Virtualisierung ohne Einbußen: Virtuozzo Containers 4.0 im Test

Die Leistungsverluste durch Vollvirtualisierung werden oft unterschätzt. Containervirtualisierung hingegen vermeidet sie und geht mit Ressourcen sparsam um. ZDNet zeigt, wie sich Virtuozzo Containers 4.0 in der Praxis verhält.

Container-Virtualisierung ist eine Virtualisierungsform, bei der im Gegensatz zur Voll- und Paravirtualisierung kein kompletter Rechner emuliert wird. Erzeugt werden lediglich mehrere virtuelle Instanzen des Hostbetriebssystems. Auf einem Rechner laufen daher immer nur mehrere virtuelle Container eines einzigen Betriebssystems. Sie entsprechen den virtuellen Maschinen der Voll- und Paravirtualisierung.

Parallels Virtuozzo Containers 4.0 ist die einzig verfügbare Containervirtualisierung für Windows. Im UNIX-Bereich gibt es eine Reihe von Lösungen. OpenSolaris und FreeBSD haben entsprechende Lösungen gleich eingebaut. Für Linux gibt es neben VServer auch die von Parallels unterstützte Open-Source-Entwicklung openVZ, auf der die kommerzielle Variante Virtuozzo basiert.

Die Container sind von virtuellen Maschinen kaum zu unterscheiden. Entscheidender Vorteil ist, dass ein Container sehr wenig Ressourcen verbraucht. Typischerweise liegt der Verbrauch pro Container im zweistelligen Megabyte-Bereich für Hauptspeicher und Plattenplatz. Darüberhinaus treten so gut wie keine Performanceverluste beim I/O auf. Festplatten und Netzwerk arbeiten mit der gleichen Geschwindigkeit wie bei einer nativen Installation.

Demgegenüber steht der Nachteil, dass Betriebssysteme auf einem physikalischen Host nicht gemischt werden können. Für Windows bedeutet dies, dass alle Container dieselbe Windows-Version mit identischem Service Pack verwenden müssen.

Unter Linux geht es nicht so restriktiv zu. Jede Distribution, die auf dem Linux-Kernel 2.6 basiert, kann in den Containern genutzt werden. Unter Linux wird auf der Host-Maschine ein von Parallels (vormals Swsoft) modifizierter Kernel installiert. Auf ihm setzen alle Container auf. Dieses Vorgehen ist bei Windows schon aus lizenzrechtlichen Gründen nicht möglich. Doch auch die technischen Gründe sprechen dagegen. Die Kernel- und User-Mode-Komponenten von Windows interagieren viel zu versionsspezifisch.

Hardwareseitig unterstützt Virtuozzo Containers 4.0 sowohl unter Windows als auch Linux Prozessoren mit den Architekturen x86, x64 und Itanium. Damit ist es weniger wählerisch als beispielsweise VMware-ESX-Server: Es verlangt keine speziell zertifizierte Hardware.

Virtuozzo Containers liegt seit wenigen Wochen in der Version 4.0 vor. Zu den Neuerungen zählen Vereinfachungen im Setup und der Konfiguration, erweiterte Möglichkeiten der Ressourcenverteilung durch Device-Sharing, ein verbessertes Dateisystem, Optimierungen beim Festplattenzugriff, Unterstützung von Clustern und Live-Migration laufender Container auf andere physikalische Hosts. Letzteres kann man auch ohne die Verwendung von Shared-Storage, etwa NAS oder SAN, realisieren.

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