IBM hat die bisherigen Linien System i und System p vereint. Damit können Kunden auf ein einheitliches neues Serverangebot zugreifen, das Bestand und Weiterentwicklung ihrer zahlreichen Anwendungslösungen sichert.
Darauf haben eine Reihe von IBM[1]-Kunden schon lange gewartet: In einer neuen Serverfamilie namens "Power Systems" hat IBM die bisherigen Linien System i[2] (vormals AS 400[3]) und System p[4] (vormals RS 6000[5]) vereint. Damit können die Kunden der Unix-Server und der integrierten Mittelstandsfamilie nun auf ein einheitliches neues Serverangebot zugreifen, das den Bestand und die Weiterentwicklung ihrer zahlreichen Anwendungslösungen sichert. Dies ist ein wichtiges Migrationsangebot.
Unter den Serverkunden, die weder zu den Mainframe[6]-Nutzern noch zu denen des sogenannten Industriestandards (Intel/AMD x86[7]) gehören, hatte lange Zeit erhebliche Unsicherheit geherrscht. Beispielsweise Gemeinden, die ihre Lösungen auf Unix oder auf AS 400 entwickelt hatten, zeigten sich verunsichert darüber, wie es systemtechnisch weitergehen würde. Es war nämlich keineswegs sicher, ob nicht beide Linien mittelfristig ganz verschwinden und IBM nur noch auf Mainframe und x86 setzt.
Doch das ist jetzt geklärt. Mit der neuen IBM-Power-Systems-Serverlinie macht sich Big Blue für eine dritte Architektur in der Mitte stark. Sie soll Kunden mit Servern der Reihen System i und System p nach eigenen Worten eine vereinheitlichte, gemeinsame Serverreihe mit vereinfachter Preisstruktur, erweiterter Anwendungsauswahl und verbesserten Energie- und Managementkosten bieten.
Technisch basieren die neuen Power Systems-Server[8] auf IBMs Power-6-Prozessoren und unterstützen auf einem einzigen Server gleichzeitig sowohl Unix-, Linux- als auch i-Applikationen (AS 400). Die Unix-Kunden, so IBM, nutzen vor allem Anwendungen im oberen Leistungsbereich, die nicht zu den Transaktionsaufgaben von Mainframes gehören. So werden etwa die SAP- oder Oracle Anwendungen großer Konzerne damit betrieben. Die als Anwendungserver des Mittelstandes beworbenen i-Systeme finden in Deutschland beispielsweise in der Fertigung, der Zulieferindustrie und im Handel ihren Einsatz. Gerade für diese Gruppe will IBM einen gesicherten und leistungsfähigen Migrationspfad anbieten. Durch den Umstieg auf die neue Generation der Power-Systems-Server können, so IBM-Manager Andreas Walter, System-i-Kunden ihre geschäftskritischen Anwendungen hin zu leistungsfähigeren und energieeffizienteren Lösungen migrieren und dabei dieselben Applikationen und Betriebssysteme nutzen, auf die sie schon seit rund 20 Jahren vertrauen.
Das integrierte Betriebssystem von IBM, i5/OS, heißt jetzt schlicht "i". Die Power-Server mit dem Betriebssystem werden als integrierte Angebote verfügbar sein. Sie lassen sich leicht konfigurieren und installieren, verspricht IBM. Unter dem Namen "i-Edition" werden sie neben integrierten Linux-Editionen und AIX-Editionen für Unix-Kunden vertrieben. Kunden können auch i, AIX und Linux auf einem Power-Server kombinieren, um die Flexibilität, Systemauslastung und Systemnutzung bestehender Komponenten zu erhöhen.
Die ersten Modelle dieser neuen Produktlinie wurden speziell für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt. IBM-I-Edition-Express für Bladecenter S[9], Power 520 Express[10] und Power 550 Express[11] bieten Mehrwert und Leistung in einem Komplettpaket, das an das Budget und die begrenzten Kapazitäten des IT-Systemmanagement im Mittelstands angepasst ist. Neben den neuen Mittelstandsservern hat IBM zwei neue Computer für den oberen Leistungsbereich vorgestellt: eines des schnellsten Unix-Systeme weltweit und einen wassergekühlten Supercomputer. Beide neuen Systeme enthalten Power-6-Mikroprozessoren[12], die erstmals Rechengeschwindigkeiten von bis zu 5 Gigahertz erreichen.
Dazu kommen Virtualisierungstechnik und Energiesparoptionen, um Gesamtbetriebskosten inklusive Ausgaben für Energie, Raumkosten und Systemmanagement zu reduzieren. Gleichzeitig verfügen beide Systeme über eine deutlich höhere Leistung als Vorgängersysteme und ermöglichen Kunden den Übergang zu einer neuen Generation von Rechenzentren.
Der neue Unix-Enterprise-Server, Power 595, sei sowohl für IBM-Kunden attraktiv wie auch für umstiegswillige Nutzer von Sun Solaris und HP Unix, lockt Big Blue. So liefere der "IBM Power Enterprise Server" mit 64 Kernen bei annähernd gleichem Preis 50 Prozent mehr Leistung als ähnlich konfigurierte Superdome-Itanium-Systeme von HP.
Der wassergekühlte "Hydrocluster"-Supercomputer Power 575 wurde entwickelt, um spezifische Rechenoperationen im Wissenschaftsbereich, beispielsweise in den Branchen Energie und Raumfahrt, sowie für die Wettervorhersage auszuführen. Das neue System nutzt ein In-Rack-Wasserkühlungssystem und bietet mit bis zu 448 Prozessorkernen fast die fünffache Leistung seines Vorgängers. Es ist dabei laut Hersteller rund dreimal energieeffizienter.
Nach Ansicht von Ralf Fischer, Hardware-Direktor des deutschen IBM-Entwicklungszentrums in Böblingen, der die weltweite Entwicklung des Power-6-Prozessors verantwortet, ist es IBM gelungen, für Hochleistungsanwendungen die Power-6-Chiptechnologie mit IBM-Highend-Packaging-Technologien wie superdichten Konnektoren, Leiterplatten mit über hundert Lagen und der Wasserkühlung zu kombinieren.
Das Power-595-System ist nach seiner Meinung eine ideale Plattform für Serverkonsolidierung im kommerziellen Umfeld und das wassergekühlte Power-575-System ein Höchstleistungsrechner im HPC-Umfeld (High Performance Computing). Das deutsche IBM-Entwicklerteam in Böblingen war maßgeblich an der Entwicklung dieser Technologien beteiligt.
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