Fixed-Mobile-Convergence für KMUs: Comsat ISDN Basic im Test

(http://www.zdnet.de/magazin/39192251/fixed-mobile-convergence-fuer-kmus-comsat-isdn-basic-im-test.htm)

von Joachim Kaufmann, 17. Juni 2008

Festnetz und Mobilfunk sind immer noch zwei Welten - ihre Verknüpfung ist technisch kompliziert oder kostspielig. Mit dem ISDN Basic bietet Comsat ein GSM-Gateway, das diese Aufgabe schnell und günstig lösen soll.

Wer ist wann unter welcher Nummer erreichbar? Diese Frage stellt sich wegen der zunehmenden Zahl mobiler Mitarbeiter in vielen Firmen täglich. Zwar gibt es schon lange die Möglichkeit, Gespräche von einem Festnetztelefon aufs Handy weiterzuleiten, Gebühren von deutlich über zehn Cent pro Minute (Terminierungsentgelt[1]) lassen die Rechnung in die Höhe schnellen.

Die Herausgabe von Festnetz- und Mobilfunknummer – beispielsweise auf der Visitenkarte – hat dagegen eigene Nachteile: So möchte man unterwegs nicht für jeden erreichbar sein. Außerdem leidet der Komfort für den Anrufer, der möglicherweise mehrere Versuche starten muss.

GSM-Gateway
Ein GSM-Gateway nutzt für Gespräche aufs Handy die meist deutlich günstigeren Mobilfunktarife (Bild: Comsat).

Einen Ausweg bietet ein GSM-Gateway wie das Comsat ISDN Basic[2]. Es beherbergt bis zu zwei SIM-Karten und leitet Gespräche von der TK-Anlage über das Mobilfunknetz auf das Mobiltelefon. Dabei kommen die üblicherweise deutlich günstigeren netzinternen Tarife der Mobilfunkbetreiber zur Anwendung. ZDNet hat getestet, wie das in der Praxis funktioniert. Das Comsat ISDN Basic misst circa 20 mal 30 mal 8 Zentimeter und ist für die Befestigung an der Wand vorgesehen. Vor der Inbetriebnahme müssen zwei im Lieferumfang befindliche Antennen angeschraubt und das Netzteil angeschlossen werden.

Zur Nutzung des GSM-Gateway ist mindestens eine Standard-SIM-Karte notwendig, die an der Unterseite eingesetzt wird. Insgesamt sind zwei Slots vorhanden, das heißt, es können maximal zwei Gespräche parallel ins Handynetz geführt werde. Sollte diese nichts ausreichen, bietet Comsat auch größere Lösungen[3] an. Das Unternehmen empfiehlt seinen Kunden, die Verwendung der SIM-Karte vorher mit dem Mobilfunkprovider abzustimmen, da die AGBs diesen Einsatzzweck verbieten könnten.

Die Konfiguration des ISDN Basic erfolgt über ein Windows-Programm, das mitsamt den Treibern von der beigelegten CD installiert wird. Letztere emulieren einen Com-Port. Die physikalische Verbindung zwischen Rechner und Gateway erfolgt per USB. Die Oberfläche der Konfigurationssoftware ist in englischer Sprache und nicht intuitiv bedienbar. Man muss mit dem TK-Umfeld und seinen Begrifflichkeiten vertraut sein. Gerade im KMU-Umfeld, wo für IT und TK oft kein eigener Administrator zur Verfügung steht, wäre etwas mehr Unterstützung durch das Interface angebracht.

Mithilfe der auf CD gespeicherten Anleitung (PDF) gelingt die Konfiguration des GSM Gateway aber trotzdem relativ zügig, da sich die Zahl der Einstellungen in Grenzen hält und alles gut erklärt ist. Dem Anwender stehen drei Betriebsmodi zur Verfügung: Im TE-Modus fungiert das Gateway als Nebenstelle in der unternehmensinternen Anlage und wird an den internen S0-Bus[4] angeschlossen. Es ist über eine oder zwei MSN[5] erreichbar, die in die entsprechenden Felder eingetragen werden müssen. Im NT-Modus emuliert es einen NTBA und wird mit dem NTBA[6] und dem S0-Bus gekoppelt. Außerdem steht ein Router-Modus zur Verfügung, der Verbindungen zwischen den beiden ISDN-Schnittstellen des Geräts ermöglicht. So wird die TK-Anlage nicht belastet.

Betriebsarten des Comsat ISDN Basic
Betriebsarten des Comsat ISDN Basic (Bild: Comsat).

Für jeden Channel können zahlreiche Einstellungen getätigt werden, etwa die zur Nutzung des GSM Gateway zugelassenen Nebenstellen, ob ein- und ausgehende Telefonate erlaubt sind, und die Weitergabe der Rufnummer des Anrufers. Comsat ISDN Basic unterstützt auch eingehende Anrufe. Sie können an eine definierte Standard-Nummer oder über die Nachwahl der Durchwahl an eine bestimmte Nebenstelle weitergeleitet werden. Das GSM-Gateway kann auch als Backup für einen ausgefallenen ISDN-Anschluss dienen. Ein- und ausgehende Telefonate werden dann per Mobilfunk abgewickelt. Über die Konfigurationssoftware lassen sich auch SMS versenden und empfangen.

Die enthaltene Virtual-PBX-Lizenz[7] erweitert die Funktionen des Gateways um die Funktionen Anruf halten, Anruf zurückholen und Anruf weiterleiten. Handytelefonate werden dann wie interne Gespräche behandelt.

Aufbau der Virtual PBX
Aufbau der Virtual PBX (Bild: Comsat).

Fazit

Das GSM-Gateway Comsat ISDN Basic ist eine gute Lösung für KMUs, um Festnetz und Mobilfunk kostengünstig zusammenzubringen. Die Einrichtung fällt aufgrund der ausführlichen und gut verständlichen Anleitung leicht. Positiv ist auch, dass die bestehende TK-Infrastruktur - Festnetz-Anlage und Handys - weiterhin genutzt werden kann.

Die getestete ISDN Basic 2K Sonderedition[2] umfasst neben der Hardware ein Update auf die Pro-Edition sowie eine Lizenz für die Virtual PBX[7]. Der Preis beträgt rund 1000 Euro.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://de.wikipedia.org/wiki/Terminierungsentgelt
[2] = http://www.comsat.de/shop/product_info.php/info/p3_ISDN-Basic-2K-SE.html
[3] = http://www.gsm-gateway.de/pics/vergleich.htm
[4] = http://de.wikipedia.org/wiki/S0-Bus
[5] = http://de.wikipedia.org/wiki/Vermittlungstechnische_Leistungsmerkmale_%28%C3%B6ffentliche_Netze%29#Mehrfachrufnummern_.28MSN.29_bei_Mehrger.C3.A4teanschluss
[6] = http://de.wikipedia.org/wiki/NTBA
[7] = http://www.comsat.de/shop/product_info.php/info/p24_Virtual-PBX--VPBX-.html