Das Apple-Betriebssystem ist offiziell nur für Macs verfügbar. Allerdings lässt sich Mac OS X Leopard inzwischen auch auf Standard-PCs installieren. Wie das funktioniert, und ob die Lösung alltagstauglich ist, zeigt der ZDNet-Test.
Der niedrige Marktanteil dürfte vor allem an den relativ hohen Preisen für Apple-Rechner liegen. Aber auch daran, dass Anwender kaum eine Gelegenheit haben, Mac OS vor dem Kauf zu testen respektive kennen zu lernen. Wer dies tun möchte, muss einen der wenigen Apple-Läden aufsuchen oder einen Bekannten mit einem Mac konsultieren. Es gibt allerdings noch eine weitere Methode: Im Internet stehen schon seit einiger Zeit Images des Apple-Betriebssystems bereit, die die Hardwarebindung von Mac OS an Apple-Rechner umgehen und sich auf einen ganz gewöhnlichen Standard-PC installieren lassen. Apple unternimmt bisher dagegen nichts, was wohl darauf hindeutet, dass man dieses Treiben als willkommene Marketingkampagne sieht und andererseits wahrnimmt, dass derartige Installationen natürlich längst nicht an den Funktionsumfang und die Stabilität eines echten Macs heranreichen. Um die Vorzüge von Mac OS X kennen zu lernen, reichen die modifizierten DVD-Images dennoch aus.
Zwar steht in den Lizenbestimmungen von Apple, dass man Mac OS nur auf Apple-Hardware installieren darf. Doch ist dieser Passus in Deutschland umstritten, da man ihn vor dem Kauf nicht zur Kenntnis nehmen kann.
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| Im optimalen Fall steht nach der Installation die volle Grafikbeschleunigung (Quartz, Core Image) zur Verfügung und auch sämtliche CPU-Funktionen (zum Beispiel SSE4.1) können von Leopard genutzt werden. |
Für die Intel-Plattform gilt: Je größer die Übereinstimmung mit der in den Macs verbauten Komponenten, desto größer die Erfolgsaussichten. Konkret bedeutet dies, dass ein Mainboard mit Intel-Chipsatz und einer CPU, die SSE3 unterstützt, am besten für die Installation von Mac OS geignet sind. Dennoch kann es selbst mit dieser Hardware-Zusammensetzung noch zu Problemen kommen. Im Test lässt sich beispielsweise der Esprimo P5925 mit Intel-Chipsatz Q35 nicht zur Zusammenarbeit mit Mac OS überreden. Möglicherweise liegt dies an der im Chipsatz integrierten Vpro-Technik zur Fernverwaltung von Clients, mit der die modifizierten Images nichts anfangen können. Erfolgreich verläuft die Installation hingegen mit Mainboards, die mit Intel-Chipsätzen 975, 965 und X38 ausgestattet sind.
Mit dem Leopard-Image von Zephyroth steht inzwischen auch für die AMD-Plattform geeignete Mac-OS-Variante zur Verfügung. Anders als mit Intel-Komponenten muss man allerdings einige Einschränkungen hinnehmen: So ist die Ausführung von 64-Bit-Programmen mit einer AMD-CPU nicht möglich. Ebensowenig werden die Virtualisierungs-Erweiterungen von Programmen wie Parallels Desktop for Mac und Vmware Fusion unterstützt. Auch misslingt im Test die Inbetriebnahme von Leopard mit AMDs Quad-Core-Prozessor Phenom. Allerdings berichten einige Anwender von erfolgreichen Phenom-Installation, wenn die EFI-Emulation ausgeschaltet ist.
