In genau einer Woche wird das neue iPhone 3G erste Apple-Enthusiasten glücklich machen. Dazu gehören aber nicht die Bestandskunden, die das iPhone schon besitzen. Denn T-Mobile tut alles dafür, dass das geplante Upgrade zur Farce wird.
T-Mobile[1] gilt ja hierzulande nicht unbedingt als sympatischer Mobilfunkanbieter, zu sehr sind die Handy-Sparte und die alte Telekom miteinander verwoben. Was sich die Bonner allerdings dieser Tage in Sachen iPhone 3G[2] leisten, liefert ein perfektes Beispiel für alle Erstsemester des Studiengangs Kommunikationswissenschaften. Thema der Vorlesung: Der PR-Gau und seine Folgen.
Die Rede ist vom Geschäftsgebaren T-Mobiles hinsichtlich aller Bestandskunden, die sich Anfang November oder später ein iPhone zugelegt haben, dafür 400 Euro auf den Ladentisch blätterten und seitdem rund 50 Euro pro Monat an T-Mobile allein für Telefongebühren überwiesen haben. Ergibt in Summe etwa 800 Euro pro iPhone-Besitzer, die seitdem in die Taschen des rosaroten Riesen geflossen sind.
Und was macht T-Mobile mit all diesen "Early Birds", die mit dafür gesorgt haben, dass sich das iPhone positiv auf das Image des Mobilfunkanbieters ausgewirkt hat? Man tritt sie mit Füßen, indem von ihnen verlangt wird, sich aus dem bestehenden iPhone-Vertrag freizukaufen, um an das neue iPhone 3G heranzukommen.
Diese "Ablösesumme" beträgt unglaubliche 15 Euro pro Monat. Das sind übrigens fünf Euro mehr, als T-Mobile sonst bei vorzeitigen Vertragsauflösungen verlangt. Dann zahlt man für das iPhone 3G also nicht 1 Euro (falls man Complete L oder XL hat) oder 60 Euro im Falle des Complete M, sondern 241 respektive 300 Euro, wenn man das neue iPhone sofort kaufen will. Das grenzt schon an modernem Raubrittertum, liebe Telekom! Aber es geht natürlich auch günstiger: Hierfür muss man nur jemanden davon überzeugen, dass er das "alte" iPhone übernehmen will, dann bekommt der "Überlasser" das iPhone 3G ganz ohne Ablösesumme. Die Krux ist aber, dass diese iPhone-Übernahme nur in Verbindung mit einem neuen Complete-Vertrag funktioniert, den der iPhone-Übernehmer dazu kaufen muss. Klingt eher nach einem Bauerntrick als nach Kulanz.
Und wie sieht T-Mobile die ganze Sache? Auf Nachfrage hat Pressesprecher Alexander von Schmettow wie folgt geantwortet (in Auszügen):
"Der Prozess der vorzeitigen Vertragsverlängerung um 24 Monate durch Zahlung einer Vorfälligkeitsgebühr pro Monat Vertragsrestlaufzeit ist ein einzigartiges Angebot an die T-Mobile-Bestandskunden, die ein iPhone erwerben wollen.
Durch den günstigeren Endgerätepreis ist das Angebot sogar attraktiver als beim Upgradeprozess von 8 GByte auf 16 GByte beim Vorgängermodell.
Angesichts dieser Faktenlage von Entrüstung zu sprechen, kann ich nicht nachvollziehen."
Dass T-Mobile die ganze Aufregung nicht versteht, kann man kaum glauben. Denn nach einem Besuch diverser Foren, Blogs und Webseiten sollten bei T-Mobile ganz schnell und sehr laut die Sirenen aufheulen. In der Berichterstattung über das Angebot für Bestandskunden sind vor allem die Leserreaktionen in Form von Kommentaren interessant. Auszüge sind in den folgenden Links zu finden.
- ZDNet: T-Mobile verlangt Gebühr für Upgrade auf iPhone 3G[3]
- Wiwo: iPhone 3G künftig schon für einen Euro[4]
- Fscklog: Die verschiedenen iPhone-3G-Upgrademöglichkeiten bei T-Mobile[5]
- iPhoneblog: Offizielle Konditionen für T-Mobile-Bestandskunden[6]
- Apfeltalk: Zum iPhone 3G wechseln[7]
Die Kommentare lassen nur einen Schluss zu: Wer seine Bestandskunden derart verärgert, darf sich nicht wundern, wenn sie täglich weniger werden!
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