Zehn Dinge, die an Apple nerven - und wie man sie abstellt

(http://www.zdnet.de/magazin/39186606/zehn-dinge-die-an-apple-nerven-und-wie-man-sie-abstellt.htm)

von Michael Hülskötter, 18. Februar 2008

Obwohl Produkte von Apple nicht nur bei eingefleischten Fans viel Anklang finden, ist längst nicht alles Gold, was aus Cupertino kommt. ZDNet ist den zehn wichtigsten Kritikpunkten nachgegangen und belegt, dass sich fast alle umgehen lassen.

Die Marktbedeutung von Apple nimmt stetig zu, das belegen nicht nur Prognosen von Gartner und IDC[1], sondern auch regelmäßig wiederkehrende Rekordgeschäftszahlen aus Cupertino[2]. Dass solch ein erfolgsverwöhntes Unternehmen nicht nur Freunde hat, kann man jeden Tag in diversen Diskussionsforen[3] begutachten. Dort wird über Apple und deren Produkte geschimpft und gewettert, was das Zeug hält.

Film- und Fernsehinhalte sind im deutschen Itunes-Store nicht verfügbar

Steve Jobs ist kein Europäer, das kann man nicht abstreiten. Dass er aber aus diesem Grund freiwillig auf Umsätze verzichtet, mutet sehr seltsam an. Das betrifft sowohl das fehlende Angebot an Spielfilmen und TV-Serien im deutschen Itunes Store als auch den brandneuen Filmverleih Apples, der im Laufe dieses Jahres nach Europa kommen soll. Dabei böten gerade Leihfilme ein riesiges Umsatzpotenzial[4], in Zeiten von schrumpfenden DVD-Umsätzen. Was Apple dazu bewegt, Hollywood nicht ins deutsche Wohnzimmer zu bringen, bleibt Cupertinos Geheimnis.

Alternativvorschlag: Wenn Apple keine TV- oder Kino-Inhalte nach Deutschland liefert, stellt man sich eben eine eigene, kostenlose Mediathek zusammen. Hierzu benötigt man lediglich Tools wie Handbrake[5] für die DVD-Konvertierung und Eye TV[6] samt DVB-Receiver für die Aufnahme von Fernsehbildern am Mac.

Apple TV ist immer noch unvollständig und zu teuer

Als Steve Jobs die zweite Auflage des Apple TV[7] auf der Macworld Expo 2008 vorstellte, keimte der Verdacht auf, Apple könnte den Mediastreaming-Client hardwareseitig überarbeitet haben. Denn ein DVD- oder Blu-ray-Laufwerk für die Wiedergabe von Kinokonserven stände dem Apple-Gadget gut zu Gesicht. Aber keine Spur davon: Außer einer überarbeiteten Software und gesenkten Preisen bietet Apple TV nichts Neues. Mit der überarbeiteten Software lassen sich Fernseh- und Kinofilme direkt via Internet auf den heimischen Fernseher holen – das bis dato aber nur in den USA. Und von der Preisreduktion des Apple TV haben Europäer auch nichts, da lediglich die Dollarpreise nach unten korrigiert wurden.

Alternativvorschlag: Man hole sich einen der zahlreichen Mediastreaming-Clients[8] von Netgear und Co nach Hause, verbinde diesen mit dem Fernseher und übertrage die eigene Filmkollektion vom Mac auf die Mattscheibe. Das erfordert etwas mehr Bastelarbeit, ist dafür aber wesentlich günstiger.

Es gibt permanent neue Gerüchte rund um Apple

Was haben Internetseiten wie Tuaw[9] und Appleinsider[10] gemeinsam? Sie füttern die Apple-Gemeinde stets mit neuen Gerüchten rund um den Computer- und Gadget-Hersteller aus Cupertino. Ob das neue Produkte wie das Macbook Air sind oder Technologien wie Multitouch Gesturing oder sogar Patentanmeldungen – stets sind diese Websites bestens informiert, und sei es mithilfe von angeblichem Insiderwissen. Dass es oft ganz anders kommt und die Gerüchteküche einfach nur wild vor sich sich hinbrodelt, interessiert offensichtlich die wenigsten Mac-Anhänger.

Alternativvorschlag: Man hole sich auf blogger.com[11] einen kostenlosen Account, setze seinen eigenen Blog auf und beteilige sich am Verbreiten von Gerüchten rund um Apple. Oder man verzichtet ganz einfach auf das Lesen der geheimsten News aus Cupertino.

