Fast ein Jahr nach der Markteinführung des ersten Apple-Handys hat Steve Jobs den seit langem erwarteten Nachfolger mit GPS und UMTS präsentiert. ZDNet beleuchtet alle Aspekte und verrät, ob sich die Anschaffung lohnt.
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Günstiger heißt in diesem Falle, dass Apple für die 8-GByte-Version 199 Dollar und für die 16-GByte-Variante 299 Dollar verlangt. Der Preis kann sogar noch weiter sinken, da das Unternehmen das restriktive Vertriebsmodell aufgeweicht hat: So sollen die Telekommunikationsanbieter das iPhone 3G auch subventionieren können. Ab dem 11. Juli wird das iPhone 3G vorerst in 22 Ländern verfügbar sein, darunter auch Deutschland, und bis zum Ende des Jahres will Apple das Mobiltelefon in 70 Ländern anbieten.
Design
Das neue iPhone 3G ist um eine Haaresbreite dicker geworden - genauer gesagt um 0,7 Millimeter. Die Ecken sind abgerundet und verjüngen sich, dadurch wirkt das iPhone 3G etwas schmaler. Neu ist die Rückenabdeckung aus schwarzem Plastik - die Aluminiumabdeckung ist wohl aus Kosten- und Gewichtsgründen ersetzt worden. Denn trotz der besseren Technik wiegt das Smartphone 133 Gramm und nicht mehr 135 Gramm wie der Vorgänger. Beim 16-GByte-Modell kann der Kunde zwischen einem schwarzen oder einer weißen Akku-Deckel wählen. Optisch hat sich sonst wenig getan.
Apple verbaut im iPhone 3G das gleiche Display wie im Vorgänger. Neu ist der Kopfhörer-Klinkenstecker. Außerdem habe man die Audioqualität verbessert, so Steve Jobs. Schade nur, dass das iPhone das Bluetooth-Stereo-Format A2DP nicht beherrscht.
UMTS
Das iPhone ist ein Quad-Band-Handy (850, 900, 1800, 1900 MHz) und unterstützt die UMTS-Frequenzen mit 1900 und 2100 MHz sowie das Datenübertragungsverfahren HSDPA. Damit lässt sich die Highspeed-Datenverbindung überall auf der Welt nutzen und das ist gut so, wenn man bedenkt, dass Apple das Handy in 70 Ländern verkaufen will. In der Ansprache zur Worldwide Developer Conference vergleicht Steve Jobs die Download-Zeiten der zwei iPhone-Generationen. Das erste Apple-Handy brauchte mit EDGE für das Laden einer Seite mit vielen Bildern 59 Sekunden während das UMTS-iPhone nur noch 21 Sekunden benötigte. Das hat aber noch nicht viel zu sagen, denn natürlich war Jobs iPhone das einzige, das das UMTS-Netz von AT&T nutzte. Wenn mal ein paar Geräte mehr im UMTS-Netz eingebucht sind, wird sich das sicher negativ auf die Ladezeiten auswirken.
GPS
GPS-Navigation ist ein Leistungsmerkmal, das schon lange auf der Wunschliste von iPhone-Besitzern steht. Während die Lokalisierungsdienste des aktuellen iPhones eine Position über angrenzende Mobilfunkmasten und WLAN ermitteln, verwendet das iPhone 3G einen GPS-Chip der mit Satelliten arbeitet und Assisted GPS (A-GPS) unterstützt. Es bietet außerdem eine Live-Tagging-Funktion, so dass die Bewegung beim Fahren (oder Laufen) überwacht werden kann. Das ist beim früheren Modell nicht möglich. Jetzt wird auch Foto-Geotagging[2] wird geboten. Es ist jedoch noch nicht sicher, ob Anwendungen von Drittanbietern wie Google Maps eine Turn-by-Turn-Führung unterstützen werden. Tomtom arbeitet aber schon an einer Navigationssoftware für das iPhone 3G, wie ein Sprecher gegenüber der Presseagentur Reuters bestätigt. Im Zusammenhang mit Software von Fremdanbietern sollte erwähnt werden, dass das iPhone 3G tatsächlich sämtliche über das iPhone-SDK verfügbaren Anwendungen unterstützen wird. Hier gibt es also keine Überraschungen. Apple hat versprochen, die Anwendungen Anfang Juli auf den Markt zu bringen (ein genaues Datum gab das Unternehmen nicht bekannt). Wahrscheinlich wird die Einführung am 11. Juli erfolgen. Spiele werden vermutlich im Vordergrund stehen und viele davon auch den Beschleunigungssensor des Handys nutzen.
