Hochauflösendes Fernsehen auf dem Großbildschirm mit Kino-Sound im Wohnzimmer zählt bereits zum Standard Der Trend geht bei den Bildschirmen zu noch platzsparenderen und dank neuer Technologien wie OLED ultraflachen und stromsparenden Geräten.
Einen perfekten Einstieg in und zugleich einen imposanten Überblick über die schöne, neue und selbstverständlich perfekte Unterhaltungswelt bietet die Sonderschau "Digital Living@Future Building" in Halle 21. Dort werden hinter einer illuminierten Außenfassade rund 20 komplett möblierte und digital ausgestattete Raumszenarien dargestellt, die die wichtigsten Trends und Themen der Unterhaltungselektronik und der Heimvernetzung zeigen. HDTV, OLED, digitales Radio, Blu-ray, Bluetooth-Sound und vieles mehr sind hier zuhause.
![]() |
| Unterschiedlichste Szenarien rund um die Unterhaltungselektronik bietet die Halle 21 mit dem Motto Digital Living. |
Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik[1] (GfU) sollen HDTV-taugliche Modelle, die am Qualitätssiegel "HD ready[2]" oder "Full HD[2]" erkennbar sind, bereits 95 Prozent der Umsatzerlöse mit Fernsehgeräten ausmachen. Nachdem 2007 über 4,4 Millionen Flat-TVs abgesetzt werden konnten, prognostiziert die GfU für 2008 etwa 5,3 Millionen Verkäufe. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom[3]) schätzt, dass der Anteil der Haushalte, die mit einem HD-Fernseher ausgestattet sind, bis 2010 auf 47 Prozent steigen wird.
Bei den flachen Bildschirmen geht der Trend zu neuen Technologien. OLED[4] (Organic Light-Emitting Diode), die neue energiesparende Bildschirm-Technik, ermöglicht die Produktion superflacher Fernsehgeräte, die gerade noch ein paar Millimeter dünn sind. Dank der organischen, Licht spendenden Dioden werden keine zusätzlichen Lichtquellen wie in LCD[5]-TVs benötigt. Geräte brauchen damit noch weniger Platz und sind energiesparender. OLEDs wurden bis dato in kleinen Bildschirmen in Handys oder MP3-Playern eingesetzt, jetzt kommen sie verstärkt auch in Fernsehgeräten zum Einsatz. Sony (Halle 2, Stand E41) führte Anfang Dezember den ersten OLED-Fernseher der Welt unter der Bezeichnung XEL-1 mit einer Diagonalen von 28 Zentimetern (11 Zoll) ein. Das Gerät bietet einen Kontrastrate von 1.000.000:1 und eine Bautiefe von drei Millimetern.
![]() |
| Sony brachte im vergangenen Jahr mit dem XEL-1 den ersten OLED-TV der Welt heraus (Foto: Sony). |
Toshiba[6] (Halle 25, Stand D40) und Matsushita/Panasonic[7] (Halle 26, Stand B40) wollen gemeinsam Fernsehgeräte auf OLED-Basis auf den Markt bringen. Bis spätestens 2009 wollen die japanischen Elektronikkonzerne die ersten TV-Geräte in die Ladenregale stellen. Auch an älteren Technologien wird beispielsweise in Form von schmäleren Rahmen weiter getunt. So zeigt Toshiba[6] in Halle 25 auf Stand D40 seine drei "Picture Frame"-Modelle der ZF-Serie 40ZF355D, 46ZF355D und 52ZF355D mit einem 40-, 46- beziehungsweise 52-Zoll-Bildschirm (Diagonalen von 102, 117 und 132 Zentimetern) und Full-HD-Auflösung. Bei den drei Geräten ist der Rahmen um das LCD-Display gerade einmal zwei Zentimetern schmal. Das 46-Zoll-Modell braucht damit zum Beispiel nicht mehr Platz als ein herkömmliches 42-Zoll-Gerät. Die Fernseher verfügen über je drei HDMI-Buchsen und bieten 100-Hz-Technik sowie 1920 mal 1080 Pixel.
Fand man bis dato die Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten nur in TV-Geräten mit einer Diagonalen ab 94 Zentimetern - weil bei kleineren Diagonalen diese höhere Auflösung nicht zur Wirkung kommt –, so zeigt wiederum Toshiba jetzt auf der Messe mit dem 32XV505D einen 80-Zentimeter-LCD mit Full-HD-Auflösung, der auch bald in den Handel kommen dürfte. Neben dem 80-Zentimeter-Modell soll es noch den 37XV505D mit 94 Zentimetern und den "42XV505D" mit 102 Zentimetern für etwa 1500 Euro geben. Die Modelle werden auch - unter leicht abgewandelter Typenbezeichnung - mit bereits integriertem DVB-T-Empfänger angeboten.
![]() |
| Der Digicorder HD S2 von Technisat bietet auf der Festplatte bis zu 500 Gigabyte Speicherplatz. |
Interessant nicht nur für Cineasten: Besonders hochwertige Flat-TVs tragen die Abkürzung 24p und weisen damit aus, dass sie mit einer Frequenz von 24 Vollbildern pro Sekunde arbeiten und Filme von hochauflösenden Blu-ray-Discs oder HD DVDs in Kinoqualität wiedergeben können.
