Erst brachte Mindjet die Mind Maps auf den PC. Nun will der Anbieter sie als umfassendes Kollaborationstool etablieren. Neu sind zahlreiche Erweiterungen wie Online-Konferenzen und Chat-Möglichkeiten sowie ein SaaS-Angebot.
Mindmaps: Fast jeder kennt sie aus Besprechungen, in denen ein motivierter Mitarbeiter für eine neue Effizienz sorgen wollte. Fast jeder erinnert sich aber auch, dass der großzügig und bunt bemalte Zettel vom Flipchart dann irgendwann heimlich im Papierkorb verschwand: Die erhoffte Resultate solcher Treffen bleiben meist aus.
Das Prinzip ist aber schon richtig: Um in der zunehmenden Zahl an Informationen und Sachverhalten, die die so genannten Wissensarbeiter heute bewältigen müssen, den Überblick zu behalten, ist visuelle Organisation von Vorteil. Das fängt schon mit der Ordnerstruktur im Posteingang an – und hört damit meistens auch schon wieder auf.
Mindjet[1] hat es sich mit seiner Software MindManager zur Aufgabe gesetzt, dabei zu helfen, Informationen übersichtlich zu präsentieren, organisieren und miteinander in Verbindung zu setzen. Mittel zum Zweck sind Business Maps. Mit ihnen lassen sich strukturierte Daten aus Datenbanken, ECM- oder SCM-Systemen, unstrukturierte Daten etwa aus E-Mails und persönliche Kommentare visuell miteinander in Beziehung setzen. Da das bereits mit Drag and drop möglich ist, lassen sich schnell persönliche oder teamübergreifende Wissensportale bauen.
Uwe Richter, Vice President EMEA bei Mindjet nennt drei Vorteile der Software: "Erstens sind Mitarbeiter produktiver und können schnellere und fundiertere Entscheidungen. Zweitens sind sie effektiver, da sie Informationen schneller erfassen, organisieren und an Kollegen und Mitarbeiter weitergeben können. Drittens setzt Business Mapping durch verbesserte persönliche oder Team-Brainstormings und eine anschließende visuelle Anordnung der Ideen kreatives Potenzial frei."
Eine Umfrage unter 2000 Mindjet-Kunden habe ergeben, so Richter, dass allein die Zeitersparnis mit Business Mapping zwischen drei und fünf Stunden pro Woche liege. Und im Gegensatz zu den bekannten Krakeleien auf Flipcharts lassen sich die mittels MindManager erstellten Business Maps elektronisch verteilen, bearbeiten und von einer Vielzahl von Anwendern ergänzen.
Um das darin schlummernde Potenzial zur besseren Zusammenarbeit voll auszuschöpfen, hat sich Mindjet nach sieben Versionen der Software jetzt viel vorgenommen. Mindjet Connect soll als internetbasierte SaaS-Plattform möglichst allen Teammitglieder ermöglichen, Ideen und Informationen visuell zu strukturieren, miteinander zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Derzeit ist für den Zugriff eine Installation der MindManager-Software auf dem Rechner notwendig. Noch im Laufe des Jahres soll jedoch mit MindManager Web ein browserbasierter Client angeboten werden, der dann ohne Installation auskommt. Diese Anwendung ist derzeit in der Beta-Phase und wird von Mindjet-Connect-Anwendern bereits genutzt.
Mit Mindjet Connect lassen sich sichere Online-Arbeitsbereiche einrichten. Sie werden auf einem Server von Mindjet zentral verwaltet. Neben MindManager-Maps sind dort auch alle anderen Dateiformate speichbar und teilweise sogar simultan bearbeitbar. Eine Versionskontrolle und variable Zugriffsrechte regeln die Integrität und Aktualität der Dokumente. Außerdem lassen sich nun auch Online-Konferenzen und Chats anstoßen sowie Whiteboards für die Präsentation von Ideen und Projektplänen einrichten.
