CeBIT: Viele Handys mit HSDPA - und ein paar mit DVB-H

(http://www.zdnet.de/magazin/39186603/cebit-viele-handys-mit-hsdpa-und-ein-paar-mit-dvb-h.htm)

von Mike Sixt, DE Edit, 22. Februar 2008

Die Mobilfunkunternehmen setzen zur CeBIT 2008 auf HSDPA-Handys. Mit den neuen Geräten sollen stagnierende Umsätze bei den Telefonkosten durch Einnahmen aus der Datenübertragung ausgeglichen werden. Mobile Navigation und das alte Thema Handy-TV dürfen natürlich nicht fehlen.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat sich schon abgezeichnet, was bezüglich Mobilfunk auch für die CeBIT zu erwarten ist. HSDPA wird in Zukunft auf jedem Handy vertreten sein, genauso wie die Bluetooth-Schnittstelle. Damit will man mobiles Internet zum Massenmarkt machen, denn die Telekommunikationsanbieter setzen auf Umsatz durch Datenverbindungen. Mehr als 50 Prozent der TK-Unternehmen halten laut Steria Mummert Consulting[1] das mobile Internet für wichtiger als SMS. Dementsprechend werden auf der CeBIT viele UMTS-Handys, die das schnelle Übertragungsverfahren HSDPA beherrschen, zu sehen sein.

Datenübertragungen per HSDPA mit bis zu 3,6 MBit/s bieten die meisten Betreibern schon fast flächendeckend an - zumindest theoretisch. Auch die nächste Ausbaustufe ist schon gestartet. So hat zum Beispiel T-Mobile[2] (Halle 26, Stand A01) im November in der Innenstadt von Friedrichshafen Deutschlands erstes flächendeckendes HSDPA-Netz mit Downloadraten von bis zu 7,2 MBit/s gestartet.

Deshalb waren schon auf dem Mobile World Congress Handys zu sehen, die eine Datenfluss von bis zu 7,2 MBit/s unterstützen. Zum Beispiel das Samsung SGH-U900[3] oder das Sony Ericsson X1, das auch High Speed Uplink Packet Access (HSUPA), also Upload-Raten mit bis zu 1,8 MBit/s, beherrscht. Das lässt für die CeBIT hoffen: Es dürfen weitere Neuankündigungen in diesem Bereich erwartet werden.

Noch mehr Auftrieb wird das mobile Internet durch die verstärkte Vermarktung günstiger Pauschaltarife für die Datenübertragung (Flatrates) erhalten. Auch in diesem Bereich werden auf der CeBIT 2008 Neuankündigungen kommen. Das Thema Navigation per Handy dürfte die Messebesucher in Hannover fast noch stärker interessieren als die immer größeren Datenübertragungsraten. Schließlich hängen zahlreiche neue Dienste daran, die konstanten Geldfluss versprechen und nebenbei auch einer Vielzahl von Software-Herstellern ein Auskommen versprechen. Die Rede ist von ortsbasierten Diensten - Location-based Services. Einen Bahnhof oder Pizzadienst in der Nähe zu finden, soll zukünftig keine Ortsangabe mehr erfordern. Doch auch ein ins Handy eingebauter Reiseführer kann die GPS-Daten nutzen, um auf nahegelegene Sehenswürdigkeiten hinzuweisen.

Neben Handys mit integriertem GPS-Chip stellen auch umgekehrt Navigations-Anbieter neue Lösungen vor. Garmin[4] (Halle 15, Stand D08) will auf der CeBIT ein voll funktionsfähiges Nüvifon präsentieren können. Ob dieses Vorhaben klappt, weiß man bei Garmin allerdings selbst noch nicht. Auf dem Mobile World Congress hatte der Hersteller nur einen Dummy, der noch keinerlei Funktionen ausführen konnte.

In Sachen Navigation zeigte HTC[5] (Halle 26, Stand A40) auf dem MWC das Smartphone Pharos P3470[6] mit integriertem GPS-Chip und der Navigationssoftware Tomtom 6. Das GPS-Smartphone wird, neben neuen Navigations-Handys, sicher auch auf der CeBIT zu sehen sein.

Freilich: Große Neuheiten im Bereich Handy-Navigation sind auf der CeBIT nicht zu erwarten. Schließlich ist der keinen Monat vorher stattfindende Mobile World Congress[7] für die TK-Branche zum wichtigeren Termin gefunden. So kann man beispielsweise Nokia[8]-Handys (wenn man nicht aus politischen Gründen[9] einen Bogen um sie machen möchte) lediglich an Partner- und Zubehörständen sehen. Schade, denn die Finnen hatten auf dem MWC einen Nachfolger des erfolgreichen Navi-Handys N95 vorgestellt - das N96[10].Im Fokus steht außerdem auch 2008 wieder einmal das mobile Fernsehen über Handy, PDA oder Navigationsgerät. Heuer aber nicht als theoretisches Thema oder mit Pilotprojekten, sondern ganz konkret als festes Angebot.

Mitte Oktober 2007 haben die Landesmedienanstalten dem Unternehmen Mobile 3.0 GmbH eine Lizenz erteilt, um eine DVB-H-Plattform betreiben zu können. Hinter Mobile 3.0 stehen die Verlagshäuser Hubert Burda Media und Georg von Holtzbrinck sowie der TV-Provider Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD[11]), der bereits ein Programm im DMB-Standard sendet.

Somit ist mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass der Start von Mobile-TV über DVB-H rechtzeitig zur Fußball-EM im Juni 2008 klappen wird. Also braucht die Branche TV-Handys für ihre Kunden, damit diese die 15 Fernseh- und vier Radiokanäle genießen können. Nokia, Philips[12] (Halle 22, Stand A12) und Samsung[13] (Halle 26, Stand D60) stehen mit ersten Geräten schon in den Startlöchern.

Auf der diesjährigen CeBIT werden diese und einige andere Hersteller neue serienreife Mobiltelefone mit TV-Empfänger vorzeigen können. Vielleicht wird hiermit der Grundstein gelegt, damit in ein paar Jahren jedes zweite Mobiltelefon in Deutschland einen DVB-H-Empfänger hat, wie es in Korea jetzt schon üblich ist.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.steria-mummert.de/
[2] = http://www.t-mobile.de
[3] = http://www.zdnet.de/news/hardware/0,39023109,39186504,00.htm
[4] = http://www.garmin.de
[5] = http://www.htc.com
[6] = http://www.zdnet.de/news/tkomm/0,39023151,39186523,00.htm
[7] = http://www.mobileworldcongress.com/homepage.htm
[8] = http://www.nokia.de
[9] = http://www.zdnet.de/news/business/0,39023142,39185911,00.htm
[10] = http://www.zdnet.de/news/hardware/0,39023109,39186511,00.htm
[11] = http://www.mfd-tv.de/
[12] = http://www.consumer.philips.com/mobilephones/
[13] = http://de.samsungmobile.com/