Um Fernsehsendungen in HD-Qualität zu erleben, benötigt man eine Settop-Box oder einen HDTV-Receiver, wie beispielsweise den Digicorder HD S2 von Technisat. Der digitaler Sat-Receiver bietet mit einer 160 oder 500 Gigabyte Festplatte genügend Aufnahmevolumen.
Beeindruckende Lösungen findet man auf der CeBIT auch rund um die Signaleinspeisung. Fernsehen und Musik aus der Steckdose hat sich Devolo[8] (Halle 13, Stand C30) auf die Fahne geschrieben und stellt mit DLAN TV Sat auf der CeBIT eine Lösung vor, um digitalen Sat-TV-Empfang ohne großen Aufwand im ganzen Haus zu ermöglichen. Das Gerät verteilt das DVB-S-Fernsehsignal in SDTV-/HDTV-Qualität einfach über die hausinterne Stromleitung. Ein integrierter DLAN-200-AV-Adapter ist für die Einspeisung zuständig. Damit lässt sich das Fernsehprogramm mit einem weiteren DLAN-200-AV-Adapter an jeder Steckdose empfangen und auf dem PC darstellen.Mit dem DLAN Audio Extender von Devolo[8] (Halle 13, Stand C30) lässt sich entsprechend wie bei der SAT-TV-Lösung auch Musik über die Stromleitung schicken. So können PC, Hi-Fi-Anlage oder Aktivboxen über die bestehende Elektroinstallation miteinander verbunden werden. Das Audionetzwerk unterstützt die Formate MP3, WMA, WAV oder AAC.
![]() |
| Devolo bietet Musik aus der Steckdose. |
Ein weiterer Trend auf der CeBIT 2008 sind die neuen Digitalradios, die für störungsfreien Empfang ohne Knistern und Knacken sorgen. Nach einer Empfehlung der EU sollen spätestens 2015 auch in Deutschland alle herkömmlichen UKW-Sender abgeschaltet werden. Das klassische Analogradio im Wohnzimmer oder Auto dürfte spätestens dann ausgedient haben.
![]() |
| Hamas Soundsystem Twiddle (Foto: Hama) |
Flexibilität ist Trumpf - das gilt insgesamt auch beim Sound: So stellt Hama[9] (Halle 26, Stand A56) das Bluetooth-Stereo-Soundsystem "Twiddle" vor. Das Kerngehäuse ist gerade einmal so groß wie eine Getränkedose, hat eine samtartig-gummierte Oberfläche und bildet den Ausgangspunkt der zwei chromfarbenen Lautsprecher-Röhren, die sich für optimale Soundergebnisse in zwei Richtungen drehen lassen. Für optimale Flexibilität soll die die integrierte Bluetooth-Technik sorgen. Sie schickt die Musik zum Beispiel vom Handy kabellos auf das Sound-System. Auch in der Riege der Camcorder gibt es zur CeBIT 2008 Neues: Die Modelle der Gigashot-A-Reihe von Toshiba (Halle 25, Stand D40), die mit nur rund 78 mal 136 mal 79 Millimeter und einem Gewicht von 495 Gramm zu den kleinsten Videokameras zählen, zeichnen Interlaced-MPEG-4- beziehungsweise H.264-Video mit voller 1080i-HD-Auflösung (1920 mal 1080/1400 mal 1080 Pixel) auf. Ein besonders interessantes Feature ist die Schnellstartfunktion von nur 0,9 Sekunden. Die Camcorder sind robust und sollen einen Fall aus einem Meter Höhe ohne Verlust der Daten überstehen.
Der Toshiba GSC-A100F ist laut Hersteller der kleinste Festplatten-Camcorder mit voller 1920 mal 1080-Bildauflösung. Inklusive Akku soll das Gerät rund 550 Gramm wiegen und besonders schnell starten: Nach nur 0,3 Sekunden ist der Camcorder angeblich schon bereit zur Aufnahme. Mit einem 10fachen optischen Zoom lassen sich entfernte Motive heranholen. Eine Kontrolle über das Geschehen bietet der eingebaute Bildschirm mit knapp 8 Zentimetern Diagonale. Toshiba bietet das Gerät in einer Version mit einer 100-GByte-Festplatte, man kann auch die Variante "GSC-A40F" mit 40 GByte wählen. Die Modelle werden voraussichtlich ab 1400 Euro erhältlich sein.
Dass es auch preiswerter geht, zeigen die Modelle GSC-K40H mit einer 40-GByte-Festplatte und der GSC-K80H (80 GByte). Sie nehmen mit einer etwas geringen Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten auf. Die beiden sind voraussichtlich ab 700 Euro zu haben.
![]() |
| Toshibas GSC-A100F ist mit einer 100-Gigabyte-Festplatte ausgestattet. (Foto: Toshiba) |
URLs in diesem Artikel:
[1] = http:/
[2] = http:/
[3] = http:/
[4] = http:/
[5] = http:/
[6] = http:/
[7] = http:/
[8] = http:/
[9] = http:/