Des Weiteren ist zu beachten, dass für eine möglichst problemlose Installation eine eigene Festplatte sowie ein DVD-Rom benötigt wird. Zwar sind parallele Installationen von Mac OS X Leopard und Windows möglich, wegen allerhand Problemen mit Bootsektoren und Dateisystemen sollte man davon jedoch Abstand nehmen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Inbetriebnahme steigen, wenn Festplatte und DVD-Laufwerk mit SATA[5]-Schnittstelle arbeiten. Dies liegt daran, dass moderne Intel-Chipsätze keinen eigenen ATA-Controller mehr integriert haben, sondern ein Zusatzchip von Jmicron oder einem anderen Hersteller zum Einsatz kommt. Diese Lösungen sind alles andere als kompatibel zur PATA-Spezifikation. Bei älteren Chipsätzen wie dem Intel 975, der über ein kompatibles PATA-Interface verfügt, gelingt die Installation hingegen. Zudem sollten sämtliche Eingabegeräte wie Tastatur und Maus an USB-Ports angeschlossen sein. Es sind zwar Treiber verfügbar, die auch PS/2-Geräte ansteuern können, doch fehlen diese häufig auf den angepassten Mac-OS-Images, sodass ein Installation nur mit USB-Peripherie gelingt.
Empfindlich sind die Boards auch in Sachen Stabilität: So kommt es im Test mit dem Gigabyte-Modell 965-DS3[6] zu Abstürzen, wenn mehr als 2 GByte Speicher verbaut sind. Sobald allerdings das SATA-Interface auf AHCI[7] eingestellt ist, läuft das 965-DS3 mit Mac OS auch mit 4 GByte Speicher völlig problemlos. Für einen stabilen Betrieb sollte zudem die CPU-Erweiterung zum Schutz von Pufferüberlauf (No Execute oder Execute Disabel, kurz: NX, XD[8]) im BIOS aktiviert werden.
Die Hardware-Unterstützung für Netzwerk-, Sound- und Grafikkarten ist generell gut. Im Einzelfall kommt es dennoch zu Problemen: Während Realtek und Marvell-Netzwerkchips meist einwandfrei funktionieren, sorgen einige neuere Intel-Chips für Schwierigkeiten. Treiber liegen für diese meist nicht vor, sodass man auf eine zusätzliche Netzwerkkarte angewiesen ist. Gleiches gilt für WLAN-Chips: Mit Atheros und Broadcom ist man meistens auf der sicheren Seite, während die neuesten Intel-Chips (3945ABG) nicht unterstützt werden. Einige Hersteller wie Ralink[9] und Zyxel[10] bieten inzwischen sogar Mac-OS-Treiber zum Download an.
Integrierte Soundlösungen, wie sie häufig auf Mainboards zum Einsatz kommen, werden standardmäßig von den neuesten Images unterstützt. Treiber für ALC-Chips vom Typ 88x befinden sich in vielen Fällen bereits auf der Setup-DVD. Ausgefallenere Lösungen wie Soundblaster lassen sich nachträglich in Betrieb nehmen. Allerdings muss man bei der Soundschnittstelle mit reduziertem Funktionsumfang rechnen. Häufig funktioniert der analoge 5.1-Ausgang nicht, während der digitale Ausgang diesen Standard unterstützt. Auch die Soundeingänge funktionieren nur in den seltensten Fällen.
Besonders kritisch ist die Unterstützung von Grafikchips, denn ohne Grafikbeschleunigung ist Mac OS wie andere Betriebssysteme dank der zahlreich integrierten Animationen nicht komfortabel zu benutzen. Zwar sind für neuere ATI- und Nvidia-GPUs Treiber vorhanden, sie funktionieren nach der Installation jedoch nur selten. Ältere Grafikchips wie Modelle aus der Radeon-X1000-Serie sind deutlich unproblematischer. Mit neueren Grafikkarten sollte man daher während der Installation auf das Auswählen eines Grafikkartentreibers verzichten, damit Mac OS im VGA-Modus startet. Im Test mit einer ATI HD 2600 XT geht aber auch das schief. Mit einer kompatiblen Grafikarte lässt sich das Setup allerdings erfolgreich beenden. Besonders bewährt haben sich im Test die Modelle X1400, X1600 und X1900 von ATI, während die neueren Boards mit HD 2600 XT, HD 2900, HD 3850, HD3870 und HD 3870X2 einen Start von Mac OS X mit Grafikmodus oft verhindern.