Der Anbieter ist sich der Sicherheitsbedenken bewußt, die mache Unternehmen haben, wenn etwa ihre Entwicklungsteams vertrauliche Daten auf einem externen Server ablegen sollen. Über kurz oder lang wird daher wohl eine Art von Inhouse-SaaS-Lösung auf den Markt kommen. Im ersten Schritt zählt aber ähnlich wie bei CRM-Lösungen vor allem der Zuwachs an Flexibilität und die Möglichkeit, von nahezu überall auf die Daten zugreifen zu können.
"Unser französischer Kollege hat das als Thinking 2.0 bezeichnet – und ich finde, der Begriff beschreibt gut, was damit alles möglich wird", erklärt Richter mit einem Augenzwinkern. Allerdings - und der Faktor ist nicht zu unterschätzen – erfordert Thinking 2.0 auch echte Teamarbeit. Oder ermöglicht sie, je nach Sichtweise. Voraussetzung dafür ist allerdings eine auf Mitwirkung ausgerichtete Unternehmenskultur ohne Beharren auf den eigenen Zuständigkeitsbereichen oder Abschotten der eigenen Arbeit. Für seine Software MindManager hat Mindjet weltweit bereits über eine Million Kunden gefunden. Einzelpersonen setzen Business Maps etwa für Brainstorming, zur Vor- und Nachbereitung von Meetings, zur Visualisierung von komplexen Informationen und zur persönlichen Informationsorganisation ein.
Teams nutzen die Software für das Management von Projekten, für die Reorganisation von Firmen und Abteilungen oder als Alternative zu Powerpoint beim Präsentieren. Eine kleine Auswahl zeigt der Hersteller auch in einer Map-Galerie[2] auf seiner Webseite. Außerdem gibt es eine Reihe von mehr oder weniger prominenten Anwenderbeispielen.
Klaus Piper und Herbert Hofmann von der Bayerischen Landesbrandversicherung AG setzten bei Trainingsmaßnahmen für die Umstrukturierung der Vertriebsorganisation auf das Tool. Insbesondere bei der Erstellung eines Vertriebshandbuchs erwies sich die Business Mapping-Methode dort als nützlich.
Polarforscher Jim McNeill [3] hat Logistik und Notfallmaßnahmen für eine Expedition zur Erforschung des Klimawandels in der Nordwestpassage sowie zum Arktischen Pol mit MindManager geplant. Der Komiker Dieter Nuhr[4] nutzt MindManager bei der Vorbereitung seiner Programme, Sendungen und Beiträge zur Ideensammlung und -strukturierung.
Das Team von Peter Schneeberger von der Kantonspolizei Bern[5] verwendet Business Maps, um Täterprofile, Spurenvergleiche, Hausdurchsuchungen, Telefonkontrollen oder große Polizeieinsätze zu organisieren. Und bei RWE Systems[6] setzt Marcus Bender Business Maps im Rahmen der Projektarbeit im Bereich Human Relations ein. Sein Team nutzt die Lösung für das Brainstorming von Projekt- und Prozessinhalten, Meeting-Vorbereitung, Konzepterstellung und Projektplanung. Die englische und die deutsche Sprachversion von Mindjet Connect sind über die Vertriebspartner von Mindjet erhältlich. Die Mindestanforderung sind drei Anwender pro Account. Mindjet Connect ist in drei Paketen verfügbar, die zwischen 9,99 und 24,99 Euro pro Person und Monat kosten. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Speicherplatzes, der von 100 bis 300 MByte pro Nutzer dimensioniert ist.
Mindjet MindManager Lite 7 wird als Einstiegsprodukt für 129 Euro angeboten - um die Vorteile der Mapping-Methode auszuprobieren oder für Privatpersonen. Die Vollversion von Mindjet MindManager Pro 7 kostet 299 Euro, ein Upgrade von der Lite-Version 149 Euro. Seit dem Frühjahr ist mit Mindjet Manager 7 Mac auch eine Version für Apple-Nutzer erhältlich. Sie kostet ebenfalls 129 Euro. Außerdem bietet Mindjet eine kostenlose 30-tägige Testversion zum Download[7]an.
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