Ipods lassen sich standardmäßig nur mit Itunes nutzen

Der Apple Ipod wurde seit Dezember 2001 mehr als 120 Millionen Mal verkauft, und das aus gutem Grund. Zu schick und zu bedienerfreundlich sind die kleinen Audio- und Videoplayer von Apple. Aber sie verhalten sich auch sehr monopolistisch, denn die bevorzugten Inhalte lassen sich nur mit Itunes für Windows und Mac OS X übertragen. Hierfür hat Apple sogar in die aktuelle Ipod-Generation Sicherheitsmechanismen eingebaut, die Hacker allerdings schneller knacken konnten, als es dem Hersteller lieb war. Das erinnert so manchen an die Versuche Microsofts, Windows und den Internet Explorer nur gemeinsam nutzbar zu machen. Und wo das endete, weiß man ja.

Alternativvorschlag: Tools wie Winamp[12] für Windows oder Yamipod[13] für Mac OS X ersetzen Itunes auf dem PC oder Mac. Besonders trickreich an Yamipod ist die Tatsache, dass man das kleine Tool direkt auf dem Ipod installiert und damit keinen Speicher auf dem Mac verschwendet. Dem Apple Iphone fehlen immer noch sinnvolle Funktionen

Auf der Macworld Expo 2007 schlug das Apple Iphone derart hohe Wellen, dass man Angst haben musste, der Rest der Branche würde darin ertrinken. So ist es zwar nicht gekommen, aber der Hype um das Apple-Handy erfasste viele Menschen, und oft muss man sich fragen: Warum? Denn das Iphone lässt Funktionen vermissen, die man jedem anderen Hersteller nicht verzeihen würde. Dazu zählt vor allem die verkrüppelte Bluetooth-Funktion, aber auch die fehlende Aufnahmemöglichkeit von Audio- und Videoinhalten. Darüber hinaus vermissen viele ein UMTS- und GPS-Modul sowie eine Suchfunktion à la Spotlight. Trotzdem ist das Iphone ein echter Verkaufsrenner – außer in Deutschland[14].

Alternativvorschlag: Mit Webapplikationen wie Remote Buddy[15] mutiert das Iphone zu einer Fernbedienung. Und die neue Locator-Funktion in Google Maps[16] verleiht dem Apple-Telefon einen Hauch von GPS. Man kann natürlich auch auf das Iphone 2.0 warten und hoffen, dass damit alles besser wird.

CD-Cover sind in Itunes nur unvollständig vorhanden

Die sehr hübsche Funktion Cover Flow[17] kennt man seit Itunes 7.0, aber auch in den aktuellen Ipod-Modellen, im Iphone und sogar in Mac OS X 10.5 kommt es zum Einsatz. Damit lassen sich vorhandene CD-Cover am Bildschirm darstellen, und man blättert durch die Musikkollektion wie durch die CD-Sammlung. An sich ist das sehr intuitiv, wenn die CD-Cover nicht ausschließlich aus der Datenbank des Itunes Store stammen müssten. Folge: Unbekanntere Bands und Interpreten, aber auch selbst konvertierte Alben müssen ohne CD-Cover auskommen. Und die vielen grauen Flächen beim Blättern sehen wirklich nicht gut aus. Wann öffnet Apple Itunes endlich den Cover-Abgleich für Amazon und die Google-Bildersuche?

Alternativvorschlag: Mit einem Tool wie Coverscout[18] von Equinux bleibt kein CD-Cover mehr unentdeckt. Für gerade mal 17 Euro sucht die Software bei Amazon und Google nach fehlenden Bildern und überträgt sie per Mausklick in die Itunes-Mediathek. Macbook bietet zu wenige Schnittstellen

Macbook-Besitzer sind leidgeprüft, wenn es um den Anschluss von externen Geräten am Apple-Notebook geht. So ist die Anzahl der Schnittstellen begrenzt, und zudem liegen sie so dicht beieinander, dass manche völlig unbrauchbar sind. Das betrifft vor allem die zwei USB-Ports, die sich im Falle eines breiteren USB-Steckers gegenseitig blockieren, so dass nur ein externes Gerät mit dem Macbook verbunden werden kann. Und will man neben Ipod und Maus eine weiteres Gerät am mobilen Mac anschließen, stößt man schon an seine Grenzen.

Alternativvorschlag: Wem zwei USB-Anschlüsse nicht ausreichen, der ist mit der Anschaffung eines USB-Hubs gut beraten. Diese Mehrfachdosen sind ab 20 Euro[19] erhältlich und bieten bis zu sieben Ports[20]. Dem Hub sollte möglichst eine eigene Stromversorgung beiliegen, dann lassen sich auch Geräte wie Drucker oder Iphone via USB am Mac anschließen. Außerdem hilft der Einsatz von drahtlosen Komponenten, USB-Anschlüsse freizuhalten.