Mehr Extras für Firmenkunden
Geschäftsleute werden es wahrscheinlich mit Freude vernehmen, dass das iPhone 3G den Microsoft Exchange Server unterstützen wird. Dadurch können die Funktionen Push-E-Mail (automatische Übermittlung von E-Mails), Kontaktverwaltung und Kalenderfunktion, Fernlöschen und globaler Kontaktzugriff genutzt werden. Auch diese Neuerung dürfte Anklang finden, weil dadurch das iPhone viele neue Anhänger in Unternehmen finden wird, die jetzt Ihre E-Mails über das iPhone bearbeiten können.
Batterielebensdauer
Im vergangenen Jahr hatte Apple laut Steve Jobs darauf verzichtet, 3G in die erste Generation der iPhones zu integrieren, da andernfalls zu viele Kompromisse bei der Batterielebensdauer des Handys notwendig gewesen wären. Jetzt, so scheint es zumindest, hat Apple eine Lösung für diesen Problem gefunden. Das iPhone bietet laut Apple im UMTS-Modus eine Gesprächszeit von etwa 5 Stunden, 10 Stunden Gesprächszeit im GSM-Netz, 5 Stunden UMTS-Internetnutzung, 6 Stunden WLAN-Nutzung, 7 Stunden zum Abspielen von Videos, 24 Stunden bei der Audiowiedergabe und 12,5 Tage Standby-Zeit. Die Audio- und Videozeiten haben sich im Vergleich zum ersten iPhone nicht geändert. Da das aktuelle iPhone die 2.0-Software unterstützt, werden zusätzliche neue Leistungsmerkmale erst bei der Einführung und zu späteren Terminen bekannt gegeben. Diese beinhalten unter anderem eine Kontaktsuche, iWork-Dokumentenunterstützung, die Möglichkeit zum Betrachten von Powerpoint-Anhängen, Verlagern und Löschen großer Dateien (nicht Copy and paste), einen wissenschaftlichen Taschenrechner im Querformat, Kindersicherung und Unterstützung für 16 Sprachen. Mit einer speziellen Software lassen sich Graffitis nutzen, um Zeichen zum Beispiel in asiatischer Sprache einzugeben.
Fehlende Funktionen
Apple bietet immer noch keine Multimedia-Nachrichtenübermittlung (MMS) und keine Sprachwahl sowie Videoaufzeichnungen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Hersteller diese Basisfunktionen nicht in das iPhone integrieren kann, da viele davon heutzutage selbst in den günstigsten und einfachsten Handys zu finden sind. Vermisst werden auch eine Tastatur in Querformat, die Funktion Ausschneiden und Einfügen, Flash-Support für den Safari-Browser, ein erweiterbarer Speicher und zusätzliche Bluetooth-Profile (zum Beispiel A2DP). Apple ist den Wünschen seiner Nutzer hier nicht entgegengekommen.
Enttäuschend ist auch, dass die neue Dockingstation separat für 49 Dollar verkauft wird. Man braucht die Dockingstation zwar nicht unbedingt, empfehlenswert ist sie aber trotzdem. Selbst der Adapter und das Werkzeug zum Entfernen der SIM-Karte, die nun im Lieferumfang enthalten sind, entschädigen nicht unbedingt dafür, dass sie separat erworben werden muss.
Fazit
Alle, die das iPhone schon lange kaufen wollten, haben jetzt die Möglichkeit ein günstigeres Apple-Handy mit mehr Funktionen zu ergattern. Die Integration von UMTS und GPS, der moderate Preis und die zusätzlichen Merkmale über das Software-Update 2.0 machen das iPhone 3G zu einer guten Investition. Im Vergleich zum Vorläufermodell, das nur unter Vorbehalt empfohlen werden konnte, bietet dieses neue Mobiltelefon deutlich mehr. Allerdings beherrscht das iPhone 3G nicht alle Funktionen (MMS, Video-Chat und so weiter), die andere Hersteller mit ihren Smartphones bieten.
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