Nach erfolgreichem Start von Mac OS X Leopard mit einer X1000-Grafikkarte lassen sich allerdings Treiber für sämtliche neuen Grafikchips installieren, die volle Grafikbeschleunigung bieten. Sogar die Inbetriebnahme einer HD 3870 X2[11] gelingt, wobei Mac OS X in Sachen 3D-Performance vom zweiten GPU-Kern der Highend-Karte nicht profitiert. Immerhin wird der zweite Chip auf der Karte erkannt und kann bei geeigneter Ausstattung von DVI-Ausgängen zum Anschluss weiterer Monitore genutzt werden - ähnlich wie bei einem Mac Pro mit zwei Grafikboards. Die digitale Ansteuerung ist inzwischen kein Problem mehr. Noch im letzten Jahr gab es nur für wenige Grafikchips Treiber, die einen LCD auch digital ansteuern konnten. Inzwischen beherrschen nahezu sämtliche im Umlauf befindlichen Grafiktreiber diesen Betriebsmodus. Allerdings ist es möglich, dass während des Setups nur ein analoger VGA-Ausgang aktiv ist. Kein Problem ist der Mehrschirm-Betrieb: Nach Anschluss eines zweiten Monitors erweitert Mac OS den Desktopbereich automatisch. Für die Test-Installation von Leopard auf einem Standard-PC verwendet ZDNet für die Intel-Plattform das Gigabyte-Board GA-X38T-DQ6[12], während das GA-MA790FX-DQ6[13] als Basis für den Test der AMD-Plattform dient. Als Festplatte kommt eine Seagate Barracuda 7200.10 mit SATA-Interface und 750 GByte Kapazität zum Einsatz, während als DVD-Laufwerk das Asus DRW1814BLT mit SATA-Schnittstelle zur Verfügung steht. Beide Systeme werden mit der Grafikkarte Radeon HD 3870 X2 und 4 GByte Speicher von Aeneon[14] ausgestattet.
Für die Installation von Mac OS X Leopard kommt das Image Leo4all zum Einsatz. Diese Variante bietet eine umfassende Unterstützung diverser Hardware und ist für Intel- und AMD-Prozessoren gleichermaßen geeignet. Zudem bietet Leo4all bereits die Integration vieler Updates, so auch Leopard 10.5.2. Für Intel-Systeme ist auch das Kalyway-Image gut geeignet. Allerdings liegt dieses bisher nur in der Leopard-Version 10.5.1 vor - ein Update ist angekündigt -, sodass nach Installaton noch eine manuelle Aktualisierung auf 10.5.2[15] erfolgen muss, um auf dem neuesten Stand zu sein. Über die in Mac OS integrierte Software-Aktualsierung funktioniert das Update auf 10.5.2 nicht: Während der Installation stoppt das Update und hinterlässt ein nicht mehr funktionsfähiges System.
Setup-DVD starten
Nach dem Start der Installation erscheint nach circa fünf Minuten der Setup-Grafikmodus, wo der Anwender unter anderem festlegen muss, auf welcher Partition Mac OS installiert werden soll. Bei einer neuen Festplatte findet Mac OS zunächst keine Partition. Erst wenn mit dem Festplatten-Dienstprogramm eine oder mehrer Partitionen angelegt sind, kann das Setup fortgeführt werden. Dank EFI-Emulation ist die Aufteilung der Festplatte nach dem GUID-Schema möglich. GUID[17] ist die Nachfolge von MBR[18] und erlaubt mehr Partitionen und eine größerer Flexibilität. Zudem kann die Größe einer GUID-Partition unter Mac OS ohne Datenverlust geändert werden. Allerdings unterstützen die meisten Windows-Betriebssysteme das GUID-Partitionsschema nicht. Nur mit aufwändigen Prozeduren und der Installation des GRUB-Bootloaders ist die parallele Installation von Windows auf einer mit GUID aufgeteilten Festplatte möglich. Für diesen Test wird diese Option jedoch nicht weiter dargelegt, weil sie den Rahmen des Artikels sprengen würde. Wer die Fesplatte mit der Option MBR partitioniert, kann hingegen sehr leicht Mac OS zusammen mit Windows[19] auf einer Festplatte betreiben. Dennoch kann es auch dabei zu Problemen kommen, wie die zahlreichen Anleitungen zum Thema[20] zeigen.