RAM-Upgrades von Apple sind völlig überteuert

Unter den Konfigurationsmöglichkeiten im Apple-Store[20] fällt auf, dass 1 GByte immer noch zur Standardausstattung von Imac, Macbook und Mac Mini gehört. Dabei macht das Arbeiten unter Mac OS X 10.5 und vielen parallel geöffneten Programmen erst ab 2 GByte richtig Spaß. Das weiß natürlich auch Apple und verlangt für den Speicherausbau von 1 auf 2 GByte happige 140 Euro und mehr, obwohl 1024 MByte bei den meisten Online-Händlern nicht mehr als 30 Euro[21] zu bezahlen ist. Beim Speicherausbau von 1 auf 4 GByte wird es sogar noch heftiger: Dafür will Apple unglaubliche 800 Euro – inklusive Einbau, immerhin.

Alternativvorschlag: Man kann Apple auch mal die rote Karte zeigen und den nächsten Mac beispielsweise bei Cyberport bestellen. Dort kostet der Rechner weniger als bei Apple und für den RAM-Ausbau zahlt man weniger als 30 Euro. Und der Einbau gehört zum Service dazu. Macbook und Mac Mini kommen noch immer mit Combo-Laufwerken[22]

Nichts gegen CD-Brenner mit DVD-Wiedergabefunktion. Diese Geräte nennen sich Combo-Laufwerk und werden immer noch im Einsteigermodell des Mac Mini und des Macbook eingebaut. Fragt sich nur, warum. Denn ein optisches Laufwerk, das DVD-Rohlinge nicht beschreiben kann und damit nicht als Speichergerät für Videofilme, große Musikbibliotheken und für komplette Backups zur Verfügung steht, hat in einem Rechner des 21. Jahrhunderts nichts verloren. Es werden ja auch keine Zweitakter in Autos eingebaut. Man kann nur hoffen, dass mit dem nächsten Macbook- und Mac-Mini-Upgrade dieses Relikt vergangener Tage verschwindet.

Alternativvorschlag: Meist ist die Anschaffung des Einsteigermodells nur auf den ersten Blick die günstigste Variante. Beim zweiten Hinsehen wird schnell klar, dass etwas mehr meist besser ist. So auch beim Mac Mini und Macbook. Denn neben einer leicht höheren Rechenleistung gibt es einen DVD-Brenner und eine größere Festplatte dazu. Das wird jeder Apple-Kunde angesichts der täglichen Datenflut schnell zu schätzen wissen.

Apple gewährt auf seine Produkte nur ein Jahr Herstellergarantie

Leider ist Apple nicht der einzige Hersteller, der auf seine Geräte nur ein Jahr Garantie gewährt, also nur innerhalb der ersten zwölf Monate die Reparatur eines Rechners kostenlos durchführt. Das ist eine ärgerliche Regelung, da speziell bei tragbaren Geräten wie dem Macbook der Akku im Regelfall erst nach einem Jahr oder später seinen Dienst versagt.

Alternativvorschlag: Wem ein Jahr Herstellergarantie zu wenig ist, der kann sie durch Erwerb eines "Applecare Protection Plan" auf drei Jahre verlängern. Diese erweiterte Garantieleistung beginnt bei 200 Euro (Mac Mini) und geht hinauf bis über 400 Euro für den Macbook Pro.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/news/business/0,39023142,39161719,00.htm
[2] = http://de.wikipedia.org/wiki/Cupertino
[3] = http://discussions.apple.com/index.jspa?categoryID=1
[4] = http://www.zdnet.de/enterprise/mac/praxis/0,39038652,39160214-4,00.htm
[5] = http://www.zdnet.de/enterprise/mac/software/0,39038655,39161053-7,00.htm
[6] = http://www.zdnet.de/enterprise/mac/software/0,39038677,39147952,00.htm
[7] = http://www.zdnet.de/enterprise/mac/hardware/0,39038647,39147094,00.htm
[8] = http://www.zdnet.de/news/hardware/0,39023109,39154940,00.htm
[9] = http://www.tuaw.com
[10] = http://www.appleinsider.com
[11] = http://www.blogger.com
[12] = http:///downloads/prg/t/o/000GTO-wc.html
[13] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/z/d/de64ZD-wc.html
[14] = http://cgi.zdnet.de/mobile/?p=115
[15] = http://www.zdnet.de/downloads/prg/1/2/en10765712-wc.html
[16] = http://www.zdnet.de/mobile/handy/0,39023186,39161711-2,00.htm
[17] = http://www.zdnet.de/enterprise/os/0,39027197,39158638-15,00.htm?PAGE_WIDTH=820
[18] = http://www.equinux.com/de/products/coverscout/index.html
[19] = http://www.cyberport.de/item/3526/1102/0/97074/logitech-premium-4-port-usb-hub-for-notebooks.html
[20] = http://www.cyberport.de/item/3526/1102/0/54170/belkin-7-port-hi-speed-usb20-hub---silber-f5u237eaapl-s.html
[21] = http://www.zdnet.de/news/hardware/0,39023109,39160005,00.htm
[22] = http://de.wikipedia.org/wiki/Combo-Laufwerk