese bieten umfassende Unterstützung für DotNetNuke. Niemand muss sich also über Installation, Einrichtung und Wartung Sorgen machen.
Mit DotNetNuke Zeit sparen
Eine Webanwendung von Grund auf zu erstellen ist ein zeitaufwendiges Unterfangen. DotNetNuke stellt ein ausgereiftes Produkt dar, das schon vielfach im Einsatz ist und einen guten Support bietet.
Es bringt vielleicht nicht alles von Haus aus mit, was tatsächlich gebraucht wird, aber als ein guter Ausgangspunkt dient es allemal. Die modulare Architektur ermöglicht, dass nur das zum Einsatz kommt, was wirklich nötig ist. Ansonsten stehen Add-ons von Drittanbietern zur Auswahl - oder der Entwickler erstellt seine eigenen Module.
Feedback
Die Idee, in einem Framework alles bereitzustellen, was für eine ausgewachsene Webanwendung gebraucht wird, ist nicht neu. Schon der Name "DotNetNuke" lehnt sich an Open-Source-Vorgänger wie PHP-Nuke[4] und PostNuke[5] an. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt des Open-Source-Konzepts für eine solche Lösung ist die Tatsache, dass die Software von der Community umfassend getestet wird.
Falls Sie DotNetNuke bereits verwendet haben, teilen Sie doch ihre Erfahrungen und Kritikpunkte im Forum[6] mit.
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