Der Setup-Prozess dauert insgesamt eine gute halbe Stunde. Aufgrund der guten Hardwareunterstützung von Leo4all stehen auf beiden Boards Netzwerk- und Soundschnittstellen nach der Installation sofort zur Verfügung. Hierfür muss man allerdings, nachdem das Setup im Grafikmodus gestartet ist, unter Anpassen entsprechende Treiber auswählen. Wichtig: Pro Sektion nur einen Treiber aktivieren. Nach Abschluss der Installation startet Mac OS und fragt nach dem Abspielen eines kurzen Videos nach Nutzername und Passwort. Die Registrierung lässt sich mit umgehen. Anschließend erfolgt noch die Installation des Grafikkartentreibers[21].
Während der Setup-Prozedur gilt es einiges zu beachten: Zwar ist es durch die EFI-Emulation[22] von Netkas[23] möglich geworden, einen Original-Kernel von Apple zu installieren, doch ist dies nicht ratsam, da dieser ein Herunterfahren des Rechners mit anschließendem Ausschalten nur in den seltensten Fällen unterstützt. Ebensowenig gelingt der Restart mit dem Original-Kernel, der in Fachkreisen auch Vanilla-Kernel genannt wird (von umgangssprachlich englischen vanilla für Standard). Stattdessen ist es besser den modifizierten Kernel 9.2.0[24] von Netkas zu verwenden.
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| Pro Sektion sollte nur eine Auswahl getroffen werden. |
Wie bereits mehrfach erwähnt, kann es während der Installation oder auch nach erfolgtem Setup zu Schwierigkeiten kommen. Bleibt beispielsweise kurz nach dem Start der Setup-DVD das System hängen oder erscheint eine Fehlermeldung, können folgende Switches für den Darwin-Bootloader hilfreich sein: -f, -x, -v, -legacy. Auch das Abschalten eines Kerns bei Dual-Core-Prozessoren im BIOS kann hilfreich sein.
Nach erfolgter Installation kommt es vor, dass auf dem Bildschirm ein blinkender Cursor erscheint und nichts weiter passiert. Vermutlich wurde die Partition nicht als aktiv markiert, was den Start verhindert. Dies lässt sich allerdings manuell nachholen, indem man erneut von DVD startet und unter Dienstprogramme Terminal aufruft, um anschließend folgende Befehle einzugeben.
Probleme nach Installation: Orange Festplatten-Icons
In vielen Fällen wird die Festplatte von Leopard als "Removable Device" eingestuft, vor allem wenn sich diese an einem ICH9-Controller im AHCI-Modus befinden. Entsprechend sind die Icons der Festplatten orange statt grau. Das sieht nicht nur schlechter aus, sondern verursacht zum Teil auch Probleme mit Zugriffsrechten. Durch den Austausch von zwei Kernel-Extensions[25] lässt sich dieses Problem beheben. Mit dem Tool Kexthelper[26], das in häufig von den modifizierten Images mitinstalliert wird, kann man diese komfortabel installieren, ohne dass man im Terminal mit Superuser-Rechten[27] (sudo -s) die Dateien AppleAHCIPort.kext und IOAHCIFamily.kext im Verzeichnis \System\Library\Extensions manuell austauschen muss.
