Linux stößt als Plattform für ERP-Lösungen besonders im Mittelstand auf großes Interesse. Die Tage der Best-of-Breed-Lösungen und Eigenentwicklungen sind dagegen laut den Marktforschern von Raad Research gezählt.
Die Tage der Best-of-Breed-Lösungen und Eigenentwicklungen im Mittelstand sind gezählt - so die Erkenntnis der Marktforscher von Raad Research[1] nach Interviews mit über 2000 CIOs und EDV-Leitern im Rahmen der Studie "IT-Markt Deutschland[2]".
Teilweise würden in den Unternehmen noch sehr alte Systeme eingesetzt, die zwar regelmäßig aktualisiert wurden, aber inzwischen mit den Anforderungen nicht mehr mithalten. Daher stellte Raad Research signifikante Investitionen oder Investitionspläne fest, die dazu dienen, alte Systeme zu migrieren oder abzulösen. Viele dieser Projekte sind bereits budgetiert, der Modernisierungsdruck sei jedoch von Branche zu Branche unterschiedlich stark.
Die Zahl der Anbieter von Software für die Kernbereiche eines Unternehmens ist nach wie vor sehr hoch. Neben vielen kleineren Spezial- und Branchenanbieter sind bei den Nicht-SAP-Kunden vor allem Infor[3], Microsoft[4] und Datev[5] stark vertreten. Sie könnten ihre Position in den kommenden Jahren noch erheblich ausbauen, denn Raad Research sieht bei den Anwendern einen Trend zu Standardsoftware. Im Zuge der Modernisierung wird Linux gerade im Mittelstand häufig als günstige Alternative zu Windows gesehen. Erleichtert werde den Anwendern die Entscheidung dadurch, dass die Kombination von SAP[6]-ERP-Systemen auf linuxbasierenden Servern inzwischen alle großen Hardwareanbieter im Programm haben. Dadurch verringere sich das Risiko einer Investition in Linux. Gleichzeitig könnten sich Anwender eine größtmögliche Unabhängigkeit bewahren, da das Know-how ohne Probleme auf andere Anwendungsserver übertragen werden könne, so die Marktforscher.
Einen weiteren Schub in diese Richtung bringen sicher SAPs Bemühungen, mit dem auf Linux basierenden Mittelstandsprodukt Business-by-Design eine stabile und leistungsfähige Kombination im Markt zu etablieren. In diese Richtung geht auch die gerade angekündigte intensivere Kooperation mit Novell[7]: Mit ihr will SAP Kunden künftig besser unterstützen, die Geschäftsprozesse mit SAP-Anwendungen unter dem Open-Source-Betriebssystem Suse Linux Enterprise betreiben oder betreiben wollen.
Al Gillen, Research Vice President System Software sieht in der Kooperation besonders für mittelständische Unternehmen Vorteile. Und seiner Meinung nach ist die Zusammenarbeit zwischen SAP und Novell erst der Anfang: IDC[8] "Da sich Linux als Plattform für Geschäftsanwendungen steigender Beliebtheit erfreut, werden Kooperationen zwischen Herstellern von Anwendungssoftware wie SAP und Anbietern von IT-Infrastruktur wie Novell zunehmend wichtiger", glaubt Gillen.
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