Deutsche Sprachdatei installieren
Obwohl während der Installation Deutsch als Standardsprache festgelegt wird, bleibt Mac OS bei der englischen Spracheinstellung. Dies liegt daran, dass das deutsche Sprachpaket häufig auf den modifizierten Images fehlt. Allerdings kann man die Installation der German.pkg von der Original-DVD nachholen (Optional Installs). In den System Preferences muss man unter International anschließend "Deutsch" an erste Stelle ziehen. Nach dem nächsten Einloggen ist Mac OS auf die deutsche Sprache eingestellt.
Infobox "Über diesen Mac" anpassen
Da Apple keine herkömmliche Desktop-Prozessoren in seinen Systemen verwendet, - im Mac mini, Imac und den Notebooks kommen Mobilprozessoren von Intel zum Einsatz, während der Mac Pro mit Server-CPUs ausgestattet ist, - erkennt Mac OS den Prozessor von Standard-PCs meistens nicht korrekt. In der Infobox "Über diesen Mac" erscheint neben der korrekten Anzeige des Prozessortakts "Unknown Processor". Auch der verwendete Speicher wird dort häufig nicht korrekt erkannt. Zudem werden die unterstützten CPU-Funktionen unter Leopard nicht mehr angezeigt.
Für eine korrekte Anzeige von Prozessor und Speichertyp muss die Datei AboutThisMac.strings editiert werden. Diese befindet sich im Verzeichnis /System/Library/CoreServices/ im Paket des Programms loginwindow und kann erreicht werden, indem man mit der rechten Maustaste das Programm anklickt und Paketinhalt zeigen aktiviert. Anschließend öffnet sich ein weiteres Finder-Fenster. Dort navigiert man in den Ordner Contents/Resources/German.lpro. Um die Datei AboutThisMac.strings editieren zu können, wird diese auf den Desktop kopiert und geöffnet. Hierfür benutzt man am besten den in Mac OS integrierten Texteditor. Falls Dashboard aus der Entwicklerumgebung installiert ist, empfielt sich dieses Programm. Im Abschnitt "ABOUT_BOX_MULTIPLE_PROCESSOR_FIELD_FORMAT" werden nach dem Gleichheitszeichen die beiden Operanden "%@" mit dem korrekten CPU-String wie "Intel Core 2 Extreme CPU X9650" ersetzt. Dies wiederholt man noch im Bereich "ABOUT_BOX_SINGLE_PROCESSOR_FIELD_FORMAT". Entsprechend geht man vor für die Modifikation der Speichervariablen im Abschnitt "ABOUT_BOX_MEMORY_FIELD_FORMAT". Anschließend speichert man die Datei mit der Endung .strings. Jetzt kann man die Original-Datei AboutThisMac.strings löschen und durch die modifizierte ersetzen.
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| Mit ein klein wenig Geschick wird Prozessorname und Speicher korrekt angezeigt. |
Hilfestellungen, Treiber und Anleitungen[25] für die Installation von Mac OS X auf Standard-PCs gibt es im Internet zuhauf. Das umfassendste Angebot bietet das Forum von insanelymac.com[28], das sogar einen Bereich in deutscher Sprache[29] bietet. Aber auch auf osx86scene.com[30] und hackint0sh.org[31] gibt es viele nützliche Tipps und Tricks. Spezielle Informationen zu Leopard auf AMD-PCs bietet osx.kbot.de[4].
In Sachen Performance unterscheidet sich ein mit Mac OS ausgestatteter Standard-PC nicht von einem Original. Voraussetzung ist natürlich, dass CPU- und Grafikkarte perfekt unterstützt werden. Mit der Intel-Plattform gelingt dies besser als mit einem AMD-PC. Bei diesem ist kein 64-Bit-Modus möglich und auch die für die Virtualisierungsperformance wichtige Unterstützung der entsprechenden CPU-Erweiterungen fehlen. Anders sieht es im Test mit der Intel-Lösung aus. Der auf 3,6 GHz übertaktete Penryn-Quad-Core (Intel Core 2 Extreme X9650[32]) funktioniert in dem Gigabyte-Board mit einer Frontsidebus-Geschwindigkeit von 1600 MHz und wird von Mac OS vollständig unterstützt: Sämtliche CPU-Erweiterungen können genutzt werden.
Wie die Tests zeigen, schlägt sich der Single-Quad-Core mit 3,6 GHz gegenüber den zwei Quad-Cores mit 2,8 GHz im Mac Pro recht ordentlich. Teilweise kann er Apples Highend-Workstation sogar übertrumpfen. Vor allem bei den Speicherbenchmarks macht der Standard-PC gegenüber dem Mac Pro eine gute Figur. Dies ist zum einen auf die ohne Fehlerkorrektur arbeitenden DDR3-Speichertechnik mit 1333 MHz (Aeneon DDR3 1333[14]) als auch auf den höheren Prozessortakt des Intel-Systems gegenüber dem Mac Pro mit DDR2-Fully-Buffered-DIMMs und 800 MHz zurückzuführen sein. Weit schwerer dürfte jedoch wiegen, dass mit den zwei installierten Speichermodulen im Mac Pro der Speicherbus nicht die volle Bandbreite von 256 Bit, sondern nur die Hälfte ausnutzt[33]. Dadurch erreicht sogar das AMD-System bei den Speicherbenchmarks das Niveau von Apples Highend-Workstation. Bei reinen Rechenoperationen ist die Dual-Quad-Core-Bestückung dem Intel-System trotz niedrigerer Taktfrequenz überlegen.
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Obwohl es mit den modifizierten Mac-OS-Images mit optimaler Hadwareausstattung zu keinerlei Stabilitätsproblemen im normalen Betrieb kommt, werden nicht sämtliche Betriebsfunktionen unterstützt. Der Sleep- oder auch Standby-Modus genannte Zustand, der den PC in einen Schlummermodus mit wenigen Watt Stromverbrauch setzt, funktioniert nur im Ausnahmefall, wenn sämtliche Kernel-Erweiterungen mit dieser Betriebsart zurecht kommen. Diese Fehlfunktion bemerkt der Anwender bereits kurz nach der Installation, da der Standby-Modus automatisch aktiviert ist.
Auch in Sachen Software-Update muss man vorsichtig sein. Während die meisten Updates für Mac OS funktionieren, sind Aktualisierungen, die den Betriebssystemkern (Kernel) erneuern, oft nicht kompatibel. Beispielsweise führt das automatische Update auf 10.5.2 zum Systemabsturz, der nur sehr schwer behoben werden kann. Außerdem können durch ein tiefgreifendes System-Update wesentliche Treiber ausgetauscht werden, die den Start von Mac OS auf einem Standard-PC verhindern. Die Installation von Windows mittels Bootcamp funktioniert ebenfalls nicht. Während Setup und Betrieb von Mac OS auf Standard-PCs mit den erwähnten Schwächen noch in den meisten Fällen gelingt, sieht es bei Notebooks deutlich schlechter aus. Schließlich kann man hier den Grafik- oder Netzwerkchip nicht so einfach ersetzen. Trotzdem ist es einigen Anwendern gelungen, auch ein Notebook mit Mac OS[34] auszustatten.
Das Kennenlernen von Mac OS auf Standard-PCs ist mit den modifizierten Images möglich, ein produktiver Einsatz des Apple-Betriebssystems auf Standard-PCs dürfte wegen der dargelegten Schwierigkeiten für die meisten Anwender allerdings kaum in Frage kommen. Für Spezialisten, die auch mit dem Terminal und Unix-Befehlen umgehen können, kann es hingegen ein netter Zeitvertreib sein, das System am Laufen zu halten. Aus rechtlichen Gründen sollte dann aber eine Original-Version von Mac OS X Leopard vorhanden sein.
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